Ölmotor geschaffen war, griff die Liarineverwaltimg sofort -u. Der erste überhaupt in Deutschland gebaute Petroleum-Motvr -ohne Benzin-Anlaßvorrichtung war der von „U. 1". Später etwa vom Jahre 1910 ab, wurde der inzwischen durckgebittxte Diesel-Motor allgemein e'mgeführt.
Andere Marinen hatten freilich früher den U-Boots-Bau in Angriff genommen, zuerst die französische. Wie aber war die Lage bei Ausbruch des Krieges? Frankreich besaß etwas über ein halbes Hundert fertiger U-Boote, eine bunte Mnsterkarte der verschiedenen Typen als notwendige Folge der ewig schwanken» den Baupolitik. Nicht viel besser stand England da, obgleich es rein zahlenmäßig Frankreich schon Überbolt batte. Die englische Marine zählte nämlich ungefähr ' fertige U-Boote, von denen jedoch etwa vier Fünftel wenrg leistungsfähig oder ganz veraltet waren. Deutschland aber stand mit 28 fertigen und, vielleicht mit Ausnahme der ersten drei, hockseefähigen Booten ay der Spitze, eine Stellung, die es bis jetzt festzuhalten verstanden hat. Darüber kann es doch nur eine Stimme geben, ebenso wie darüber, daß dieser Erfolg mir der allerdings vorsichtigen, aber mit großem technische?n Geschick und mit unbeirrbarer Zielsicherheit durchgeführten BaupoUtik zu danken ist.
Ob es möglich gewesen wäre, frühzeitig mehr U-Boote zu bauen, insbesondere ob das Reichs-Marme-Amt imstande gewesen wäre, die Bewilligung der dazu erforderlichen Gelomit- tcl vom Reichstage zu erlangen, ist eine Frage, die sich mit Sicherheit jetzt kaum mehr bsan. orten lägt. Es ist jedoch die Befürchtung nicht von der Hand zu weifen, daß eine Förderung des U-Boot-Baues nur durch entsprechende Zurückstellung des Baues anderer Scknffsklassen, vor allem der Linienschiffe, der Großen Kreuzer und der Torpedoboote, zu erreichen gewesen wäre Das würde aber ein verhä.'gmsvoller Fehler gewesen sein. Ohne einekampfkräftig^ Hochfee-Flstte, die unsere Küsten und Stützpunkte schützt und für den Kleinkrieg den unentbehrlichen Rückhalt schafft, wäre der -Boots-Krieg überhaupt nicht " ttch. Unsere U-Boote wären gar nicht in der Lage eusm- - weder tn der Nordsee noch rn der Ostsee, wenn unsere 'lotte nicht die feindlichen Streitkräfte in achtungsvoller Entfernung hielte. Und was die Torpedoboote anlangt, auf die Herr D.r. Struoe es besonders abgefchen zu haben scheint und von denen Admiral Ealster in seiner Schrift sagt, daß ihre Masseuverwendung in der Tagschlacht ein überwundener Stoud- punkc sei, so ist es doch wohl jedem Einsichtigen klar, daß gerade .der Masieueinfatz von Torpedobooten in der Seeschlacht am Skagerrak eine ausschlaggebende Rolle gespielt hat. Zu einem solchen Auftreten in der Seeschlacht sind U-Boote ihrer inneren .Wesensart nach gar nicht befähigt.
Wir haben also alle Ursache, dem Großadmiral -ion Tirpitz dankbar zu sein, daß er zunächst an der Durchführung des ,Flottengesetzes eisern festgehalten hat.
Eine bemerlreusmerte Wandtuua.
Zn einer Kriegszielbetrachtung der „Frankfurter Zeitung" finden, sich folgende Sätze:
„Wir wollen und werden, wenn die Stunde gekommen fein wird, nur den Frieden schließen, der uns frommt, dem deutschen Volke einen Ersatz für die freudig gebrockten Opfer gewährt und es vor gleichen Gefahren in Zukunft schützt . . . Wir können «ns auch nicht denken, daß die theoretische Verwerfung aller Annexionen, die in den Programmen einiger politischer Parteien enthalten ist, die nationale Einheit in dem großen Augenblick unseres Sieges sollte gefährden können. Der Krieg hat uns sehr viel Neues über uns und unsere Stellung in der Welt
gelehrt.-Sollte da wirklich eine irgendwann oder irgend.
