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sittd an der Tagesordnung," Die Kämpfe find noch nicht adge^ schlossen. Die Nachrichten aus Estland sind sehr verworren. E» .heißt, daß der gesamte Adel verhaftet worden ist und daß all, deutschen Gefangenen nach Kronstadt transportiert wurden. Weitere Ausschreitungen gegen die Deutschen werden erwartet. Englische Propaganda ist sehr regsam in Estland, auch die Fran­zosen haben ihre Hand im Spiele. So soll sich ein französischer General bei den polnischen Trupepn befinden, die noch immer in der Gegend von Minsk stehen.

Die russische R. uolittionsülmee.

Giuf. 15. Febr.Echo d: Paris" meldet aus Petersburg: Der Kongreß der russischen Sowjets hat die Stärke der russischen 9ici'''tor>-an': l ,v auf eine i...- ^'Uiio-r Mann festgesetzt. Die Negierung bat -ur Deckung der Kosten die Ausgabe von 850000 R' bel Schn ldan wc isu.ngcn au ge ordnet

5 ülU' flfit öm Ak!??«ds!«?kln.

Stockholm, 15. Febr. (WTB.) Amtliche Meldung von Svenska-Telegrarubyran.) Auf Ersuchen der schwedischen Re' giernng reist am 15. Februar der Vertreter der Volschewrki-Re- gierung Rorewsky auf einem schwedischen Kriegsschiff nach den Aalands-Inseln. um die dortigen russischen Soldaten dazu zu be­wegen. sich jeder Gewalttat zu enthalten und Aaland auf geeig. nete Weise, eveirtußll auf schwedischen Schissen, zu verlaßen. Die -weite schwedische Schiffsexpedition nach Finnland hat Maenty- luato auf der Rückfahrt nach Schweden am Nachmittag des 14. Februar mit 630 Passagieren verlaßen. Der Chef der Rettungs- Expedition nach Aaland telegraphiert, daß die ganze Expedi- Itsn auf Eckeroe, eine der größten von den Aalands-Inseln, an- gelang sei und daß dort alles wohl sei. Der DampferRuve- Gerg" nahm 29 Einwohner von Eckeroe mit.

Stockholm, 14. Febr. (WTB.) Die Mitglieder der Aalands- Deputation veröffentlichen eine« Artikel über die verzweifelte Lage Aalands. Durch den Ausbruch der schweren Unruhen in Südfinnland und den Abbruch der Verbindungen mit Peters­burg ist die Lebensmittellage der Inseln noch beunruhigender als vorher geworden. Russische Soldaten sind jetzt ausschließlich auf die Vorräte der Bevölkerung angewiesen, die nach den Be­rechnungen der Bevölkerung höchstens bis Ende Marz ausreichen können: wenn aber die russischen Soldaten setzt auch an diesen Vorräten zehren, werden sie natürlich in ersä.-rockender Weise zu Ende gehen. ttnler solchen Umständen kann lci-ht denken, daß Zusammenstöße entstehen können, wobei be­

fürchten sind. Die Bevölkerung ist zwar zahlreicher ais Ne Sol­daten. verfügt aber nur über 50 Gewehre und ist ohne Ausbil. düng, da die Versuche einer militärischen Organisation von feiten der Rußen Gegenstand einer verdächtigenden Aufmerk­samkeit geworden ist. Die Zukunftsaussichten scheinen verzwei­felt, und doch wäre den Ernwohnern lcrcht zu helfen, wenn man von Schweden ein HUfskorps von 500 oder 600 Mann bestehend, unto^ielbewußter Leitung oder auch ein schwedisches Kriegs­schiff Linsenden würde, um das Leben der wehrlosen Bevölke- rung zu schützen und die Soldatenhorde» veranlaßen würde, uoch Rußland zurüchukchren. Solche Expedition wäre um so motivierter, als viele schwedische Untertanen, die sich auf Aaland aufhatte», ebenso bedroht sind wie die übrigen Bewohner. Die Bevölkerung Aalands, daß Schweden, welches sein Interesse für eine Wiedervereinigung der Inseln mit Schweden erklärt hat, sich nicht nur für dte nackten Inseln und die Schären interessiert, sondern auch für die aus d n Inseln wohnenden Menschen.

