Ausgabe 
7.2.1918
 
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Uummer 32 , Dounerstagl, den 7. Februar 1918 11. Jahrgang.

Die ..Mene Cayrs?eitung" erichemt jeden Werltaa. Regelmäßige Beilagen ..Der Dauer ans Dessen", ,.W- Spimistnbe". tzerugspreia: Bei den Poitanstalten vierkeljähttich Mk. 2.40 hin u tritt noch das Bestellgeld; - > t-en Renten monaMch 85 Psg. einschließlich Trägerlotzn. Ameigeu: Grundjette 25 Pjg., totale 20 Pig^ Anzeigen von auswarrs werden durch Posinachnahme erhoben. ErfüllungFrtedderg. SchrMleitung und Derlaq ^riedberq s5)essen), .^anauer-tratze 12. Fecn'precher 48. Poitibeck-Lonto Nr. 4853. ttmt Frantjurt a. M.

Der Stund der Friedensverhundlnngeu. Gesteigerte Irtillerretüttgüeit.

20000 Tonnen von einem H-DooL versenkt.

Der deutsche General stak r=ss=: meldet:

W. T. K. Grof^rs Hanprssnartrev, de;r

6. Fediuar. Amtlich.

Westlicher Kriegrfchavplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

In einzelnen Abschnitten der flandrischen Front in der Ge­gend von Armentieres und am La Vassee-Kana! war die Artil­lerietätigkeit am Nachmittage gesteigert. Bei Lens lebhafter Minenkampf.

An der Scarpe und westlich von Cambrcü nahm das Ar­tilleriefeuer vielfach gegen Abend zu.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Erkundungsvorstötze des Feindes in den Argonnen und Mich von Avocourt wurden abgewiefem

Gestern wurden sieben feindliche Flugzeuge und ein Fessel­ballon abgefchosseu.

Leutnant Bongartz errang seinen 29. Luftfieg.

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Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Eeneralquartirrmeister: Ludendorff.

Abenddsricht.

Berlin, 8. Febr., abends. (WTB. Amtlich.)' Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Dev österreichische Generulstud ij meidet:-

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Wien. 6. Febr. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Keine Lcsonderen Ereignisse. .

Ter Chef des Generaljtabe».

20000 Tonnen versenkt.

Berlin, 5. Febr. (WTB. Amtlich.) Eines unserer Unter­seeboote, Kommandant Kapitänleutnant W e n n i n g e r , hat im westlichen Teile des Aermelkanals drei Dampfer, zwei Seg­ler und vier englische Fifchersahrzeuge mit rund 20 000 Vrutto- registertonnen versenkt. Die in beträchtlichem Matze vorhandene feindliche Gegenwirkung überwand das Boot durch geschickt an. gesetzte und kühn durchgeführte Angriffe. Unter den Schiffen befand sich der grotze englische bewaffnete DampferManhat­tan" (8604 Bruttoregistertonnen), der englische SchonerPeri­ton" und die FifchersahrzeugeGeneral Leman",Perseverance" undAddax".

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

An der Küsts Afrikas.

Haag, 5. Febr. Brilifche Fahrzeuge, die aus Dakkar in Wsstafrika in England eingetroffen sind melden die Anwesen­heit deutscher U-Boote von etwa 2000 Tonnen in den Meeren um die Cap Berdischen Inseln, um die Canarischen Inseln, auf Madeira, an der Dakkarküste und in der Nähe von Marokko.

Köln, 5. Febr. DieKölnische Zeitung" berichtet über die Tätigkeit der deutschen U-Boote an der afrikanischen Küste: Ueber Las Palmas heimkehrende kanarische Fischerboote be­lichten, datz ein kleines Geschwader deutscher Tauchboote an der Dakkar-Küste unermüdlich tätig sei. Zn der zweiten Hälfte des Januar wurden mehrere amerikanische'Schiffe torpediert. Bon Süden her ist fortwährend Kanonendonner hörbar. Die deut­schen U-Boote kreuzen ständig hin und her und entwickeln eine grotze Tätigkeit.

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Die Tote» desAragon".

Aus dem Haag, 5. Febr. Zn vielen Londoner Kreisen wird die Mitteilung des Kriegsamtes und der Admiralität stark be­zweifelt, datz bei der Torpedierung des DampfersAragon" im Mittelmeer nur 610 Soldaten umgekommcn fein sollen. Aus Mitteilung von Ueberlebenden wird bekannt, datz der Dampfer 2500 Menschen an Bord hatte und nach zehn Minuten verschwun­den war.

