3ü,
Grane Gefahren.
No man aus der Gegenwart von M. Gvntard - Schuck.
X.
Nachdruck verboten.
Aus St. Paul zeigte die Uhr zwölf Uhr mittags, als der Mariueminister zum zweitenmal an diesem Tage durch den Porraum schritt, um im Anrtszimmer des Premierministers zu verschwinden.
£l)jie einen Gruß, ohne einen, Blick nach rechts oder links zu werfen, hastete er hindurch.
Tas war sonst nicht seine Art. Mr. Wrayson war ein i.utseliger Herr. Erstaunt hoben die Leute die Köpfe. Was ^atte das denn zu bedeuten? gum zweiten Male an diesem Tage! Das war ja noch nie dagewesen. Und wie verstört er aussah?
„Hast Du gesehen, was er für ein Gesicht machte?" fragte William Melkbrrdge seinen Nachbarn. „Da ist ent- 'chieden Sturm im Anzug."
„Das Gabelfrühstück wird ihm nicht geschmeckt haben."
Lord-Douglas war gerade im Begriff, das Amt zu ver- lassen und gab seinem Geheiinsekretär noch die letzten Anweisungen, als Wrayson bei ihm eintrat.
„Hallo?" rief er verwundert, „was gibt es?"
Em Blick in das Gesicht des andern ließ ihn verstummen. „Nehmen Sie Platz, bitte!" sagte er nach einer Sekunde trocken.
Wrayson winkte hastig abwehrend mit der Hand.
„Tanke, danke! Ist der Telegraphenbeamte hier?" fragte er, zu dem Sekretär gewandt.
„Jawohl, Sir. Wünschen Sie ihn hier zu sehen?"
„Bitte!"
Dann wandte er sich wieder an Sir Edward Douglas, „v'ich habe eben eine Depesche Ins Bergen bekommen." Raich und spröde klang die Stimme. „Es ist kaum zu glarwen, was sie mir da kabeln. Ein neuer Angriff auf unsere Flotte. Ein großer Kreuzer soll gesunken und einer bescbadigt sein."
' Lord Douglas stand wie erstarrt. Er schien kein Wort zu finden. War es möglich! Trotz aller Vorsicht wieder d:ese Deutschen. Der Telegraphenbeamte trat ein.
„Lassen Sie sich mit Norwegen' öerbinden. Am besten mit Stavanger oder Haugefund, dort in der Nähe muß es gewesen sein. Fragen Sie an, ob irgend etwas Näheres über einen Schisfsuntergang bekannt ist," Er schwieg und sank erschöpft in einen Sessel.
Doch schon sprang er wieder auf, der Apparat begann zu arbeiten. Einige Minuten atemlosen Wartens folgten. Der Beamte schrieb die abgelesenen Worte auf ein Blatt und reichte es Wrayson.
„Heute früh unweit der norwegischen Küste heftiger Kanonendonner. Ausgesandte Schiffe haben die Nachricht gebracht, daß ein englischer Panzerkreuzer gesunken und einer stark beschädigt worden ist. Einige Ueberleberrde von dem gesunkenen Kreuzer sind gerettet."
Scheu sahen sich die Herren in die Augen.
„Fragen Sie zurück, ob man weiß, was die Ursache des Ungliicks gewesen ist. Ob es Minen waren, oder —"
Stille! Nur unterbrochen durch das geheimnisvolle Ticken des Apparates.
Wie geistesabwesend starrte Sir Edward Douglas vor sich hin. Gedankenlos strichen seine Hände über die Lehne des Sessels.
Er wollte, er konnte nicht glauben, ivas man ihm da sagte. Wirklich wieder die Deutschen! Sollen sie es tatsächlich noch einmal gewagt.haben? — Minen! Unsinn! Andern konnte man es sagen, aber selbst daran glauben!
Eintönig fickte der Apparat. Dos war ja nicht zum Aushalten! Er sprang ans und trat selbst an den Mann heran.
„Was — ivas — sagt man?"
Der Mann antwortete nicht gleich. Eifrig schrieb er die < Meldung nieder. Ohne ein Wort zu sagen, reichte er dem Minister das Blatt hin.
„Panzerkreuzer Gloucester gesunken, Kreuzer Derbyshire schwer beschädigt. Augenzeugen berichten, ein deutsches Unterseeboot gesehen zu haben."
„Also doch wieder die Deutschen!"
„Wirklich diese Deufichen!" bestätigte Wrayson, „Gott verdamme sie!"
Betr.: Die Fleischverwrgung und die Verbrauchsregelung für die Stadt Ffiedberg.
Kelrmrutmachiing
Hierdurch bringe ich zur öffentlichen Kenntnis, daß der Verkauf von Rind- Kalö- und Schweinefleisch, sowie derjenige von Wurst ‘
cm
Freitag, den 8. Februar L I«. nachmittags von 2—8 Uhr in
den iämllichen hiesigen Metzgerläden ftaltfindet.
Die vorstehende Verkaufszeit ist genau einzuhallen.
Friedberg, den 6. Februar 1918. Der Bürgermeister.
