Ausgabe 
14.2.1918
 
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' ^ in der Peter-Paui-Festung jetn, wo noch alle Minister

«tgen. In einem 25 Quadratmeter großen Raum sind bis zu LS Gefangene untergebracht, die aber 16 Portionen Mittagbrot er­halten, die für alle 24 Stunden lang reichen müssen. ^

Dcs Vtm>e!os' Kklherrjchgft.

Karlsruhe. 13. Febr. Von unterrichteter Seite erfährt bas BernerTagblatt", daß die verhafteten königstreuen griechischen Staatsmänner und Gelehrten zumeist nach Algier oder einem anderen abgelegenen Ort Nordasrikas verbannt wurden. Tie Veniselossche Schreckensherrschaft dauert fort. Es wurde bereits mit dein Füsilieren begonnen Eine Reihe von Soldaten und Sergeanten wurde erschossen. Die Soldaten weigerten sich durchweg, sich als Kanonen­futter für die Entente gebrauchen zu lassen. Die wenigen Soldaten, die Veniselos unter die Fahnen hat zwingen können, stehen unter fremden, meist französischen, Offizieren da die einheimischen Offizieren den Dienst verweigern.

*.

Havas meldet aus Athen, Veniselos habe beschlossen, zahlreiche Dainen der bürgerlichen Kreise wegen ihrer fort­gesetzten antmnlitaristischen Propaganda in einem Kloster e'-l internieren.

Die Ukraine.

Der Friede mit der Ukraine ist unterzeichnet? Zn der Nacht vom 8. zum 9 Februar 1918 ist der erste Friedensschluß inner­halb des seit fast vier Jahren die Welt durchtobenden Völker- r'mgens zustande gekommen, diese Nacht bildet einen Markstein und Wendepunkt in der Geschichte des Weltkrieges.

Wer kennt das Land, mit dem wir Frieden geschlossen haben? Wer ermißt seine Bedeutung, die es für Rußland hatte und nunmehr für uns haben soll?

Die Ukraine, das Land, welches sich bei dem allgemeinen Kampf der russischen Randvölker um die staatliche Unabhängig­keit bisher am erfolgreichsten betätigt hat, ist gleichzeitig das­jenige, dessen Lostrennung von dem Riesenreich des ehemaligen moskowitischen Zarentums für dieses von schwerwiegendem Einfluß sein muß. Solange es Rußland gehört hat, haben die Zaren mit allen erdenklichen Mitteln versucht, seine Eigenart zu unterdrücken., und es -u einem Ausbeutungsgegenstand aller­ersten Ranges genracht. Infolgedessen ist die Geschichte der Ukraine eine einzige Kette von tragischen und empörenden Ver­gewaltigungen.

Die Ukraine war ursprünglich ein freier und selbständiger Staat, zu dessen Hörigen auch die Slawen des Moskauer Gebie­te» gehörten. Teilungen des Reiches und dadurch hervor- gerufcne innere Kämpfe ernröglichten es den Moskowitern, sich schou bald nach dem Jahre 1000 unabhängig zu machen, und be­reits im 12. Jahrhundert wurde zum ersten Male die Ukraine ihrerseits eine Vasallin von Moskau. Nach vielfachen Wechsel, vollen Schicksalen geriet sie endgültig im Jahre 1676 unter rus­sische Herrschaft, nachdem schon 1654 eine freiwillige Unterord­nung im Vertrage von Perejaslaw vereinbart worden war. Die­ser Vertrag enthält die bis heute noch uldjt geänderten staats­rechtlichen Grundlagen für die beabsichtigte Personalunion Zwischen Moskau und Kiew. Aber an seine Bestimmungen haben sich seit Peter dem Großen die russischen Zaren durchaus 'nicht gehalten. Sie haben die einstmals zvgestandene eigene Verwaltung, das eigene Heerwesen, die eigene Gerichtsbarkeit, ja selbst die ukrainische Sprache, Literatur und Religion be­kämpft und auszurotten gesucht, wo und wie es sich nur mit ad­ministrativem Druck, Gewalt mck» Mortbruch machen ließ.

