Ausgabe 
6.2.1918
 
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|!ndf Krest-Kitowjk rnrnck.

Derlin, 5. Febr (MTB.) Staatssekretär v. Kühlman» L.rd Graf Cz e r n i n begeben sich heute abend zpr Fortsetzung -der Verhandlungen nach Brest-Litowsk.

Berlin, 5. Febr Die Berliner Vespreckmngen gelten, wie jetzt vcn bestunterrichteter Stelle bestätigt wird, fast ausschließ­lich der Frage des Friedensschlusses mit der Ukraine, der nach dem Siege der Kiewec Rada über die Vorschriften und der Ernennung des Vorsitzenden der ukrainischen Friedensabord- nung Hokubowitsch zum Erstminister als nahe bevorstehend an­gesehen werden kann. Mit der Frage der Verteilung der allge­meinen Vorarbeiten haben sich besondere Wirtschaftsausschüsse der Verbündeten befaßt, dagegen ist von einer Ausdehnung die­ser Beratungen auf Rumänien auf politischem Gebiete nichts bekannt Die Waffenstillstandsverhaudlungen, die nach ver­schiedenen Meldungen in Sinai« geführt werden, betreffen allerdings die Verhältnisse an der Front, die durch Vertrei­bung der russischen Truppen eingetreten sind und eine unmittel, bare Verständigung zwischen den militärischen Stellen Rumä­niens und des Vierbundes erforderlich machten, wenn nicht der den Rumänen jetzt besonders unerwünschte Kriegszustand wie­der eintreten soll ^

An den Berliner Beratungen nahm auch der Chef des Gerwrolstabes im Osten, General H o f f m a n n 'teil. General Hoffmann hatte, wie z. V. derBerliner Lokalanzeiger" hört, iuk Laufe des gestrigen Tages verschiedene Unterredungen, u. a. auch mit dem Abg. Erzberger. Die Verhandlungen in Brest- Litowsk werden am Vormittag des 7. Februar wieder ausge­nommen. Die durch die Abwesenheit Kühlmanns und Czernins hervorgerufene Pause ist zu Verhandlungen von Vertretern der einzelnen Abordnungen und zur Weiterberatung in Unteraus­schüssen verwendet worden. Heute vormittag begab sich Graf Ezernrn zu einer Besprechung zum Reichskanzler Grafen Hert- ling, mittags speiste er beim Kanzler.

Rotterdam. 5. Febr. Arthur Rantome drahtet der ..Daily News" vom 8. Januar ans Petersburg' Die ganze Friedens- frage hängt davon ab. ob ?r Rada gelingt, Frieden zu . schließen, bevor sie von lei Bolschewistenregiernng in der Ukraine gestürzt wird. Deshalb verlangten die Russen Auf­schub der Friedensunterhandlungen, und damit erklärt sich auch die Ankunft der neuen Fr reden sabordnu ng des ukrainischen Scvjets in Brest-Litowsk. deren Absicht natürlich ist. das Zu­trauen der Oesterreirber in die Verhandlungsfähigkeit zu schwächen. Dring die Sewjetbewegung mit diesem Ziele durch, so werden ibre Vertreter in.Vrest-Litowsk die Mittelmächte um ihren Sieg gebracht haben Arnderfalls wird Rußland der Gnade Deutschlands ausoeliefert. Das mußte in Petersburg die Der. -weiflung herbeiführen. Die Verbandsmäckre können dies nur verhindern, indem sie an der Friedensberatung teilnehmen und Trotzki stützen Könnte man die Deutschen davon überzeugen, daß sie nur auf den Frieden rechnen können, falls sie sich von ihrer Regierung lossagen, so kann zunächst Rußland und so­dann die demokratische Bewegung bei den Mittelmächten ge­rottet werden, das deutsche Mitteleuropa aber werde sich in Nobel auklöscn.

Mit Ncttrslmra oder mit Kiew?

