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Kummer 44
11, |ttl)röan0‘
Donnerstag, den Sl. Februar 1918
Eilt Nk
Cinmavjch in Gfthlanb.
— 2300 Dnsieir gefangen, mehrere hnndert Gejchütre erbentet. 5 Dampfer und 10 Segler verjcnkt.
Kiii iitiics $rif&fii$iiii!jri)(>t.
Derttn. 20. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Staatssekretär von Kühlmann verlas im Verlaufe seiner heutigen Rede im Reichstage nachstehenden Funkspruch der bolschewistischen Regierung in P etersburg: An die Deutsche Regierung! Der Rat der Volkskommissare sieht sich veranlaßt, in Anbetracht der geschaffenen Lage sein Einverständnis zu erklären, den Frieden unter den Bedingungen zu unterzeichnen, welche von den Delegationen des Vierbundes in Vrest-Litowsk gestellt wurden. (Hört! Hört auf allen Seiten des Hauses.) Der Rat der Volkskommissare erklärt, daß die Antwort auf die von der deutschen Regierung gestellten näheren Bedingungen unverzüglich gegeben wird (Hört, hört! Lebhafte Bewegung im ganzen Hause.)
Der Staatssekretär bemerkte hierzu, er möchte davor warten, zu glauben, daß wir den Frieden nun schon in der Tasche hatten. Der Friede mit Rußland sei erst da, wenn die Tinte unter dem Vertrage trocken sei.
Der deutsche Geneeulstub meldet: —
i W. T. K«. (Trohes SO. Februar« Amtlich."
Hauptquartier. bei
Westlicher Kriegsschoplotz.
An verschiedenen Stellen der Front Artillerie- und Minen- werferkampf. Größere Erkundungsvorstoße; die \>t Engländer westlich von Houthem. der Franzose bei Juvincourt und nördlich von Reims unternahm, wurden abgewiesen.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Beiderseits der Bahn Riga-Petersburg wurden die 20 Kilometer vor unserer bisherigen Front liegenden russischen Stellun- §en überschritten. Schwacher Widerstand des Feindes bei Zn. -eten nördlich der Bahn wurde schnell gebrochen.
Ueber Dünaburg hinaus stießen unsere Divisionen in nordöstlicher und östlicher Richtung vor, zwischen Dünaburg und Luck traten sie in breiten Abschnitten den Vormarsch an.
Die über Luck hinaus vorgedrungenen Divisionen marschieren aus R o w n o.
2500 Gefangene, mehrere Hundert Geschütze und große Mengen an rollendem Material fielen in unsere Hand.
*
Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Gcnckalquartiermeisler: Ludendorff.
Abendbcricht.
Berlin. 20. Febr. (WTB Amtlich.) Abends.
Zm Osten gehen die Bewegungen vorwärts.
Deutsche Truppen sind in E st h l a n d eingerückt.
Wenden wurde in östlicher Richtung durchschritte«.
Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der österreichische Generalstab -- - meldet: —-
Wien. 20. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich, wird o
kautbart:
Auf dem Monte Pertica scheiterte ein feindlicher Angriff unter schweren Verlusten für den Gegner. An der übrigen Front stellenweise lebhafte Artillerietätigkeit.
Truppen der Heeresgruppe L i n s i n g e n sind in der Richtung auf R o w n o weitergerilckt.
Der Ehej der Eeueralstabe».
Die Tanchbootmeldnttg.
Berlin, lg, Febr, (WTB. Amtlich,) Im mittleren Teile hes Mittelmeeree haben unsere -Boote fünf Dampfer und zehn Segler versenkt, wodurch hauptsächlich der Transportverkehr nach Ztalien geschwächt wurde.
Vier der vernichteten Dampfer, von denen einer italienischer Ratwnalltat war. wurden aus stark gesicherten Geleitzügen herausgeschossen. Unter den Seglern befanden sich die italienischen Fahrzeuge „Esterel". „Zda". „Eatarina", „Lysi", „Lafere". PaoloMeriga", „Elsa", „Ada", „Fanny" mit Ladung: Fässer, Kohle bezw. Grubenholz.
