Ausgabe 
6.2.1918
 
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Nummer 31 MMmoch, den 6. Februar LU18 11. Jahrgang.

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Wohüem von den Polen beseht. Krylenko verhaftet?

Sanchbooterfolge im Wittetmeer.

W. T. K. Großes H-nrpr^trarLLsr» derr A. gthmur. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Vcn der Külte bis zur Lys Artillerielampf, der sich am Abend an der Bahn BoennaheStaden bei Abwehr eines eng­lischen Vorstoßes sowie Zwischen Passchendaele und Bwelaere beträchtlich steigerte. Auch südlich von der Lys, am La Bassee- Kanal und cm der Scarpe lebte die Feuertätigkett zeitweilig auf

Bei erfolgreichen Erkundungen südlich von Armentieres und bei Graincourt wurden einige Engländer gefangen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Badische Ctoßtrupos drangen südlich von Beaumont in die französischen Stellungen, fügten dem Gegner schwere Verluste zu und kehrten mit $3 Gefangenen und mehreren Maschinengeweh­ren in ihre Linien zurück.

Heeresgruppe Herzog Albrscht.

Auf den Maashöhen, nördlich und südlich von St. Mihiel lebte die Gefechtctätigkeit am Nachmittage aus

Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues

Drr Erste Eeneralquartiermeister: Luden darf f.

Avend'iericht.

Berlin, 5. Febr.. abends. (WTV. Amtlich.) Von den Kriegs­schauplätzen nichts Neues.

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j Der österreichische Gencralstab I!

»-- meldet: =^s^=j

Wien. 5. fyfn. Amtlich wird verlautbart: Keine beson­deren Ereig niste.

^ie Tanöchootmeldnng.

Berlin, 4 Febr. (MTB. Amtlich.) Der feindliche Trans­portverkehr nach dem Orient und Italien wurde durch unsere U-Boote im mittleren und besonders im östlichen Teil des Mit­telmeers durch die Vernichtung von vier Dampfern und vier Seglern wieder erheblich geschädigt. Einer der versenkten Dampfer scheint der bewaffnete englische DampferHampstead" gewesen zu sein. Der vernichtete italienische SeglerEniseppe" Latte Phosphat geladen.

Der Chef des Adnnralstabs der Marlr.e,

«Kronprinzessin Cecilie" undPrinz Adalbert".

Ha?g, 5. Febr. Reuter berichtet: Drr Priry Council beschäf­tigte sich mit dem Urteil des Prisengerichts, das die beiden großen Schiffe der Hamburg - Amerika - LinieKronprinzessin Eecilie" undPrinz Adalbert" als Beute erklärt hat. Die Schiffe waren am 3. August 1914 auf die Nachricht hin, daß der Krieg zwilchen Frankreich und Deutschland erklärt fei. in Fal- mouth eingelaufen. Die Npellanten legen dar, daß den Schiffen ein Aufschub von einigen Tagen auf Grund der 6. Haager Kon­ferenz hätte gegeben werden müssen. Sir Samuel Evans legte dar, daß diese Eaadentage allein den Kauffahrteischiffen gelten. Die beiden Passagierdampser seien aber nicht, um Handel zu treiben, in Falmouth eiagelaufen, sondern um einen Flucht­hafen zu suchen. Der Privy Council beschloß jedoch alle Rechte in der Schwebe zu lasten, um nach dem Kriege darüber entschei­den zu lasten und die Ansichten der deutschen Negierung bezüg­lich der wirklichen Bedeutung der Bestimmung der 6. Haager Kcnferenz kennen zu lernen, die talsächlich einige Zweifel be­züglich ihrer Interpretation zulaste. Die Kr:'ne trägt die Kosten der Berufung des Privy Councils.

WaffkMiljfMsvcrhttndliiüßm mit Unmänien.

Berlin, 5. Febr. Wie dieVossifche Zeitung" hört, begin­nen heute in Cinaja Verhandlungen zwischen dem Vierbund und Rumänien über fcen Abschluß eines Waffenstillstandes.

Russische Schmeicheleien über Rumänien.

Berlin, 4. Febr. In einem Funkspruchan alle" ans Peters- Evrg vom 28. Januar heißt es über die Rada und Rumänien

folgendermaßen' Die Erfahrungen der Alliierten mit de? Rada, welche sie gegen die Macht des Rates unterstützen und welche die Macht des Rates und alle Verbündeten durch eine Verständi­gung mit Oesterreich und Deutschland verraten wollte, erwie­sen sich als nicht genügend. Zum Glück erlitt die Rada trotz der Unterstützung durch London, Paris und New Port eine ent­scheidende Niederlage. Jetzt werden dieselben Experimente auch in Bezug auf Rumänien gemacht. Die rumänische Oligar­chie ist bereit, die Hilfe Frankreichs und Amerikas und Eng­lands anzunchmen, um in jedem beliebigen Augenblick das ru­mänische Volk an Oesterreich-Ungarn und Deutschland zu ver­kaufen. Es ist schwer, auf der ganzen Erde eine zweite Clique zu finden, welche die rumänischen cm Ehrlosigkeit und Verbre­chen aleichkäme. Die Niederriiigung dieser Clique ist Ehrensache der europäischen Demokratie. Die verbündeten Imperialisten halten es für Ehrenpflicht, die rumänischen Banditen zu unter, stützen.