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Rotterdam, 5. Febr.. (WTB.)Maasbode" meldet: Die DampferPräside" aus Sunderland (569 Bruttoregistertonnen), Enlyndene" (495 Druito-Registetronnen) aus Cardiff,Co- ningbeg" (279 Bruttoregistertonnen) aus Glasgow,Formby" (1282 Bruttoregistertonnen) aus Glasgow, die MotorbarkCle­mentine" (878 Bruttoregistertonnen), die unter französischer Flagge fuhr, und der englische SeglerDouglas Haig" (90 Br.- R.-T.) werden vermißt.

Aus dem Haag, 5. Febr. Im Unterhause interpellierte der Grotzreeder Houster die Regierung, ob es richtig sei, datz der DampferWarthrstle" (5166 Tonnen), versenkt worden sei und ob es auch richtig fei, datz das Schiff eines der neuerbauten Modcllschiffe war. Der Parlamentssekretär der Admiralität antwortete auf beide Fragen bejahend, aber es fei gerade be­friedigend, datz das Schiff trotz der schweren Schäden sich schwim- mend erhalten und den Hafen erreichen konnte,

iicr ZtlUid dkk FrMnMrhaiidtiiiiM.

Die leitenden Männer Deutschlands und Oesterreich-Un­garns waren dieser Tage in Berlin versammelt zu wichtigen Beratungen. Ueber das Ergebnis ist noch nichts in die Oeffent- lichkeit gekommen: dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" sagt nur datz Über alle politischen und wirtschaftlichen Dinge, ins­besondere über die Ernäbrungsfrage, ein volles Einverneh­men erzielt worden fei. So viel scheint sicher zu sein, datz man zur Einsicht gelangt ist, datz man mit der Bolschewiki-Regierung unter Braunstein-Trotzkis Führung nicht zu einem Frieden ge­langen wird. Dagegen ist man zu der Hoffnung berechtigt, datz es mit der Ukraine, die ja bekanntlich den fruchtbarsten Teil des ehemaligen russischen Reiches darstellt, zu einem Frieden kommen wird, das gleiche scheint mit Rumänien der Fall zu sein, wobei es nick), feststeht, ob der Frieden mit dem König Ferdinand'ovvr ecn.em anderen Beauftragten abgeschlossen wer­den wird.

Die Beratungen in Berlin.

Die Verhandlungen, die gestern und vorgestern zwischen dem Kanzler. Staatssekretär von Kühlmann, Graf Czernin, den Generalen Ludendorff und Hoffmann geführt wurden, hatten,, wie dieBerliner Morgenpost" aus unterrichteter Quelle er­fährt, ausschließlich den Zweck, eine Verständigung herbeizusüh- ren über die Lage gegenüber der Ukraine und der Situation an der rumänischen Front, sowie über die Maßnahmen, die dem­nächst dort zu treffen sein werden. Andere an diese Verhand­lungen geknüpfte Vermutungen entbehren, wie dasselbe Blatt zu wissen glaubt, jeder Grundlage. Zn welcher Richtung sich die Beratungen über die Ukraine und Rumänien bewegten, ist für jeden klar, der die letzten Ereignisse aufmerksam verfolgt hat. Die Verhandlungen init den Vertretern der Rada in Kiew stehen so aussichtsvoll, daß es höchste Zeit ist, sich darüber klar zu werden, wie man sich nach dem Abschluß des Friedens mit der Kiewer Rada der Ukraine gegenüber einrichten will. Was Rumänien anbelangt so handelt es sich auch hier darum, die weitere Politik der Mittelmächte festzulegen, denn es scheint, datz unsere Diplomatie auch hier bald vor der Aufgabe stehen wird, über die Neuregelung der Verhältnisse verhandeln .zu können.

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Me Entente gegen de» Friede».

Eenf, 6. Febr.Echo de Paris" meldet, datz die Ergebnisse der Versailler Verhandlungen viel weittragender seien, als das veröffentlichte Resume vermuten lasse. Man einigte sich nicht nur dahin, die letzten Friedensangebote der Mittelmächte unbe­antwortet zu lassen, sondern weiterzukämpfen, bis der Feind niedergeschlagen ist. Auch auf neue Friedensvorschläge der Feinde soll keine Antwort mehr gegeben werden. Dio Mini­sterpräsidenten der einzelnen Länder sind daraufhin verpflich­tet worden. Diese Verpflichtung ist ebenso bindend wie der Londoner Vertrag.

DerMatin" meldet: Im Anschluß an die Alliierte nkonse- renz in Versailles wird ein Aufruf der alliierten Staatsregic- rungen und Heeresleitungen an ihre Völker und Armeen erlas­sen werden, in dem die Notwendigkeit begründet wird, auch die letzte Entscheidungsphase des Krieges durchzuhalten, um zum Sieg zu gelangen.

