Ausgabe 
11.2.1918
 
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Dummer 35 Montag, den 11. Februar 1918 11. Jahrgang.

Die .,F!euc Tagrsrcilrrng" erscheint ieden Werltaz. Regelmäßige BeilagenSer Sa«er ans Hellen",Die SpimrSnbe". Kerugsprera: Bei den ^oitnmtalten Diccieirr,t>riu?i Äü. 2.40 hin u '.ritt noch das Bestellgeld: '-ei rcn -iloenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägeriobn. Anreigen: Grund',eile 2b Psg., totale 20 Anzeigen von auswans uerden oircch Bo machnahm» erhoben. E iüNnngsort Friedberg. HchrMleitnng «nd Llerlag Friedbsrq (Krisen), ^anaueki'tratze 12. Fern-precher 48. Psst- aeck-Lo:us Mt. 4853, l 'yta-nhfrt a. M.

Ile Unier:eichunu§ des Frlsdeusoertrages mit der Ukraine. 280ij0 Tonnen. -1- Dampfer und

3 Kegler versenkt. Eine Kaiserrede in Uad-Somburg.

iii&e i>ts KnMstnks mit Rchlmh.

sW^B) BF-st-LiLowsk, 16. UeSr. An der heutigen Sitzung teiSLe der Vor­sitzende der russischen Telsgation mit. das Nutztaud rr-ttev Verzicht auf die Unter­zeichnung eines formellen U-riedensver« träges den Kriegszustand mit DerttschlanV, Oesterreich-Ungarn, der Türkei und Bul­garien für beendet erklärt «nd gleichzeitig Befetzl zur völligen Dsmohilifiernng der russischen Streitlrafte an allen Fronten er­teilt habe.

Der deutsche Generalstak »======n==£== meldet:

W» K» Großes Harrptqrrartier. den 9. Febrnar. Amtlich.

Westlicher Krieasschauplrtz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprechi.

Nördlich von Passchendaele und westlich von Oppy machten wir in kleineren Infanteriegefechten Gefangene. Dts Vorfüh­len einer schwachen Erkundungsabteilung bei Fontaine les Croisilles löste beim Feinde auf breiter Front heftige Feuer- tätigkeit aus.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Am Osthange der Totes Lorraines hatte ein Handstreich gegen die feindlichen Stellungen nördlich von Ronvaux Erfolg.

Die französische Artillerie war in einzelnen Abschnitten zwischen Maas und Mosel tätig. Nördlich von Tivray wurden Amerikaner gefangen.

Oestlicher Kriegsschauplatz

Der Friede mit der Ukraure ist heute 2 Uhr morgens unter, jseichnet worden.

»

Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Eeneralquartirrrneister: Ludendorff.

Abendderrcht.

Verli«, S. Febr.. abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.

W. T. K. Großes HauptqrmrUcr, ders 19. Februar. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht,

An einzelnen Stellen der Frönt Artilleriekampf. In Er. kundungsgefechten wurden nahe an der Küste Belgier und Franzosen, nordöstlich von Ypern, sowie zwischen Cambrai und St. Quentin Engländer gefangen.

Heeresgruppen Deutscher Kronprinz rrnd Herzog Albrecht.

Im Maasgebiet, beiderseits der Mosel und in einzelnen Abschnitten nordöstlich von Nancy erhöhte Tätigkeit des Fein­des. Französische Erkundungsabtcilungen drangen in die Celle - Niederung vorübergehend in unsere Linien bei Men­dorf ein: in der Gegend westlich von Vlamont wurden sie unseren Hindernissen abgewiesen.

'T-

Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalquartirrmeister: Luden dar ff.

Abendbericht.

««»litt, 10. gef*., abends. (WTB. Amtlich.)' Von de» Kriegsschauplätzen nichts Neue». . '

| Der österreichische Generaistak jf - -- meldet' --

Wien, 9. Febr. (WTV,) Amtlich wird verlantbart:

Keiire Kampfhandlungen von Bedeutung.

Heute vormittags 2 Uhr wurde in Brest-Litowsk der Friede mit der ukrainischen Republik abgeschlossen.

Der Chef vcs Generalstaöes.

Wien, 10. Febr. (WTB.) Amtlich wird verlantbart:

Auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden und östlich der Brenta lebhafte Artillerietätigkeit.

Der Chef des Generalstabc-.

Das türkische Hauptquartier | meldet: -

i^

KonstanLinopel, 7. Febr. (WTB.) Amtlicher Heeresbericht. Keinerlei Ereigniffe von Bedeutung.