.wo beschlösse Plattform Deutsche verhurdern, ihrem Vaterlands Gebiete anzugliedern, deren Besitz aus nationalen und politischen Gründen wünschenswert wäre?"
Jedes Mitglied der Vater landspartei faim diese Aussüh- ' ' ,eu in der „Frankfurter Zeitung" die ein treffendes Urteil ,c die Friedensentschließung des Reichstages vom 19. Juli rhalteir, Wort für Wort unterschreiben.
Ebenso verhält es sich mit einem Aufsatz des „Berliner rgeblattes", in dem die Notwendigkeit begründet wird, Ant- ^rpen für das Deutsche Reich politisch in Besitz zu nehmen. . n dem Aufsatz heißt es u. a.:
„Geographisch ist Antwerpen ein belgischer Hafen, handels- " Misch aber seil langer» ein deutscher. Wenn man den Ant- »oetpener Hasen entlang fährt, gewinnt man sofort den Eindruck, daß es deutscher Handel und deutsche Schiffahrt sind, die hier dominieren. Während wir Belgien und seinen Hafen durch unsere wirtschaftliche Expansion einen großen gewerblichen Aufschwung schufen, haben andere Nationen sich bemüht, das belgische Volk zu seinem eigenen Verderben mit politischen und nationalistischen Argumenten gegen uns einzunehmen. Daß die Belgier auf diese Verlockungen kurzsichtig eingegangen sind, werden sie wohl bereits bereuen. Für uns aber hat die Eroberung Antwerpens die Bedeutung, daß wir einen Hafen, dessen wirtschaftliches Wachstum schon bisher dem deutschen Handel zu danken war, nun auch politisch in Besitz nehmen."
Die Ausführungen der „Frankfurter Zeitung" stammen ®om 12. März 1915, die des „Berliner Tageblatt" vom 10. Oktober 1914. Beide haben also, meint der „Deutsche Kurier", dem wir diese Auszüge entnehmen, gewaltgi umgelernt, leider ln der falschen Richtung. Auch dem jetzigen Obermiesmacher «nt> Verzichtprediger Erzberger haben wir ähnliche Wandlungen während der drei letzten Zahre nachgewiesen.
Gegen die Finirlrfitrter Zeitimg.
Berlin, 6. Febr. Die Fraktionen der Fortschrittlichen Volks- pariei des Reichstages und des preußischen Abgeordnetenhauses haben in ihrer gemeinsamen Sitzung vom 4. Februar 1918 einstimmig folgende Erklärung zu der in der vorigen Woche von einem Teile der Arbeiterschaft vorgenommenen Arbeitseinstel. llurg beschlossen: „Die Fraktionen verurteilen aufs schärfste, daß unter den gegenwärtigen Berhällnissen zur Verwirklichung politischer Forderungen das Mittel der Arbeitseinstellung gewählt worden ist, die das Wohl des Vaterlandes bedroht und die Bemühungen für Frieden und Fortschritt nicht fördert, sondern
stört. Sie bedauern insbesondere auch, daß die Beveittvilligkeit der Negierung, zweck» Beilegung der Arbeitseinstellung mit Abgeordneten und gewerkschaftlich organisierten Arbeitern zu verhandeln, an der ablehnende« Haltung radikaler Elemente gescheitert ist. Die Fraktionen geben der Erwartung Ausdruck, daß die Regierung und die zur Durchführung einer volksfreundlichen Politik entschlossenen Parteien unbeirrt für die schleunige Erfüllung der berechtigten Forderungen des Volkes sorgen und allen Hemmniffen mit Enlschiedenhett entgegentreten werden."
Diese Erklärung richtet sich gegen die „Frankfurter Zeitung", die sich bekanntlich auch in der Streikftage von dem deutschen Bürgertum abgesondert mrd auf die Seite der roten Internattonale geschlagen hat. Ziemlich geknickt schreibt des seligen Sonnemanns Organ: Im übrigen bedauern wir, daß die Erklärung der volkspartrittchen Fraktionen nicht etwas ausführlicher geraten ist, denn es wäre zum Thema doch wohl noch mancherlei zu sagen gewesen. Die Erklärung wird in der Fassung schwerlich dazu Helsen, die verworrene parlamentarische und politische Lage zu erleichtern. Dazu aber hätten die Fraktionen besorrders nach der bedenklichen Auslassung der „Freisinnigen Zeitung" allen Anlaß gehabt, um nach den Worten des Abgeordneten Wiemer auf dem Kasseler Bezirksverbandstag dahin zu wirken, daß „die Solidarität des deutschen Bürgertums und der deutschen Arbeiterschaft durchgeführt" werde.
