Grmre Gefahren.
Vornan aus der Gegenwart von M. Gvntard - Schuck. SU) y'a^brucf verboten.
DouglaS lactvte spöttisch. „Na, dann fangen Sie nur nickt an, sie zu verehren. Das wäre ein etwas seltsames Beginnen für einen britischen Minister. Doch genug für heute! Sorgen Sie dafür, daß diese Scharte sobald wie möglich ansgeweht wird. Wie Sie es machen, ist Ihre Sache."
„Auch unsere Zeit kouimt noch," sagte Wrayson im Hinansgeben. „Wozu sollen wir die Sache überstürzen? Die Deutschen kommen uns schon noch vors Messer!"
„Na. den Vorwurf des Ueberstürzens kann Ihnen nun wirklich keiner machen," lächelte Douglas spöttisch. „Zeit genug haben Sie sich bis jetzt genommen."
„Wir haben ja auch Zeit! Mit leerem Magen lassen sich keine Schlachten gewinnen. Und der unsere wird nicht leer lein, auch wenn der Krieg noch Jahre dauert."
XI.
Ein regerlschwerer Oktobertag an der Kieler Bucht.
Das Wetter hatte rasch unigeschlagen. Am Montag noch war es warm und schön, so daß man sich noch) einmal den Sommer Vortäuschen konnte, und heute lnar es kalt Und gran. Regen und Wind fegten in kurzen, heftigen Stößen durch die Straßen. Schwer und tief hing der Himmel über der Erde.
Braune. abgestorbene Blatter flatterten in traurigem Wirbel wie losgelöste Seelchen in den ihres Schmuckes beraubten Gärten. —
"Dies Wetter hat noch gefehlt, um die Stimruung auf Null herunterzudrücken," sagte Helen Werkheim und sah mißmutig auf das wenig schöne Bild. „Ich liebe schönes, heiteres Wetter, so wie ich schöne, heitere Menschen liebe. Aber von beiden ist jetzt hier wenig zu sehen. Ob drüben kei nns auch so eine ernste Stimmung herrscht?
Wie gern möchte ich einmal an Papa oder Mama schreiben. Es ist wirklich sehr ärgerlich, daß gar keine Briete durchgehen."
In Kiel war es sehr still seit Ausbruch des Krieges. Diele der Offiziersdamen waren verreist, hielten sich bei den Eltern oder sonst bei Verwandten auf, und die wenigen, die hier wohnten, lebten sehr zurückgezogen.
Keine Dees, keine Kaffees, nichts von all den kleinen Zerstreuungen, die sie sonst gewöhnt und die auch hier so nett gewesen waren kurz nach ihrem Kommen. Die einzige
Abwechselung, die es jetzr gcw, war das Stricken von Soldatenstrümpfen.
Für die andern Damen mochte das ja sehr unterhaltsam sein. Sie kannten einander schon lange. Aber sie! Jur Grunde genommen , war sie doch fremd zwischen ihnen, so nett und liebenswürdig man sie auch ausgenommen hatte.
Und nun gar seit Beginn des Krieges! Sie fühlte es unbewußt — man war anders als sonst. Man zeigte sich zurückhaltend. Man sprach in ihrer Gegenwart nie vom Kriege. Also blieb sie schon lieber ganz weg.
Wenn die Einsamkeit nur nicht gar so schwermütig machte!
Seit Wochen kam Alfred wenig nach Hause. Zwischen Dienst und Dienst mal einige Augenblicke. Das war alles, was fein Pflichtgefühl zugab. —
Sein erfolgreicher Vorstoß nach denr Kanal hatte ihm neben sonstigen Ehren auch das Eiserne Kreuz gebracht.
Helen war sehr stolz auf ihren Gatten. Wie wäre das mich anders möglich! Welch Franenherz würde dabei nicht aufjauchzen.
„Natürlich darf ich davon nichts nierken lassen, sonst ist er womöglich noch tollkühner. Ob er gar nicht an mich denkt? Was sollte wohl ans mir werden, allein hier in der Fremde?"
Gedankenvoll sah sic durch die Scheiben, an denen in langen, unregelmäßigen Rinnsälchen die Tropfen her- nicderflossen.
„Wie Tränen!" dachte sie. „Tränen, die jetzt vergossen werden."
Sie sprang auf und schüttelte sich, als wollte sie die schweren Gedanken verscheuchen.
„Ick bin ein Kind der Sonne, ein Kind heiteren Wetters. Diese trüben, regnerischen Tage drücken mich förmlich nieder. Wie gut, daß ich mir Emily Düring eingeladeu habe. Man kann doch ein wenig plaudern. Man vergißt dann das Wetter und alles andere wenigstens für einige Stunden." —
Vor einigen Wochen erst hatte sie Frau von Düring kennen gelernt. Zur Zeit der Ruderwoche, zu der sehr viele Landsleute nach Kiel gekommen waren, hatte der englische Konsul ein Gartenfest gegeben, an dem auch die Dürings teilnahinen.
