Nummer 39 ___ Freitag, den 15 . Februar 1918 H. Jahrgang
Die „ilrne ^«n»,-itn»y- er.chem, leben »eitlen. R.g,.mäb.g. «eüaqen „S« ?««r ... H-aen». „Sie Spinnet«. «e. den Post-nitalt-n o,euel,a!),l,d, uß 240
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Kcftrge Kampfe in der Champagne. — .-530€O Tannen versenkt. — Kaiser Karl an ^einc Völker.
Knjslsche Schandtaten ans den Aalandsin?c!n.
Der deutsche GeneraMak -—= meldet: - J
iü. T. rl. Mrajes garr-sr^ttartier. der» IL Februar. Amtlich.
Westlicher Krr'eg,sch-,«pl«tz.
Engländer und Franzosen setzten an vielen Stellen der Front ihre Erkundungen fort Nördlich von Lens und in der Champagne kam es dabei zu heftigen Kämpfen. In einem vor. springenden Teil unserer Stellung südöstlich von Tahure haben sich die Franzosen festgesetzt.
Eigene Infante- ie brachte in Flandern und auf den Maashöhen Gefangene ein.
Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues Der Erste Eensralquartiermeister: Ludendorff. Abendbericht.
Berlin. 14. Febr.. abends. (WTB. Amtlich.) In der Champagne war die Feu «Stätigkeit in den Abschnitten nördlich von Prunay und südöstlich von Tahure vielfach gesteigert.
Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
j Der österreichische Grueralstab meldet: r— • — = ,
©icn, 14. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird oer- lautbart:
Keine besonderen Ereignisse.
Der Chef de, 8enerakst«te».
.3.3060 Tonnen versenkt.
Berlin, 13. Febr. Durch Versenkung von 33 000 Bnitto- registe:1onnen erlitt der Transportverkehr unserer Feinde im östlichen Mt telmeer eine empfindliche Einbuhe Es handelt sich hauptsächlich um nach dem Orient bestimmte Transporte. Den Hautpanteil an dem stärkster Gegenwehr zum Trotz erzielten Erfolge bat Kapffänleirtn'"nt Sieh.
Fünf Dampfer wurden aus Geleitzugen herausgeschossen, zwei davon unmit'elbar vor dem Hafen von Alexandria. Unter den übrigen veff-nkten Schiffen befand sich das erst 1916 gebante Motorschiff „G'og-^ncy" (7269 Bruttoregister-Tonnen). Ein Damp'sr hatte Baumwolle nach Marseille geladen, wie sich aus Nuffchxift an der Unteraan 'sstelle treibender Baumwollb^llen ergab. An Segelschiffen' wurden vernichtet: die englischen Segler „Apostoles". „Andreas" und „Tamiarchis".
Der Chef des Admiral st abs der Marine.
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Derffn 13. Febr. fwTB.) wie der Mangel an Schiffsraum die Unterstützung Frankreichs durch überseeische Länder untergräbt, erbellt aus der Verhandlung der französischen Kammer am 26 Januar. Der Unterstaatssekretär Limer erklärte, es sei ihm gelungen, den Frachtpreis von Frankreich nach Algier berabzufetzen Die neutrale Schiffahrt habe daraufhin die F^b-ten einge^ellt. weil i^r der Höchstpreis zu niedrig sei. Die Schiffe aus dem fernen Osten muhten zurückgezogen werden. Den Verkehr m't Indocbina vermittelt nur noch monatlich ein Damtier. d^r aber nur bis Bort Said fährt. dort die von japanischen oder neutralen Schiffen gebrachten waren übernimmt und wieder umae'ebrt. Der Abg. Boussenet gab bekannt. das; gm Iahressckluß fast für eine Million Mare, davon die Hälfte Nahrungsmittel und Kriegsgerät. ln den fernen Kolonien uubefördert liefen bleiben muhte. Der Abg. Bonisson griff die französischen Nieder auf das heftigste an, weil sie aus Furcht vor Verlusten ib'-e Schiffe ouflegten, um nach dem Kriegsende befere Geschäfte machen. Durch die inzwischen eingetretene Ernennung des Abg. Boniston zum Beauflagten für Seeverkehr gewinnen feine Ausführungen besondere Beachtung.
Jnr Kriegslage.
' 12. Febr. (WTB.) Die Londoner Wochenschrift
»The World" schrieb in ihrer Nummer vom 24. Dezember: Die Fortsetzung der Frontanarlsf» gegen die Hindenburg-Linie. die «inen so furchtbaren Aufwand an Menschenmalerial' erfordert
haben und mit denen so wenig erreicht wurde, können nicht die einzige Möglichkeit sein, den Krieg zu gewinnen. Vielleicht würden wir weit besser tun. selber eine Hindenburg-Linie an der Westfront anzulegen.