Schön gesagt!
Die Sonne maiM-Nachfolyer in Frankfurt wollen der Stadt Fra.tt'urr zum äußeren Zeichen der Gesinnungsgemeinschaft mit den Roten ein ganz radikales Wahlrecht mit allen Schikanen (Frauenstimmrecht ufw.) bescheren. Was würden die alten Frankfurter, die sich zum großen Teil von den demokratischen Phrasen betören ließen, zu einem solchen Wahlrecht sagen, das den „Hergeloffenen" die Leitung der Geschicke der Stadt ganz in die Hände spielen würde. Die preußische Regierung will aber nicht recht an die Sache heran und die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" gibt bekannt, daß sich die Stadt Frankfurt noch eine Weile gedulden müsse. Das gibt wiederum der „Volksfttmme" Veranlassung zu folgender Gedankenblüte: „Wenn sich nur die Regierung und die Junker nicht irren. Daß eines Tage? doch der Teufel kommt und sie alle holt." ,
Dsrn-AsZercheir». llrrterofftzrer August Becker, beim Ip- faaterie-Reguncm Nr. 1G3, welcher schon seit Kriegsbeginn im Felde steht, wurde mit d«n Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Die Hessische Tapferkettsmedaille besitzt er schon. Wir gratulieren!
der ^erinat.
FC. Aus Hessen, 5. Febr. Das Eroßherzogliche Ministerium hob auf Widerruf für die Dauer des laufenden Jahres mit Ausnahnw der Monate April, Mai und Juni die Schonzeit für weibliches Rotwild auf.
FC. Frankfurt am Main, 6. Febr. Diebe brachen in das Weißwarengeschäft von Messerschmidt ein und plündetten den Laden fast gänzlich aus. Der Schaden beläuft sich auf etwa 30 000 Mark.
(FC. Frankfurt am Main, 6. Febr. Am heutigen Arbeits- pferdemarkt waren 140 Pferde aufgetrieben. Die Preise für sämtliche Pferde waren enorm hoch. Sie übertrafen die der letzten Märkte um bedeutendes. Zu Marktbeginn war das Geschäft schleppend, am Schluß flott. Vorwiegend waren die Landwirte der Ilmgegend Käufer. Schlachtpferde waren nicht angetrieben. Der Markt wurde geräumt.
FC. Frankfurt am Mai», 5. Febr. Von dem hiesigen Schöffengericht war der Kaufmann Philipp Weil aus Mainz wegen Preiswuchers an Rübensaft zu 2000 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Die Strafkammer sprach ihn auf Grund erneuter Spesen- und Risikoberechnung ftei.
FC. Vom Main, 5. Febr. Am Bahnhof Oberuburg nahm die Gendarmerie verschiedenen Hamsterern zwei Zentner Schinken, einen halben Zentner Bohnen, 30 Pfund Mehl, 20 Pfund Zwiebeln und zehn Pfund Dörrobst ab. Die Lebensmittel, die nach Frankfurt bestimmt waren, wurden beschlagnahmt.
FC. Vom Taunus. 6. Febr. Die Mühle des Mühlen- besitzers Karl Bott in Niederauroff wurde auf Deranlassung des Revisors der Reichsgetreideftelle wegen Unzuverlässigkeit im Verkehr mit Brotgetreide geschlossen.
Aus Starkenburg.
Darmstadt. (Fleifchbeschlagnahme.) Im hiesigen Hauptbahnhof wurde wieder ein für eine hiesige Firma bestimmter Waggon frisches Fleisch beschlagnahmt, doch sind Verhandlungen wegen der Freigabe im Gange.
FC. Pfungstadt, 5. Febr Der Gemeinderat beschloß die Besoldung der städtischen Beamten und Bediensteten weiter zu erhöhen in Anbetracht der anhaltenden Teuerung, Die Zulagen betragen für die unteren Gehaltsstufen 40 Prozent, für dir mitteler«: 30 und für die höheren 20 Prozent. 14 000 Mk. wurden insgesamt für die Aufbesserung bewilligt.
