Ausgabe 
11.2.1918
 
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Grane Gefahren.

Roman ans der Gegenwart von M. Gvntard - Schuck. h s Ji'aiI)bru(f verboten.

..Unsinn, Lee Bricel Reden Sie doch keine dummen Sachen! Ein guter Zeitungsmann wird nie um einen Ab- flußkanctl für die Volkserregung verlegen sein. Wenn man nierkt, das; cs im Volke gärt, muß der Unwille eben auf den rechten Weg geleitet werden. Den Massen ist es ganz gleich, woran sie ihren Unmut auslassen. Es liegt also immer in der Hand verständiger Leute, zur rechten Zeit das rechte Ding zu finden. Rußland, unser treuer Bundes' genösse, ist uns hierfür ein glänzendes Beispiel."

Rußland?"

Mein Gott, Lee Brice, ich fürchte wirklich, Sie werden schon kindisch. Vergessen Sie denn ganz, was jetzt wieder im Innern Rußlands vor sich geht?"

«Ah, ich versiehe! Rußland und die Juden!"

Na, endlich! Natürlich, Rußland und die Juden!"

Aber wir haben keine Juden zum"

Na, dann haben wir eben etwas anderes! Etwas, was nicht weniger unbequem ist."

Ich verstehe, Sir! Mer Gott sei Dank, Russen sind wir noch nicht."

Ach was! . Im Kriege sind alle Mittel erlaubt. Und wir sind im Kriege, vergessen Sie das nicht!"

# Lee Brice sagte nichts mehr. Diese gewissenlose Be­weisführung war sogar dem nicht gerade zartbesaiteten Zeitungsmanne ein wenig zu stark.

Der Mann wird alt, scheint mir," sagte Douglas, als Lee Brice das Zimmer verlassen hatte.Norchclisfe mag sich nach einem andern rrmsehen."

Wrayson antwortete nicht gleich. Er hatte andere Sor­gen als die Artikel der Times.

Ihr Nachsinnen wird Ihnen jetzt wenig helfen," wandte sich Douglas noch einmal an den Marineminister. Es hilft alles nichts, die Flotte muß heraus. Und das so­bald als möglich Sie muß zu kräftigem Schlage ausholeu."

Sie reden wie der Blinde von der Farbe, Sir! Die erste Flotte wollen wir haben, die erste Seemacht sollen wir sein, wie aber können wir das alles Hochhalten, wenn unsere Schiffe in den Grund gebohrt werden? Ja, wenn die Deut­schen herauskämen! Wenn sie sich uns in offener Seeschlacht stellten!"

Sie haben uns doch versprochen, sie herauszulocken. Wie steht es damit? Mit Redensarten ist uns nicht geholfen Es bleibt hier nichts anderes übrig, die Flotte muß heraus. Wir machen uns vor der ganzen Welt lächerlich, wenn wir noch länger warten."

Die Deutschen scheinen aber auch nicht ganz so dumm zir sein, wie wir gehofft. Sie kommen mit ihren großen Kasten nicht über Helgoland heraus. Sie wissen ganz genau, daß wir in Schußweite der Helgoländer Batterien dovpe't so stark sein müßten, wenn wir was erreichen wollten. Eine feststehende Batterie wiegt fünf schwimmende auf. Ja, wenn Helgoland jetzt noch uns gehörte! Längst hätten wir wnS in Knrhaven und Bremerhaven festgesetzt."

Ach ja, dieses Helgoland! Ein Dorn in unserem Fleische. Der Kaiser wußte, was er tat. Er hat sich damals auslachen lassen und Helgoland befestigt. England hat sich vergebens ins Fäustchen gelacht, daß es ihm für das bißchen abbröckelnden Fels die schöne Kolonie abnahm. Jetzt sehen wir, daß er wieder einmal weitschauender und klüger ge- wesen ist als wir alle."

Douglas schwieg und brütete vor sich hin.

