Ausgabe 
12.2.1918
 
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Dummer 36 _ Dienstog, des» 12. Februar 1918 11. Jahrgang

Die .,Irene Taoesreitmtg" erichemt reden Wertta?. Regelmäßige BeilagenSer Kauer aus Hessen",Sie Spimrstube". Bezugspreis: Bet den PojLaiistalt.il o.e^eljährlich Ä-k. 2.40 hin u rritt noch das Bestellgeld: bei den Laenten monalttch 85 Pjg. einschließlich Trägerlohn. Anrcryrn: Grundzeile 2b Psg., lokale 20 i'tg^ Anzeigen von auswärts werden durch ^aänach nähme erhoben. Erfüllungson Friedberg. ^chriftleiluna und Serlag vriedbe^ freueni. -anauerstraßs 12. Ferniprecher 48. Postshrck-Lo.rto Nr. 1311. Im rs-taufurt a. ' 3.

Urteile über den Kriege-mhschtuh mit Durand. Deus Tauchbooterfolge.

Der deutsche Geueralstab

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meldet:

M. T. K. Trotzes Hanprssnavrier. 1U Februar. Amtlich.

den

Westlicher Krlegr-chauplütz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Erkundungsvorstöße der Engländer an vielen Stellen der krönt in Flundern und im Artois führten namentlich bei War. neton und östlich von ArmenLieres zu heftigen Kämpfen. Wir »lachten dabei Gefangene.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

An der lothringischen Front und in den mittleren Vogesen lebte die GefechLstätigleit am Nachmittage auf.

Eigene Erkundungen südlich von Embermenil, bei Senones rnd am Buchenkopf brachten uns Gefangene ein.

Italienische Front.

^ Auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden lebhafte Artille- kletätigkeit.

35*n den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neue».

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

Abendbericht.

Kerlin, 11. Febr., abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der österreichische Generalstab - = meldet:

Wien, 11. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- tantbart:

Auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden rege Artillerie­tätigkeit.

Der Chef der Generalstsbcr.

er bulgarische Gxueralstab ]j meldet: l!

Sofia, 10. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom 9. Februar.

Mazedonische Front: Auf der ganzen Front mäßige Artille- rietätigkeit, die zeitweise lebhafter war in der Gegend von Bi- tolia, im Westen von Dobropolje und im Südwesten des Doi- ranfees. Im Norden des Tahinofees verliefen Patrouillen- kämpfe zu unseren Gunsten.

Dobrudschafront: Waffenruhe.

H-Doot-Deute.

Berlin, 10. Febr. Neue U-Booterfolge im Sperrgebiet um England: Fünf Dampier und sieben Fischerfahrzeuge, darunter der englische Dampfer und sieben Fischerfahrzeuge, darunter der englische DampferFerryhill" und ein mittelgroßer Tankdamp- ser, der dicht unter der englischen Ostküste versenkt wurde. Die Fijchdampfer wurden im Aermelkanal vernichtet.

Der Chef der 2ldrnira!stab» der D.'ariue.

WlNigriffe auf das dentlche Hkimchtbiet im iUouai Januar.

Berlin, 12. Febr. (WTB. Amtlich.) Im Monat Januar hat der Gegner 31 Luftangriffe auf das deutsche Heimatgebict unternommen. Davon galten 15 dem lothringisch-luxemburgi­schen Industriegebiet und 14 den offenen deutschen Städten Lud­wigshafen, Freiburg (je drei Angriffe), Trier (2 Angriffe), Fricdrichshafen, Rastatt, Offenburg, Mannheim, Karlsruhe und Heidelberg je ein Angriff. Wenngleich die Zahl der Angriffe gegenüber dem Vormonat (13 Angriffe) infolge der günstigen Wetterlage bedeutend stieg, so waren doch für uns Schäden und Verluste glücklicherweise geringer als im Vormonat. Opfer der Angriffe waren insgesamt 5 Tote und 9 Verletzte. Der Sach­schaden war in allen Fällen unerheblich. Die wenigen Bomben, die auf Anlagen unserer Rüstungsindustrie sielen, haben keine nennenswerte Betriebsstörung zur Folge gehabt. Der Gegner büßte bei diesen Angriffen 4 Flugzeuge ein.

Vergeltungsmaßnahmen.

