Grane Gefahren.
Roman aus der Gegenwart von M. Gontard - Schuck.
Nachdruck verboten.
Ka,»a zwanzig Minuten später stapfte der hägere, 'charfzüngige Timesmann durch die Tür.
Die drei Herren schienen sich genau zu kennen, denn der Neuangekoinmene warf sich ohne viel Umstände in einen Sessel.
«Also da wären wir! Na, also was wünschen die Herren? Was werden wir heute bringen?"
„Nichts!" 'chrie Sir Edward Donglas.
„Gut, also nichts! Schlimm für Sie, schlimmer kur wich!"
„Wenigstens beute noch nicht," lenkte Sir Edward Douglas ein. „Morgen wird sich alles geklärt haben. Wer werß, ob es so schlimm ist, wie die ersten Berichte melden."
„Es ill sogar noch viel schlimmer! Und daß wir nichts bringen, ist einfach unmöglich. Vergessen Sie denn ganz die anderen Blätter? Wenn nicht bis um zwei Uhr sämtliche Zeitniwen ihre Verhaltungsmaßregeln haben, dann werden Sie was erleben Die Morningpost hat 'nen scharfen Ver- treter drüben."
„Verdamrnt!" knirschte der Minister. „Also meinet-- wegen! Schreiben Sie, was Sie wollen!"
„Machen Sie 'nen netten, vorsichtigen Aufsatz fertig, Lee Bnce. Sie verstehen das ja," mischte sich Wrayson ein, „Nur verraten Sie nicht, daß uns deutsche Unterseeboote die- sen Sn eich gespielt haben. Es sind Minen gewesen. Minen die diese verdammten Deutschen in die neutralen Gewässer gestreut haben. Hängen L-ie ihnen bei dieser Gelegenheit gleich nockstvrdentlich eins an."
"Wird gemacht, Sir! Aber dann? Morgen, über, morgen, wenn die Wahrheit nicht mehr zu verbergen ist?"
"Sie muß zu verbergen sein. Wir werden Vorkehrungen treffen.^Mr. Holme," wandte er sich an seinen Sekretär, „geben ^-ie sofort die nötigen Anweisungen, daß von morgen ab brs auf weiteres. keine holländischen — überhaupt keine fremden Zeitungen ins Land gelangen dürfen. Koinmt es
kann spater oocy heraus, oann waren wir eben falsch berichtet. Man hat eben erst allgemein angenommen, es seien Minen gewesen."
Er sann einge Augenblicke vor sich hin. Eifrig rieb die Hand das glattrasierte Kinn.
„Wäre es nur einer, so könnte es eine Kesselerplosion gewesen sein. — Aber zwei — nein, das ist nicht gut möglich." _-
Der Telegraphenbeamte, der als stummer, aber auf. merksamer Zuhörer dabei gesessen hatte, fuhr herum. Der Apparat tickte.
Alle verstummten und sahen erwartungsvoll auf den Manu.
Noch mehr des Unglücks! dachte Lord Douglas. Oder folgte der niederschmetternden Botschaft eine freudige?
Dann war alles gut. Dann würde man in der Zeitung die gifte Botschaft an auffälliger Stelle in fettem Druck bringen und das Unglück mit den Kreuzern inöglickst versteckt.
„Eine Reutermeldnng: Unser geschützter Kreuzer
Glasgow ist gestern in den südamerikanischen Gewässern von eineni deutschen Kreuzer zusammengeschossen worden."
„Verdammt! ^ind diese Leute denn ganz und gar des Teufels!"
„Eine unangenehme Sache, Sir!" sagte Lee Brice trocken. „Wenn das so weiter geht, wird bald niemand mehr an unsere Unbezwinglichkeit auf dem Meere glauben."
Sir Edward Douglas stand in Gedanken versunken auf seinem Platze. Rosig schienen die Träume nicht zu sein, aie ihn umgaukelten, denn tiefe Sorgenfalten gruben sich in seine Stirn.
«Sie sagen gar nichts zu der Sache!" rief jetzt Wrayson zu ihm herüber.