I. V.: Damm.
Lord Douglas sann einige Minuten vor sich hin. Geschehen ist es, das steht fest. Wie es ihnen aber noch einmal gelingen konnte, das ist mir unerklärlich. Sie werden eine strenge Untersuchung einleiten, Srr. Es muß eine Nachlässigkeit vorliegen. Daß das damals geschehen konnte, war schon schlimm. Aber nun wieder! Es ist eine Schande?"
„Es wird selbstverständlich alles genau untersucht werden," sagte Wrayson mit beleidigtem Gesicht.
„Me ist's mit der Presse, Sir? Soll bereits etwas in die Abendblätter?" fragte der Sekretär.
„Nein! Um Gottes willen, nein! Ans keinen Fall! Nichts darf in die Zeitungen!" rief Wrayson erregt.
Der Geheimsekretär wiegte bedenklich den Kopf. „Eins ist so gefährlich wie das andere, Sir. Denken Sie an die drei Kreuzer. Schweigen niacht böses Blut."
„Wir müssen Zeit gewinnen!" Sir Edward Douglas sagte es kurz und bestinimt. „Später wird sich ein Allsweg finden."
Am Fernsprecher läutete es Sturm.
Wrayson stlhr sick> mit beiden Händen nach den Ohren. „Gott verdamm niich, tmß ift'ß mm schon wieder?"
Der Telegraphenbeamte, noch mit dem Hörer am Ohr. wandte sich halb um. „Die Times, Sir! Mr. Lee Bnce ist selbst am Fernsprecher. Was soll ich ihm sagen?"
„Nichts! Zum Teufel nochmal! Wir haben ihm nichts zu sagen!" schrie der Minister. „Diese verfluchten Zcitungs- menschen machen mich noch ganz verrückt!"
Der Mann brauchte die Worte nicht zu wiederholen. Lee Bnce hatte alles verstanden.
„Ter Timesvertreter aus Holland hat gedrahtet," be- richtete der Telegraphenbeamte. „Mr. Lee Brice will wissen ob er alles bringen soll, was ihnl gemeldet worden ist."
„Jetzt wissen sie es schon in Holland! Aber der Teufel soll ihn holen, wenn er auch nur ein Wort davon bringt." Sir Edward Douglas rief es heffig.
Wrayson trat an den Hörer. „Kommen Sie selbst her, Lee Brice. So ohne weiteres kann man nicht sagen, was veröffentlicht werden soll. Ja, ja, gewiß! Natürlich! Wir müssen einen Ausweg finden. Ja, natürlich! Ja. Wik müssen einen Ausweg finden. Also-kommen Sie."
Fortsetzung tolat.
Kekamltmlichmig.
Die Ausgabe der neuen Bezugscheine für Vollmilch erfolgt' Samstag, den S. Februar d. Zs. und zwar: ^
Kekarrntmachnrrg
Bezirk f.
Altes Postgebäude, I. Stock.
Nr. 1-450 von 8—9 Uhr.
E 451 u. höher „ 9-10 „
Bezirk II.
Altes Postgebäude, I. Stock.
Nr. 1—300 von 10—11 Uhr.
» 3^1-645 .. 11-12 „ „ , .. _
Die vorstehende Zeiteinteilung ist genau zu beachten.
Die Vollmilchausweiskarle ist vorzulegen.
Friedberg, den 6. Februar 1917.
Der Bürgermeister.
_ I. V.: Dam m.
Bezirk Ila.
Altes Postgebäode. I. StoL
Nr. 646—1050 von 2—3 Uhr, „ 1051 u. höher .. 3—4 „ '
Bezirk III.
Schule in Fauerbach.
Nr. 1—150 von 2—3 Ubr .. 151 u. höher .. 3—4
Eilt
Nittekgllts-Pachtung.
Rittergut von 1000 Morgen, zu übernehmen am 1. 3., hat nachzuweisen für den billigen Pacht- Preis von 8500 Ntt. Strecke Franksurt-Vebra.
Jean Abplanalp,
Friedberg i. H , T-ief-n 312 .
Marke „Hasfia".
Angeregt durch die immer mehr in die Erscheinung tretende Ledec- Inappfieit, hat die Stadtverwaltung Friedbern im Interesse der Bevölkerung die vorzüglich konstruierte und ausprobierte Wei- kard'sche bieg ame Holzhalbiohle „Marke Hassia" beschafft und läßt den zur Zeit vorhandenen kleinen Vorrat in den Schuhgeschäften voa Ehrlich, Weckerlina. Heß, Opoer und den Lederhandlunger, von Bechstein und Sichel zum Verkauf bringen.
Die Verkaufspreise find von der Ersatzsohlen-Gesettschaft auf 0,‘;6 Mk. iiir Größe Nr. 27 — 35 , 1.19 Mk. für Größe Nr. 30 — 39 , 1,40 Mk. für Größe Nr. 40—46. feftgesetzt.
Friedbera, den 5. Februar 1918. Der Bürgermeister I. V.: Dam m.
SMöttilcherW.
Freitag, den 8. Februar 1918, vormittags 11 Uhr. ioil im hiesigen Naihaus, Zimmer Nr. 14, der Lie^enichaftsnau laß des verstorbenen Nen ners Johannes Market, nämlich
Flur III 3?r. 35 ^ = 167 qm,
Hofrcite, in der Vorstadt zum Garfin.
