Ausgabe 
14.2.1918
 
Einzelbild herunterladen

Nummer 38

Donnerstag, den 14. Februar 1918

lZ. Jahrgang

Die .»L'ene Tageszeilung" erscheint ieden Werttaq. Regelmäßige BeilagenDer Kauer aus Hessen",Die SpirmSrrbe". Semgspreis: Bei den Postanstalten vierteljährlich Mk. 2.40 hin u tritt noch das Bestellgeld; bei den Agenten monatlich 85 Psg. einschließlich Trägeriobn. Anzeigen: Grundzeile 2b Psg., lokale 20 Plg^ Anzeigen von auswärts werden durch Voitnachnahme erhoben. EOüllunasor: Frisdberq. Hchriftleitung und Derlag ^riedbern (Hessen), »anaueritraße 12. Fernivrecher 44. Poitsheck-Conro Rr. 435S. Amt Frankfurt a. M.

Ein französischer Angriff im Driestermald unter schweren Derlnsten znrnckgeworfen.

verkündet abermals Krieg. 20000 Tonnen versenkt.

AsyL George

W. T. Großes gattp-quartier» derr z3. Fevr«ar. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und Deutscher Kronprinz.

Stärkere Erkundungsabteilungen, die der Feind nördlich von Lens und nördlich vom Omignon-Bach ansetzte, wurden im Rahkampf abgewiesen. Im übrigen blieb die Gefechtstätigkeit auf kleine Erkundungen und Artilleriefeuer in einzelnen Ab­schnitten beschränkt.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Nach heftiger Feuersteigerung zwischen Flirey und der Mosel stieben mehrere französische Kompagnien bei Releauville und im Westteil des Priesterwaldes gegen unsere Linien vor. Nach kurzem Kampf wurde der Feind unter schweren Verlusten zurückgeworfen. Gefangene blieben in unserer Hand.

AmSudelkopf und am Hartmannsweilerkopf Artillerie- vnd Minenkampf.

*

In Vergeltung feindlicher Bombenwürfe auf Saarbrücken am 2. Februar griffen unsere Flieger die Festung Nancy mit Erfolg an.

Mazedonische Front.

Bei Monastir und am Wcndar Artillerie- und Flieger- latigkeit.

Von den 'anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Eeuerakqnartiermeister: Ludendorff.

Abeudlierichr.

Berlin, 13. Febr., abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.

| Der österreichische Generalstab

= meldet:

Wien, 13. Febr. Amtlich wird verlautbart' Keine Kampfhandlungen von Bedeutung.

Der Chef dev Eeneralftatze».

Der bulgarische Generalstab [j meldet: -'!

Sofia, 10. Febr. (WTB.) Eeneralstabsbericht.

Mazedonische Front: Im oberen Skumbitale vertrieben »vir durch unser Feuer eine starke französische Infanterieabtei­lung. Unsere Artillerie zerstreute einige englische Abteilungen, die gegen unsere Stellungen an der Strumamündung vorzugehen versuchten.

Sofia, 12. Febr. (WTB.) Eeneralstabsbericht.

In der Umgegend von Bitolia und bei Dobropolje nahm das Artilleriefeuer zeitweilig an Heftigkeit zu. Westlich und östlich des Wardar auf beiden Seiten mehrere Angriffe und Feuergefechte. Im Strumatale, am Vuckovosee, sowie östlich vom Dorfe Koopnva zerstreuten wir durch unser Feuer mehrere starke englische Erkundungsabteilungen.

Dabrudschafront: Waffenstillstand.

20000 Tonnen.

Berlin, 12. Febr. (WTB. Amtlich.) Neue U-Booterfolge dem nördlichen Kriegsschauplatz:

28 600 Vruttoregistertonuen.

Die versenkten Schiffe waren meist tief beladen. Darunter Befanden sich zwei große Dampfer von etwa 5000 Vrutto- rogistertonnen, deren einer der Bibby-Linle augehörte.

Der Chef dev Admiralsta.bs der Marine.

r - Bafel, 13. Febr. Schweizer Blätter melden aus London ^ 20 000 Mann des englischen Heeres zurückgezogen werden Mn im Schiffsbau Verwendung zu finden.^ -- ^ ^

Der Frieden mit der Ukraine.

Haag, 13. Febr. Reuter meldet aus London: Die Regierung hält sich für genötigt, den zwischen Deutschland und Oesterreich- Ungarn und der Ukraine andererseits abgeschlossenen Frieden anzuerkennen.

Kam.cnew über die Friedeusfrage.