Sofia, 5. Febr. (WTB.) Generalstabsbericht.

Mazedonische Front: Westlich vom Prespa-See während des ganzen Tages Artillerwtätigkeit von wechselnder Stärke. An verschiedenen Punkten zwischen Wardar And Doiran ziemlich starke gegenseitige Feuerüberfälle. Oestlich des Doiransees und an der unteren Struma zerstreuten unsere Jnsanterieabteilun- gen durch ihr Feuer mehrere starke englische Erkundnngsabtei- lungen.

Dobrndschafront: Waffenstillstand.

*

Sofia, 6. Febr. (WTB) Generalstabsbericht. Mazedonische Front' Westlich von Bitolia, am Dobropolje und südwestlich vom Doiran-See war die Feuertätigkeit zeit­weilig stärker. An der übrigen Front mäßige Kampftätigkeit. Dobrndschafront: Waffenstillstand.

Sofia. 8. Febr. (WTB.) Generalstabsbericht.

Mazedonische Front: An mehreren Stellen der Front, be­sonders an der Ceroena Stena, im Osten des Dobropolje und im Südwesten von Doiran verstärkte sich zeitweilig das Artille­riefeuer. Auf dem Vorgelände östlich des Wardar und in der Strumacbene verjagten unsere Infanterieabteilungen mit Unterstützung der Artillerie mehrere starke englische Erkun- dungsaüteilungen.

Dobrndschafront: Waffenstillstand.

38000 Türmen.

Berlin, 8. Febr. (WTV. Amtlich.) Eines unserer Unter­seeboote, Kommandant Kapitänleutnant Reny, hat kürzlich im westlichen Teile des Aermelkanals und an der französischen Westküste acht Dampfer und zwei Segler mit rund 28 000 Vr.- Registertonnen versenkt. Vier Dampfer wurden aus gesicherten Eeleitzllgen herausgeschossen, darunter der englische Dampfer Arrino" (4484 Bruto-Registertonnen) und ein etwa 6000 Vrutto-Registertonnen großer Dampfer vom Typ der City- Linie. Zwei weitere Dampfer wurden vor Cherbourg versenkt, beide tief geladen, mit der Bestimmung nach Cherbourg, also höchst wahrscheinlich Kriegsmaterialientransporte. Zwei an­dere Dampfer, darunter der französische DampferUnion", hat­ten Kohlen für Frankreich an Bord. Von den beiden versenkten Seglern hatte der eine 315 000 Liter Rum von Martinique nach Bordeaux geladen, der andere englische Schoner Eisenerz nach Swansea.

Der Ches des Admiralstabs der Mariae.

4 Dampfer und 2 Segler.

Berlin, 9. Febr. (WTB. Amtlich.) Im Aermelkanal wur­den von unseren U-Booten bei stärkster feindlicher Gegenwirkung 4 Dampfer und 2 Segler versenkt. Sämtliche Dampfer waren tief beladen und bewaffnet. Die Segler waren die englischen SchoonerLouis Voll" undHenriette Williamfon".

Eines der Unterseeboote geriet am b. 2. nachts unweit der französischen Nordküste mit einem feindlichen Motorboot in ein Gefecht, in dessen Verlaus das Motorboot durch die Artillerie des U-Bootes mit hoher Wahrscheinlichkeit vernichtet wurde.

Der Chef de» Admiralstab* der Marine. , ^

Der Frieden mit der Ukraine.

Die Ukraine und ihre wirtschaftlichen Leistungen.