„Ick»! Erlauben Sie! Sich über diese Sachen zu äußern, konrmt doch wohl vor allen Dingen Ihnen zu! Bin ich Marinen,inister? Zu was sind Sie denn da, Herr? Ist es meine Schuld, daß die Deutschen neuere und schnellere Unterseeboote haben als wir? Was gaben Sir mir immer für Antworten, wenn ich Ihnen riet, mehr zu bauen!
Kekanntmrrch«;ng
Marke „Hasst« .
Angeregt durch die immer mehr m die Erscheinung tretende Leder- knappbeit, hat die Stadtverwaltung Friedbern im Interesse der Bevölkerung die vorzüglich konstruierte und ausprobierte Wei- kard'sche bieg ame Holzhalbjohle -Marke Hassia" beschafft und läßt den zur Zeit vorhandenen kleinen Vorrat in den Schuhgeschäften von Ehrlich, WeckerUng. Heg, Opper, Spier und den Lederhandlungen von Lechstein und Eichel zum Verkauf bringen.
Die Verkaufspreise sind von der Erfatzsohlen-Eesellschasi auf 0,96 Mk. ,ür Größe Nr. 27—35, 3,18 Alk. für Größe Nr. 36—39, 1,40 Mk. für Größe Nr. 40—46.' festgesetzt.
Lriedberq, den 5. Februar 1918.
Der Bürgermeister.
2. V.: Damm.
Aufforderung.
Aus der Aktuar-Nauffchen Fe- vulrensttslung sind Unterstützungen zu vergeben und zwar sind bestimmungsgemäß zu verwenden aus den Zinserträgniffen:
% an hilfsbedürftige, kranke und altersschwache Verwandte der Familie Non;
8 /g an unverheiratete Töchter verstorbener Hejsischtr Aktuare und Amts^erirbts- schreiber:
*/g n:t Kranke. Altersschwache und arme junge Leute, die sich beruflich ausbilden wollen; in Betracht kommen hierbei nur Bewohner von Friedberg, Bad- Nauheim und Friedberg- Fauerbach.
Eeiuche um Berücksichtigung sind innerhalb vierzehn Dänen hrer cinzureichen, unter kurzer Dar- leguna der nc Heren Verhältnisse, bet Verwandten auch unter Vei- sugug eines behördlich beglaljbio-
ten Nachweises derVerwandtfchaft.
Friedberg, den 4. Februar 1918.
pn ÄorSaud drr Atiluiir-Nau'lchen iiiniliroffiffnug in Moder?.
Der Vorsitzende:
Kle berger, Pfarrer.
Freiwillige Bersteigerung.
Rechnung, den es angeht, gegen Barzahlung: } '
Mobiliarneaemtänve aller mt «?•<■ Betten, Kleider schränke, Spieael- ^»rante.^Wa!chkomnioven. NachtschrLnkc!,c», Vhaifelonaues, Tische, > Stuhle, Teppiche, Vorlagen, Läufer, Gardinen, Sofakissen, Spiegel, t Reciulatore, Garten- und Balkonmöbel, Bertikows, l Bnskett
1 Nahinaichine, 1 Nähtischchen, 1 Herren- und 1 Damenschreibtischf 1 Bogelkasig mit Ständer, l Trumea«, t Wäschemanacl, 1 Kovier-
1 Kinderwagen, Ga-- nnd elektrikche Bclcrch- Waschgarnitnren, Toilletteneimer, Wasserflaschen, Wassergläser, eiserne Bettstellen, ! grober und 1 kleiner
Küchengeräte und Porzellan. Z ro.e und ^ braune Plurchgarnituren, (Sofas und Sessels u>.o. sowie 3 vollständige Schlafzimmereinrichtnngen.
- = Versteigerung bestimmt. — —--
Nachmittag ^ 3 Schlafzimmereinrichtungen findet erst am Dienstag
HauptsachUch Unterjeeb-ivle! Ausgelacht haben Sie mich ,.Dre Deutschen mit ihren paar Schiffchen, was wollen uns "l?*"”* @te,mir das nicht oft genug geantivortet?
Daß die Schiffe der Deutschen besser sind, dafür haben Sie eben kein Verständnis!"