Stockholm. 12. Febr. Der zurzeit in Stockholm befindliche frühere Unterhändler in -Vrest-Litowsk Kamenew bezeichnet den jetzt zwischen Rußland und den Mittelmächten eingetretenen Zustand nicht als Friedensschluß. Er beruhe auf einer russischen Friedenserklärung, dis keinen Verzicht auf die früher von Ruß­land verkündeten Friedensgrundsätze enthalte. Man habe die Deutschen nicht zwingen können, auf die russischen Bedingungen betreffend die besetzten Gebiete einzugehen. Rußland habe sich somit die Hände freigehalten, um auf einem künftigen allgemei­nen Friedenskongreß für feine Grundsätze einzutreten. Daß Deutschland gdgen das demobilisierte Rußland weitere militä­rische Schritte unternehmen werde, sei ausgeschlosien, die Deut­schen hätten feierlich erklärt, daß sie auf weitere Eroberungen verzichten. Deutschland werde voraussichtlich nur eine Grenz­wache im Osten zurücklassen. Die dadurch erzielte Verstärkung der Westfront werde wohl auf die Entente einen weiteren Druck ausüben, an Friedensoerhandlungen zu denken. Kamenew äu­ßerte weiter, daß die Bolschewikiregierung, die Übrigens nicht daran denke, die konstituierende Versammlung jemals zuzulas­sen, eventuell beabsichtige, sich an der bevorstehenden internatio­nalen Sozialistenkonferenz vertreten zu lassen, um dort für ihre Ideen zu wirken. Die Ukraine habe die Sache der russischen Revolution verraten; ein ernster Konflikt sei unvermeidlich, wenn die Ukraine ihren Getreideüberschuß an Deutschland statt an Rußland liefere.

Und Umnänien?

Mackensens Verhandlungen.

Bern, 12. Febr. (WTB.) Wie wir erfahren, iit d'e durch die Agentur Havas verbreitete Nachricht von einer Fristnote der Deurschen an die rumänische Regierung nicht zutreffend. Richtig ist, daß der Generalfeldmarschall von Mackensen mit der rumänischen Heeresleitung ln Verhandlungen eingetreten ist. um eine Entscheidung über das Fortbestehen des mit dem Gene­ral Tscherbatschem vereinbarten, für Russen und Rumänen ge­meinsamen Waffenstillstandes herbeizuführen, nachdem durch das augenblickliche Verhüllnis zwischen der Ukraine und Rumä­nien die Beantwortung dieser Frage notwendig geworden ist.

*

DieTimes" schreiben: Die Vorschüsse der Verbündeten an dir Rumänen betragen 4 Milliarden Lei. Rumänien hat keines seiner Kriegsziele erreicht, und die außerordentliche Höhe des gewährten Kriegsvorschusscs an Rumänien erregt das Befrem­den und Erstaunen der englischen Finanzwelt.

. Das rumänische Kchlagmart.

Kopenhagen, 12. Febr. (WTB.) DerSozialdemokraten" schreibt: Der Vorschlag Rußlands, der von weitteichender Be­deutung ist, folgte unmittelbar auf den Friedensfchluß mit der Ukraine. Der Friedensschluß mit Rumänien ist nur noch eine Frage der Zeit, und damit ist der Frieden auf der gesamten Ostfront zur Tatsache geworden. Mit einem Schlage hat die Art des Krieges gewechselt. Die Mittelmächte haben zukünftig nur noch auf einer Front zu kämpfen, und dies bedeutet für sie eine mächtige, entschiedene Stärkung. Die Westmüchte müssen sich nun klar sein, daß sie nicht siegen können. Wenn sie jemals derartige Hoffnung gehegt haben, so sollte dies nach dem Frie­densschlüsse im Osten nicht mehr der Fall sein. Die Bedeutung des russischen Friedensschlusses liegt darin, daß die Staatsmän­ner vor die harte Notwendigkeit, die Entscheidung treffen zu müssen, gestellt worden sind. Das Schlagwort von dem schließ, lichen Siege ist durch das endgültige Ausscheiden Rußlands zur Unmöglichkeit geworden. Das Reststtick ist jetzt leichter zu lösen und nur die Staatsmänner, die mit geschlossenen Augen dem Abgrunde zuschreiten, können noch zu einem zwei- oder mehr- jährigen Kriege Stellung nehmen, und zwar zu einem Kriege ohne Aussicht auf den Sieg, sondern nur mit der Aussicht auf eine Anarchie, gegen die die russische nur ein Kinderspiel wäre.

Finnlands Erdrosselung.

Stockholm, 12. Febr. (MTV.) Meldung des Svenska Tele- grambyran: Das weiße Korps in Wasa drahtet am 11. Febr.: ^Lebhafter Kamp f zwischen Mänyharju und San Andre«. Der

I sende von Roten Gardisten verließen Tammersfors kn der Rlch ; tung auf Lumooeoi, plünderten in unglaublicher Weise alle j Bauernhöfe und töteten und plagten die Bewohner. Unter den ; Mordtaten der Roten Garde ging die an dem stellvertretenden Vorsitzenden des Landtags Iugmans unter bestialischen Formen vor sich. Die Schreckensherrschaft der Roten Garde in der Hauptstadt scheint immer mehr zuzunehmen. Man behauptet in nicht nachprüfbarer Weise, daß der Minister Sirola und der Minister des Innern Haapalainen von Roten Gardisten getötet worden ist.