Die Kote Armee.

Berlin, 14. Febr. (WB.) Der russische Oborkom- Kandierende der Best- und Südwest-Front Mjasmkow hat durch Fnnkspruch am 12. Februar folgende Befehle erlaßen:

t Die Demobilisierung der Armee wird schnell vor sich ßehen, wobei volle 9h&c und Ordnung bewahrt werden muß Der heutige Zustand unserer Eisenbahnen erfordert, daß wir sparsam mit ihnen umgehen.

2 . Zur Durchführung der DemobMsatton sind bei den Truppenteilen besondere Organe mit den Komitees und Räten an der Spitze zu bilden; die Heranziehung bezahlter Arbeitskräfte ist in we:testael>endem Maße erforderlich, wo­rauf ick schon in meinem vorigen Befehl hingewiesen habe,

3 . Parallel mit der Demobilisierung mu- die Organi­sierung der Roten Armee gehen. Mehr Agitation rmd prak- lrschetz Handeln in dieser Richtung!

4. Die Komitees, Rate und Verwaltungsorgane d»r Tnwpenteile müssen brs zur letzten Minute am ihrem Posten bleiben.

Kameradenl Die Erfüllung dieser Bedingungen wird es uns ermöglichen, die Folgen.des Krieges endgültig zu lrqmdieren und zu einer gesunden Fonn des Schutzes von Vo!F, Land und Revolution gegen ihre Feinde überzugehen.

Petersburg, 12. Febr. WB.)Prawda" begrüßt die Arlnee als die wahre Waffe des Triumphes der sozialistischen Wettrevolution und des Unlergans des Kapitalismus.

Die Organisation der Noten Armee wird den örtlichen (Gouvernements-, Kreis- usw.)-Rälen übertragen, innerhalb der Armee den Frontkomilees der Armeen. Tie Korps- und Divisiousräle gründen hierfür Ausschüsse. Die Armee stellt besondere Stabe der Roten Armee auf.

MßöIäUüan? M rawüinidifH

Skfliß, 14. Febr. Aus einer Unterredung des Chefredak­teurs derRationalzeiLunz" mit Herrn Raooslawow ist fol.

Auslassung des letzter-: u übrr Rumänien beachtenswert;

Er sagte:

Die Loge in Rumänien ist noch immer sehr kompliziert. Auch der Nochfolger des Herrn Bratianu. der neue Ministerpräsident General Arerescu. dürste kein Freund der Zentralmächte sein. Dieser Mtnisiewechsel ist vielleicht noch kein Systemwechsel. Der KSMg mag vielmehr zum Chef de» Kabinett» einen General cherufLn haben, um sich sein« Truppen ante* allen Umstand«

ju versichern.' Der gröber« DSNRürSWn»,Tfcrfettia* wm den verbündeten Truppen besetzt ist, steht dem Könige und seinem Haus wenig freundlich gegenüber. Un» selbst ist die dynastische Frage in Rumänien eigentlich gleichgültig; wie die Mittelmächte über sie denken, weiß ich nicht. Für mich ist sie eine innere An­gelegenheit de» Königreich».

Wichtiger ist die Frage bezüglich Bessarabien». Aber Ru­mänien wird sich sehr bald entscheiden müssen, sonst kann e» leicht geschehen, daß ihm auck Bessarabien noch entgeht. Man darf nämlich nicht übersehen, daß ebenso wie die Polen auf das Chol- mer Land, die Ukrainer auf Teile auf Bessarabien Anspruch er­heben. Jedenfalls befindet sich Rumänien in einer ganz ver­zweifelten llage: von allen Seiten von Feinden umgeben, der größte Teil von diesem besetzt, und mit Freunden alliiert, die ihm nicht zu Hilfe kommen können. Es hat sich den Ausgang des Krieges ganz anders vorgestellt. Man wollte in Bukarest nicht etwa nur Transsylvanien haben, sondern neben der Do- bnldscha bulgarisches Land von Rustschuck bis Warna. Jetzt wird man dort zufrieden sein dürfen, wenn man für den Verlust der Dobrudscha durch Bessarabien entschädigt werden sollte.

