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Grane Gefahren. s

Roman aus der Gegenwart von M. Gontard - Schuck.

40) Nachdruck verboten.

Von seinen Leuten war jeder einzelne ein Held. Es waren, wie Oberleutnant Mittler ganz treffend gesagt hatte. Leute, deren Mut und deren Vaterlandsliebe mit ihrer Be­geisterung gleichen Schritt hielt.

Sein Boot batte man vor der Ausfahrt noch mit ver­schiedenen Verbesserungen ausgerüstet. Ten Blockadestreif der englischen Minen kannte er genau, also würde es schon gehen. -

Gegen Abend tauschten sie bei Blankenberghe und Ostende Grübe mit der deutschen Matrosenartillerie, und fuhren nr:. Tunke! der Nacht mit kaum halber Kraft an

Beacht) H .rüber.

Werkt- stand am Ausguck. Die ganze Mannschaft,

soweit ne v. auf Wache war. gab sich der wohlverdienten

Nutze bin, und auch Mittler schlief. Man mußte Kräfte sammeln denn jenseits des Kanals konnten Gefahren lauern, denen nur mit Ausbietung der ganzen unge­brochenen Kraft zu begegnen war.

Dort drüben lag Wight, das liebliche Eiland, an das sich- für Werkbeim die schönsten Erinnerungen knüpften. Tort in der Nähe von Nyde besaß Sir Edward Toualas ein Sommerbaus, und es waren einige wunderbar schöne Wochen, die er vor einem Jahre mit Helen dort verlebt hatte

Vorüber!

Ilm vier Uhr trat Mittler die Wache an. und es war noch lanae vorher, als er schon seinen blonden Haarschopf ans der Lucke steckte.

,.Na. gut geschlafen. Mittler?- rief Werkheim dem Kameraden zu.

Danke! Ausgezeichnet! Möchte bald den Vorschlag

machen, zu einer ausgiebigen Nachtruhe immer hierher

fahren. Hier find wir ja vollständig ungestört. Da lassen sie uns ja in der Nordsee nicht so lange Ruhe."

Im Osten färbte sich der Himmel bereits mit ein­zelnen graublassen Streifen, als Werkheim sich in seinen Kasten legte. Noch einmal schärfte er Mittler ein, ihn ja nicht etwa länger schlafen zu lassen, als unbedingt erfor­derlich.

Wecken Sie mich, sowie es anfängt, zu dämmern. Es genügt, wenn ich eine Stunde geruht habe."

Der Morgen dämmerte herauf, ohne daß es dem Taaesgcstirn gelang, mehr als eine ungewisse Helligkeit zu verbreiten, als Mittler in der Ferne, einige Meilen westlich Lizard. Ranch auffteigen sah. Wie ein dünner zerflattern- der Faden zuerst, dann stärker werdend, war es unverkenn­bar ein Fahrzeug, das sich im Anzüge befand.

Sofort ließ Mittler den Kommandanten wecken.

In wenigen Minuten war Werkheim bereits am Deck und gab die nötigen Befehle. Mit frischer Kraft ging es vorwärts.

Angestrengt sgben die Offiziere durch die Gläser.

.Ein großer Kreuzer!" sagte Werkheim mit ver­haltener Stimme.

Die Dieselmotors wurden aögestellt und alle Luken in kürzester Frist wasserdicht verschlossen.

Langsam ging das Boot aus Flntstand. Man wartete.

Werkheim stand am Tisch vor den Karten, Mittler am Sehrobr.

..Es sind zwei Kriegsschiffe!"

Fwei?" Werkbeim trat heran und warf einen Blick durch den Spiegel. Einige Augenblicke sah er unbeweglich hindurch, dann blickte er dem Oberleutnant in die Augen. Dieser gab den Blick zurück sie batten sich verstanden.

Näher kamen die feindlichen Schiffe.

Die Hände des Kommandanten krampften sich um die Eisenstange im Turm.

Smd )U von Utuv !?i ..'T- :' J ;*' . e fragte es, den die Ungeduld bald

»Nein. sie sind allein!" - s>e-

. Sorglos notierten fiS die beiden Engländer. Wo-- hotten sie hier auch zu furchte»? So frech auch die WTen fein modjten. hier hemns zu kommen, würden sie -i doch wohl hüten.

..Diese Gelegenheit fällt un§ aber bock, richtig in den Schoß.

Es mochte jetzt gegen neun Uhr sein.

Plötzlich tmt Werkheim mit einem Ruck zurück.

-.Mittler. Mann, stbauen Sie jetzt mal durch! Gott verlaßt uns Deutsche doch nicht!"

Mittler hatte kaum einen Blick in den Spiegel g^rors- als er "inen Sprung tat, so groß ihn nur der b-schränkte Raum zuließ.

Langsam und schwer- wälzte sich ein d:ck. - Nebel aus Südwest heran.

Wie auf Befehl!" sagte Mittler aus tiefster Seele.

..Ja . wie an* Befehl!" stimmte Werkheim bei. ..Aber' nun be'-ßt es: an die Arbeit. Dieser prachtvolle Vorbang kann Stunden so hängen, kann aber auch ebenslxrasch, wie er gekommen, wieder verschwinden."

Und im Schutze des Nebels, dieses schlimmsten Feindes der Schiffer, pürschte sich der kleine graue Geselle an sein Opfer heran

, Stom selten Fier nahte mit weniaen Fahrgästen, ihn desto wertvollerer Ladung ein großer Ennarddamvfer. In? Begrttst an den Scillies vorbei nach Plymouth einznöiegen, meldet? der Funkspruch ein Schiff, das um Hilfe rief.

Der Nebel erschwerte die Verftändigrmg, anscheinend batte das Schiff schon längere Zeit um Hilfe gerufen, ^orfü'tznna wlat

Todesanzeige.

Gott dem Allmächtigen hat es aefallen. unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante

Frau

Katharina Haas

geb. Villafch

nach kurzem schwerem Leiden Festem abend ValO Uhr in die Ewigkeit abzurusen.

Um stille Teilnahme bitten

Frledberg-Fanerbach, den 19. Februar 1913.

Die (runmil) §inffr& iförncu.

Die Beerdigung findet ftatt: Tonnerstag, den 21. Februar, nachmittags 3 Uhr.

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