Ausgabe 
8.2.1918
 
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Eli! MM? »ilchtt TlüMsiIrmpiOWiM ttrrfrutit.

Rücktritt des österreichischen Ministeriums. Eine Rede des Grafen Andrnssy. Die erwlilche

Thronrede. Die inneren Kümpfe Unstiands.

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Der deutsche Generaistab - meldet:

W. T. D. Gvotzes Aanptqnartiev» den

V. Febrimr. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Nahe cm der Küste am Nachmittag Artilleriekampf.

Von einenr Vorstotz westlich von Zandvoorde und aus Vor­feldkämpfen im Artois brachten Jnfanterieabteilungen Gefan­gene ein. Die englische Artillerie war ant Abend zu Leiden Sei­ten der Scarpe und westlich von C a m b r a i wieder tätig. Ein französischer Vorstoß in der Champagne scheiterte. Im Maasgebiet hielt die Artillerietätigkeit im Anschluß an eine süd­westlich von Ornes erfolgreich durchgeführte Erkundung tags­über an.

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Dizefeldwebel Etzvein schoß in den letzten drei Tagen sechs feindliche Flugzeuge ab.

«

Von den anderen Kriegssch? 'ätzen nichts Neues.

Qtv Generalqn^ i rn.erster: Ludendorff.

Abend? ericht.

Berlin, 7. Febr., abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kricgs- fchauplatzen nichts Neues.

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Der österreichische Genernlstab

Wien, 7. Febr. (WTB.) An- uch wird verlautbart: Keine besonderen Ereignisse.

Der Chef des Generalstabe».

Das türkische Hanpignartier j - meidet: =J

Konstantinopel, 6. Febr. (MTV.) Amtlicher Tagesbericht. An der Palästinafront wurde ein feindlicher Patrouillen­vorstoß an der Straße JerusalemNablus abc "wiesen. Sonst nichts von Bedeutung.

H-6oot-Dente.

BeNm, 6. Febr. (WTB. Amtlich.) Im Aermel-Kanal fie­len unseren rastlos tätigen Unterseebooten fünf Dampfer, eiu englischer Segler und ein englisches Fischerfahrzeug zum Opfer. Die Damprer waren fast durchweg tief geladen. Einer von ihnen wurde öuf dem Wege nach Cherbourg aus starker Fisch- dampfcrsicherung herausgeschossen. Er hatte offenbar Kriegs­material geladen.

D-r Chef des Admiralstabs der Marine,

Der auf dem Wege nach Cherbourg mit Stückgut versenkte Dampfer der französischen Regierung führt der französischen Regierung wieder einmal den Ernst der U-Bootr. ickung vor Augen. Frankreich, das bis zum Kriege stolz mar. auf eine große Brot^etreideeinfuhr verzichten zu können, ist infolge des Arbeitermangels. dec Aushebung von Pferden und der Be­setzung der Grenzprovinzen in eine immer stärkere Abhängig­keit von der überseeischen Zufuhr geraten. Der Rückgang seiner Anbaufläche für Brotgetreide wird auf dreißig Prozent ge­schätzt. Die ZeitungLe Pays de France" schrieb am 6. Dezem­ber v. I., daß die französischen Seehäfen j?tzt zweimal soviel Kohlen, und zwölfmal soviel Getreide importieren müßten wie im Frieden. Deshalb stößt unser ll-Boc-tkrieg auch an dieser Stelle auf brüchigen Boden. Kein geringerer als Charles Roux, der Präsident der Compagnie Generale Transatlantlque erllärte am 29. Dezember v. I. imSemaphore de Marseille", daß unsere U-Boote die erfolgreiche Kriegführung der Entente in Frage stellten. Eine halbe Million DruLtcregistertonuen oder ein Fünftel seiner gesamten Flotte hätte Frankreich im vergangenen Sommer verloren.

Fucht m -euNen landiiimiifm.

Karlsruhe, 7. Febr. Die Schweizer Depefcheninformatwn berichtet: DerFigaro" glaubt feststellen zu können, daß die dem Verband durch die U-Boote zugefügten Verluste sich in den letz­

ten Tagen vermindert hätten. Aber er schreibt die Verminde- j rung einer Tatsache zu, die 'ihm viel mehr Besorgnis ^einflöße. ! Nach ihm sollest die deutschen U-Boote auf ihren Stützpunkt zu- \ rückbefohlen worden sein, weil sie durch die nunmehr fertiggestell- i ten Tauchkreuzer ersetzt werden sollen. Diese Tauchkreuzer, die j noch vor Ende 1917 hätten fertiggestellt werden sollen, seien erst jetzt seetüchtig geworden. Man werde sich also jetzt auf das als­baldige Erscheinen dieser Tauchkreuzer mit weitreichendem Ak­tionsradius gefaßt machen müssen. Jedenfalls würden sie auch wesentlich größer sein. Wenn sie in Flottillen vergehen, so würden sie nicht nur den Handelsschiffen, sondern auch den

: Antransporten aus Amerika höchst gefährlich werden.