Dir WjW des NerlMcr KrüMles.

London, 14. Febr. In der gestrigen Sitzung des Unter­hauses bei der Debatte über die Antwortadreffe auf die Thronrede hielt Balsour eine Rede, in der er Len Angriffen mehrerer Abgeordneten auf den obersten Kriegsrat in Ver­sailles entgegentrat. Batfour sagtch der oberste Kriegsrat sei in erster Linie zur Besprechung der großen militärischen Fragen zusammengekommen. Er habe eine Erklärung über die Schlüffe, die aus den Reden des deutschen Kanzlers und des Grafen Czernin gezogen werden müssen, abgegeben, aber nicht die Kriegsziele besprochen. Der Kriegsrat habe zwar über die Reden des Grafen Hertling und des Grasen Ezernin verhandelt, aber darin keine Friedensannäherung gefunden. Aus diesem Grunde seien die Verhandlungen über die militärischen Maßregeln wichtiger gewesen als je. Es habe keinen Sinn, der Negierung vorzuwerfen, daß sie sich nickst diplomatisck)er Mittel bediene. Diplomarisck)e Methoden hätten nur dann Zweck, wenn man mit einem Volke zu tun habe, das entschlossen sei, zu einer Ueberein- stimmung zu gelangen. Tie Mittelmächte zeigten aber offen daß sie keine solche Absickst hegten. Der Unterschied im Ton nicht im Wesen, den Czernins Rede gegenüber Hertlings Rede aufweife, lasse nicht den Schluß zu, daß Deutschland bereit sei, einzulenken.

Brr», 14. Febr. (WTB.) Repington gibt in seinem Bericht über die Versailler Konferenz an. daß hinsichtlich der Betätigung Lloyd Georges folgende Gerüchte umlaufen: Lloyd George habe versucht, die Konferenz zu einer niuen Extratour zu veranlassen. Er hatte aber damit kein Glück, ferner habe er. als die Effektiv­stärke der britischen Armee und die autoratioe dringende Erör­terung von Verstärkungen betont wuroe. eine eingehende Dis­kussion Thomas verhindert und den Alliierten ln dieser Hinsicht keine Hoffnung gegeben. Schließlich habe er für die Operationen an der Westfront den britischen Eeneraisiab in London praktisch ausgeschalttt und Feldmarschall Haig eines feiner unentbehrlich­sten Aktwnswlttel beraubt. Repington forderte die Negierung auf. die Gerüchte wenn sie falsch seien, zu dementieren, und stellte gleichzeitig dem Parlamente anheim, sich im Interesse der Sicher­heit der britischen Armee und des Erfolges der britischen Sache unverzüglich und eingehend mit te* Tätigkeit des Kriegskabt. netts zu befaßen. Repington führt mit scharfem Sarkasmus aus. daß es sich bel der fragllchen neuen Extratour um einen Schlag gegen die Türkei handelte, was angesichts der Anhäu­fung der deutschen Trupepn an der Wesffront für jeden Mann unverständlich sei. Es verlautet, daß Lloyd Georges Extratour gescheitert sei. Über der Sicherheit halber solle das Parlament ihm das feste Versprechen abnehmen, daß weder diese noch an­dere Ertrcwanganzen zur Ausführung gelangten. Repington tadelt Lloyd George ferner in den schärfsten Ausdrücken wegen der mangelhaften Kriegsorganisation zu Hause und sagt, er könne v'-eder Krieg noch Frieden machen. Repington behauptet schließlich, die Versailler Konferenz habe dem alliierten Kriegs- ra.e entgegen den früheren Erklärungen Lloyd Georges weit- gehende Exekutivgewalt beigelegt, di« gerade für die bevor­stehende Verteidigung gegen den erwarteten großen deutschen Angriff äußerst bedenklich sei. da die britische Heeresleitung prak. tisch die Verfügung über ihre eigenen Reserven verliere. Zudem werde durch das neue Oberkommando des Genera!» Fach und des önjui gehörigen Vriiengcnerals von Lloyd Georges Gnaden der Lo^ Generalstäbs praktisch ausgejchaltet. Tatsächlich habe Llo'^d George die Autorität Haigs und Robertsons durch feine eigene ersetzt und trage somit alle Verantwortung, was indessen ein schwacher Trost wäre, wenn die Sack-e schief ginge. Reping. ton schließt, Lloyd George habe nunmehr endgültig und klar di« völlige Unfähigkeit, England in diesem großen Kriege zu leiten, nach gewiesen, das Parlament müsse in dieser Lag« handeln, wie es für notwendig befinde.

