Ausgabe 
11.2.1918
 
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ge». Die Ukrainer waren die ersten, die eingesehen haben, daß es für sie cm lösten ist, mit nus in Frieden zu leben. Sie wer­den bestimmt nicht die einzigen bleiben. ^

^ Neutrale Stimme«.

DerBasler Anzeiger" benutzt die Gelegenheit, um erneut aus den ernsten und ehrlichen Friedenswillen der Zeniralmächte hinzuweisen, während auf der Gegenseite immer wieder nur Hatz gepredigt werde. DieNeue Zürcher Zeitung" sagt, der Abschluß dieses Friedens komme beinahe einer Kriegserklärung des Vierbundes au die Maximalsten gleich, die übrigens im- mcv noch die Oberhand in der Ukraine hätten. Die Ukrainer seien so vielleicht gar nicht mehr in der Lage, einen wirklichen Frieden abzuschlietzen. Hinsichtlich Rumäniens ist das Blatt zurückhaltend unter Hinweis auf die Schwierigkeiten der Do- br-udschafrage. DieNeuen Zürcher Nachrichten" bezeichnen den Friedensschluß als den schwersten Schlag, der das Bolschewiki- Rcaiment habe treffen können. Er festige außerdem das neue Königreich Polen und eröffne den Mittelmächten ein gewalti­ges Lager an Lebensmitteln und Rohstoffen. Auf die Entente müssten diese Tatsachen einen niederschmetternden Eindruck machen.

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Die Unterzeichnung des Friedensnertrages.

Brest Litow-k, 10. <\ur. (WB.) Bci Eintritt bei- Ich- len Verhaudlnngsvause konnte bekanntgegebcn werden, daß die Grundlagen für den Abschluß eines Friedens zwischen dem Bierbnnde und der ukrainischen Volksrepublik gefunden seien. Nach der Rückkehr der Delegation nach Brcst-Litowsk war auf diesen Grundlagen weiter verhandelt Ivorden. D.iitt' energischer, unermüdlicher Arbeit aller Kommissionen und dank dein Geiste der Versöhnlichkeit und des Entgegenkom­mens. der alle Teile beseelte, war es im Laufe des gestrigen Tages gelungen, eine Einigung in wesentlichen Punkten herzustellen, so daß zur Schlußredaktion der Verträge und 5 u. deren Unterzeichnung geschritten »verden konnte. Die mit der Herstellung von Vertragssätzen verbundenen tech» nischen Schwierigkeiten führten dazu, daß die feierliche Schlußsitzung und die llnterfertigung erst in den ersten Morgenstunden des 9. Februar möglich war. Staatssekretär v. Kühlmann erösfnete als Vorsitzender die Sitzung kurz vor 2 Uhr nachts nnt folgender Ansprache:

Meine Herren! Niemand von Ihnen wird sich der historischen Vedentnng dieser Stunde verschließen können, in der die Vertreter der vier verbündeten Mackste mit den Vertretern der ukrainischen Volksrepublik in diesemSaale zu- sammengekornmen sind, nm den ersten Frieden zu nnterzerch- nen, der in diesem Weltkriege zu Stande kommt. Daß dieser Frieden unterzeichnet wird mit dem jungen Staatswesen, das ans den Stürmen des großen Krieges hervorgegangen fft, gereicht den Vertretern der verbündeten Delegationen zur besonderen Genugtuung. Möge der Frieden der erste von einer Reihe segensreicher Friedensschlüsse sein, segens­reich sowohl für die verbündeten Mächte als auch für die ukrainische Volksrepublik, für deren Zukunft wir alle die besten Wünsche hegen?