Bern. 13. Febr. (2llTB) Die französtsche Oeffentlichkeit wird mit aller Deutlichkeit ans die bevorstehende Osfenstve der Mittelmächte an der w'stffont vorbereitet. Die meisten Blätter enhalten darüber Auffätze der militärischen Mitarbeiter. So sch-eibr Oberst Rorsset im ..Petit Paristen". eine große Ofrenstue großen Sli's sei auf der Westfront durchaus notwen. d,g. Deutschland sti hierzu gezwungen, nicht nur. weil ein augenblicklicher Stillstand sein Vrestiae herabsetzen wurde, sänke n auch, weil die innere Lage Deutschlands einen großen militärischen Erfolg notwendig mache. Der Berichterstatter des ..Petit Paristen" an der erwlllcken Front hält gleichfalls einen Angriff für unvermeidlich, es sei Pflicht, dies der Oeffentffckkeit mit aller Deutlichkeit iu lagen, um jede Ueberrgschung und Entmutigung im Aug nhl ck des Kampfes unmöglich zu machen. .Malin" hält angesichts der enormen Frontverkürauna im Osten die österreichisch-ungarische Offensive auf Denetien für nicht ausgeschlossen.
llie tone im Kankatns.
Konst-nt nopel. 13. Febr. (MTB.) Die Agentur Milli meldet: An ^er K",ck"susfront wurde festgestellt, daß n»ch Abschluß des waffenstillstnn^es ^ie russisch-m Truppen die Abgren. zun-sllnie nach und nach verlosten und sich in das Innere zu- rückz-'ehen. teils auch sich auf Booten von der Küste nach dem inneren Rußland überreden lallen. Banden mit Kanonen und Maschinengewehren, deren sie sich bemächtigen konnten, verüben planmäßig arausawe und barbarische Handlungen gegen die osmanffckwn llntert"nen ln den von den russischen Trnpven entbläßt'w Gehk"t"n. Okwwbl wir uns mehr als einmal amtlich an den Befehl^h"ber des Kaukafusheeres mit dem Ersuchen gewandt haben. differ Lang ein Ende zu machen, und obwohl wir von ibm Antworten mit dem Beripreck'en erhielten, daß er die Mörderlichen Mnßnobmen ergreifen werde, hat der gemilchte wnsfenstistston^ansschub. der in der Ortschaft Kilkitt. 1b Kilometer östlich der Ab^-^zunnysinie. znsammencwtreffn ist. sich in e'vem von all-n ^?^t"ffe^ern Unterzeichneten Cchriltstück wiederum an den Beieblsh^her des Karkosi'sb"eres gewandt, um ibn um Schutz oe-'eu diele Banditen zu bitten.
Angesicht''' d'nf-r ^"tfnchg „nd im Hinblick darauf, daß die Gpbie'e. wor'n d'ese ( r 'r^v^r<fc\ 4 en verübt wurden, von den r"llitzch"n Trunnen enthsäsit sind, die die von dem russischen B"^ebl«b'ber vers^r'-chenen notwendigen Maßnob^en durch- knbren k'-'n'-ien. und dotz die von den genannten Banditen verübten ba-bo'-i''fs-'en Handlnnneu täglich an Ilmf-'gg znnehm«>n. ist d"m Belebl-.d^b-r unseres Kankasu<-ch-eres Beiebl erteilt wond'n, zu wirkl-men Ma^unbin-n Sicherung der Ebre. d"g BsüSeg xm'o Lebens unserer o-»odsleute in dem von den Nullen g^i-äumten G"bi^te aug^-n d'ele kindlichen Handlunnen und zur Aufi-echterh"ltnng ,,nd der aenannten Gegenden zu
schroit-'n. Intolae dieser M"ßnahmeit herrscht i^bt Ordnuitg im Geb'et bis Kilkitt und bis zur Linie Keuffe-Sedek,
Mani<ell Kalter Knr's.
Wien, 14. Febr. Der Kaiser hat folgendes Manifest erlassen:
An meine Völker!
Dank Goties gnädiaem Beistände haben wir mit der llkr^ins Fried-n gff^lossen. Unsere sieoreichen Waffen und unsere mit nnnerdrollener Ausdauer verfolgte anffichtioe Frie- deuspolifff baben die erste Frncht d^s um unsere Erhaltung ge- führten Vorteidigungskampfes gezeitigt. Im Vereine mit meinen schwergeprüften Völkern vertraue ich darauf, daß nach dem ersten für uns so erfreulichen Friedensschlüsse bald der allae- meine Friede der leidenden Menschheit gegönnt sein werde. Unter dem Eindrücke dieses Friedens mit der Ukraine wendet sich unser Blick voll Snmnathie jenem strebsamen jungen Volke zu, in dessen Herzen zuerst unter unseren Gegnern das Gefühl der Nächstenliebe wlrffam wurde, und welches nach in zahlreichen Schlachten bewiesener Tapferkeit auch dazu die genügende Entschlossenheit besessen hat. um seiner besseren Ueberzeugung vor aller Welt durch die Tat Ausdruck zu geben. So schied es denn als erstes aus dem Lager unserer Feinde aus. um im Interesse einer möal'chft raschen Erreichung des nunmehr gemeinsamen großen Zieles seine Bestrebungen mit unserer Kraft zu vereinen. Ich habe mich schon vom ersten Augenblicke an. als ich den Thron meiner erlauchten Vorfahren bestieg, eins gefühlt
mit meinen Völkern in dem feksenlesten Entschlüsse, den uns auf. gedränten Kampf bis zur Erreichung eines ehrenhaften Friedens auszufechten, und so fühle ich mich umsomehr eins mit ihnen in dieser Stunde, in welcher nunmehr der erste Schritt zur Verwirklichung dieses Zieles erfolgt ist. Mit Bewunde. rung und liebevoller Anerkennung für die fast übermenschliche Ausdauer und die unvergleichliche Opferfeudigkeit meiner hel- denhaf.en Truppen, sowie jener, die täglich daheim eine nicht mindere Aufopferung bekunden, blicke ich voll Zuversicht in eine nahe glückliche Zukunft. Der Allmächtige segne uns weiter mit Kraft und Ausdauer, auf daß wir nicht nur für uns und unfers treuen Verbündeten, sondern auch für die ganze Menschheit deL endgültigen Frieden erreichen.