Und warum? Ein Grund ist sicherlich der zaristische Im­perialismus, dem das Beherrschen der kleineren Grenzstaaten ein innerer Selbstzweck war. Aber wichtiger erscheint doch als Grund die Tatsache, daß die Ukraine, oder wie das Land zur .besseren Vertuschung seiner Eingenart seit Alexander, dem Zarbefreier, genannt wurde, Kleinrußland, ein an Fruchtbar­keit und Bodenschätzen so überaus reiches Land ist, als welches es für das großrussische Reich geradezu einen Lebensnerv dar­stellte.

Rußland wird immer als eine Kornkammer Europas ange. sehen; seine Getreideausfuhr wurde aber in einzelnen Jahren von der Ukraine allein mit 90 v. H. gedeckt! Die ukrainische schwarze Erde" liefert bis zu 4V v. H. des gesamten russischen Ernteertrages und fast zwei Drittel des im ganzen Reiche her- vorgebrachien Lbcizens. Und wie mit Getreide, so verhält es sich auch mit anderen laruvirtschaftlichen Erzeugnissen: von dem russischen Zucker erzeugt dis Ukraine ebenfalls beinahe nenn Zehutel. und ihr Anteil an der Tabalgewinnung beträgt 70 v. Hundert. Hand in Hand mit dem Ackerbau geht eine bedeutende Viehzucht, so daß die ukrainischen Gouvernements mehr als ein Drittel des ganzen russischen Viehs beherbergen.

Auch an Bodenschätzen ubertrifft die Ukraine bei weitem alle anderen Gebiete des europäischen und asiatischen Rußland. Von der ganzen russischen Kohlenerzeugung entfallen allein auf das ukrornische Donezbecken 70 v. H.1 Die Röheisengewinuung in der Ukraine stellt denselben Prozentsatz dar. und die Erzeu­gung von Stahl und Eisen läßt sie mit 60 v. H. der gcsamtrufi fischen auch an erster Stelle unter allen Rarrdvölkern stehen. Im Zusammenhang damit steht es, daß die ukrainische Industrie in Rußland eine außergewöhnlich hohe Stellung einnimmt: sie be­schäftigte im Jahre 1906 reichlich 380 000 Arbeiter; eine Zahl, die sich in den folgenden Jahren bis zum Kriege noch wesentlich * erhöht haben dürfte.

Diesem Reichtum an landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Bodenschätzen kommt die geographische Lage des Landes außer­dem sehr zugute. Die Häfen der Ukraine gehören zu den besten Rußlands und bewältigen annähernd zwei Drittel der gesam­ten russischen Ausfuhr.

26 v. H. seiner sämtlichen Einkunft zog der russische Staat aus der Ukraine? Dabei aber winde cs wohlweislrch unter­lassen. für die Hebung des Landes und seiner wirtschaftlichen Möglichkeiten irgend etwas zu tum Das ruttiirliche Wasser- straßennetz des Don, Dnjcpr und Dnjestr wurde absichtlich nicht «usgebaut; den Bau eines Kanals vom Diffepr $ut Düna, der

das gan^e Wirtschaftsgebiet der Ostsee mit dem des Schwarzen Ai-eeres verbinden könnte, würde die zaristische Ausbeutungs­politik nie geduldet haben. Selbst das Elsenbahnsystem, das den Süden mit dem Moskauer Zentrum verbindet, ist außer­ordentlich dürftig.

Wie kurzsichtig aber diese Niederhaltung der natürlichen Entwicklungsmöglichkeiten ist, dafür , mögen als Beweis nur die beiden Tatsachen dienen, daß in der Ukraine noch weite Naphtha- und Erdwachsfelder gänzlich ihrer Erschließung harren, und daß die Ukraine das einzige Gebiet in ganz Rußland ist, in dem Quecksilber vorkommt. Das nötige Kapital großzügig hinein- gesteckt: das Land böte noch ganz andere Ertragsmöglichkciten?

Die Ukrainer wissen, daß sie wohl ohne Rußland, Rußland aber nur schlecht ohne die Ukraine leben kann. Solange sie unter russischem Joche seufzten, haben sie ihre Wunsche nach Befreiung geilährt mrd haben wiederholt Versuche unternommen, sich un­abhängig zu machen. Auch an Preußen wandte sie sich schon ein­mal vor mehr als hundert Jahren mit der Bitte um Hilfe im Falle eines Aufstandes. Preilßen konnte ihnen nicht helfen, und so unterblieb damals der Aufstand. Je schärfer aber die Unterdrückung-Maßnahmen des Zaren waren, um so lebhafter schwelte unter der Oberfläche die Glut, dle nach Befreiung rang.

