Kraft, die wir znr Verfügung haben. Ich habe das volle Ber« trauen, das; meine Stveitkräfte mit derwn meiner getreue« Verbündeten denKrieg fortsetzen werden mit derselben selbstlosen Ergebenheit, wie meine Volke zuhause, und daß sie dem endgültigen Triumph der Gerechtigkeit zum Siege verhelfen werden. Ich habe die Vertreter meiner Dominions und meines indischen Kaiserreiches zu einer Sitzung des Reichskriegsrates zusammen- berusen, damit ich wiederum ihren Rat entgegennehmen kann in Fragen, die das gemeinsame Interesse des britischen Reiches betreffen. Meine Herren! Die Forderung tritt an Sie heran. für die Bedürfnisse des kämpfenden Heeres sowohl als auch für die nationale Finanz zu sorgen. Meine Lords und Eent- lemen! Der Krieg ist auf seinem kritischen Höhepunkt angelangt und erfordert mehr als je unsere vereinten Kräfte und die Erschließung aller Hilfsquellen. Vertrauensvoll empfehle ich Jhrern Patriotismus die Maßnahmen, die Ihnen zur Be- schließung vorgelegt werden und erflehe den Segen des Allmächtigen für Ihre Arbeiten.
5h! jtfiiff Zjittlh Lloyd Gmoe's« '
Lloyd George hat im englischen Unterhaus wieder einmal geredet. Er antwortete auf eine Anfrage feines Amtsvorgängers Asquitt. Die wesentlichsten Punkte seiner Antwort lauteten:
Ueöer die jüngste Rede des deutschen Kanzlers und des Grafen Czernin sagt er: Zwar besteht der Form nach ein großer Unterschied zwischen der Rede Czernin und der Rede Hertlings, aber dem Inhalt nach decken sie sich vollkommen, denn beide sind unerschütterlich und hart wie Stahl. In seiner Rede werden Mesopotamien, Palästina und Arabien Belgien völlig gleichgestellt. Sie müssen zurückgegeben werden, unter den gleichen Bedingungen wie Deutschland Belgien wieder Herstellen wird. Ueber Italien sagte Graf Czernin bloß, daß das Anerbieten, das vor Kriegsausbruch Italien gemacht wurde, jetzt rückgängig geniacht worden ist. Ueber die tschechische Bevölkerung Oesterreichs war die ein- zige Antwort, daß weder Wilson noch die Entente etwas mit dieser Regelung zu tun hätten. Angesichts der deutschen Antwort ist es schwer anzunehmen, daß es dem Grasen Czernin ernst gewesen ist bezüglich einiger der Forderungen, die er stellte. Seine Forderung, daß England seine Stein, kohlenstationen in der ganzen Welt aufgeben müsse, ist lächerlich. Es ist tatsächlich zum erstenmal, daß diese Forderung gestellt wurde, aber ich glaube, daß es die letzte Forderung ist, die die Zentralmächte stellen können, ohne sich lächerlich zu machen. Besonders Deutschland hat, da seine Flotte inimer von diesen Kohlenstationen profitiert hat, wenig daran auszusetzen. Lloyd George gab eine Uebersickck der Beürche der deutschen Flotte und deutschen Schiffe in diesen Häfen und betonte nachdrücklich, daß diese Schifte genau dieselben BeguemlickLeiten genossen hatten, wie britische
Handels- oder Marinefahrzeuge. Ich möchte gern, daß
irgend ein Mitglied des Hauses in den beiden Reden etwas anfwiese. was er als Beweis ansehen könnte, daß die Z^n- tra (möchte bereit sind, einen Frieden zu schließen, unter Bedingungen, die man als gerechtfertigt und ehrlich ansehen könnte, Ls ist mir mit dem besten Willen unmöglich, etwas derartiges in diesen Reden zu entdecken. Ties muß ich mit dem tiefsten Bedauern konstatieren. Unsere Regierring wird sich halten an die Kri-egsziele, die sie sich gestellt hat: sie bleibt bei ihrem Programm. Sie ist der Ansicht, daß darin noch immer die Ideale und die Standpunkte enthalten sind, -ur die wir kämpfen müssen. Alles weift darauf hin. daß die Nation. als Ganzes die Erklärung als richtig, gerecht und gemäßigt angenommen hat. So lange nicht besser lo wiesen ist, als dies in den Reden von Hertling und Czernin geschah, daß die Zentralmächte bereit sind, diese Ziele zu erwägen, dann wird es unsere traurige Pflicht sein, durch- zuhalten und für die Vorbereitungen zu sorgen, die notwendig sind, um dem Rechte, das in der Welt für die Nationen besteht, zum Siege zu verhelfen.
