Ausgabe 
5.2.1918
 
Einzelbild herunterladen

Nummer 30

Dienstag, den 5. Februar 1918

11. Jahrgang

Neue Tageszeitung

T Jr e ^" 6, ;, We,nt T" * e * elm ^ e B°u°s°n ..s-r Ka..e. an» q-ss.n».Di, Api«»»--be". S..«gspv-is- Bei den Poltanftalten Mk 2111

Mn u tritt noch das -Beitcttg« t), de, de» Kenten mm-«.,,» «8 P,g. «tmchltehlich Tragerlyhn. Ameigen: Grund,eUe 25 Pig.. total« 20Utg, Ag,eigen von auswöris werden durch ßotaKfma'jme er^oben^Erwllunff-ori .'r.edbsrg. --dr dl?ihtnn und Aerlgg rriedder-r (g»eMen>. ^arcauetittofc 12. ^smwrscher JS. PoMch-ck.Tont» 31t. 4353, slmt ^tanfiutt HU. '

f fr E«te«te-Krjtzslli! für üit Fortlrhuilg drs KriM

Das Ende des Streiks. Maßnahmen gegen zukünftige Streiks.

Eine Wendung im (Osten?

18 000 Tonnen versenkt.

llj ^ --- " " 1 y

Der deutsche GeneraLstak

=== meldet: ===!!

W. T. §> Großes Huuptquurtrer. Heu 4. Fedruar. Amtlich.

Westlicher Kriegsschskplatz.

An vielen Stellen der Front Artillerietätigkeit, die sich na­mentlich in Flandern zwischen dem Hauthoulster Walde und der Lys, sowie beiderseits der Scarpe gegen Aberrd steigerte.

Westlich von Vellicourt scheiterte ein starker Erkundungs­vorstoß der Engländer. An der Aillette nördlich von Vraye drangen die Franzosen vorübergehend in unsere Pastenstellung rin.

Eigene Infanterie und Pioniere holten nordwestlich von ^ozonvanx 19 Gefangene aus den französischen Gräben.

In Luftkümpfen und von der Erde aus wurden in den bei­den letzten Tagen 18 feindliche Flugzeuge und 2 Fesselballone -um Absturz gebracht.

Italienische Front.

Zwischen Etsch und Piave vielfach Artiller ickaurps.

*

Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Eeneralquartiermeister: Ludendorff.

Aberrdlrericht.

Berlin, 4. Febr., abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.

I Der österreichische Generalstak !! ?== meldet: "

Wien» 4. Febr. Amtlich wird verlautbart:

Zwischen Etsch und Piave lebhafte Artilleriekämpfe. Oest- kich der Brenta wurden zwei feindliche Erkundnngsvorstöße ab gewiesen.

Der Chef des Gerreralstabes.

Sofia, 2. Febr. (MTB.) Ceueralftabsbericht.

Mazedonische Front: Zwischen Ochrida- und Prespa-See im Tschernabogen und südlich von Huma verstärkte sich zeitweise das Artilleriefeuer. Oestlich des Wardar mehrere Feuerübsr- fälle. Im Süden der Belasitza-Ebene verjagten wir durch Feuer zwei englische Abteilungen» die sich unseren Posten zu nähern versuchten. In der Ebene» vor unseren Stellungen westlich von Serres, zerstreute unsere Artillerie mehrere englische Infante- rreadteilungen.

Dobrudscha front: Waffenstillstand.

*8,000 Tannen versenkt.

SSctlin, 3. Febr. (WTB. Amtlich.) Unterseebootserfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplätze:

18 860 Bruttoregrstertonncu.

Die Schiffe waren fast sämtlich tief geladen und wurden zum größten Teil im Aermelkanal vernichtet. U a. wurde r ein großer Frachtdampfer in gewandtem Angriff aus ein:::; C;o--' leitzugs herausgeschossen. Namentlich festgeftellt konnte der englische DampferHuasgrove" (3063 Brutto-Registertonnen) werden.

Der Chef des Admiralstabs der D.'nrlne-

Haag, 3. Febr. Hier traf eine von neutraler Seite stammende Nachricht ein, daß am 26. Dezember ein großes englisches Kriegsschiff, das von einigen Torpedojägern be­gleitet war, in der Nahe des. Kriegshafens Firth of Forth

auf eine Mine lief und sank.

Gänzlich gekcheiterl.

Zürich, 4. Febr. DerDaily Chronlcle" schreibt: Der große Etolienische Angriff auf die österreichischen Höhenstell,rn-gen ist

; nach einem vorläufigen Anfangserfolg gänzlich gescheitert. Selbst die Mailänder Zeitungen wissen nur von zurückgebrachten Ge­fangenen, nicht aber von einem dauernden Stellungsgewinn zu berichten.

ChinejWr AuM tmf rin alütritzgnjSHes ifmonrnfcort*

Haag, 4. Fekr.Daily Mail" meldet ans Tientsin: Ein Angriff hat stattgefunden auf ein amerikanisches Kanonenboot auf dem PaNgtfe-Fluß. Sechs oder sieben Amerikaner sind ver­letzt worden. Man nimmt an. daß ein Ueberfall von Banditen oder von plündernden entlassenen Soldaten stattgefunden hat, die seit Ausbruch der Zwistigkeiten zwischen Südchina und den Pek:nger Behörden in dieser Gegend jeden Tag stattfinden.

Ar i)rn Kr-eq nni» gkßkn den Aieden.