Die Grenzen der ukrainischen Volksrepublik, mit der wir sei/ heute in Frieden leben, sind noch nicht festgesetzt. Das von ihr beanspruchte Gebiet umfaßt, wie der deutsch-russische Wirt­schaftsausschuß schreibt. 456 000 Quadratkilometer und 29.7 Mil­lionen Einwohner. Die Bedeutung der Ukraine in landwirt­schaftlicher Beziehung kennzeichnen folgende Zahlen: An Wei­zen wurden im Jahre 1910 38 Prozent und im Jahre 1911 53 Prozent der Gesamternte der 50 Gouvernements des europäi­schen Rußlands gesammelt. Für Roggen betrug dieses Ver­hältnis in den beiden genannten Jahren 20 und 21 Prozent, für Gerste 46 und 49 Prozent, für Hafer 16 und 24 Prozent. In der Landwirtschaftserzeugung für industrielle Zwecke nimmt die Ukraine eine erste Stelle ein. So ist hinsichtlich der Zucker- rübenerzeugnng die Ukraine das Hauptgebiet Rußlands. In den Jahren 1910 und 1911 stammte die Ernte zu 83 bezw. 82 Prozent aus der Ukrairre. An Tabak wurden 28 Prozent im Jahre 1910 und 42 Prozent im Jahre 1911 erzeugt. Dabei ist die Ernte in Taurien nicht einmal berücksichtigt worden. In Bezug auf die Viehzucht weift die Ukraine den guten Durch­schnitt für das ganze Reich auf. Dagegen fehlt es dem Lande j vollkommen an Wäldern. Die Rohstofferzeugung in der Ukraine J hat für Rußland die größte Bedeutung. Es wurden im Donez- becken gewonnen in den Jahren 1911 1218 Millionen Pud Koh­len 306 Millionen Eisenerze. Der Anteil der Donezkohlen im Verhältnis zur Gesamtgewinnung in ganz Rußland unter Weglaffung des polnischen Kohlenbergbaugebietes aus im Jahre 1911 89 Prozent. Der Anteil des Donezeifens ist immer größer geworden, was die folgenden Zahlen beweisen: Er betrug in den Jahren 1905 63 Prozent, 1910 74 Prozent. 1911 72 Prozent. Das Vorhandensein von Kohle rechtfertigt auch die Annahme, daß mit der Zeit die chemische Industrie sich kräftig entwickeln wird. Es ist darauf hinznweisen, daß in der Kriegszeit infolge der Abwanderung der Fabriken aus dem bedrohten Gebiet zahlreiche Firmen nach dem Süden übergesiedelt sind, wo es ihnen in diesen Jahren schon gelungen ist. festen Fuß zu fassen. Als Beispiel können die großartigen Fabriken der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft in Charkow genannt werden. Auch viele andere Firmen haben sich in der Nähe des Donezgebietes niedergelassen.

Deutsche Presseftimmen.

DieDeutsche Tageszeitung" schreibt, durch den Fricdens- schlutz werde wahrscheinlich auch das Friodensbednrfnis ande­rer russischer Fremdvölker geweckt und gestärkt werden, nament­lich müsse jetzt das Verhältnis zu den baltischen Provinzen in einer für beide Teile befriedigenden Weise gelöst werden.

DieDeutschs Zeitung" sagt, der Sonderfriede marschiere, wir besäßen nun den handgreiflichen Beweis und ein Unter­pfand der kaiserlichen Zuversicht auf eine starke und sichere Zukunft des Vaterlandes".

DieKreuzzeitung" erwartet vor allem starke politische Wirkungen und schreibt dazu: Freilich darf man hoffen, daß diese noch stärker als im Westen im Osten fein werden. Wir haben schon darauf hingewtesen, daß die Aufrechterhaltung des Kriegszustandes mit Rumänien nach einem Friedensfchluß mit der Ukraine vollends sinnlos war. Aehnliches gilt für Nord- rußland. Dennoch ist bei dem Mangel jedes realpolitischen Sinnes bei den Bolfchewiki, bei ihrem doktrinären Fanatis­mus nicht abzusehen, ob sie aus dem Friedensfchluß mit Mx Ukraine die gegebenen Folgerungen ziehen. Man sollte aber meinen, daß die Volschewiki ihre kriegerischen Bedürsnisie jetzt auch im Kampf gegen die Völker des früheren russischen Reiches nachgerade bereits ausreichend befriedigten.

DieKölnische Zeitung" schreibt: Im Osten beginnt es zu tagen, dort, wo der große europäische Krieg ausgebrochen ist. erfolgt nun auch der erste Friedensschluß. Die Ukrainer, denen nach langem Schmachten untet dem moskowitischen Joch wieder einer neue schöne Zukunft winkt, werden das Zutrauen, daß sie den beiden Staaten Deutschland und Oesterreich-Ungarn bezeigen, nicht bereiten, Trotzki möge sich klar darüber werden, was es für feine wankende, im Kampfe mit der Ukraine, mit Kosaken, Rumänen, Polen und Finnländern nur mühsam be­hauptete Herrschaft bedeutet, wenn das an Schätzen reiche Grenzland, mit dessen Besitz die Großmachtstellung Rußlands steht und füllt, künftig unter dem Schutze zweier starker Erotz- mächte, die Rußland samt der ganzen Welt geschlagen haben, seine eigenen Wege geht."

Berlin, 9. Febr. Ueber den Friedensschlutz mit der Ukraine schreibt der oft amtlich unterrichteteBerliner Lokal.Anzeiger": Dem ersten Erfolge unserer Friedensliebe, der durch unsere Siege vorbereitet wurde, werden Über kurz oder lang weitere fol-