Ter Vorsitzende der ukrainischen Delegation Herr Ssewrjuk, entgegnete:

Mlt Freude ,\ stellen wir fest, daß vom heutigen Tag an der Friede beginnt zwischen dem Vierbunde und de Ukraine. Allerdings sind wir hergereist in der Hoffmmg es zu einem allgenieinen Frieden bringen zu können ruck ein Ende zu machen dem brudermordenden Kriege, di, .politische Lage ist aber so, daß nickst alle Mächte sich hier zu wiumengefunden haben, um einen allgemeinen Frieden zr unterzeichnen. Beseelt von der glühendsten Liebe zu unseren Volke und in der Erkenntnis, daß dieser lange Krieg dic kulturellen und nationalen Kräfte unseres Volkes erschöpfe hat, müssen wir nunmehr alle Kraft darauf verwenden unt das unsere tun, nm eine neue Zeit der Wiedergeburt herbei 5 usuhrcn.. In der festen Ueberzeugung, daß wir diesen Frie. ven abschlreßen im Interesse unserer breiten demokratischen Magen und daß dieser Friede beitragen wird, zur allge- meuren Beerdigung des großen Krieges, stellen wir hier mn fest, daß die lange und schwere Arbeit, die hier in Brest-Lltowsk geleistet wurde, von Erfolg gekrönt ist und wrr einen demokratischen und für beide Teile ehrenvollen r'-rleden erzielt haben. Vom heutigen Tage an tritt die ukramUckv Volksrepublik, 31 t einem neuen Leben geboren als selbständiges Reich in den Kreis der Staaten ein. Sie stellt auf »hrer Front den Krieg ein und wird dafür Sorge tragen, daß alle Kräfte die in ihr verborgen sind, zu neuem Leben erstehen und erblühen.

.. Staatssekretär v. Kühlmann lud sodann die bevoll- macht» glen Vertreter ein, zur Unterzeichn,mg des Frieden^ Vertrages zu schreiten. Um 1 Uhr 39 Minuten unterzeich, riete Staatssekretär v. Kühlmann als erster die für Deutsch.

bestimmte Ausfertigung des Friedenbvertrages. Um ^ Uhr 20 Minuten waren sämtliche Unterschriften geleistet.

entlasse»». Für die wirtschaftlichen Beziehungen ist möglichst bald Warenaustausch her freier Durchfuhr vorgesehen. Die Ratifikation des Friede,»svertrages soll baldmöglichst in Wien erfolgen. .*/

Die Wirren in Unsrlmid

Russische..Ordnung".

Petersburg, 5. Febr. (WTB.) Das Kommissariat für öffent­liche Wohltätigkeit teilt über Ausschreitungen in der Nachbar­schaft des Klosters Alexander Newsti Lawra mit: Am 26. Jan. begaben sich Vertreter des Kommissariats zum Kloster und der Kathedrale Alexander Rewski, um deren inneren Einrichtung zu untersuchen und den Grad zu bestimmen, in dem sie für die Zwecke der öffentlichen Wohlfahrt nutzbar gemacht werden könnten. Da das Ergebnis dieser Untersuchung günstig war, erklärte die Kommission dem Prior des Klosters, er möge ein Verzeichnis machen über die Möbel. Die Beschlagnahme der Oertlichkeiten wurde durch den hartnäckigen Widerstand des Priors des Klo­sters verhindert. Trotz der Bereitwilligkeit der Mehrzahl der Mönche, die Arbeiten des Kommissars zu unterstützen, und trotz­dem der Metropolit die Räumung des Klosters genehmigt hatte, fuhr der Prior fort, die Auslieferung der Einrichtung zu ver­hindern. Mit Rücksicht darauf, datz die Räume für die Unter­bringung Verwundeter und Kranker dringend benötigt werden, beschloß der Kommissar die vorläufige Entfernung des Priors, der der Durchführung der Verfügung der Regierung Hinder- niste in den Weg legte. Der Koininiffar erschien in Beglei­tung von 12 Roten Gardisten und fünf Kronsiädicr Matrosen im Kloster. Beim Erscheinen der Roten Gardisten läuteten die Mönche Sturm und versammelten die Bewohner des Klosters. Trotz der zusammengelausenen Menge verhaftete der Kommissar den Prior und führte ihn unter Bedeckung ab. Im gleichen Augenblicke führte ein anwesender Geistlicher Stockftreiche gegen einen der Roten Gardisten, der zu seiner Verteidigung sein Ge­wehr abschoß. Durch die Mönche aufgehetzt, nahm die Menge eine drohende Haltung gegen die Begleitmannschaft ein. Sie griff den Kommissar bei seinem Wiedererscheinen an und miß­handelte ihn mit Stockschlägen. Das gleiche Schicksal erlitt ein Roter Gardist, der einen Schädelbruch erlitt, und ein politischer Emigrant, der den Kommissar unterstützte: vor den Ausschrei­tungen der Meirge und Mönche wurde die Garde durch Soldaten gerettet, die ihr zu Hilfe eilten und die Menge zerstreuten. Das Kloster wurde darauf durch Soldaten endgültig besetzt.