Plötzlich hob er den Kopf.Aber schließlich was wir nicht mehr haben, können wir uns doch wieder-nehmen, und was aufgebaut ist, kann eingerissen werden. Unsere großen Schiffsgeschütze reißen gute Löcher. Wo sie ein- schlagen, ist es zu sehen. Nehmen wir uns wieder, was wir in leichtsinniger Weise fortgegeben haben, oder schaffen wir es ganz aus dem Wege."

Unmöglich!" rief Wrayson.Wie denken Sie sich das? Da kommt jetzt niemand heran."

Für uns ist nichts unmöglich, mein Bester, das sollten Sie doch endlich wissen."

Und Sie sollten endlich begriffen haben, daß die Deut­schen nicht die Esel sind, für die Sie sie immer noch hallen, Sir! Ich liebe sie gewiß nicht. Kein Mensch kann mir das nachsagen, und ich werde auch niemanden, vor allen Dingen der Oeffentlichkeit nicht, sagen, was ich Ihnen endlich ge­stehen muß: Daß es der Fehler ist, den wir auch fernerhin noch begehen können, wenn wir die Leute da drüben auch jetzt noch unterschätzen. Dieser Fehler hat uns nachgerade bis jetzt genug gekostet."

Fortsetzung folat.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krank­heit und bei der Beerdigung meines lieben Bakers, sage ich allen Be­teiligten, insbesondere Herrn Pfarrer Fischer für seine trostreichen Worte an: Grabe

aufrichtigen herzlichen Dank.

Rodhcint v. d. Höhe, den 10. Februar 1918.

Richard Hofmann.

Bekanntmachung.

Eine kleine Partie

gewässerte Stockfische

gelangt in den Geschäften von:

E. Mörschel und Fr. Hilbrecht Wwe. zum Verkauf.

Preis pro Pfund Mk. 1.80 Friedberg, den 9. Februar 1918.

Städtischer Lebensmittel-Ausschutz« Langsdorf.

Bekanntmachung

Die hiesigen Karioffelbesitzer Erzeuger sowohl alsVerbraucher fordere ich unter Hinweis auf die nachstehende Bekanntmachung des Kommunal-Verbandes hierdurch aus, ihre

Kartoffelvorräte

baldigst und auch für die Folge von Zeit zu Zeit auszutesen.

Friedberg. den 7. Febr. 1918.

Der Bürgermeister.

3. V.: Dam m.

Da über starkes Faulen der Kanoffel,, geklagt wild, so fordern rvic dle nar.'ooelerzeuger hier­durch auß ihre Bestände, sobald es die Witterung erlaubt, und weiterhin von Zeit zu Zeit zu durchlesen und angefaulte und sonstige zu Speisezwecken unge- f eignete Kartoffeln aus.,ulese, bei Meldung der in unierer Bekann:- machung vom23. September 1917, berr. Beschaßung und Regelung des Verbrauchs von Kartoffeln pp angedrohten Strafen. ^je- lenigen Kar offelerzeuger, die aus Mangel an Diehd.e ausgelesenen Kartoffeln nicht verwerten können, sind veroflichtet, diese den belann- ten Ka^o^elauskäusLtN des Kom- n ralve^andes zum Verrauf an- zuvieten. Der Kommunalverband wird sie zur Verwertung an die Brennereien abjühren lassen und den Erzeugern im Umtausch wert- entfprechen'e Mengen gesunoer Speuetattoffein Zufuhren' lassen.

Offenbach, den 30. Jan. 1018. -smlnsnalvkrband tür Karloffrlerrrugnus. gez.: Spamer.

Holzversteigerung

der Gräflichen Oberförsterei Arnsburg.

Freitag, den 15. Februar 1918, nach Zusammenkunft 1 Uhr am Eingang zum Distrikt Haide von Münzenberg, werden versteigert ° 10 Alpe"Stammreiser Rm.: 740 Eichen. 70 Kiefern.

du Werchholz.

Für meineTochter^Jahre alt, welche schon einige Monate in der Landwirtschaft praktiich täiig war, suche ich eine Stellung als

Praktikantin

auf einem Gut. Familienanschlust erwünscht.