Ein amerikanischer Truppentransporldampser torpediert.

Haag, 7. Febr. Die Kritische Admiralität teilt mit: Der DanipferToscama" von der Anchor-Linie ist in der Nacht vom 6. auf den 6. Februar an der irischen Küste torpediert worden. Der Dampfer transportierte Truppen aus den | Vereinigten Staaten. An Bord befanden sich 2637 Per- scnen, wovon 2187 gerettet wurden, nämlich' 76 Offiziere, 1635 Mannschaften, 16 Schiffsoffiziere und 125 Mann der Besatzung, sowie drei Passagiere und 32 andere Personen, worüber noch Einzelangaben fehlen. Sämtliche Ziffern der Admiralität find nur annähernd (!)

*

Bern, 7. Febr. LnitDepöcke de Lyon" Ist das- franzö­sische PatromllenschnfGouland" am 11. Januar von einem U-Boot versenkt worden.

Verlorene Dampfer.

Rotterdam, 6. Febr.Maasbode" meldet: Der

brasilianische SeglerSorocaba" wurd? in unlenkbarem Zustande verlassen. Die Besatzung ist geratet. Das Schlepp­bootWilliams Carrol" ist in Brocken gesunken. Der englische Segler ..Cumberland Lasste" (320 Br.-R.-T.) ist ge­strandet und wrack geworden. Der amerikanische Segler ..Monitore" (955 Br.-R.-T.) ist mit einer Ladung Holz ans Westafrika gesunken. Der französische SeglerTigoro" ist gestrandet und wrack. Der französische SeglerMesange" ist nach einem Zusammenstoß gesunken. Der englische DampferGreenhill" (I960 Br.-R.-T.) .ist gesunken, der amerikanische DampferTuscarora" (238b Br.-R.-T.) ist ge­sunken, der amerikanische'DampferEdeavor" ist gesunken, der amerikanische SeglerAndrew Hicks" (303 Br.-R.-T.) ist gesunken. Ter SeglerMaggie A. Howlett" ist durch Explosion vernichtet worden. Das SchleppbootRoger Wil­liams" ist gesunken. Der englische SchonerSeth" (216 Br.- R.-T.) ist gesunken, der englische DampferLabuan" (327 Br.-R.-T.) ist nach einem Zusammenstoß mit einem ^ norwegischen Dampfer gesunken. Der amerikanische Damp- -n-George N. Orr" (2872 Br.- R.° T.) ist gestrandet und wrack geworden. Das amerikanische SchleppbootFair Hope" ist gesunken, der SeglerInga" ist auf See von der -Besatzung verlassen worden. Der SeglerMahukona" (738 Br.-R.-T.) ist wrack geworden. Der japanische Damp- ferNaha Maru" (962 Br.-R.-T.) ist auf eine Klippe ge­laufen und gesunken, der DampferCamellia" (3157 Br.- R.-T.) wird vermißt. Der DanipferMaverick" (1561 Br.- R.-T.), auf dem Wege von Manila nach New-Orleans, wird vermißt.

Maasbode" meldet weiter: Der DumpferGrendilla" (4171 Br.-R.-T.) ist beim Kap Data auf einen Felsen aus­gelaufen und ist Ivahrscheinlich verloren. Der schwedische SeglerCourli" ist nach einem Zusammenstoß aufgefahren und gesunken. Der schwedische SeglerPilgrim". ist ge­strandet.

900066 Mann Ut einem Jahre.

Amsterdam, 7. Febr. (WTB.) DemAlgemeen Handels- blad" zufolge schreibt Lovat Fraser in einem offenen Briefe an den Staatssekretär für den Krieg, der in derDaily Mail" veröffentlicht wird, der englische Generalstab habe jetzt zugege- , bcii, daß die briiischen Verluste im vorigen Jahre allein 909 000 1 Mann betrugen.

lliH'limitHHiifii ilii der italifiiiffljeit front.

Zürich, 0. Febr. Der Militärkritiker desSecolo" meldet, daß sich an der Front wichtige Ereigniffe vorbereiten und daß dort große Erregung vor einer neuen feindlichen Offensive be­steht.

DerCorriere della Sera" meldet: Der Belagerungszustand ist auf die Kriegsindustriezone von Padua ausgedehnt worden.

In den Provinzen Ravenna, Ferrara und Forli sind die Arbei­ter militarisiert und den militärischen Kommandobehörden un­terstellt.

Die Entente und Rumänien.

Gens» 6. Febr. Westschweizer Blättern zufolge weigern sich Pariser Bankkreise seit Montag, rumänische Schecks und Zah­lungsanweisungen einzulösen. Zm Preßbureau des Ministe­riums des Aenßern erklärt man, keinerlei direkte Nachrichten aus Jassy zu haben. An der Pariser Börse waren am Dienstag alle Notierungen für rumänische Papiere gestrichen.