Wesentlich war es dabei für die Ukraine, daß ein Stück von ihr an Oesterreich gefallen war; dorthin konnte sich die in Ruß- laich verbotene Sprache flüchten, voll dort aus konnten die po. litischen Führer der Unabhängigkeilsverbände ihre Schriften ausgehen lassen, und dort entstand denn auch im Laufe der Zeit eine recht beachtliche ukrainische Literatur.

Die große russische Revolution hat den Anstoß gegeben zur Loslösung der Ukraine. Und frei vom russischen Joch, in freund- nachbarlichem Verhältnis zu den mitteleuropäischen Kultur­staaten, kann das Land einem hohen kulturellen Auffchwurig und einer ungeahnten Blütezeit cntgegengehen.

Der nun vollzogene Friedensschluß des Vierbundes mit der Ukrainischen Volksrepublik eröffnet die Möglichkeit, die reichen Schätze das Landes teilweise für uns nutzbar zu machen. Und weiln auch der Umfang der dort lagernden greifbaren Vorräte noch nicht zu übersehen ist; wenn auch wegen der zerstörten Eisenbahnen, infolge Mangels an Schiffsraum und wegen der im Schwarzen Meer noch herrschenden Minengefahr in der näch­sten Zeit größere Zufuhren wohl noch nicht zu erwarten sind, so knüpfen sich an den Friedensschluß dennoch begründete Hoffnun­gen, die außerdem beweisen, daß die zukünftige Gestaltung des Geschickes der Mittelmächte in vertrauenswürdigen Händen liegt. In diesem Sinne darf uns der 9. Februar als ein Tag hoffnungsfroher Vorbedeutung gelten.

Fliegerangriff auf Offenburg.

Karlsruhe i. B., 13. Febr. Amtlich wird gemeldet: Gestern bewarfen in den Mittagsstunden feindliche Flieger die Stadt Ofsenburg mit mehreren Bomben. Personen wurden nicht ver­letzt. Militärischer Schaden ist nicht entstanden, dagegen eini- ger sonsttgcr Sachschaden.

Serilmg irr Fombnra v. d. H.

Berlin, 13. Febr. (WB.) Reichskanzler Graf v. Hert- ling reiste gestern Abend nach 8 Uhr vom Anhalter Bahnhof nacb Homburg v. d. H. ab. Auch der stellvertretende Kanzler v., Payer begibt sich in das Große Hauptquartier.

Dtrlaernttft des Markknrles.

Amsterdam, 12. Febr. (WTB.) Der Friedensschluß mit Rußland, der heute vormittag durch Extraausgaben der Zei­tungen bekannt wurde, hat hier das größte Aufsehen erregt und wird in der ganzen Stadt lebhaft besprochen. Auf der Börse, wo die am Samstag eingettoffene Meldung vom Friedens­schluß mit der Ukraine verhältnismäßig geringen Eindruck ge­macht hatte, entstand heute eine starke Kurssteigerung in Deoi- fen und in Effekten der Zentralmächte. Die Mark- und Kronen­kurse, die zu Beginn der Börse plötzlich in die Höhe geschnellt waren, sind gegen Schluß infolge von Realisierungen wieder etwas zurückgegangen, weisen aber immer noch eine erhebliche Verbesserung auf. Die Tendenz ist hoffnungsvoll und fest.

U»r» Felde

der Ghre.

Nirtar-Wöllstadt. Gefreiter Münk, Inhaber des Eiser­nen Kreuzes und der Hessischen Tapferkeitsmedaille, wurde zum Unteroffizier befördert.

Reichelsheim. Dem Unteroffizier Karl H o r a ck von hier wurde, nachdem er zum Sergeanten befördert wurde, als vierte Kriegsauszeichnung das Kriegsehrenzeichen in Eisen verleihen.

Ans der Heinrat.