Die Darlegungen des Friedensdelegationsmitgliedes L u - bynski aus der Ukraine haben wie ein reinigendes Gewit­ter gewirkt Sie haben gezeigt, daß das Dergewaltigungs- fystem gegen das so lange geknechtete Volk der Ukrainer das­selbe geblieben ist. ob der Zar oder ob Herr Trotzki-Barnstein der Herrscher in Crotzrufland ist. Gerade nach dieser Rede sind die Ausführungen des bekannten Orientpolitikers. Prof. Dr. Rahrbach die er über die Ukrainer in verschiedenen Blät­tern macht, von besonderer Bedeutung. Wir lassen sie folgen'

Rach vor einem Jahre galt die Ukraine qan? allgemein bei DtS als eine höchst zweifelhafte Erfindung, die t» Köpfen einiger nicht ernst zu nehmender Politik-r fpufe W'r damals erklärte, kmß es wicht nur eine ukrainische Frage gebe, sondern daß die ukrainische Frage schlechthin das Problem Osteuropas fei. erntete im besten Falle ein mitleidiges Lächeln. Heute ist die Ukraine offistell entdeckt wordon Diese denkwürdige En,, dcckuna erfolgte in jenen Tagen, als unsere Vertreter in Vrest- Lilewsk von den Herren iy Petersburg im Stich gelassen wur­den' es war niemand da. mit dem man hätte verhandeln kön­nen. In dieser peinlichen Verlegenheitspause geschah es. daß man endlich das fast 40 Millionen große Volk der Ukrainer ent­deckte. Inzwischen ist die offizielle Anerkennung der ukraini­schen Velksrevublik erfolgt. Damit ist ein entscheidender Ab­schnitt in der staatlichen Entwicklung der Ukraine erreicht: die Ukraine ist da. Sie kann nicht mehr fortdisputtert werven Und wenn wir heut- mit Rußland verhandeln, so haben wir es nicht nur mit Petersburg, sondern ganz ebenso §rtt Kiew zu tun. Es fragt sich daher: wer ist die Ukraine? Was will sie'' Und wie haben wir uns ^"über zu stellen? Auf diese beiden Fragen gibt uns d:e 9. Januar feierlich in Brest- Litowsk überreichte Rote der ukrainischen Volksrepublik Ant­wort. Es heißt dort:

Die ukrainische Volksrepublik nimmt im gegenwärtigen Augenblick ihre internationale Existenz wieder auf. die sie vor mehr als 250 Jahren verloren hat, und tritt jetzt in vollem Um­fange der ihr auf diesem Gebiete zpkommeuden Rechte in in­ternationale Bestehungen ein. .

Punkt 7.Die ukrainische Volksrepublik, die gegenwär­tig auf ihrem Territorium die ukrainische Front besetzt hält und in völkerrechtlichen Angelegenheiten vertreten durch ihre Regierung welcher der Schutz der ukrainischen Volks:nieressen obliegt, selbständig auftritt, muß gleich den übrigen Mächten an allen Friedensverhandlungen, Konferenzen und Kon­gressen tsilnehmen können."

Punk 8Die Macht des Rates der Volkskommissare er- streckt sich nicht auf ganz Rußland, demnach auch nicht auf die ukrainische Volksrepublik. Er kann daher der aus den Ver­handlungen mit den gegen Rußland Krieg führenden Mächten eventuell resultierende Frieden für die Ukraine nur dann verpflichtend werden, wenn die Bedingungen dieses Friedens

durch die Regierung der ukr aini sche « Bollsrepubllk angenom­men und unterzeichnet würden."

Mit dieser Not» tritt die Ukraine selbständig neben der Petersburger Regierung auf. und als ein selbständiges Staats- w<«fen knüpft fie internationale Beziehungen am Auch wenn sich b*e Ukraine in Zukunft damit begnügen sollte, als Bundes­staat innerhalb einer föderattven allrussischen Republik zu ver­bleiben, wird die Tatsache, daß sie bereits heute internationale Beziehungen angeknüp.ft hat. für ihr zukünftiges Verhältnis zu Groß-Rußland von entscheidender Bedeutung sein. Denn es ist kaum anzunehmen. daß sie jemals auf dieses Recht, das ihr heute Zuerkannt worden ist, verzichten wird. Es ist aber un­wahrscheinlich. daß das Eroßrussentum sich mit dieser Tatsache ebenso leichten Herzens abfinden wird, wie die gegenwärtigen Machthaber von Petersburg. Diesen blieb nichts anderes übrig: sie mußten die Ukraine anerkennen, wenn sie nicht ganz isoliert in Brest Litowsk erscheinen wollten. Mer auch ihre Nachfolger in Zukunft sein mögen, das eine steht fest:, es werden Groß­russen sein. Das wesentlichste Merkmal des Großrussentums ist aber der Drang nach unbeschränkter Herrschaft. Dieser groß­russische Herrscherwille hat bisher alle Umwälzungen in Ruß­land überdauert; er wird auch diese Revolutton und die Zeit der Maximalisten überleben. Das erste Hindernis, auf das er zur Entfaltung seiner Macht stoßen wird, ist die Ukraine. Der entscheidende Kamp^ Zwischen dieser und dem Großussentum ist daher heute nicht als erledigt, sondern nur als aufgcschoben zu betrachten.