Die schwedische Gesandtschaft in Helsingfors teilt mit, daß nach einer amtlichen Bekanntmachung die Rote Garde als eine staatliche Einrichtung aufrecht erhalten wird. Eegenrevolutio- näre Zeitungen werden vorübergehend verboten, im Weige­rungsfälle sollen die Druckereien beschlagnahmt werden. Nach einer weiteren Meldung ist Wiborg in empörendster Weise von den Russen ausgeplündert worden.

DasAftonbladet" bringt folgendes Telegramm aus Lu- lea: Der Amtsvorstand verlangt Truppen, um die Ordnung auf der Insel Seskaroc aufrechterhalten zu können, da man ein Ein­dringen der Roten Garde und russischer Soldaten befürchtet. (Auf der schwedischen Insel halten sich zahlreiche finnländische Arbeiter auf. Die Schriftl.) Nach der liberalen Zeitung Stockholms Tidningen" beginnen immer zahlreichere sozia­listische Prooinzblätter gegen eine Vergewaltigung der gesetz­mäßigen Regierung Finnlands Einspruch zu erheben.

Zur Lage in Rußland.

Der Sowjetkongreß als Zirkus.

Rotterdam, 10. Febr. Der Petersburger Mitarbeiter des LondonerTimes" gibt eine Schilderung von den Sitzungen des Sowjetkongresses, die a. a. folgende Darstellung enthält:Der Kongreß der Sowjets begann, als 600 Mitglieder anwesend waren. Als er schloß, zählte er 900 Mitglieder. Die zu An­fang gefaßten Beschlüsse und angenommenen Gesetze wurden, um es den Nachzüglern bequem zu machen, am Schluß noch ein­mal ohne Erörterung zur Abstimmung vorgelegt und auch alle gut geheißen. Die verwickeltsten Fragen tat man im Handum­drehen ab. Die Agrarreform und die Nationalisierung des Grund und Bodens waren innerhalb einer Stunde behandelt und genehmigt. 12 Minuten genügten für die Einführung der allerwichtigsten Gesetze, die einen neuen Abschnitt in der Ge­schichte Rußlands eröffnen, und die Bestimmungen der Gesetz­entwürfe waren so schlecht und ungrammatisch abgefaßt, daß keiner sie recht verstanden hat. Wiederholt wurde die Inter­nationale gesungen, von zwei auf den Galerien angebrachten Musikkapellen begleitet, fienln beschloß den Kongreß mit einer Ansprache, worin er auf die Ausstände in Deutschland und Oesterreich Bezug nahm. Dann ging die Rede weiter:Ruß­land hat eine neue Regierunqsform ins Leben gerufen. In den verschiedenen Teilen des Landes zeigen sich jetzt, wo dis Petersburger Regierung Kraft und Gewicht bekommen hat, starke Strömungen, die zum Mittelpunkt hinstreben. Selbst die Ukrainer haben die bürgerliche Rada weggejagt (?) und find wahre Freunde der russischen Revolution (?) geworden." Nach diesen bombastischen Phrasen ließen die Mukkapellen von neuem ihre schmetternden Klänge hören. Es war wie in einem Zir kus."

Thronrede des Kochs non knchnd.

Fortsetzung des Krieges.

Haag, 12. Febr. Die parlamentarische Sitzung in London wurde heute mittag durch den König mit den üblichen Zeremo­nien eröffnet. Der König hielt folgende Thronrede:Meine Lords und Gentlemen! Die Bedürfnisse des Krieges machen es zu einer Notwendigkett, nach einer kurzen Unterbrechung Eie wieder zusammenzuberufen. Die Forderungen, weshalb ich und meine Verbündeten gezwungen sind, den Krieg fortzusetzen, sind durch die Feststellungen beider Regierungen bekanntgemacht worden, Feststellungen, die eine begeisterte Zustimmung meiner Völker im ganzen Kaiserreich gefunden haben und eine Grund­lage dafür abgeben, wie der gegenwärtige Krieg beendet wer­den kann. Die deutsche Regierung hat aber unsere gerechten Forderungen für die Wiedergutmachung begangenen Unrechts ignoriert, ebenso unsere Forderungen nach Garantien gegen eine Wiederholung dieses Unrechts. Ihre Repräsentanten lehnen jedwede Verpflichtung für sich selbst ab, während sie di« berech­tigten Freiheitsansprüche anderer verneinen. Solang« die Feinde die Grundsätze, die sie verletzt haben, nicht anerkennen» Grundsätze, auf denen ein ehrenvoller Friede geschlossen werden kann, Ist es unser« Pflicht, den Krieg sortzujetzen, mit aller