Der Rat der Volksbeauftragten beschlagnahmte durch Sondererlaß die Werkstätten der Petersburger Gesellschaft für elektrische Leitungen und die Fabrik für militärische Aus- rüswngsgegenslände von Markuschrwitsch.

Bolschewistische Rirdcrlnge bei Kiew?

Der russische Mitarbeiter desBerner Bund" berichtet: Die Stadtmitte von Kiew ist von den Bolschewiki gänzlich gesäubert. Nur an einzelnen Orten dauert Feuergeplänke! an. Alle Regierungsanstallen. der Bahnhof nnd das Arsenal sind von Ukrainern besetzt. Die Bolschewiki erlitten bedeutende Verluste, wogegen die Verluste der Mramrr nur unbedeutend sein sollen.

Finnland.

Weitere Erfolge der Weißen Garde.

Stockholm, 9. Febr. (WB.) Svenska Telegrambyran meldet: Aus Haparanda wird telegraphiert: Reisende nach Petersburg wurden bei Wilppula, einer Statton nördlich von Tammersors genöttgt, nach Tornea zurückzukehren. Sie erzählen, daß Tammerfors gestern von der Weißen Garde erobert wurde. Die Eisenbahn- und Telegraphen- Verbindungen zwischen Tornea und Uleaborg sind jetzt offen. Ikeber die Kämpfe bei Uleaborg liegen Einzelheiten vor. Die Weiße Garde zählte 700 Mann, die Stole Garde 2ö00, wcckwn 400 Russen waren. 1300 Mann davon- wurden ge­fangen gerummen, 23 Wagenladungen Gewehre, Munitton und Granaten wurden erbeutet. Während des Vormarsches der Weißen Garde von Gamla Karleby nach Uleaborg wurde Brahestadt nach einem Kampfe von 20 Minuten genommen. Die Weiße Garde hat jetzt auch die Oberhand in Wiborg. Darauf deutet die Tatsache hin, daß der Eisenbahnverkehr zwischen Petersburg und Wiborg aushörte. Nach einem Nadwtelegranrm vom Diftriktsrate in Wasa kapitulierten die Roten Garden in Knopo am 8 . Februar. Mehr als 500 Rote Gardisten wurden gefangen genommen. Von der Weißen Garde wurden acht getötet und 19 verwundet. Von der Zivilbevölkerung wurden vier getötet. Bei St. Andrer in Kareiien eroberte die Weiße Garde sechs Schnellfeuer- kanonen, 12 Maschiuengetvehre und eine große Menge Munition und Lebensmittel, ein Schiff, Automobile, Ge- wehre. Der Kampf ist im Gange bei Wilppula. Auf den übrigen Fronten zieht sich der Feind plündernd nnd bren­nend zurück.

Wes kch die fjAito mdildkn!

Der Friederrsvertray.

Vreft-Liiowsk, 10. Febr. (ÄB.) Die hauptjächlick Artikel des zwischen den Verbündeten nnd der ukrainis Vo-.fsrepnblrk obgeschloffenen Friedensvertrages we

veröffentlicht:

Die Dertragschliebenden erklären, daß der Kriegszust zivitckien ihnen beendet ist und sie entschlossen sind i mmni^r fortan in Frieden und Freundschaft zu leben. ricKiiiuna der besetzten (Miete wird unverzüglich nach Ratifikation de- FnedensvertrageS beginnen und die di manschen und konsularischen Beziehungen alsdann so ausgcuomiiien werde,,. Die verlragschliesienden Teile -nhlen gegenseitig auf den Ersah ihrer Kriegskosten, so auf den Ersatz der KriegSschöden einschliehlich der qmsitionen. Dre beiderseitigen Kriegsgefangenen we.