Es handelt sich hierbei nicht um innere Angelegenheiten i Rußlands, die uns nichts angeben, sondern um eine Grundfl­äche. von der unsere zukünftige Ostpolitik wird ausgehen ! müssen. Diese Tatsache lautet es gibt heute nicht ein. sondern ! (von Finnland, dem baltischen Gelüet und Polen ganz abge. j [eben) zwei völlig roneinander verschiedene Rußlands, deren groenfeitig für uns bestimmtes Schicksal für uns nicht gleich­gültig sein kann. Wir sind vor die Wahl gestellt, uns entweder für Moskau (Petersburg) oder für Kiew zu' enftcheiden. Die Freundschaft mit beiden pflegen wollen hieße es mit beiden rerderben. Wenn Trotzki erklärt hat. daßFriede und Freund­schaft" nur dekorative Worte seien, die das zukünftige deutsch- russische Verhältnis nicht charakterisieren würden, so sollten wir diese Worte beherzigen und nicht dort immer um Freundschaft betteln, wo uns nur Hohn zuteil wird

Statt dessen müßten wir alles daran letzen, um dauernd gute Beziehungen zur Ukraine anzuknüpfen. Denn untere und die Interessen der Ukraine sind dieselben: Abwehr des Groß­russentums. Rur mit Hilfe der Ukraine werden wir die groß­russische Gefahr auch in Zukunft bannen können. Um aber die Ukraine für uns zu gewinnen, müßte endlich die Bevorzugung der Polcn, namentlich in Ostgalizien und im Cholmg-biet. auf­gegeben und ein gerechter beide Teile befriedigender Ausgleich mit den Ukrainern anaestrebt werden. Denn die Ukrainer sind unsere gegebenen Verbündeten nicht nur gegen das Großrussen, tum. sondern auch gegen ein in Zukunft allzu anspruchsvolles Polen.

Eines der Hauptkriegsziele Rußlands war. durch Einver. leibung Ostgaliziens ein für allemal die ukrainische Gefahr zu beseitigen. Der Krieg hat dos Gegenteil bewirlt: er hat die Ukraine auferstehen lassen. Die beiden verhänanisvollen Schlachten Osteuropas: Tannen^rg und Poltama, sind durch unsere Waffen in ihren geschichtlichen Folgen rückgängig gemacht worden. Aufgabe unserer Diplomatie wird es sein, diese unge­heuren Erfolge unserer Waffen mit gleicher Tatkraft und Weit, sicht auch politisch auszumünzen.

dein Regierungsgebäude eine Rede gehalten, tu oec er oer Bevölkerung anrät, dem Beispiele Rußlands zu folgen, da» in diesem Falle seine volle Unterstützung zusage. Die tele­graphische Verbindung zwischen Helsingfors und Peters« bürg ist neuerdings unterbrochen. Man nimmt an, daß wiederinn große Soldatenzüge von Petersburg nach Finn­land gehen.

Dach den FliegerangriEen.

Bern, 4. Febr. (MTV.) Aus der Pariser Presse läßt sich über den Flieger-Angriff weiter entnehmen, daß der ganze Stadtbereich mehr oder weniger mit Bomben belegt wurde. Hauptsächlich wurden der 16., 17. und 18. Stadtbezirk bettoffen. In der Nähe des Nordbahnhofes, des Ostbahnhofes, in der Athener Sttaße, in der Nähe der Eiswerke, auf dem linken Seineuker und im Viertel von Ven'.lle Montante wurde schwerer Schoden ang-erichtet. Die nördlichen Vororte wurden demPe­tit Parisicn" zufolge besonders schwer heimgesucht. In der Umgegend von Paris schlugen verschiedene Bomben in Fabriken ein, zwei in eine, sechs in eine andere; Lagerhäuser mit Aus» rüstungsgegenständen brannten ab. In einer bedeutenden Fa. brik in einem nördlichen Vororte wurden etwa zehn Arbeiter verletzt.