Haag, 5. Febr. Reuter berichtet ausführlich über die Kämpfe zwischen den bolschewistisches: und den rumänischen Truppen. Als Grund des Einfalls der Rumänen in Republik Vestara- bicn wild das Umherschwärinen der Soloateska angegeben. Bestarabien mußte deshalb Rumänien bitten, Truppen zu sen­den, um die gänzliche Verwüstung des Landes zu verhindern. Tie Rote Garde beschlagnahmte im Innern Belsarabiens Le- bensmittcldepots und Vorräte die für das rumänische Heer und die Bevölkerung der Moldau bestunmt waren. Infolge- desien ließ die rumänische Regierung auf Ersuchen der bessara- bischen Negierung unge'äumt die Linie KischinewUngeni Jassy und verschiedene L.'bensmittelzentren Bestarabiens be­setzen. In ganz Bestarabicn wütet der Kampf zwischen rumä­nischen Truppen und ungeregelten Banden der Bolschemiki. Inzwischen nehmen die Bolschewiki von verschiedenen Abschnit­ten der russischen Front Truppen weg und konzentrieren sie in der südlichen Bukowina, der Ukraine und dem westlichen Bestara­bien. Die Aussichten sind sehr drohend. Die Lage Rumäniens ist mehr als bedenklich. Es muh alle militärischen Maßregeln treffen, um die Aushungerung nicht nur seiner eigenen Trup­pen, sondern auch der.russischen Truppen, die noch an der ru­mänischen Front stehen, und die der Zivilbevölkerung zu ver­hindern Es lausen immer mehr Nachrichten ein über die grau­same Alt. mit der die Bolschewiki die Rumänen behandeln, die lange Zeit in Rußland gewohnt haben. Mastenweise werden rumänische Offiziere und Parlamentsmitglieder, vor allem in Odessa, verhaftet. .

Ein Sieg der Rumänen.

Haag, 5. Febr. Aus London wird gemeldet; Reuter erfährt aus Jassy, daß ein großer Teil des rumänischen Heeres jetzt da­bei ist, die russischen Truppen zu entwaffnen. Die russische Front an der Moldau brocke't täglich mehr ab. und sogar die russischen Truppen, die bisher als loyal angesehen wurden, werden von der bolschewistischen' Bewegung niitgeristen. Russische Abteilun­gen flüchteten nach der russischen Grenze, wobei sie rumänische Städte und Dörfer verheerten. Beim Angriff der Russen aus Gal atz haben rumänische Truppen nach 24ftündigcm Kampf die 19. russische Division entwaffnet und 50 Kancnen erbeutet, wo­mit die Rüsten die Stadt bombardierten. Russische Abteilungen dicscr Division sind nach der österreichischen Grenze geflüchtet. Am Mittwoch hat die 6. russische Armee die Stadt Falticeni an der Moldausront mit schweren Geschützen angegriffen. Die Ru­mänen aber haben sie abgeschnitten. die Soldaten entwaffnet Und unter Vew-afsnung nach Rußland fortgeschickt. Im Anschluß an die Truppenbewegungen im allgemeinen, wobei ganze Re- glmcntskcrps oder Divisionen flüchten oder die Waffen nieder­legen, gehen noch gcntze Regimenter und einzelne Kompagnien und Heute Gruppen russischer? Soldaten von ihren Posten weg, rauben die Dörfer aus und betragen sich als Banditen.

Der Freihcitskampf Finnlands.

Der rote Schrecken.

Stockholm, 4 Febr. (MTB.) Nach Meldungen der Stock­holmer Blat'er nimmt die Schreckensherrschaft der Roten Garde in Helsingfors immer entsetzlichere Formen an. Die ganze Nacht hindurch, hört man Cewehrseuer und auch in der letzten Nacht wurden wieder mehrere Bürger erschosten. Nach Angabe der Eisenbahnbeamter. erhielt die Rote Garde auch in Helsingfors Unterstützung durch russische Truppen, bie unter dem Befehl eines Kommissars eintrafen. Unter den heute Nacht Ermorde­ten befand sich auch ein junger Arzt, der tut Rote Kreuzkranken­haus an gestellt war.

Die Kriegsabteilung des russischen Volkskommissariats hat die russischen Soldaten durch Order aufgefordert, die Rote Garde in Finnland zu unterstützen.