Flur,11 Nr. 35 -- 200 qm,
Grabgarten, daielvft,
'.ur öffentlichen Versteigerung gebracht werden.
Die Verstelgerunasbedingungen rönnen auf den» Geschäftszimmer des Großh. Orisgerichts während der Ge,chiif1sstundeii eingefehen werden.
Friedberg, den 1. Februar 1918. Vit p-r^her ins «tifft Nrl-prich.'-. I. d. V.:
Falck, Gerichtsmai'.n.
Kekliimlmachuilg.
über die Verbrauchsregelung von Kaffee-Ersatz.
Der Bedarfsanteil für die Bevölkerung, für die Zeit vom 15. Januar bis 28. Februar» gelangt demnächst zur Ausgabe, und zwar:
auf Nährmittelkarte C (blau) Marke 40 für Erwachsene,
B (rot)
35 Kinder.
Wer die auf ihn entfallende Menge von je 250 Gramm zu beziehen wünscht, hat unter Vorlage seiner Karte bei einem hiesigen Kleinhändler bis zum 12. d. Mts. seine Bestellung aufzugeben. Wer die vorgesehene Frist für die Bestellung nicht einhült, verliert den Anspruch auf die ihm zustehende Ware.
Die Kleinhandelsgeschäste haben die Marken auf Vestellbogen ausgeklebt, bis zum 13. b. Mts. bei uns abzuliefern, und erhalten dagegen einen von uns abgestempelten Kaffee-Ersatz-Bezugschein. Großverbraucher, wie Kaffeehäuser, Gastwirtschaften, Krankenhäuser ujw., haben ihren Bedarf bei uns direkt anzumelden.
Friedöerg, den 6. Februar 1918.
Städtischer Lebensmitiel-Ausschng. Langsdorf.
SnufWien aller Irl
in sauberster Aussührung liefert schnell und billig
Nklik JitßcSjtilimij, Mctei«. Sttlaj M.
(üu. FMkniwiiWtrtil!
Friedberg.
Wegen Kohlenmangel und «m- derer Hinderung muh die
jt-llraiiiung
»nd die nächste Uebung auf Donnerstag, den 21. Februar
verschoben werden.
Der Vorstand.
Jagdverpachtung.
Freitag. den 15. d. Mts . vormittags 11 Uhr, wird die Feld, und Waldjagd der Gemeinde Eckartshaufen im Gasthaus zum ..He fischen Hof", auf weitere 6 Jahre ve pachtet. Das Jagdgebiet i,t m 20 Minuten von Statim Hütlengesäß. der Hanauer Kleinbahn, erreichbar.
Eckartshausen (Hessen), den 5. Februar 1919.
Erotzh. Bürgermeisterei Eckartshausen.
_ Lehr.
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in allen Kerzenstärken, preiswert abzugeben
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Bad-Nauheim.
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in Waggonladungen und Fuhren ab meinem Lager zu haben.
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Ni ed er -Wöllstadt, Fernspr. Nr. 1
Aufforderung.
Aus der Aktuar-Nau'schen Fa» milienstiftung sind Unterstützungen zu vergeben und zwar sind bestimmungsgemäß zu verwende» aus den Zinserträgnissen:
% an hilfsbedürftige, kranke und altersschwache Verwandte der »Familie Nau;
3 / a an unverheiratete Töchter verstorbener Hessischer Aktuare und Amtsgerichts- schreiber:
2 /s an Kranke. Altersschwache und arme junge Leute, di» sich beruslich ausbilde« wollen; in Betracht kommen hierbei nur Bewohner von Friedverg, Bad- Nauheim und Friedberg- Fauerbach.
Gesuche um Berücksichtigung sind innerhalb vierzelm Ta^en hier einzureichen, unter kurzer Darlegung der näheren Verhältnisse, bei Verwandten auch unier Bei- fügug eines behördlich beglaubigten Nachweises der Verwandtschaft.
Friedberg, den 4. Februar 1918.
-er Norstand der Altluar-Nriu'kcherl Lamilieiistifimig in Friedber^
Der Vorsitzende: Kleberger. Pfarrer.
Ich suche
ü Piano «
gespielt, abct von guter innerer Beschaffenheit, gegen Kasse zu kaufen. Off. unt. F. Bl. I*. an Rudois Mosse, Frankfurt a. M.
entlaufen.
Wiederbringer erhält Belohnung.
Circus Wittmann,
Friedberg. Telefon 260.
auf Ostern gesucht.
Clementine Stern,
Friedderg, Kaiserstr bl. gegenüb. der Engel-Apoth.
Junger Mann iucht Stellung auf Gut oder größerer Oekonomie als
Volontär.
Angebote unter Nr. 168 an die Geschäftsstelle der „Neuen Tages-' zeitung."
Neu eingetroffen!
Ilirkitz-Kalkkdkr 1918, KiiiLwirlfchkstl. Kilttidkr für Kessk«.
Iritir. Slffihfnfj
Friedberg.