Ter Minister anwortete daini noch auf verschiedene Fragen und schloß:
Fall: man nicht zufrieden ist, soll man die Regierung nach Hause schicken. Aber solange das Unterhaus Vertrauen zu die?er Regierung hat, soll es der Negierung die Hände freilas-en. Auf diese Weise ist die Einigkeit der Alliierten siSergestellt. Ties ist eine Sache.von allerhöchster Wichtig- keit. Weil nicht jeder für sich kämpft, sondern weil wir vier große Nationen sind, die Zusammenwirken, so findet man in dem Kriegs rat, wie der in Versailles zusammengestellte, Vertreter aller verbündeten Länder. Deshalb appelliere ich nochmals an das Unterhaus, die Negierung fest entschlossen ].i unterstützen, damit an allererster Stelle, falls derartige Ve'.chliisie gefaßt werden, sie auch ansgeführt werden können vhne daß der Feind etwas davon erfährt.
Stmunrntgsmechskl in England.
Ueocr die Cehmucht nach den Frieden, der sich in England i:. -ner mehr geltend macht, lesen wir iu„Sundsvall Posten" vom 2i. Januar: „Während der letzten Zeit haben die Auslands-
eben, besonders diejenigen, die sich in den kriegführenden Ländern ausgehaltcn haben, angefangen, in immer größerer Ausdehnung nach dem Heimatlande zuriiazukehren. Ein Sunds- valler, der dieser Tage von einem mehrjährigen Aufenthalt in England und Frankreich zurückgekehrt ist, hat „Sundsvall Posten" gegenüber sich über die Kriegs- oder vielmehr die Frie- densstimn'ung in den beiden Ländern ausgesprochen. Man konnte rächt umhin — betonte unser Gewährsmann —, eine deutliche Veränderung des englischen Volkes in seiner Stellung zu dem Kriege festzustellen. Es herrschte eine äußerst bedrückte Stimmung. Von der früheren Kriegsbegeisterung war keine -spur zu merken. Man ist ossenbar nunmehr der Ansicht, daß de, Krieg ein notwendiges Uebel sei. um die Ehre und die Machtstellung des stolzen Alblon zu behaupten. Die Mitteilung r»n dem Beschluß des englischen Arbeilerlongresses, die Kriegs
ziele zu diskutiere» und Friedensmrterhandlrmgen eenzulenen, überraschte darum unseren Gewährsmann nicht im mindesten. Unter den Arbeitern und in den breiten Lagern überhaupt war die Sehnsucht nach dem Frieden schon viel früher durch Straßen- demonstratlonen und in anderer Weise zum Ausdruck gekommen. Die Northcliffepresfe versucht zwar immer noch, die Kriegsstim. mung aufzupeitschen, es scheint aber, als ob die Anstrengungen der Zeitungen in dieser Hinsicht keinen Erfolg mehr hätten. Aber nicht nur in den breiten Lagern des Volkes wächst der Widerstand gegen die Kriegspolitik. Die Forderung auf öko- iwmifche Repressalien nach dem Kriege wird auch in Industrie- kreisen immer weniger populär, und in Manchester und anderen Industriezentren sind Proteste gegen diesen Krieg nach dem Kriege erhoben worden. Die wiederholten Luftangriffe der Deutschen schüchtern die Bevölkerung immer mehr ein. Früher, als die Zeppeline die Angriffe ansführten, betrachteten die Leute das Ganze mehr als ein imposantes Schauspiel. Jetzt aber, wo die gewaltigen Kriegsflugzeuge die Angriffe ausfüh- ren, hat die Bevölkerung mehr Angst davor als je. Die Ereig- nisie in Rußland werden selbstverständlich in den Ententeländern mit dem größten Jnteresie verfolgt. Es ist sicher, daß die Bevölkerung in gewisien Kreisen darauf rechnet und hofft, daß die Verhandlungen zwischen den Delegierten des Viermächtebundes und dem Rat der Volkskommissare auch eine für die anderen kämpfenden Nationen annehmbare Friedensinitiativc veranlassen werden."