Das städtische Schwimmbad ist am Freitag den 15., Sams­tag, den 16., und Sonntag, den 17. Februar an den festgesetzten Stunden für Wannen- und Brausebäder geöffnet.

Versand von Stückgütern im mittelbaren Heeresinteresse. Während der Dauer der gegenwärtigen Stückgutsperre nahmen die Eisenbahndienststellen nach den bisherigen Bestimmungen dringende Sendungen fi!r die Munitionsherstellung und Kriegs, rüstrrng, soweit sie nicht unmittelbar an militärische Stellen, sondern an private Empfänger gerichtet waren, nur dang zur Beförderung an, wenn die Rottveudigkett des Versandes durch dle Linienkommandantur des Bersandbezirks bescheinigt war. Dieses Verfahren wird vom 1b. Februar an dahin geändert, daß die erwähnten Bescheinigungen von der für den Empfangs­ort zuständigen Krtegsamtsielle ausgeferttgt werden. Die An­träge ans Berfandgenehmigung für Güter der vorbezeichneten Art sind also nicht mehr der Linie nkommandantur, sondern Uitter Benutzung eines besonderen, bet den Handelskammern er­hältlichen Vordruckes der für tan Empscurgsort zuständigen Kriegsamtsshello schriftlich em-ureichen.

FC. Psaffeuwtesvach, \z. Febr Der Kreiswegcwarter Starfinger fand früh morgens in seinem Hof ein Büffelrind vor. Es stellte sich heraus,.daß das fremdländische Tier einer. Zirkusgesellschaft in Friedbcrg entlaufen war.

FC. Usingen, 12. Febr. Ein Förderer des ländlichen Ge­nossenschaftswesens, Bürgermeister a. D. Philippi dahier konnte gestern auf eine 50jührige Tätigkeit im Vorschußverein zurück-, blicken.

Bad-Homburg. Der Zwiebackfabrikant Ferdinand Pauly, der sich erfolgreich auf dem Gebiete des Schleichhandels be- tätigt hat, wurde auf Beschluß des Strafsenats des Oberlandes- gerichts infolge einer Haftbcschwerde seines Verteidigers nach b^monatiger Dauer der Untersuchungshaft aus derselben ent­lassen.

Nodheim bei Horloff (Kr. Gießen). Die hiesige Mühle des Herrn Stellweg wurde wegen Unverläßlichkeit auf die Dauer von drei Monaten geschlossen.

Trais.Horloff. Vorige Woche wurde dahier der Feldwebel Freund vom Wachkommando auf Grube Friedrich infolge starker Verfehlungen verhaftet und nach Gießen abgeführt. Freund war vor dem Kriege pensionierter Gendarm. Bei Aus­bruch des Krieges meldete er sich als Kriegsfreiwilliger.

FC. Vorn Taunus, 12. Febr. Dem Landmann Julius Wilhelm! von Wehen, der sich fett über zwei Jahren in russi­scher Gefangenschaft befindet, gelang es, aus Rußland zu ent­kommen. Vor mehreren Tagen benachrichtigte er feine Ange­hörigen, daß er die deutsche Front glücklich erreicht habe.

Ans Hessen.Nassau.

FC. Wiesbaden, 11. Febc. Es war bitter kalt am 10. De- zenrbcr v. I., und die Fahrgäste der clekttischen Straßenbahn nach Dotzheim froren sehr, zumal die Türe zur hinteren Platt­form offen stand. Der Wegen fit cT.ta'tRvnln-r Rudolf Hil- ger von hier forderte daher die Schaffnerin mehreremale auf. die Türe zu schließen Sie tat das aber nicht. Hierauf schloß der Rentner die Wagentür eigenmächtig und klemmte dabei der Schaffimrin dle Hand ein und rtaunk sic beim Aussteigm ein unverschämtes Frauenzimmer. Wegen Beleiolgung und fahr­lässiger Körperverletzung holte sich heute der Rentner vor den i Schöff.m verantworten. Der Amlsanwalt beantragte 30 Mk. Geldstrafe. Das Gericht jedoch erkannte au f eine solche von 80 Mark. Hier sei mit eine sehr hohe Strafe am Platze, so hieß es in der Urteilsbegründung, da die Schaffnerinnen in ihrem schweren Beruf unbedingt geschützt werden müßten und es sich bei dem Angeklagten um einen Herrn der gebildeten Stände handle.