Am 12. Februar 1918.
K a r l rn. p. S e i d l e r m. p.
Der Knr^erkriea in Linnlond.
Stockholm, 12. Febr. (WTB.) Das ..Aftonbladet" meldet aus Haparanda, daß die Schreckensherrschaft der Roten Gard^, in Südfinnland unvermindert fortbesteht. Täglich ereignen sich neue Morde, llm die Toten für ihre Angchöriaen unkenntlich zu machen, werden ihre Gesichter zerschnitten. In Kervo bc: Helsingfors wurde eine Abteilung von Schutzgardisten überfal^ len Dabet verhinderte die Rote Garde die Ankunft von Ambulanzen. die die Verwundeten reiten wollten. Dem gleichen schwedischen Blatt meldet ein Berichterstatter aus Suinajoki. daß die weißen Schusttri'ppen j^tzt auch Ll>er einen Flieaer ve fügen. Gr^f Mnnnrrbeim habe von un"efähr 269 russischen Offizieren Diorstangebote erhalten, doch habe der Gene"al erklärt. d^ß er bei den finnischen Negierungstruppen grundsätzlich keine russischen Offiziere einstelle, sie könnten affo nur als Frer- williae im Dienste Verwendung finden. Nach einer Drabtunß aus wzsa an das „Aftonbladet" hat der Bezirksausschuß alle russischen Truppen anfgefordert. die Note Garde zu unterstützen. Infolgedessen nehmen ganze Truppenabteilungen am Kampf« teil. Demgegenüber bat General Mannerbeim eine Kunde machung erlassen, daß für jeden ermordeten Finnen drei Russen bing"richtet werden. Soldaten in Zivil werden als Spions erlchossen. In H"lstngfors wurd; ein revolutionäres Geff-bt ein« gesetzt, d's die Beamten mit der Todesstrafe bedroht, falls st§ ihren Dienst nicht versehen sollten.
Dntßtche Ncvolle auf Äolaud.
Stockholm, 18. Fabr. (WB.) Wie „Stockholms Dag- b^adet" aus zuverlässiger Quelle ertäsirt. ist auf Aalauk unter den rnsfischen Tntppen eine völlige Nevoltg ausge- brocken. Soldaten ziehen umher und verhaften ihnen misi' liebiae Landeseinwohner, sie verwenden dabei Bluthunde um die fliehenden. Qpfer anfznspuren. In Mariehanm sollen ue ein entfetzlickes Blutbad angericktet haben. L00( ruffiscke Soldaten, die auf Aaland liegen, sind mit Ma- sckinenaewehren versehen, wahrend die Bevölkerung Aalandr vollkommen wehrlos ist. Auf den Inseln zwilckx'n Aalarch und der schwedischen Küste herrscht große Panik.
l-lm^illlik tsrncüiüln; rati
Stockholm, 13. Febr. Infolge der Berichte über Urv ruhen ans Aaland und der Ileberfahrt schwedischer Untertanen nach Sianildsskaer wird eine Expedition ausgerüstet Ein großer Eisbrecher geht heute ab.
Genf. 14. Febr. Die schweizerischen Blätter melden aus Parts. d^r Postverkehr mit Rumänien ist laut Anschlag in den Pa^ riser Postämtern seit Montag mittag eingestellt.
Das „Petit Journal" meldet aus Rom: Orlando wird t« der Kammer erklären, atrch das Ausscheiden Rumäniens ändere Italiens Entschluß, den Krieg an der Seite der Westmächte siegreich durchzukämpfen, nichts Der Berichterstatter des „PetiS Journal" fügt hinzu, man habe den Eindruck, daß Italien un» bed'ngt zur Entente stehe, wenn die Entente nur für Kohlen« Rohstoffe und Lebensmi'tel der notleidenden Bevölkerung sorge
Genf, 14. Febr. Der ..Malin" meldet: Am Dienstag ist di« rumänische Regierung von den Gesandten der Entente in Iassl auf die weittragenden Folgen einer Abschwenkung von der ge. meinsamen Politik bingewtesen worden. Die neue ntmänisch« Regierung bat die Mitteilung der Gesandten zur Kenntnis ge^ nommen. Tine Gegenerklärung wurde aber nicht abgegeben.