Eine englilche Thronrede.

Haag, 7. Febr. Aus London wird gemeldet: König Ge­

org hat am Mittwoch abend die Parlamentssitzung mit folgen­der Rede geschlossen:

Seitdem ich das letzte Mal das Wort an Sie richtete, haben große Ereignisse stattgefunden. Wenige Wochen nach meiner Rede beschlossen die Vereinigten Staaten von Amerika, sich an die Seite unserer Bundesgenossen zu stellen zur Verteidigung der Prinzipien von Recht und Freiheit. Die Tatsache, daß sie sich in den Kämpf stürzten, was von anderen neutralen Landern auch befolgt wurde, hat die gesamte zivilisierte Welt in einen Bund der Nationen gegen die gewiffenlosen Angreifer vereinigt. Dies hat unseren Massen neue Kraft gegeben und neues Ver­trauen iu den endgültigen Sieg unserer Seche. Auf der an­deren Seite ist Rußland, das durch innere Spaltung beunruhigt wird, nicht imstande, seinen Teil der Aufgabe der Alliierten r.ijtzu tragen. Die .Unterhandlungen, die es mit dem Feinde er­öffnet hat, haben aber mitgewirkt zum Beweis, daß die Begier­den, die den unglückseligen Krieg hervorgerufen haben, noch im­mer ungeschwächt dastehen. Diese tragischen Ereigniffe haben dazu beigetragen. die Bürde der anderen Alliierten zu vergrö­ßern, aber sie haben die große Geistesstärke und Loyalität, wo­mit sie allein fortfahren den Menschheitssieg zu erstreben, nichk berührt. Inmitten der Verwirrung der sich immer ändernden Ereignisse steht klarer als je der Beschluß der Demokratien der Welt, sich einen gerechten und dauerhaften Frieden zu sichern. Alls allen Kampfgebieten haben meine Streitkräfte zu Land und zur See das ganze Jahr hindurch einen Edelmut, eine große Durchhaltung und eine sich immer gleich bleibende feste Ent­schlossenheit gezeigt, die die Bewunderung meines Volkes er­weckt hat. In Frankreich wurde der Feind jedesmal glücklich zurückgeworfen (wo?) und ich erwarte vertrauensvoll den wei­teren Verlauf des Kampfes.

In Palästina find die meisten geehrten und berühmten Sädte des Ostens den Türken entriffen, wahrend der Feind in Afrika die letzten lleberreste seiner kolonialen Besitzungen ver- . loren hat. Auf allen diesen Gebieten haben die Truppen mei­ner sich selbst verwaltenden Dominions und des Indischen Reiches ihren vollen Teil der Schwierigkeiten und des Ruhmes dieser Zeit gehabt. Im Laufe dieses Jahres wurden die Ver­treter meiner Dominions und des Indischen Reiches zum ersten- male für die Sitzungen des Reichskriegskabinetts zusammen­berufen. Ihre Beratungen sind äußerst wertvoll gewesen sowohl für die Weiterführung des Krieges als für die Kräftigung der Einheit des Reiches.

Meine Herren des Unterhauses! Ich danke Ihnen für die Freigiebigkeit, womit sie sich der hohen Kriegsaufgaben einge­nommen haben. Es hat mich gefreut, meine Genehmigung zu ihren Vorschlägen für eine bessere Vertretung des Volkes zu geben. Ich vertraue, daß diese Maßnahmen einer weit größeren Zahl meiner Untertanen im Vereinigten Königreich eine wirk­liche Stimme in der Regierung ihres Landes sichern wird und daß die nationale Einheit, die in diesem Krieg so bemerkens­wert gewesen ist. das Land instand setzen wird, so sortzufahren auch bei den nicht weniger schwierigen Arbeiten des Wiederauf­baues in Friedenszeit. Die Lösung dieser schwierigen Frage gibt mir gute Hoffnung, daß trotz der Verwickeltheit der Fragen eine Lösung möglich sein wird, bezüglich der irischen Regierung, worüber ein Konvent von Vertretern des irischen Volkes jetzt berät. Die glückliche Fortsetzung des Krieges ist aber das erste unserer Ziele. Mit großer Dankbarkeit habe ich die nie­geschwächte Begeisterung wahrgenommen, womit alle Schichten des Volkes (siehe die Beschlüsse der Gewerkschaften) jeder For­derung, die zu diesem Zwecke gestellt wurde, gehorchen. Damit sie die letzte Probe, die ihnen vielleicht noch auferlegt werden kann, damit unsere Kraftentwicklung zur vollen Reife kommt, gut bestehen, bitte ich den Allmächtigen, uns seinen Segen zu er-' teilen.