FC. Hahn bet Pfungstadt, 6. Febr. Der vor einigen Wochen vom Dach des hiesigen Schulhauses abgestürzte Schornsteinfegerlehrling Adam Zissel von hier ist nunmehr den Verletzungen erlegen.
Auerbach a. d. Bergstraße. Der Verband Hessischer Verkehrs- vereine, als dessen Vorort der Verkehrs-Ausschuß der Bergstraße in Auerbach-Hessen K. Zt. im Amt befindlich ist, bearbeitet die Zusammenstellung einer Lichtbilderserte des Großherzogtunis Hessen mit einem dazu gehörigen Bortrag. Dem Verbände gehören etwa 40 der wichtigsten Städte, Bäder und Luftkurorte des Hessenlandes als Mitglied« an. Di« Lichtbtlderferie soll jedoch nicht auf die Mitglieder der Verbandes beschränkt bleiben, sondern auch auf Orte ausgedehnt werden, die nicht Mt-,
glicber des Verbandes sind, um ein geschlossenes Ganzes zu- sainmenstellen und um die landschaftlickren Schönheiten des gan* zen Landes im Bilde vorführen zu können. Die Bilder solle» sich auch auf Darlegungen aus der Industrie, Heimarbeit, unter Denkmalschutz stehende Anlagen, Trachten und kultureller Art erstrecken. Die Bilder werden durch den Bund Deutscher Ver» kerhrsvereine resp. die Deutsche Lichtbildgesellschaft in Berlin in Lichtbildtheatern des Inlandes und des verbündeten und neutralen Auslandes, Verkehrsvereinen, Volksbildungsoereinen-, Burger- und Lesevereinen, Kommunaloereinen, Hochschulen usw. vorgeführt. Die Beteiligung verursacht nur ganz geringe Kosten und werden alle Orte des Hesssnlandes, die sich zu beteiligen wünschen ersucht, sich wegen aller Einzelheiten an den Verband Hessischer Verkehrs-Vereine in Auerbach-Hessen zu wenden.
Aus Rheinhessen.
FC. Alzey, 5. Febr. Bei der stattgehabten Neuverpachtung der Feldjagd in hiesiger Gemarkung auf weitere neun Jahre wurde die Jagd zum jährlichen Pachtpreise von 9500 Mark dem seitherigen Pächter, Fabrikant Ilbert Sturm in Wiesbaden zngefchlagen. Bisher betrug der Jahrespachtpreis 8870 Mark, Ans Hessen-Nassau.
FC. Wiesbaden, 6. Febr. Der Kriegsinvalide Julius Har.' ter in Höchst am Main wußte, daß der Manu der Landwirts» ehefrau Wagner in Unterliederbach als vermißt gemeldet war. Er ging deshalb hin und erzählte der trostlosen Frau, daß er Gelegenheit gehabt, ihren Mann, der in der Schweiz interniert, zu sprechen und mit ihm noch in Verbindung stehe. Da er die Reise nach Höchst ihretwegen unternommen und 21 Mark Auslagen gehabt, wie er angab, wurden ihm bereitwilligst 25 Biark vergütet. Die ganze Sache stellte sich später als Schwindel heraus. Die Strafkammer nahm Harter in eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. Das Gericht sah die Sache sehr milde an, da Harter, der beretts mit Zuchthaus besttaft, sich bei Kriegsausbruch diefcrhalb nicht stellen tonnte, aber nichts unversucht ließ, zu dienen. Er hatte sich unter dem Namen Herzog bei den 115er gestellt und im Felde einen Arm verloren.
■ Später wurde aber die Feststellung gemacht, daß er unter falschem Namen gedient. Dies kam strafmildernd in Bettacht.