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Amsterdam» 5. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Alge- meen Handelsblad" schreibt: Die Versammlung des interalliier­ten Kriegsrates in Versailles hat nicht viel Neues gebracht und die Aussicht am Frieden nicht nähergerückt. Wenn die Alliier­

ten, wie sie erklärten, feine verborgenem Kriegesziele haben, warum sie dann nicht öffentlich erklären, datz sie weder in Eu­ropa noch auf kolonialem Gebiete imperialistischen Kriegszielen nachstreben, sondern wieder ihre Kriegsziele in einem Strom zweideutiger Phrasen ertränken, aus denen sich alles und nichts herauslesen läßt? Diese Erklärung der interalliierten Krieg- führenden wird in den neutralen Ländern, wo so sehr nach dem endgültigen Frieden verlangt wird, keinen günstigen Eindruck 'machen.

! Die Sdjretoljmldjaft in Wttg'Mg.

Stockholm, 5. Febr. In der Nacht zum 4. Februar wurde die Hauskapelle in dem Palais der Großfürstin Maria Pawlowna geplündert und aller Kostbarkeiten be­raubt. In der gleichen Nacht brach eine bewaffnet Banda ton etwa 500 Menschen in die verschiedenen Kaufläden in dem Wosnessenski-Bezirk. Geplündert wurden vierzehn Juwelierläden, siebzehn Kleidergefchäfte und vier Apotheken. Der ganze Bezirk wurde von Militär mit Panzerautomobilen und Maschinengewehren umstellt. Die erbitterten Kämpfe dauerten die ganze Nacht, wobei 120 Personen getötet, sowm noch eine größere Zahl verwundet wurden.

Nikolaus Konstantiuowitfch 1%

Petersburg, 6. Febr. Meldung der Petersburger Tel.« Agentur. WieBofckta" meldet, ist der Großffirft Nikolaus Konstantiuowitfch in Taschkent gestorben.

Nikolaus Konstantinowitsch, nicht zu verwechseln mit seinem Vetter, dem berühmten Nikolaus Nikolajewitfch, war ein Nachkomme' Nikolaus I. und der Prinzessin Char­lotte von Preußen, einer Mhwester Kaiser Wilhelm I. Er lebte in Taschkent und hat ein Alter von 68 Jahren erreicht. Seine Schwester Olga ist die Königin-Witwe von Griechen-' land, die Mutter König Konstantins.

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Verschärfter Belagerungszustand in ganz Rußland.

Rotterdam, 6. Febr.Daily News" melden ans Peters­burg. Zufolge der Ummhebewegung in Ruhla,rd und der ver­dächtigen Haltung verschiedener russischer Semstwos.ist über ganz Rußland der verschärfte Belagerungszustand verhängt worden.

Secolo" meldet aus Paris: Die Beschlüsse von russischen Semstwos, die gegen die Petersburger Zentralregierung Stel­lung nehmen, mehren sich in besorgniserregender Weife. ^ Die Regierung hat den gesamten Drahtverkehr mit den Provinze« unterbunden.

Lenin besuchte in den letzten Tagen den amerikanischen Botschafter, um ihm sein Bedauern über bei den letzten Ereig­nissen den Amerikanern zugefügte Schäden auszusprechen.

Protest desesthnifchen Bureaus".

Stockholm, 5. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das esthnisihe Bureau wendet sich gegen die Erklärung der Repräsentanten der Ritterschasten Esthlands und Livlands. Es erklärt, datz nur die konstituierende Versammlung Esthlands das Recht habe, über die Geschicke Esthlands zu entscheiden.

Finnland.

Bor Helsingfors.

Genf. 6. Febr. DerMatin" meldet aus Helsingfors: Dis Mehrzahl der Mitglieder des konsularischen Korps haben am Montag Helsingfors verlassen. Die Bahnen von Helsingfors nach der schwedischen Grenze sind von den finnischen Truppen besetzt.

Kopenhagen, 5. Febr. Aus Haparanda wird gemeldet: General Mannerheims Truppen sind bis Uleaborg vorgedrun­gen und belagern die Stadt. Die Garnison, welche aus Roten Gardisten und russischen Soldaten besteh», ist stark und hat über, dies noch Verstärkungen durch die Russen erhalten, Trotzdem glaubt nran, das; die Rcgierungstruppen ihnen überlegen sind und in kurzer Zeit die Stadt einnehmen werden. Die frühes gemeldeten Kämpfe bei Tervala dauern fort und seinen, yi einem Sieg der Schutzkorps zu führen.

Tornra in Gefahr. ^

Kopenhagen, 6. Febr. (WB.) DieVerlingske Tidercho* meldet aus Stockholm: Die hiesige finnische Gesandtschcht erhielt gestern abend die Mitteilung, daß die Lage in Tornea sehr drohend sei und die Note Garde angreife. Mehrere Eisenbahnwagen wurden in der letzten Nacht auf dem Bahnhof aufgebrochen und ausgeplündert. Beständig kommen Truvveumafsen aus Rußland in KimttauL^n