FC. Wiesbaden, 12. Febr. Im Sommer 1917 war die Be­lieferung der Einwohner der Stadt Biebrich mit Fett eine recht knappe. Um nun der hauptsächlich aus Arbeitern bestehenden Bevölkerung, es sind ca. 17 000, wenigstens etwas Fett zukom­men zu lassen und eine gerechtere Verteilung vornehmen zu kön­nen, veranlaßte der von der Stadt für die Schlachtungen ange- stellle Metzgermeister Karl Ries als eine größere Anzahl Ham­mel abgeschlachtet wurden, tan Metzgern das Fleisch nicht ent­fettet zu liefern. Von den Talgschmelzen Mainz und Wies­baden trafen nun eines Tages in Biebrich Reklamationen da­hingehend ein, daß zu wenig Fett von Rinderschlachtungen ab- geliefert werde. Ste wurden sofort behoben. Da teilte ei, es Tages der Stadtverordnete Boos. Vorsitzender der Lebensmit­telverteilungsstelle. dem Mctzgermeister Ries mit, daß er für die Lazarette und Urlauber Fette gebrauche, und um sich zu hel­fe,k, sei das Hammelfleisch zu entfetten, damit das ausgelassene Hammelfett der Verteilungsstelle zugute komme. Dies geschah Nach einer Vundesratsverordnung muß aber alles Fett, auch das von Hammeln, an die Schmelze abgeliefert werden. Den Biebricher Stadtverordneten werden stets sämtliche neue Bun­desratsverordnungen vorgelegt und nach Einsichtnahme von ihnen unterzeichnet. Die Verordnung über Fette und Hammel­fett war aber den Stadtverordneten nicht unterbreitet worden, und somit glaubten Ries und Boos sich für berechtigt, über das Hammelfett verfügen zu können. Dadurch machten sie sich aber fttafbar. Beide erhielten einen Srrafbefeh! über je 50 Mark. Hiergegen legten sie Berufung ein und zwar mit Erfolg. Das Schöffengericht sprach heute beide Angeklagten frei mi; der Be­gründung, daß Ries sich ln einem entschuldbaren Irrtum be. funden, da ihm die Verordnung nicht bekannt gewesen, wie die Stadtverordneten Sittig und Loeber auch bekundeten, und er die 600 bis jetzt erlassenen Verordnungen, die allein das Flei­schergewerbe betreffe, nicht am Schnürchen haben könne. Dem Stadtverordneten Boos feien ebenfalls die einschlägigen Be­stimmungen. infolge mangelhafter Organisation, nicht zur Kenntnis gelangt.

FC. Aus dem Rhelugau, 12. Febr. Um zu der geplanten Wein st euer Stellung zu nehmen, fand gestern in Mittel­heim eine Ausschußsttzung des Rheiagauer W?inb?u Vereins unter dem Vorsitz des Landesökonomierates Ott-Rüdesheim statt, zu der die Vertreter der Weinorte Eaub, Lorch. Lorchhau­sen, Rüdesheim, Geisenheim, Johannisberg, Wmkel. Mittelheim, Oestrich. Hallgarten und Eltville erschienen waren. Die ein­gehende Aussprache ergab, daß der Weinbau im allgemeinen gegen eine Weinsteuer nichts einzuwenden habe, jedoch müsse diese Steuer den Weinbau mögttchst schonen. Es wurde beschlos­sen, einer demnächst stattfindentan allgemeinen Versammlung des Vereins es zu überlassen, eine diesbezügliche Resolution zu fassen.

FC. Aus dem Dillkreis, 11. Febr. Angebliche Kriegs­beschädigte werben in dem hiesigen Kreise betroffen, die bettel» oder hamstern. Meistens sind es Schwindler. Die Behörde warnt daher die Bevölkerung und bittet sie, auch wirklichen Kriegsbeschädigten keine Almosen zu geben, da solche Personen dis amtliche Fürsorgestette aufsuchen können, wenn es ihnen an Arbeit und Verdienst fehlt.

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Verantwortlich» für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Heyn er. griedberg. Druck und Beklag derNeuen Tageszeitung", A. G., Friedvera r. &