FC. Wiesbaden, 6. Febr. An einem Novemberabend vorigen Jahres fand die Eheftau des im Felde stehenden Kellners Wilhelm Wtttenburg am hiesigen Hauptbahnhof eine schwarze lederne Damenhandtafche, in der sich Brot- und Lebensmittelkarten befanden. Sie lieferte den Fund nicht ab, tauschte aber die Brotkarten m Reisebrothefte um und gab sie beim Broteinkauf ab. Auf die Lebensmittelkarten, die bei der Firma Aug. Engel eingetragen waren, versuchte sie die fälligen Spezereien zu erheben, nachdem sie den Namen des Karteninhabers fein säuberlich wegradiert und ihren eigenen Namen darauf gesetzt hatte. Dre Fälschung wurde bei Engel sofort entdeckt und e« erfolgte Anzeige. Wegen Unterschlagung und Fälschung einer ösienttichen Urkunde erkannte die Straftammer auf zehn Tag« Gefängnis gegen Frau Wittenburg.
FC. Wiesbaden, 6. Febr. Festgenommen wurde hier der aus der Heilanstalt Alzey entsprungene gefährliche Geisteskranke Ernst Müller aus Worms, sodann der Einbrecher August Stieglitz von hier, der vor einigen Wochen aus dem hiesigen Gefängnis ausbrach Ferner wurden fcstzenommen die Eheftau Wilhelm ine Fries von hier, die in letzter Zeit Stellen als Monats- ftau angenommen hatte und nach kurzer Tättgkeit unter Mitnahme von Stiefeln und Schuhen verschwand. Im ganzen soll sie 40 Paar Schuhe gestohlen' haben, die sie dann auf dem Lande verkaufte oder gegen Lebensmittel eintauschte. Weiler der Hilfsmonteur Karl Baumann aus Biebrich, der wegen Diebstahl steckbrieflich verfolgt war. Schließlich zwei junge Burschen, die in den letzten Wochen die Diebstähle von Messingteilen an Treppengeländern verübt hatten.
FC. Weilbnrg, 5. Febr. In Runkel gelang es der Gendarmerie mehrere Mehlhamsterer aus Solingen und Ohligs abzufassen, die einen Zenker Mehl gegen Wucherpreise hier eingehamstert hatten.
FC. Oberlahnstein, 6. Febr. Elf junge Burschen von hier wurden in Untersuchungshaft genommen, weil sie dringend verdächtig sind, die vielen Diebstähle, die in letzter Zeit hier vorgekommen sind, ausgeführt zu haben. Gestern wurden weitere sechs Beteiligte von der Arbeitsstelle inhaftiert.
FC. Oberlahnstein, 5. Febr. In die hiesige katholische Kirche hat sich nachts ein Dieb einschließen lassen und dann die Opfer- kästen beraubt.
FC. Riederlahnstein, 6. Febr. Als gestern Vormittag ein von Köln kommender Personen zug hier einlief, machte das Zrrg- perfonal die Entdeckung, daß in den Abteilen der ersten und zweiten Klasse der Plüschbezug von den Sitzplätzen kunstgerecht herausgeschnitten war. Von den Dieben fand man keine Spur.
FC. Branbach, 5. Febr. Ein Arbeiter aus Becheln erlitt an der Kleinbahn hier in der Nähe enden Unfall. Auf dem Transport nach Haufe verstarb er an den erlittenen Verletzungen.
FC. Eschwege, 6. Febr. Für den Zentner Tabak werden jetzt 94,50 Mark bezahlt, ein Preis, der noch nie erreicht wurde. Infolge dieser hohen Preise ergießt sich jetzt in die Tabak bauen- * den Dörfer der Umgegend ein wahrer Geldstrom. Auf einzelne Dörfer kommen etwa 100 000 Bkark fiir Tabakeinnahmen.
Jrtnt»»«rtUi!ri|tt SÄSSÄÄ’Ä-i
Offene Stellen:
1 Knechtefamilie, 1 Schwemesütterer, 2 Verwalter, 2 Knechte 1 Milchfahrer, 1 Tagelöhner, 6 Schreiner. 9 Dienstmägde, mehrere Feldmadchen, 5 Hausmädchen, 1 Köchin, 2 Haushälterinnen,
1 Vertäuferin und 2 Lehrmädchen für Luxus-und Spielwarettdranche.
Stellenfuchende:
Mehrere Melkerfamilien und ledige Melker, 2 Fräulein für Büro, perfekt in Stenographie und Maschinenschreiben, 8 Fräulein für Näharbeiten oder dergl., 3 Frauen für Küche, 1 Köchin in großen Betrieb.
Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg; für den Anzeigenteil: R. H e y n e r a Friedberg. Druck und Verlag der »,Neuen Tageszeitung", A-G., Friedberg i. H.