D?;s Urteil im Kolo UroxeK.

Bafel, 15. Febr. Wie Hadas aus Paris meldet, wurde Bolo einstimmig zum Tode verurteilt, der Mitangeklagte Italiener Cavallini ist in Abwesenheit ebenfalls zirm Tode verurteilt. Porchöre wurde zu drei Jahren Gefängnis ver- urteilt.

Die Anmü-iing du Gisiygkk m Krim.

Wie Reuter meldet fragte ein Abgeordneter im Unter­hause, ob das Nötige getan werde, um dem Aufruf des Roten Kreuzes zu entsprechen, wonach fernerhin vergiftete Gase in diesem Kriege nicht mehr gebraucht werden sollen, und ob die Regierung bereit fei, mit anderen kriegführenden Staaten hierüber ein Abkommen zu treffen. Lord Robert Ccerl antwortete, er habe eine Aufforderung des Raten Kreuzes noch nicht empfangen. Dia britische Regierung habe

die Absicht, die Angelegenheit mit ihren Verbündete» zu be­sprechen. um dann, falls eine derartige Aufforderung vom Roten Kreuz ergehe, die Schritte gemeinsam unternehmen zu können. Im Augenblick aber könne er eine Erklärung nicht ab geben.

Mn m dkm stMküiskraNk» WIM.

Ein aus Petersburg Zurückgekehrter Augenzeuge der dortigen Vorgänge gibt folgendes anschauliches Bild:

Die Hauptstadt ist vollständig in der Hand der Soldaten Augenblicklich sind in Petersburg vielleicht 200 000 Mann, die sich von der Front entfernt haben, zum Teil in den Kasernen wohnen, von dort aber teils ihrem Unterhalt, teils wilden Räubereien, Gewalttaten und Plünderungen nach gehen. Die Unsicherheit in den Straßen spottet jeder Besckweibung. Mehrfache ist es vorgekommen, daß gutge- Ueidete Zivilisten von Automobilen, die mit bewaffneten Soldaten gefüllt waren, angehalten und vollständig ausge plündert wurden, bis man sie ohne Kleider und Schuhs wieder auf die Straße warf. In den letzten Tagen wurden namentlich Weinkeller geplündert. Polizei gibt es nickst mehr. Als Gericht fungieren nur noch die sogenannten Tribunale, die aber in keiner Weise die öffentliche Ordnung sichern können.

In bezug auf die Lebensmittel- usw. Preise herrscht vollständiges Chaos. Es gibt nur noch Papiergeld Kerens- kisck>er Erzeugung. Rubelschcine in der Größe unserer Straßenbahnkarten. ferner als Kleingeld die alten Brie§- marken aus der Kaiserzeit, die mit einem entsprechenden Ausdruck; ,Wilt als Silbergeld!" verwendet werden. Na­türlich haben umfangreiche Fälschungen Platz gegriffen. So waren tagelang ganze Serien von Briefmarken im Umlaut, bis man entdeckte, daß diese statt der offiziellen Aufdrucke den Satz enthielten:Nur der Dlrniine fällt drauf rein!" Ein Arbeiter, der sich wirklich um Arbeit müht, verdient heute in Petersburg 2530 Rubel täglich Dafür kostet ein einsack-es Mittagsmahl, bei dem es allerdings so ziei-llich noch alles gibt, 6080 Rubel.