Die awerikanische Presse regt sich darüber auf. daß ein deutsches U-Boot den arneritarrischeu Trnppenlransportdampfer Toscanla" ayo ein Kriegsschiff versenkt hat. Reuter meldet von einem großen Abscheu, den diese Tat in Amerika gegen Deutschland hervorgerusen habe. Der amerikanische Kriegssekretär Baker gab folgende Erklärung über die Versen­kung derToecanla" bekannt: Die Versenkung ist eine neue Herausforderung an die zivilisierte Welt seitens des Gegners, der die Heimlichkeit nnd Wildheit der Kriegsführung vervoll­kommnet und tödbrtngenHer gestaltete.

Die dem Reichskanzler nahestehendeGermania" bemerkt dazu. Herr Baker unterschätzt die Welt gewaltig, wenn er wirk­lich glauben sollte» sie sei einfältig geimg, sich seiner Entrüstung anzusch ließen. Sollte aber wirklich seine Meinung vom Kriege die allgemein amerikanische sein, dann Knne der Bielverband auf diese Hilfe, die die TeiLnahme rm dem blutigen Ri,»gen an fc» Meschant föf ein* VergnÄym-sfahA *<§ hqtte» schont,

uicht gerade stolz sein. Wir dürfen Herrn. Baker namens unse­rer Blanzacken und Felsgrauen in Aussicht stellen, daß er noch recht oft Gelegenheit haben sott, sich über unsere kriegerische Her­ausforderung zu ärgern.

Selbst neutrale Stimmen machen sich über die amerikanische Auffassung lustig. DerRieuwe Rotlerdamsche Courant" schreibt: ..Die amerikanischen Truppen gehen nicht nach der Front, um mit den Deutschen ein Pfeifchen zu rauchen, sondern um mit ihnen zu kämpfen. Sollte man in Amerika wirklich so kindlich sei. es verräterisch von dem Feinde zu finden, wenn er sein möglichstes tut. um den Feind hart und schnell zurückzuschlagen? Es scheint so, denn der Kriegsminister Baker sprach von einer Herausforderulrg an die zivilisierte Welt."

Der ganz gewiß nicht deutschfreundliche norwegischeSozial­demokraten" spottet:Baker scheint demnach zu verlangen, daß die amerikanischen Truppen-Transporte ungehindert passieren sollten, und faßt die Torpedierung durch die Deutschen als eine Herausforderung an die gesamte zivilisierte Welt auf. Wenn aber Amerika mit Deutschland im Kriege ist, wird freilich die ilürige zivilisierte Welt verstehen, daß auch Amerikaner ihr Leben riskieren. Weshalb führt man sonst Krieg?"

Holland rüsiet nicht ab.

Haag, 6. Febr. (WTB.) In der Zweiten Kammer erklärte der Kriegsminister, daß die Abrüstung augenblicklich unmöglich sei. Wenn der Kampf im Osten vorüber sei. könne er im Westen umso schärfer werden. Mit der Entlassung von Jahrgängen sei schon so weit wie möglich gegangen worden. 62 Prozent de» Heeres feien bereits entlassen worden. Der Minister fügte hin- 3 u, daß eine bessere Bewachung der Munitionslager in Bera­tung stehe.

Rodech-Zobrlsshtt.

Wir haben neulich von einem Individuum berichtet, da» sich Zobelsohn schreibt, aber nach berühmtem Muster sich einen Krtegsnamen zugelegt hat und jetzt unter dem Namen Radcck als Urpole segelt. In Petersburg wurden ihm erst kürz­lich deutschfeindliche Fälschungen nachgewiesen. Selbst den Co- zialdenlokraten, zu denen er sich in Deuischland gerechnet hat» ist sein Treiben zu dunt geworden. Bebel erklärte nämlich auf dem Parteitag 1912: Wir sollten über diese ekelhafte Ange­legenheit (Zobelsohn hatte Angriffe gegen die Parteileiiung gerichtet), in deren Mittelpunkt eine Persönlichkeit von mora­lisch zweifelhafter Qualität steht, wirklich nicht mehr lange dis­kutieren. Ich will dieser Persönlichkeit nicht einmal die Ehre antun. daß ich ihren Namen nenne. Genosse Roßman erklärte Radeck für einen Fälscher.