Eine U-Bootfalle in Gestalt eines Zweimastschoners wurde durch zwei Artillerietreffer eines U-Bootes schwer beschädigt.
Der Ehef des Admirolftabs der Slsrine.
Cfm neues Jahr in schwerer 3:{'cn Lauf! Deutschen- GzO! - Tch'ML Euch Srauf!
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Für Ccft den eoHcn Celtoert, (A. _ für 3-jtDc!cn tcn r^ea Slufllcnttfprelö!
AuslLnd-prelül A<$
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Hessische Juwelen- und Goldwoche
Schirmherr: Se. Kgl. Hoheit der Erobherzog.
Fliegerangriff auf Mannheim.
Karlsruhe. 20. Febr. Vergangene Nacht wurde die offene Stadt Mannheim von feindlichen Fliegern angegriffen. Sechs Bomben wurden abgeworfen. Sie verursachten einigen Häuser, schaden. Leider sind auch eine Frau und ein Kind verletzt und ein Kind gelötet worden.
Dcr ffinlirvdt lug knftömt |?oiH:itrldf|f 3 iis |lr ? fröbuin.
Berlin, 20. Febr. Die Mitglieder der bulgarischen Delegation in Petersburg teilten nach ihrer Rückkehr mit: Die Nachricht, daß die Deutschen den Waffenstillstand als ae- kündigt ansehen. gelangte unmittelbar vor unserer Adrette in Petersburg zur Veröffentlichung. Sie rief unbeschreiblichen Schrecken hervor. Mit dieser Eventualität hatten die Bolsckewiki nickt gerechnet. Ueberall begegneten wir auf der Heimfahrt großen russischen Truppenmengen, die d^n Befehl erhielten. sofort an die Front zurückznkehren. Die Bolschewiki kämpfen mit großen Lebensmittelschmierigkeiten In Petersburg herrscht ausgesprochene Hungersnot.
t!irh ? lff f e Horriidim in ^rtnrnifit.
Konllant'nopcl, 19. Febr. (WB.) Meldung der Agentur Milli. Das Presse-Quartier teilt mit: Ein Teil der Banden, welche auf der Straße von Erzindjan nach Momoketun flüchteten, wurde durch unsere Abteilungen in dem Augenblicke überrascht, als sie im Begriffe waren, in den umliegenden Dörfern Grausamkeiten zu begehen. Die Banden antworteten mit ihren Kanonen und Maschinengewehren. Am Schluß des Gefechtes hatten sie 200 Tote. Der Rest ergriff in vollständiger Unordnung die Flucht nach Osten zu. Drei Kanonen, zwei Minenwerfer, ein Maschinengewehr, welche von dielen Banden benutzt worden waren, ebenso wie acht mit zahlreichem Kriegsmaterial beladene Wagen fielen in unsere Hände. Unter den Getöteten befinden sich ^wei Bandenfübrer.
Ein kurzer Bericht über das ergreifende blutige Schauspiel von Akten der Grausamkeit, begangen durch armenische Banden deren persönlicher Zeuge der Kornmandant unserer dritten Armee beim Einmarsch in Erzindjan am 16. Februar war, und zwar an dem Wege, den er zurückgelegt hatte, um die eben genannte Stadt zu erreichen, meldet: „Ich habe alle Dörfer von Grund aus zerstört gesehen bis zu dein Kleinsten Weiler, die an der Straße von Gorge ^oerdekü
nach Erzindjan zerstreut liegen. Kein Dorfbewohner ist
mehr am Leben. Die Geschichte kennt nicht ähnliche Gran- samkeiten wie die, die die Armenier in Erzindjan begangen haben. Seit drei Tagen arbeiten wir daran, die Leichen der durch die Armenier getöteten Muselmanen zu sammeln, die bisher unbegraben geblieben waren. Unter den armen unschuldigen Opfern begegnet man Säuglingen, neunzig- jährigen Gretten und verstümmelten Frauen."