Dementsprechend leidet die acrne Bevölkerung. Ins­besondere herrscht Mangel an Brot, Tee und Zucker, wobei der Mangel keineswegs auf das völlige Feblen dieser Nahrungsnilttel zurückzusübren ist, als vielmehr auf die TransportsckMiierigkeiten und das Fehlen aller Organisation Die Stimmung der Bevölkerung ist infolgedessen verzweifelt Es herrsch nur ein Gefühl, die Sehnsucht nach Ordnung und Frieden, gleichviel woher diese kommen würden, ob von den Russen, Engländern oder Deutschen. In der gebildete« Bevölkerung herrsch allerdings der Glaube an die Deut­schen vor. Bezeichnend ist das Titelbild eines Witzblattes, das dieser Tage einen preußischen Schutzmann auf einem öffentlichen Platz Petersburgs zeigte mit der Unterschrift: Unsere Hoffnung!" Tie Ministerien und die Amts^iulmer der Behörden sind ebenso verlassen wie die Banken. Ueberall hat man die Beamten ohne Gehalt und ohne Pension auf die Straße gesetzt, und die Bureaus liegen noch so di, wie sie vor 1-1 Tagen verlassen wurden. Die Enteignung geht weiter, sie erstreckt sich nicht nur auf den ländlichen Grund und Boden, sondern auch auf die städtischen Grundstücke, und es kommt jeden Tag vor. daß sich Soldaten in den Besitz irgendeiner beliebigen Wohnung oder einzelner Ziumrec setzen, oder zum mindestendie Möbel enteignen".

Völlig verwahrlost sind die Verkehrsverhältnisse. In Petersburg selbst kostet eine Fahrt, die früher M 70 Kopeken kam, heute 710 Rlrbel. Auf den Eisenbahnen aber herrscht vollends gänzliche Anarchie. Sie sind aus­nahmslos in den Händen der Soldaten, die ohne die Demobilisierung abznwarten, zu Lausenden und Aver- tansenden die Heimreise antreten. Selbstverständlich :ver- den Zivichersonen überhaupt nicht mehr befördert, während die Soldaten selbst die Däck)er der vollgepfropften Wagen besetzt halten, die kaum noch Fensterscheiben aufweisen und im Innern unsagbar beschmutzt sind. Auf telegraplüsckiev Beseht Krylenkos werden jetzt die einzelnen Stationen durch Maschinengewehrkompagnien besetzt gehalten, um wenigstens die Lebensmitteltransporte zu sickern, die bis dahin ziemlich restlos auf der Fahrt zu versä>winden pflegten.

Besonders schlimm sind die Maximalisten »lit dem Oftizierkorps in Heer und Marine umgesprungen. Hier ist es zu zahlreick?en Mordtaten gekonrmen, von denen ia auch in der deutsäien Presse wiederholt berichtet wurde. So wur­den kürzlich noch in Sebastopol an elnem Tage 00 Osfizlers getötet, in einer Weise, die jeder Beschreibung spottet. So sieht es mit dem angeblich unblutigen Charakter dieser Revolution aus. In Wirklicksteit hat es in Petersburg Tage gegeben, an denen zwei- bis dreitausend Personen ihr Leben lassen mußten, und in Moskau wird es nicht besser gewesen sein. Ganz zu sck)weigen von den Zuständen aus dem Lande. Ncunentlich in Estland und Livland sind Rau- und Mord an der Tagesordnung, und in manchem Guts­hause hält der Besitzer den Revolver bereit, um Frau und Tochter vor dem Schicksal zu bewahren, in die Hände aus* rührerisck'er Banden zu fallen. So schr-eitet die russisck)e Auf­lösung fort; niemand weiß mehr, woran er ist, was morgen aus ihm werden wird.-

So sieht es in dem durch die Sozialdemokratenbe­freiten" Rußland aus. Die augenblicklic^n sozialdemo­kratischen Machthaber verschonen nicht einmal ihre eigenen etwas gemäßigteren Parteigenossen. So wurden zwei im Krankenhaus liegende ehemalige sozialistische Minister grau­sam ermordet. Privateigentum gibt es nicht mehr, jeder nimmt mit Gewalt Geld, Gut und Land, was er bekornmen kann. . < ~