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e Rede Orlandos.
Bafel, 13. Febr. Anläßlich der Wiedereröffnung der italienischen Kanmier hielt Ministerpräsident Orlando die an gekündigte Kriegszielrede. Er führte, soweit der Wortlaut bekannt ist, u. a. folgendes aus:
Italien niuß aus nationalem Selbsterhaltungstrieb mit nnerschitterlicher Entschlossenheit im Kampfe ausharren. Bei Feststellung der Ententekriegsziele hat die besondere Lage Italiens vollständige Berücksichtigung gefunden, und alle Zweifel sind nun zerstreut. Der Verlaus der Biester Verhandlungen hat bewiesen, daß die Zentralniächle hartnäckig an ihrem Imperialismus festhalten, und daß der. der sich mit ihnen auf den Verhandlungsweg begibt, unterliegen muß. Hertling und Czernin haben in ihren letzten Reden alles verlangt und nichts bewilligt. Eine weitere Diskussion mit ihnen ist deshalb unnötig und nur schädlich. Es gilt vielmehr den Krieg mit allen Kräften fortzuietzen, um zu einem wahren Frieden zu gelangen. Italien muß unbedingt seine nationale Einheit verwirklichen (d. h. öfter- reichisck)e Gebietsteile erhalten) und die Sicherheit seiner jetzt ungenügenden Land- und Seegrenzen gewinnen. Gegenüber den Aspiraftonen der österreichischen Südslawen denen Italien die größten Sympathien entgegenbringt, verhalten diese sich durchaus nicht imperialistisch sondern sie kämpfen mit für ihre Verwirklichung.
Im zweiten Teile seiner Rede kam Orlando auf das Ergebnis des Versailler Kriegsrates und der übrigen Ententekonferenzen der letzten Wochen zu sprechen.
Die Rede Orlandos wird ziemlich kühl ausgenommen. Im späteren Verlauf der Sitzung wechselten die Sozialisten und Nationalisten Schimpfworte, bis sich der Skandal derart steigerte, daß die Sitzung zeitweise ausgehoben wurde.
pditrltt dtt plirldirn Kadmüs.
Warschau. 12 Febr. Den Blättern zufolge fand gestern eine mehrstündige Sitzung des Ministeriums unter dem Vorsitz des Regentfchaftsrates statt. Gegenstand der Erörterung waren d'e letzten politischen Ereignisse, insbesondere der Friedensverlrag mit der Ukraine. Am Abend überreichte der Ministerpräsident Kucharzewsti dem Negentschaftsrate die Demission des Kabinetts.
„Gazetta Paranna" zufolge überreichte Kucharzewsti dem Negentschaftsrate heute in dieser Angelegenheit eine begründete Erklärung.
Eine Mission Dombor-Musnickls.
Warschau, 12. Febr. (WTB) Dem „Kurier Warzsawski" zufolge erhielt der Regentschaftsrat die Mitteilung, daß heute drei Abgeordnete von dem Kommandanten der polnischen Truppen in Rußland, General Dowbor-Musnicki in besonderer Mission in Warschau eintresfen werden.
Berlin, 13. Febr. Bei der Meldung des Wolfffchen Bure, ans, die besagt, daß drei Abgeordnete vom Kommandanten der polnischen Truppen in Rußland, dem General Dombor-Mus- nicki, in besonderer Mission in Warschau eintresfen werde, handelt es sich, wie verlautet, um Verhandlungen, die darauf ab- zielen, einen Zusammenschluß der polnischen Legion mit den Truppen des Generals Dombor-Musnicki herbeizuführen, die den Regcnffchaftsrat als die rechtmäßige Negierung anerkannt hoben. Diese Truppen waren es. die in der letzten Zeit auf eigene Gefahr Krieg auf weißrussischem Boden führen und u. a. das Gouvernement Mohilew für Polen annektierten.