Konstantinopel, 19. Febr. (WB.) Das Kriegspre . quartier teilt mit: Unsere Truppen sind in Pulnthan c - gerückt, nachdem sie in der Umgegend stehende Ban < zurückgewiesen hatten.
Der Bürgerkrieg m Finttlaitd.
Petersburg, 18. Febr. (WB.) Meldung der Beter -- bnrger Tel.-Agentnr. Bei den letzten Kämpfen eroberte die Rote Garde Meistat (?), die Weiße Garde floh, ohne zu kämpfen Bei dem Gefecht bei Wilmanstadt (Willmanstrand am Saimasee?) wurden 40 weiße Gardisten getötet. B^i Menstuharji (Mäntyharju) zogen sich die Weißen Gardisten auf St. Michel zurück. Nördlich von Lachti sind beträchtliche Streitkräfte der Weißen Garde zusammengezogen. In Naumo wurde eine Menge Waffen entdeckt. Das Votts- kommistariat beabsichtigt, Kolonien für die zahlreichen Gefangenen zu schaffen.
Petersburg, 18. Febr. (WB.) Meldung der Petersburger Tel.-Agentnr. Ganz Finnland von Tornea bis Ulea- borg ist in den Händen der Roten Garde. Der Mittelteil des Landes ist in den Händen der Weißen Garde. Der südliche Bezirk von Tammerfors an steht auf Seiten der Roten Garde. Berichte melden die Abreise zahlreicher Matrosen und Soldaten, die durch den Mangel an Nahrungsmittel veranlaßt wurden, fortzugehen. Unrichtig ist die Nachricht, daß Munition ans Schweden in Finnland eingetrofsen ist. Gruppen von Ausländern, die in Tammerfors zurückge- halten werden und abzureisen wünschen, erhielten erst in den letzten Tagen die Erlaubnis zur Abreise. Man telegraphiert aus Helnngfors. daß Heglund und Grimlund sowie Nissen am Samstag von Petersburg dort eingetroffen seien. Fast ganz Südfinnland ist in den Händen der Noten Garde. Die Lage bessert sich täglich. Im Norden wird heftig gekämpft. Der Sieg der Roten Garde ist gesichert. Mehr als die Hälfte der finnländischen Bevölkerung steht unter der Herrschaft der Roten Garde. Heute geht ein Zug mit wohl bewaffneten Panzerautonioöilen, Geschützen und Mr schinengewehren an die Front.
Petersburg, 19. Febr. (WB.) Meldung der Pet- burqer Tel.-Agentnr. Am 17. Februar hatte der ar kcmische Botschafter Fram'is in der Botschaft in Peters . eine Besprechung mit Mitgliedern der finnisck)en revo! 'io- nären Regierung, dem Volkskommissar für die auswär. Angelegenheiten und dem Kommissar für Lebensmitte! sorqung. Francis versprach den Vertretern der re'v* lutionären finnischen Regierung seine Hilfe bei h*: schlennigen Versorgung Finnlands mit amerikanischein G treide und Erzeugnissen. Amerika wäre im Begriff, zunäch' eine große Menge Getreide an Finnland zu liefern un^ dem Lande Lebensmittel jeder Art für eine lange Zeitdauer zur Verfügung zu stellen.
GttUstctt frei!
Wien, 19. Febr. Aus dem Kriegspressequartier wird ge» meldet: Der Artikel des Friedensvertrages mit der Ukraine, der bezüglich der Grenzen den Status quo ante, wie er mit dem großrussischen Reiche geherrscht hat, wieder herstellt, ist nunmehr vollkommen zur Durchführung gelangt. Seit gestern haben unsere Truppen das gesamte Gebiet bis zur Reichsgrenze ohne Zwischenfall besetzt.
Fettin gestttrst.
Kopenhagen, 20. Febr. „Politiken" meldet aus Wasa«^ es gehe hartnäckig das Gerücht, das jedoch noch nicht bestätigt sei, daß die Bolschewiki-Regierung in Petersburg von den Sozialrevolutionären unter Tschernow gestürzt wordey. <ei. Lenin und Trotzki sollen nach Riga geslüchtet jeuu