Ernst Gail, Biebrich a. Rh., Wiesbadener-Allee 2.

Bekanntmachung.

Von nächsten Mittwoch, de» 13. d. M. ab. wird

Speise-Shrmp

in den Geschäften von

E. Mörschel, F. Damm Nächst,

Fr. Hilbrecht Wwe., I. G. Michel

A. Vechstein, A. Schlnidt,

Ehr. Krämer Wwe., Fauerbach

abgegeben.

Auf 1 AbschnittP der Brotkarte mrb\ Pfund zu 13Pfg., auf 2 AbschnitteP" der Brotkarte wird V 2 Pfund zu 25 Prq usw. abgegeben.

Friedberg, den 9. Februar 1918.

Ciävt. Lebcnsmittel-2iuö?chusz. Langsdorf.

HojMchiMN-i.

Donnerstag, den 14. d. Mts.

vorm ttags 9 Uhr lätzt die Gr^fk. v. Walderdorff'iche Gutsoerwal- tunq in dem Walde bei Stauon Grotzlarben,

490 Fichlenstanoen,

600 Akazienstämme öffentlich meistbietend versteigern. I. 91.: Fr. Kar.

Bekanntmachung

Bekanntmachung.

In den Geschäften von:

A Vechstein, Fr. Wagner,

Georg Mobs, I. A. Wiudecker,

W. Madre Konsumverein, »

Ehr. Krämer Wwe, Fauerbach, gelangen von Dienstag ab

Handkäse

im Gewichte von ca. 60 Gramm zuni Vertäust Auf jeden AbschnittO der Brotkarte wird

1 Käse zum Preise von 25 Pfennig

abgegeben.

Friedberg, den 9. Februar 1918.

Städtischer Lebensmittel Ausschuß. Lanasdorf.

MarkeHassia".

Angeregt durch die immer mehr in dieErscheinung tretende Leder- knappbetl, har die Stadloeiwal- tung Fnedbera im Interesse ker Bevölkerung die vorzüglich kon­struierte und ausprobieue Wei- ka:d'scke bieg'ame Holzhalbiohle Marke Hassia" beschafft und lägt den zur Zettvorhandenen kleinen Vorrat in den Schuhgeschäften von Ehrlich. Weckerling, Hetz, Opper, Spier und den Ledcrhand- lungeii von Vechstein und Sichel zum Verkauf bringen.

Die Verkaufspreise sind von der Erlatzsohlen-Gesellschast ans 0,96 Mk. .ur Grosze Nr. 27-35, 1.18 Mk. für Gröste Nr. 30 -39. 1,40 Mk. für Grötze Nr. 40- 10. festgesetzt.

Friedberg, den 5. Februar 1918.

Der Bürgermeister.

I. V.: D a m m.

Schw.

DltHWSI!

i6er oder 17er Brut gesucht.

Offerten unter A. 20 an die Geschäftsstelle derNeuen Tages­zeitung" erbeten.

Gnter-Uerpachtnng.

Die dem Vereinigten Armenfonds der Stadt Friedberg bei der Feldbereinig,mg in der Gemarkung Bad-Nauheim neu zuge« leckten Grundstücke

Flur IX Nr. 158 =» 972 qm Grabgarten, Hochwaldstrage .. .. 159 =,, 120 .. daselbst

h n » 204 = 2556 n H dcüelbst

» .. 265 =s 08 n da eivst

fommen" " 286 ~ 887 " * Homburgerstraße

Donnerstag, d. 14. Februar d. Js.. nachm. 5 Uhr

Im Gasthaus nun Viälter Hof (Marktplatz) in Bad-Nauheim öffenl- lich an die Meistbietenden zur Verpachtung.

Friedberg, den 5. Februar 1918.

Die städt. Armenkommission.

Der Vorsitzende.

2. V.: Damm.

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Friedberg, Ka iserstratze.

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ist preiswert zu verkaufen, unter zweien die Wahl. Auskunft erteilt die Geschüstsstelle derNeuen Tageszeitung".

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