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Stockholm, 4. Febr. (WTV.) Der Befehlshaber der schwed-k- scheu S-biffsexpedition nach Finnland, die die Skandinavier dort abhclen soll, teilt radiotelegraphtsch mit, daß am SomitaK . A\ Uhr von Raeffoe bei Maentlyoto Gr.tuatfeuer gegen das vorderste Scbiff eröffnet wurde Ungefähr sechs Granaten explo­dierten im Eise etwa 1000 Meter vor dem Eisbrecher. Nach vier Stunden kamen russische Matrosen und Vertreter der Noten Garde an Bord des Kanonenbootes ..Svenskund" und teilten mir, daß die Rüsten die Schiffe mit scharfen Schüsten angehalten hätten, weil sie den Eisbrecher für den von Finnland entflohe­nen Eisbrecher.Sampo" gehalten hätten und befürchteten, daß die Schiffe Truppen und Waffen führten. Die Schiffe mit Ausnahme des KanonenbootesSvenskund" erhielten darauf die Erlaubnis, in den Haien von Maentlycto einzulaufen.

Nach Berichten von Augenzeugen wurde der frühere General der finnischen Garde Sitsverhiejm, der sich, obwohl schon 77 Jahre, tapfer gegen die ihn überfallenden Soldaten der Noten Garde verteidigte, von der Uebermacht über­wältigt, getötet, dann mit Bajonetten durchbohrt und in einen Sack gesteckt.

Ende der Woche werden voraussichtlich zwei vollständige» schwedische Ambulanzen nach Finnland abgehen. Airs allen Teilen Schwedens laufen Spenden und Meldungen zum frei­willigen Eintritt in die Brigade Mannerhcims ein. Staats­minister Eden und der Minister des Auswärtigen Hallne? empfingen Samstag eine Deputation von vierzig Provinzblät­tern. die erklärten, die schwedische Fveiwilligenbemegung zu Gunsten der für westländische Kultur und Ordnung kämpfenden sinnländischen Bürger kräftig unterstützen zu wollen. Dio Minister erwiderten unter dem Ausdruck warmer Sympathien für Finnland, daß ein offizielles Eingreifen der schwedischen Regierung zur Zeit nicht zu erwarten sei.

Schweden nnd die AalandmUln.

Stockholm, 2. Febr. Wie verlautet, stehen in den nächsten Tagen in ganz Schweden große Kundgebungen für die sofortige H.stung der schwedischen Flagge auf den Aalandsiaseln bevor. Ein Bewohner brachte das urkundliche Ergebnis der Volksab­stimmung mit. Danach wünschen 99 Prozent der Bevölkerung die Rückkehr zu Schweden.

Die Abordnung der Aalandbewohner wurde am Samstag im Schloß vom König emvfangen. Rach Entgegennahme einer Adresse, die den Wur ich ausdrückt. daß die ehemalige Grafschaft Aalend wieder mit Schweden vereinigt werden möge, sprach der König die Hoffnung aus auf Ueberwindung der noch bestehen­den Schwierigkeiten im Einverständnis mit einem freien und selbständigen Finnland.

Die Rada der Ukraine stegre'.ch.

M'hilcw von den Polen genommen.

Berlin, 5. Febr. (WTV.) Ein Funkspruch aus Kiew vom 2. Februar meldet, daß Mohilew. der Standort der russischen obersten Heeresleitung, durch die Polen besetzt worden ist, und daß der Oberbefehlshaber Krylenko mit seinem ganzen Stabe verhaftet wurde.

Nach dein gleichen Funkspruch wurde derAusstand der Bolschewisten" in Kiew von den Ukrainern unterdrückt. An die Spitze des neu gewählten ukrainischen Ministeriums wurde der Vorsitzende der ukrainischen Friedensdelegation in Brest-Li- tcwsk. Holubowf'tsch, gestellt. Alle ukrainischen Truppen stell­ten sich auf die Seite der Kierer Oberrada. D:e Truppenteile der Bolschewisten ziehen schleunigst aus der Ukraine nach Ruß­land ab. Bei Kiew soll eine halbe Million ukrainischer Trup. pey unter der Führung von Offizieren versammelt sein; auch die Zivilbevölkerung soll bewaffnet sein.

Berlin, 5. Fcbr. Wie die ..Vossische Zeitung" erfährt, be­setzten die Truppen de: Rada Charkow. Staatssekretär Holu- bowitsch bildete ein nenes Ministerium, das im Gegensatz zu der bisherigen Neigung der Ukraine, sich mit den Maximaltstcn zu verständigen, kein einziges bolschewistisches Mitglied ent­hält.

Die Verhaftung KrylenkoS.

Stockholm, 5. Febr. DasDagbladet" meldet auS Pe­tersburg: Die Nachricht von der Verhaftung des russischen Oberbefehlshabers Krylenko und feines Stabes durch die Polen hat in Petersburg eine gewaltige Erregung hervor* gerufen, wie man sie fcfym seit der Einnahme von Warfckjau ähnlich' nicht mehr wahrgenontmen hat. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Nachricht trat der Nat der Volksbeauf­tragten zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Der frühere Oberbefehlshaber Brnssilow ist auf Befehl des Mos­kauer Sovjets von der dortigen Garnison verhaftet worden