Der Protest der Polen.
Wien, 13. Febr. Aus Warschau wird gemeldet: Die Stim- mung in polnischen Regierungskreisen war schon krisenhaft, als die bloße Nachricht von dem Abschluß des Friedens mit der Ukraine eintraf. Als dann die Einzelheiten bekannt wurden, gab der Militärgouverneur Graf SzepticzN sofort seine Entlassung. Der Ziviladlatusritter von Madeyski ersuchte um die Enthebung von seinem Amt.
Wie», 13. Febr. Gestern abend fand in Krakau eine Versammlung der Vertreter aller polnischen Parteien statt, in der die einzelnen Redner von der Rechten bis zur äußersten Linken sich scharf gegen die Abttetung polnischen Gebietes an die Ukraine ausfprachen. Cs wurde eine gemeinsame Protesterklärung beschlossen. Während der Beratungen wurden auf dem Platz vor dem Magistratsgebäude, sowie auf den Straßen große Kundgebungen veranstaltet, wobei im Bureau des obersten Ra- tioiralkomttees die Fenster eiugejihlage» wurden.
Die Erbschaft, die der Weise von Hohenfinow yrrUettaffen hat. gestaltet sich von Tag zu Tag verhängnisvoller. Das Verhalten der „des Reiches getreuesten Söhne" in den Streittagen, sieht allem anderen ähnlicher als eine Mauserung nach der nationalen Seite hin. Und jetzt melden sich die vielgeliebten Polen. Immer mehr stellt sich heraus, daß die Schaffung eines unabhängigen Polen, bevor der Krieg zu Ende war, eines der — sagen wir — Unbegreiflichkeiten Dethmann-Hollwegs gewesen ist. Mit Recht urteilt die „Tägliche Rundschau" über die polnische Frage:
Vesser wäre es sicherlich gewesen, man hätte den Polen schon vor Jahr und Tag klar gemacht, daß es eine aberwillige Au-" maßung von ihnen ist, sich den Gang der Weltgeschichte so vorzustellen, daß notwendigerweise andere alle blutigen Opfer bringen und ebenso notwendigerweise sie allein alle Gewinne daraus einftteichen müßten. Die Polen werden sich an den Gedanken gewöhnen müssen, daß hinter dem Dnjoper auch Leute wohnen und daß nur bei einer Regelung der Gesamtheit europäischer Ostfragen durch die zur Verteidigung gezwungene deutsche Kraft allein, die allein die Möglichkeit dazu geschaffen hat auch der natürlichen Rechte und Interessen einer Nation zu gedenken, die dreimal so stark ist wie die polnische, und an der ein viel alleres und schwereres Unrecht als an de: polnischen gut zu machen ist.
Zn Zusammenhang damit steht die litauische Frage. Die Selbständigkeitserklänmg Litauens würde den polnischen Aus- dehnungswünschen ein schwer zu überwindendes Hindernis bereiten. Sie soll möglicherweise schon in allernächster Zeit erfolgen. Litauens Landesrat hat sich auf den Standpunkt gestellt, daß die Selbständigkeit Litauens unter Anlehnung an Deutschland anzustteben sei. Die Anlehnungsverttage werden selbstverständlich der Zustimmung des deutschen Rerchstages bedürfen. Hinzugefligt sei, daß littautsche Blätter sich gegen eine Volksabstimmung ausgesprochen haben. Alle diese Fragen zei- '. gen aufs klarste die ungeheuren Schwierigkeiten, die sich aus den ! widersteitenden Interessen der westlichen Grenzeölker des ehe- } maligen russischen Kaiserreiches ergeben, sobald die allen gemeinsame Staatsgewalt wegfüllt.
VkrltMß du «ttaiküKk!! Rk'KrZkß.
Wien, 13 Febr. (Meldung des k u. k. Korrespondenz.' bureaus.) Nach einer Blättermeldung machen sich die ersten Folgen des Friedensschlusses mit der Ukraine bemerkbar. Die Rada verlegte ihren Sitz von Kiew nach Zitomir und stellte eine direkte Verbindung mit uns her Es ist sehr zu hoffen, daß durch diese örtliche Räherrückung eine beschleunigte Abwicklung aller im Verhandlungswege festgelegten Abmachungen erfolgt.