Berlin, 11. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Im Anschluß an den Vergeltungsangriff deutscher Flieger auf Paris ist ver­schiedentlich wieder die Frage aufgeworfen worden, welche krieg- führende Macht zuerst Fliegeraagriffe gegen die hinter der Front gelegenen Städte unternommen hat. DasJournal de Geneve" versucht zu beweisen, daß die Deutschen diese An­griffsform einge führt hätten. Dieser haltlosen Behauptung gegenüber sei auf das unzweideutige englische Geständnis hin- gewiefen, welches C. G. Grei) in der Londoner Fachzeitschrift Aeroplan" vom 10. Oktober vorigen Jahres machte. Die ersten Fliegerbomben in diesen, Kriege wurden von englischen Ma­rinefliegern auf Düsseldorf, Köln und Friedrichshafen abgewor- i fen. Das beweist, daß damals die Engländer den Nutzen von Bombenabwürfen erkannten. Es kann einem übel werden, wenn jetzt fortwährend ,mch Bergeltungsmaßregeln geschrieen wird. Die Engländer sind also die Ersten gewesen, die unbe­festigte deutsche Städte mit Bomben beworfen haben und. wie auch bei dem letzten Angriff auf Paris, war es stets nur Not­wehr und Vergeltung, wenn die Deutschen mit den gleichen Mitteln antivorteten.

Der Frieden mit der Ukraine.

Ter Kaiser an den Reichskanzler. f Berlin, 11. Febr. (WB. Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser hat an den Reichskanzler Dr. Grafen v. Hertling felgendes Telegramm gerichtet:

Die Meldung von dem Abschluß des Friedens mit der Ukraine habe ich mit dem Gefühl tiefster Dankbarkeit gegen Gott empfangen, der in diesen schweren Zeiten feine schütz­ende Hand in sichtbarer Weise über Deutschland gehalten hat. Ich beglückwünsche Eure Exzellenz von Herzen zu dem bedeutungsvollen Erfolge Ihrer Politik und hoffe, daß bel­eben gezeichnete Vertrag die Grundlage ersprießlichster Be­ziehungen zwischen den Verbündeten und dem neuen Reiche i wird.

Nach Jahren härtester Kämpfe mit einer Welt von Feinden ist der rms umklammernde Ring dank der Siege unseres unvergleichlichen- Heeres gesprengt und' das Wort vom Frieden Wirklichkeit geworden. Zum ersten Male er­scheint das Ende des gigantischen Ringens in greifbare Nähe gerückt. Das deutsche Volk aber wird, des bin ich ge­wiß. freudigen Geistes und mit jener unwiderstehlichen Kraft, die ihm sein gutes Gewissen, die Geschlossenheit im Innern und der Glaube au seine Zukunft verleiht, zusam­men mit seinen treuen Verbündeten auch die weiteren Auf­gaben erfüllen, die ihm dieser Erfolg noch stellen mag.

gez. Wilhelm I. B.

Dank au Kühlinan in

Berlin, 11. Febr. (WB.) Der deutsch-russische Wirt­schaftsausschuß richtete an Staatssekretär v. Kühlmann fol­gendes Telegramm:

Euer Erzellenz sprechen die an den wirtschaftlichen Be­ziehungen zwischen Deutschland und Rußland beteiligten Kreise für die verheißungsvolle Grundsteinlegung zu einem segensreichen Weltfrieden tiefeinpfundenen Tank aus. Die in dem Friedensvertrag mit der Ukraine festgelegten Be­stimmungen geben die Gewähr, daß die Wiederanknüpfung der Handelsbeziehungen von russischer sowohl wie von deut­scher Seite und ihr weiterer Ausbau sich schnell und stetig voll ziehen wird zum dauernden gemeinsamen Nutzen beider wirtschaftlich sich ergänzenden Gebiete.

*

Ectreidevorräte in der Ukraine

DerBerliner Lokalanzeiger" berichtet aus Budapest:Kb- leti Erteritoe" meldet: Die neue Republik Ukraine, die mit den Zcntralmächten den Frieden abgeschloffen hat, verfügt zurzeit noch über große Mengen Gereide. Als Wyrube, der Sekretär des ukrainischen Verpflegungsministers, im vorigen Monat in Petersburg weilte, hat er dort mitgeteilt, daß die Ukraine der russischen Regierung um einen gewiffen Preis 80 Millionen Pud Getreide überlassen könne. Auch sollen in der Ukraine rwch Getretdeüberschüffe aus den Ernten 1915 und 1916 vorhanden sein.

Die 'Folgen für Dmuämcu.