.. „Besser! Besser! Was macht das aus? Dafür haben ^ ^elfache Ueberzahl. Und dann unsere großen Schlachtschiffe; Wo bleiben da die Deutschen?"
M -c"^"0en Sie doch jetzt lieber, wo unsere'Schlachtschiffe bleiben. Wenn das so weiter geht, ist die Frage anqe- brachter. sagte Douglas giftig.
„Ich bin ein guter Engländer, meine Herren," nahm jetzt Lee Brice das Wort, der im stillen seinen Spatz an dem Wortwechsel der beiden Machthaber hatte, „ja, wie gesagt,' tch brn ein guter Engländer. Aber mir will bald scheinen, als hätten wir besser getan, uns mit diesen verdammten Deutschen zu verbinden, statt uns von ihnen unsere Schiffe in den Grund bohren zu lassen."
„Sind Sie des Teufels, Lee Brice? Mit 'den Deutschen verbinden? Das sollte Ihr Freund Northcliffe hören! Vergessen Sie denn ganz warum wir diesen Krieg führen? Wozu denn unsere jahrelange Arbeit? Mit den Deutschen verbinden! Wie kann ein Engländer auf den Gedanken kommen! Man könnte darüber lachen, wenn es nicht so ernst wäre. Sie werden schlvachköpfig, Verehrtester!"
„Na, lassen wir das heute," sagte Lee Brice leichthin. Er wollte es nicht mit den Gewalthabern verderben und war still, obgleich er manchmal seine eigenen Gedanken hatte.
,,^za, lassen wir das, Lee Brice. Sie haben vergessen, daß uns die Deutschen nicht mehr überall im Wege sind' Na, darüber sprechen wir ein andermal."
„Ich muß mich verabschieden, meine Herren. Es wird die höchste Zeit, daß die Blätter ihre Berichte bekommen.
eine Frage noch. Sir. Die Nachrichten aus Flandern uitd auch sonst von der Front sind nicht gerade erquickend. Es wird unser Mnem immer schwerer, die rechten Worte zu finden. Ich sehe schon den Tag nahmen, wo sie mir in unserm Geschäftshaus die Fenster einwerfem"
_ Forttetzunq folat.
Slhiveisemlirkt Echzell
wegen Mangel an Schweinen am 11. Februar aus.
Bad-Nauheim. den 7. Februar 1918.
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die unser Dorskirchenprediger einem kranken Knaben seiner Pfarrei zwecks Aufenthalt in einer Heilanstalt zuwenden will, sind bis jetzt
etngegangcn: x J
Fritz und Elisabeth Ulrich, hier 3.— - Bahnhofswirt Schwems- berg, hier 3.—,- Pfarrer Kleberger und Frnn, tyrr ; #yrau Hake, hier 3.— ; Ph. Dan. Kümmich, hier 2.—; Frau Ooerstl. Mooß. hier 5.— ; H. Mickel. Offenheim 2.—; chean Kogler, hier 1.— ; Karl Velten. Wölfersheim ; Me- drzmalrat Dr. Nelbel, hier 5.—- Friedr. Streckfuß. hier 2.-; B' Fauerbach v. d. H. 3.— ^ Karl Scriba hier 2.-.- Freistau v. Schenk 5.—; Ungenannt, Ruppertsburg 2.—; S. M.
H. 5.—; R. v. Helmolt. Fauerbach 3.— ; Stadtrat Phillippi. Fauerbach 2-; Wils). Kirchhof, hier 2.-; Frau Karl Bopp Wwe, Friedberg-Fauerbach 2.—; Konrad Schuck, Mwe, Dortelweil 1.—; W. L.,F.2.—Ungenannt 5.—; O. H., Friedbergs.— Zusammen 69.— Mk.
Den Gebern herzlichsten Dank, aber es fehlen immer noch viel oi 1 “ 4 !w ^^rk. deshalb bitten wir um weitere Gaben. Unsere Aufsätze ..Aus meiner Dorfkirche" haben doch gewiß vielen unserer Leser sckon erbauliche Stunden bereitet, gebt zum Danke dem Pre- diger eine kleine Gabe zu dem edlen Zweck.
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