Dänische Dollchemikis.
Kopenhagen, 12. Febr. Die dänischen Syndikalisten, unter denen bereits in den letzten Wochen wegen des Nohstoffman- gels, der steigenden Arbeitslosigkeit, des russischen Veispicls und besonderer Interessen eine Bewegung bemerkbar war. veranstalteten heute Versammlungen und Aufzüge, bei denen es zu einigem Revolverknallen und Handgreiflichkeiten kam. Die Demon- fttanten drangen in das Bsrsengebaude ein. von wo sie durch die Polizei vertrieben wurde». Die Nachbörse mußte abgesagt werden. Mehrere Schutzleute und Demonstranten wurden verwundet.
Wie es in Petersburg ausfreht.
Ein dieser Tage ans Rußland zurückgekehrler deutscher Zi. vilgefangcner berichtet über die Zustände in Petersburg und anderen Orten folgendes:
An der russischen Front geht die Zersetzung ihren sicheren Gang weiter. In Petersburg und Moskau herrscht völlige Anarchie. Alle Fabriken stehen still; die Arbeiter verkaufen die Maschinenteile Die Banken sind völlig in den Händen der Arbeiter. Die Geistlichen sind machtlos, die Kirchen zum Teil ausgeraubt. Die Zustände in Petersburg sind nach Schilderungen von Reifenden geradezu haarsträubend. Vor einigen Tagen lag der Schnee zwischen den Straßenbahngeleisen \Y, Meter hoch. Nirgends werden die Schneemassen fortgcräumt,' jede Straßenreinigung hat feit Monaten aufgehört. Brot ist fast gar nicht mehr zu haben, so daß um jedes Soldatenbrot. das einer von der Front mitbringt, ein förmliches Ringen entsteht. Nicht nur deutsche und österretchisch-ungarssche Kriegsgefangene und Zivil internierte, sondern auch russische Zivilisten selber können sich nur dadurch in Sicherheit bringen, daß sie sich einen Soldatenmantel und eine Coldatenmütze kaufen. Polizei und Gendarmerie ist völlig aus Petersburg verschwunden; an ihre Stelle sind Volkskommissare getreten, vor deren Amtssitz die rote Fahne hängt. Die sogenannte Ordnung wird von der Roten Garde aufrechterhalten, deren Mannschaften in Zivil gehen, lediglich mit Gewehr und Patronentasche ausgerüstet, ohne jede Armbinde, aber immerhin mit einem Ausweis versehen. Jeder Mann bekommt 450 Rubel monatlich, während z. B. Frontoffiziere noch immer 180 Rubel bekommen, bei den jetzigen Preisen ein absolut unauskömmliches Gehalt. In Petersburg kostet z. B. ein Zimmer in einem mäßigen Hotel 25 Rubel, eine Fahrt vom Bahnhof nach dem Grand-Hotel 35 Rubel, bei sonstigen Drofchkenfahrten durchschnittlich immer eine Minute 1 Rubel. Eine Flasche Kognak, der allerdings zu den besonderen Seltenheiten gehört, kostet 120 Rubel, eine Flasche kaum trinkbaren russischen Sekt, der im Frieden 254 Rubel kostete, jetzt 50 Rubel usw. Fremde dürfen ohne Begleitung überhaupt nicht auf die Straße. Kein Münder, daß die Thea« ter, die allerdings fast sämtlich spielen, einen ganz anderen Charakter angenommen haben. Jeder, der eine Militücmütze trägt, fährt natürlich auf den Straßenbahnen, wie auf der Eisenbahn unentgeltlich und wohin er mag. Soldaten mit dem Georgsband verkaufen auf den Straßen Zeitungen und Streichhölzer und kehren nur dann i» die Kaserne zurück, wenn es ihnen beliebt. Vielfach hört man die Meinung, daß in Petersburg selbst nur die Deutsche» Ordiumg schaffen konnten, und daß eine Brigade genügen würde. Besonders schlimm solle» die Zu«