Berlin, 1.1. Febr. Wie in hiesigen gut unterrichteten Kreisen verlairtet, treten immer mehr Anzeichen dafür her­vor, daß die Zentralmächfe mit dem König Ferdinand von

Rumänien nicht zu verhandelt beabsichtigen und sein Nuck- trift von der politischen Schaubühne eine der Voraussetz­ungen dafür sei. daß die Zentralmächte sich mit dem künftigen Schicksal Rumäniens überhaupt beschäftigen.

peifiÜfiDU des rimiiMen MiMernlW.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet aus Buka­rest: Nach Berichten hiesiger Blätter hat das rumänische Mm- sterium Bratianu demissioniert.

Rumäniens neuer Ministerpräsident.

Wie aus Jaffy gemeldet wird, betraute der König den Ge­neral Averefcu, den Chef des Generalstabes der rumänischen Armee, mit der Neubildung des Kabinetts. Auch eine Mel­dung des Reuterfchen Bureaus bezeichnet den Rücktritt des Ministeriums als vollzogen.

Einberufung des rumänischen Parlaments.

Bafel. 12. Febr. DieMorningpost" meldet aus Jaffy, daß das rumänische Parlament zum 20. Februar einberufen werde. Es handle sich offenbar um wichtige Beratungen, nachdem die Ukraine erklärt habe, daß Desfarabien nicht dem ukrainischen Volkssiatt einvcrleibt werden solle

Deutsche Gerichte in Rumänien.

Nach einer Mirteilung derJuristischen Wochenschrift" gibt es in Rumänien ireben den rumänischen Landesgerichten seit 1. Juni 1917 deutsche Gerichte in Bukarest und Craiova und ist die Errichtung eines weiteren in Conftanza in Aussicht genom­men. Diese deutschen Gerichte sind zur Entscheidung berufen, wenn mindestens auf einer Seite ein Angehöriger der verbün­deten Aiächte als Hauptpartei, Stceitgenoffe oder Nebeninter­venient beteiligt ist. Sie entscheiden nach runiänischem Recht, aber nach den Regeln des deutschen Prozeßrechtes. Anwalts­zwang besteht nicht. Die deutschen Gerichte haben sich gegen, fertig, sowie allen übrigen deutschen Gerichten und den Gerich­ten der verbündeten Mächte Rechtshilfe zu leisten.

ssin nrWilns GkMmniUlit v\ Wen?

Sofia. 11. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die offiziöse Wjenni Jswestia" meldet aus Baöadag vom 8. Februar: Die polnischen Legionäre haben die Vereinigung des Gouvernv ments Akohilew mit Polen verkündet.

Dis Wirren in DuAand.

Großer Sieg der Rada?

Wien, 11. Febr. Aus Stockholm wird gemeldet: Die Trap», pen der Rada hoben einen großen Sieg Lei Saray über die Bolschewisten davongetragen. 300 Maschinengewehre, 200 006 Gewehre, 200 volle MuniLionswagen wurden erbeutet. Der Versuch der Bolschewisten, gegen Kiew vorzudringen, mißglückt« vollständig. Die Bolschewisten hatten 3000 Tote.

Verschärfter Kriegszustand über ganz Rußland.

Kopenhagen, 11. Febr. Nach einem Stockholmer Telegramm wirdAftonbladet" aus Petersburg gedrahtet: Der verschärfte Kriegszustand ist über ganz Rußland verhängt worden. Die Pest und Cholera breiten sich immer mehr aus. Die Sterblich­keit hat eine erschreckende Höh^ erreicht. In Petersburg sterben täglich 600 Menschen. Es haben neue Unruhen stattgefunden Die Rote Garde hat auf die Demonstranten geschossen.

Plünderung in Petersburg.

Stockholm. 11. Febr. (WTB.) In der Nacht zum 7. Februar drangen Bewaffnete in die Auferstehungskirche in Petersburg und plünderten sie. Sie wurden von lettischen Schützen über­rascht und flohen nach einem heftigen Kampfe. In vielen Stadtteilen fanden Plünderungen statt. Auf der Mytninstcy- stratze wurde ein zwecklos mit dem Revolver um sich schießender Soldat von der Menge gelyncht.

Doch der russsschcu Erklärung.

Nichts geändert.

Berlin, 11. Febr. Die Zerrüttung im russischen Heere geht weiter ihren sicheren Gang. In Petersburg und Moskau herrscht die Anarchie. Einen erneuten Beweis für die Unehrlichkeit der gegenwärtigen ruffischen Machthaber bei ihren Versicherun­gen der Friedensbereitschaft gegenüber den Mittelmächten geben die Veröffentlichungen des Oberkommandierenden, in denen die russischen Soldaten aufgefordert werden, ihre Offiziere und Generale zu beseitigen. Der Befehl stammt von dem augen­blicklichen Vertreter der Regierung, die vor aller Welt den