DieBerliner Morgenpost schreibt: Es ist nach den neuesten Leistungen des Herrn Radeck.Zobeljohn die allerhöchste Zelt, daß endgültig festgestellt wird, ob weitere Erörterungen in Brest-Lttowsk überhaupt noch einen Zweck habem Wir können uns also heute damit begnügen, unseren Lesern die Tatsache in» Gedächtnis zurückzu rufen, daß Herr Radeck. ein österreichischer Ctaotsangehöriger, wegen gefängnis- vielleicht sogar Zuchthaus- würdiger Sachen, durch Parteitagsbeschluß aus der deutschen Sozialdemokratie entfernt wurde, nachdem er zuvor wegen eben­solcher Sachen aus der polnischen Sozialdemokratie hinaus­geworfen worden war. Wenn er sich heute als der einzig berech- ttgte Vertreter des polnischen Volkes hinstellt, so ist das eine maßlose Frechheit, wie sie eben nur ein Merffch vo,» den Quali­täten des Hern» Radeck begehen kann. Mit Leuten dieses Schlages am Verhandlungstisch zu sitzen, kann aber niemand zugemutct werden.

AogWeNslrrütiizhkr Arkikbriuh.

Wien. In den letzten bewegten Tagen Oesterrercbs er­klärten auch die Arbeiter der Wiener Tageszeitungen, daß sie sich dem allgemeinen Streik anschlössen und daß von Mcfciii Moment an keine Tageszeitung Wiens erscheinen werde. Das ist aber nicht der Fall gewesen, denn die sozialdemo- kratische Arbeiterzeitung erschien, wenn auch mtter anderem Titel. 2)a5 Neue Wiener Journal übt an dieser Tatsache folgenbe Kritik: Lebhaft protestieren müssen wir, daß der Streikbeschluß von dem Parteivorstand der deutsclM Sozial­demokratie in Oesterreich in schnöder Weise gebrochen wnrde. Die Arbeiterzeitung ist nämlich am Samstag früh als ein- zige Wiener Tageszeitung erschienen. Sie hatte allerdings in aller Eile den Titel getvechselt und nannte sichMit­teilungen an die Arbeiter", enthielt aber nicht nur diese, sondern verschiedene politische Depescl^n und den ganzen Parlamentsbericht, wurde an die Abonnenten versendet und in den Trafiken verkauft. Dieser jesuitische ^Trick kann darüber nicht hinwegtäuschen, daß hier ein ganz unerhörter Mißbrauch der Gewalt vorliegt, der jedem Begriff von Treu und Glaiwen Hohn spricht. Wir hören, daß die Herre»» des sozialdemokratischen Parteivorstaudes persönlich diesen Bruch der Vereinbarungen angeordnet baben, was um so bedauerlicher ist, als sie doch am besten wissen sEen, ivas die bedingungslose Beobachtung der Solidarität gerade in so bewegten, entfcheidungsvollen Zeiten bedeutet. Mir erwarten, daß der anständige Teil der Arbeiterschaft gegen diesen beispiellosen Treubrruh protestieren und keinen Zweifel dan'iber lassen wird, wie enfft nnd nachdrücklich er diesen Streikbrnch seines Parteivorstandes mißbilligt.

Uach dem Streik.

' Berlin, 9. Febr. (WB.) Die aus Anlaß de» Streik» ergangenen einschränkenden Bestimmungen auf dem Gebiete de- Versammlurigtzwesen» sind wieder a»rfgehoben. Be­triebsversammlungen sind demgeinäß bi» arkf weiteres nicht mehr a»»zeigepflichtig. Versa»»nnlungen in denen öffentliche Angelegenheiten erörtert werden, kön»»en wieder -ugesassen iperhxy.