London, 4. Febr. (WTB.) Reutermeldung: Die amtlichen Pollzeiberichte geben die Eesamtverluste, die durch den Luftan­griff in der Nacht vom 28. zum 29 Januar verursacht wurden, in allen, von den feindlichen Flugzeugen berührten Bezirken, so­weit sie bekannt wurden, folgendermaßen an Tote 58. Verwun­dete 173. Von obigen Verlusten sind 30 Personen getötet und 91 verwundet worden an einem einzelnen, als Schntzaufenthalt für Luftangriffe benutzten Gebäude. Die Beseitigung der Trümmer dieses Gebäudes ist durch den gefährlichen Zustand des Bauwerkes bedeutend erschwert. Es ist möglich, daß noch mehr Leichen gefunden werden Die Polizei ist benachrichtigt, daß ncch vier Personen in dem betreffenden Bezirke vermißt nerden. deren Leichen noch nicht gefunden sind.

Kurland ri'üittrf ttn SMfi inid Srijnn dkg

DerNordd. Allg. Zeitung" wird über die knrländiscbe Sandesversammlung und ihre Beschlüsse eine Mitteilung von gnt unterrichteter Seite gegeben. Diese Landesversamm- lung faßte einen Beschluß, der besagt, daß sie den Schutz und Schirm des Deutschen Kaisers und des Deutschen Reiches erbitte und vertrauensvoll alle von der Bevölkerung Kur­lands entsandten Vertreter ihr Geschick in die Hand des Deutschen Kaisers und der von ihm eingesetzten Verwaltung legen. Außerdem bat sie darum, einen aus ihrer Mitte ge­wählten Landesrat zum Ausbau ihrer Verfassung und Ver­waltung wählen zu dürfen und gemeinsam mit der deutschen' Verwaltung an diese Aufgabe beranzuttcten. Es ist unver­ständlich. heißt es in derNordd. Allg. Zeitung", wie l,e- haurteL werden darf, daß dieser Landesrat nicht den Willen der gesamten Vevö'kerung zum Ausdruck bringe, da er auf vollkommen verfassungsmäßigem Wege zustandegekomnien ist. Alle Schichten der Bevölkerung find herangezogen wor- den und an der Gesetzlichkeit der zustandegekommenen Be­schlüsse ist nicht zu zweifeln.

ßMlmid i' Trohlil-ZriniMn.

Bern, 4. Febr. DieMorning Post" erfährt ans grrt- unterrichteten Kreisen, daß die Anerkennung der bolsche­wistischen Regierung dllrch die englische Negierung in der nächsten Zeit bevorstehe.

Berlin, 4. Febr. (MTB.) Einen neuen Beweis für die ten. denzlöse wahrheitowidrige Informierung der Oeffentlichkeit Rußlands und des gesamten Auslandes gibt ein Telegramm der Petersburger Telcgraphen-Agentur über die Verhandlungen in Brest-Litowsk vom 30. Januar. Dort wird als Begründung für die Teilnahme des bayerischen Ministers Grafen Podewils an den Verhandlungen angegeben: Seine Anwesenheit ist eine Folge der gegensätzlichen Haltung, die von bei bayerischen Presse gegenüber der Berliner Politik eingenommen wordeil ist. Ein Kommentar hierzu ist überflüssig.

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Schweizer Grenze, 5. Febr. HavaS meldet aus PeterS- bürg: Trotzki ist in Helsingfors eingetrofsen und hat vor

Treuebis in den Tod".

Mit der ihm eigenen überhebenden Geste hat kürzlich Lloyd George Frankreichs Sache zu der englischen gemacht und in sei­ner letzten Rede den Franzosen den Trost zugerufen: ..Mir wer. den Frankreich in der elsässisch-lothringischen Frage bis in de« Tod folgen." Das zweifelhafte und vielleicht auch zweideutig« dieses Ausspruches ist softrt bemerkt worden, auch in Frankreich. Jetzt greift Henri Fabre imJournal du Peuple" das Mort auf und knüpft daran die folgende Bemerkung:Ich glaube nicht, daß die Elsaß-Lothringer selber die Rückkehr um den Preis rm» seres Todes und den unseres guten englischen Freundes wün, scheu."