Er war ein stiller, obiger Mensch, dessen hohe, schon stark verlängerte Stirne viel einsames Denken und Grübeln verriet.
Herr von Düring war erster Direktor bei den Flotow- Werken und genoß den Ruf, ein ausgezeichneter Ingenieur
zu sein. In früheren Jahren hatte er sich lange im Ausland aufgehalten. Zuletzt in England auf der großen Werft von Scipper und Horley am Tyne, und von dort hatte er auch seine Frau mitgebracht.
Frau von Düring schloß sich nach jener Gesellschaft sehr eng au Helen au, obgleich Helen die etwas unbeherrschte Art der Dame nicht gefiel. Aber schließlich — es war eine Landsmännin, da konnte man schon über manches hinwegsehen.
Freilich, Fred mochte Emily von Düring nicht. Er fand sie unfein, gewöhnlich. Na, so schlimm war es nun gerade nicht. Aber alle konnten auch nicht die gleiche gute Erziehung genießen.
Draußen klingelte es.
Ah, Emilyi von Düring. Sie war pünklich wie immer, wenn sie zu Werkheims kam. Und heute freute sich Helen auch wirklich. Frau von Düring hatte ihr sagen lassen, daß sie Briefe und Zeitungen ans London erhalten habe. Natürlich, kam alles über Holland, denn eine andere Post- Verbindung zwischen Deutschland und England gab es nickt mehr. Frau von Düring war klug, die hatte gute Bern- - ler in Holland. Es ging sehr rasch auf diesem Wege. > Helen würde sich dieser Vermittlung auch bedienen. T e arme Mama wartete sicher längst aus Nachricht. Tie dackre doch bestimmt, sie sei schon verhungert. Verhungert! Was für ein schreckliches Wort. Welch entsetzliche Vorstellung hatte man dabei. War es nicht furchtbar! England wollte Deutschland aushungern! Ob denn der Papa ganz vergaß, daß sie auch hier war? Und ob es wirklich soweit kommen würde?
„Meine teure Frau von Werkheim, wie freue ich mich auf unser Plauderstündchen."
Geradezu zärtlich klang Frau von Dürings Stimme.
„Heut' wollen wir es uns aber einmal recht gemütlich machen, nicht wahr?"
„Reckt gemütlick! Ganz wie daheim bei Tee und Röstbrot." stimmte Frau von Düring mit seelenvollem Angen- aufschlag bei.
„Ich habe vorhin auch noch die allerneueste Times be- kommen. Sehen Sie, hier. Das geht aus Sie oder vielmehr auf Ihren Gatten. Und dann, denken Sie, unser» Zeitungen schreiben gar nichts von einem versenkten Schiff, nur von einem beschädigten. Hier in Deutschland schreiben sie doch von einem beschädigten und von einem versenkten. Das verstehe ich nicht recht."
Fortsetzung folat.
Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Mitteilung, daß gestern Morgen 7 Uhr, unsere innigst- geliebte Tochter, unsere liebe Schwester und Enkelin
im 17. Lebensjahre, nach kurzem schweren, mit Geduld ertragenem Leiden, sanft entschlafen ist.
Wölfersheim, den 13. Februar 1918.
2m Namen der tiestrauernd Hinterbliebenen:
Familie Adam Müller III.
,, .. Beerdigung findet Donnerstag, den 14. Februar 1918, nachmittags Vs 3 Uhr jtait
'wz' iw y
Die dem ^Bereinigten Armenfonds der Stabt Friedberg bei der Feldbereinigung in der Gemarkung Bad-Nauheim neu zugr- teilten Grundstücke
Flur IX Nr. 158 ,=» 972 qm Erabgarten, Hochwaldstratze „ .. .. 159 = 120 „ „ daselbst
„ „ „ 204 = 2556 „ „ daselbst
.. „ .. 265 = 98 „ .. daselbst
* .. „ 286 --- 887 „ „ Homburgersttahe
kommen
Donnerstag, d. 14. Februar d. Zs., nachm. 8 Uhr
im Gasthaus w.n Psatter Hof (Marktplatz) in Bad-Nauheim öffentlich an die Meistbietenden zur Verpachtung.
Friedberg, den 5. Februar 1918.
Die stützt. Armettkommissiorl«
Der Vorsitzende.
I. Vck Dämm.
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Angeregt durch die immer mehr in die Erscheinung tretende Lederknappbett, har die Siadtoenval- tung Friedbcra im Interesse der Bevölkerung die vorzüglich konstruierte und ausprobieite Wei- kaid'sche bieg'ame Holzhatbiohle Marke Hassia' beschaff! und tagt den zur Zeit vorhandenen kleinen Vorrar in den Schuhgeschäften von Ehrlich, Wcüerttng. Hetz, Opper, Spier und den Ledcrhand- lungen von Vechstein und Eiche! zum Verlauf bringen.
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Kriedberg, den 5. Februar 1918.
Der Bürgermeister.
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