Herr Lloyd George hat bier wieder einmal den Mund sehe voll genommen. Wenn ihn die Franzo'en an lein Versprechen erinnerten, würde er sicher in die peinlichste Verlegenheit kom­men Man soll nicht so leicht mit dem Leben spielen, wen-' man seiner Sache nicht ganz sicher ist.

D't ünMrüiiot |fn! : fü3 und ihre Mien.

Der furchtbare Kohlenmongel in Italien, das fast g-ar keine eigenen Kohlenschätze mehr bat. räumt mit dem Wottbe- stand des ohnehin holzarmen Landes gründlich auf. Im Frie­den chatte Italien einen Monattbedarf von ungefähr 80a 00E Tonnen Kohle während gegenwärtig n:r una-eiähr 400 000 von England eingeführt werden können. Alle Kohlen, die aus Eng« land kommen, werden für Eisenbahnen und Kriegsindustrie verbraucht, während, wie imOsservarore Romano" ein Ein­sender berichtet für Privatindustrie und Hgiisgebrauch nicht ein (Ftfnf übrig b'eibt, und Italien genötigt ist. seine Wälder zu fällen, ohne den Bedarf decken zu können. Rur in auß^r ewöhn- lichcn Fällen werden kleine Mengen Kohlen für Industrie­zweige gewährt, die mit dem Krieg in Beziehung stehen, znm Preise von 385 Lcre pro Tonne, d. i. fast 20 Mark für den Zent- ner. Alle wissen in Italien, daß men die Wälder weit und 5m: verwüstet hat um die Städte mit Brennstoff zu versorgen. un'L da die Wälder anfangen, selten zu werden, so hat auch däs Holz mälchenhaste Preise erreicht Hieraus, werden sich Folgen er^ geben, die nach dem Krieg noch fühlbarer werden. Denn Kohlctr werten aus den englischen Häfen wieder herausgeschaift mvoer können, aber die in Friedenszeiten so geschützten Wälder werden nicht Miederkommen, die eine Gewähr gegenüber Ueb ^ch -nn mungen bildeten, ganz abgesehen von den gesundhei!li(he» Schäden, die ihr Verschwinden venirsacht.

^rSiwffiijlie Sotten tim (OVriN.

Die portugiesisch Presse spiegelt die lebhafte Bosorgvikr wieder, die die letzten Nachrichten über das erfolgreiche Vori- dringen unserer Ostafrikaner bei der vortugiesisc!>en Regierung ui-d Oeffentlichkeit hervorg^cufen haben. Die portugiesische Presse erkennt an. daß die eigenen Streitkräste in Portugiesisch- Ostafrika nicht ausreichen, um den Deutschen entscheidend ent^ gegevzutreten. Die Hilfe der Bundesgenossen, insbesondere südafrikanischer Truppen erfüllt die Portugiesen aber mit noch größerer Sorge als der Einfall der deutschen Truppen. Cie be­fürchten, daß die Bundesgenossen ihren Aufenthalt in Portugie- sisch-Oftafrika zur dauernden Festsetzung benützen kömtten. ins- besondere wird diese Bescrgnis im Hinblick auf die bekannte Begehrlichkeit der südafrikanischen Union auf den Hafen von Laurenco Marques geäußert. Es ist recht bezeichnend für das Vertrauen der kleinen Ententestaaten zu England, daß dis Sorge vor dem Bundesgenossen, der den eingedrungenen Feind mitbekämpfen soll, größer ist als die Sorge vor dem Feinds selbst.

Bei dieser Sachlage wird die Entsendung von portugiesi­schen Verstärkungen und der Nachschub von Kriegsmitteln nach Lstaftika dringend verlangt, wenn nötig, unter Einschränkung der Hilfe, di« für die französisch-englische Front ln Frankreich bestimmt ist. Neueren Meldungen zufolge ist die Entsendung von portugiesische« Truppe« aus Europa nach Oftafrila bereits

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