Paris, 4. Febr. In der Zeit vom 30. Januar bis 2. Februar hielt der oberste .Kriegsrat unter dem Vorsitz Elemenceaus sie­ben Vollversammlungen in Versailles ab Es waren anwesend: für die Vereinigten Staaten: die Generäle Bliß und Pershing; für Frankreich: Elemenceau, Pichon und die Generäle Foch,

Petain und Wevoand; für England: Lloyd George, Lord Mil- mer, General Robertson, Feldmarschall Haig und General Wil­son: für Italien: Orlando. Sonnino und die Generäle Alsieri und Eadorna.

Der oberste Kriegsrat prüfte in sorgfältigster Weise die jüngste Erklärung des deutschen Reichskanzlers und die des österreichisch-ungarischen Ministerpräsidenten und erblickt in die­sen Erklärungen keinerlei Annäherungen an die von den sämt­lichen Regierungen der Alliierten formulierten maßvollen Be­dingungen. Der Eindruck, den der Kontrast Wischen den ein­heitlichen idealistischen Zielen, deren Verwirklichung die Mittel­mächte von Brest-Litowsk erhofft hatten, und ihr nun offen zu Tage tretendes Streben nach Raub und Eroberung, hervorruft, ist nur geeignet, diese Ueberzeugung zu bekräftigen. Unter die­sen Umständen erachtet es der oberste Kriegsrat als seine un­mittelbare einzigste Pflicht, die W.üterdauer des Krieges mit äußerster Energie und durch die straffste und wirksamste Verein­heitlichung der militärischen Arbeit der Alliierten herzustellen. Diese Arbeit wird fernerhin getan werden müssen, bis sie bei den feindlichen Regierungen und Völkern einen Gesinnungs­wechsel herbeiführt, der Aussicht auf einen Frieden bietet» ver­einbart unter Bedingungen, die nicht daraus hinauslaufen. daß die sämtlichen Grundsätze, denen zum Triumph zu verhelfen, die Verbündeten entschlojscn sind, nämlich die Grundsätze der Frei­heit, der Gerechtigkeit und der Achtung vor dem Rechte der Na­tionen dem agressiven Militarismus weichen.

Die Entscheidungen, die der Rat getroffen hat, umfassen nicht bloß alle militärischen Angelegenheiten der Alliierten auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen. Sie betreffen insbeson. dere die straffste und wirksamste Vereinheitlichung sämtlicher Unternehmungen im Kampfe gegen die Zentralstaaten der ver- einigten Mächte, unter der Kontrolle des Rates. Die Befug­nisse des Rates wurden erweitert und die im November zu Ra­pallo ausgestellten Grundsätze der politischen Einheit und Einig­keit der Nationen wurden in konkreter und praktischer Weise ausgebaut. In allen diesen Fragen ist nach eingehender Erör­terung der einzuschlagenden Politik und der Ausführungsweise eine Einigung erzielt. Vollständiges Einvernehmen zwischen den Negierungen und den leitenden Militärpersonen besteht außerdem hinsichtlich der rationellen Durchführung der überein­stimmend gefaßten Beschlüsse. Hieraus erwächst uns allen ein sicheres Gefühl der Stärke, das bekräftigt wird durch die Ein­mütigkeit der Anschauungen.

Die Koalition der Gewissen Und des Willens erstrebt als einziges Mittel die Verständigung der zivilisierten Völker. Wider das brutale Vorhaben der Unterjochung der Welt fetzt sie den Gewalttätigkeiten des Feindes jene Ruhe entgegen, die der Besitz der höchsten und immer neu ergänzten Energie ihr ver­leiht. Unsere Demokratien haben sich gemeinsam durch unver­gleichliche Heldenlugenden ihren Platz in der Geschichte schon jetzt gesichert. Die edle Ausdauer jedoch die unsere Zivilbevöl­kerung bei den furchtbaren Prüfungen jeden Tag bekundet, be­stätigt nicht minder als der prächtige Schneid unserer Armeen, welch einen moralischen Sieg der militärische Eirdsieg der be­freienden Entents glorreich verkünden rvtrd.

Was sagen dazu unsere Hungerfriedenswimmerer? ' ;

__ * l - \ *K

KndendsrF und Czernm.

Berlin, 3. Febr. Zur Teilnahme an der Beratung übc. ; > litische und wirtschaftliche Fragen aus dem gemeinsamen In­teressengebiete Deutschlands und Oesterreich-Ungarns werden, wie wir erfahren, morgen Stoatsfekreiär von Kählmann, Minister Graf E gern in und General Ludendorfs hier eintreffen. Auch der deutsche Botschafter in Wien, Graf Wedel, wird zu Besprechungen in Berlin erwartet.

Die Verhandlungen in Krest-MM.

Berlin, 4: Febr. DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung"' s.chreibt zu den Verhandlungen in Brest-Litowsk in einem re­daktionellen Artikel, der allerdings offiziös inspiriert zu sein scheint» unter anderem'Die Zeit zum Handeln und zum Be­raten ist nicht m;hr allzu lang. Die Mittelmächte müssen Wert darauf legen, daß die Fragen in kurzer Zeit geklärt werden. Wenn man auf der Gegenseite geglaubt hat, bei den Mittel­mächten würden sich so starke innere Hemmungen entwickeln, daß man ungestört an der Verschleppungstaktik festhalt n könne, so wird die Fehlerhaftigkeit dieser Rechnung unterdessen klar geworden sein. Unsere Unterhändler haben die Handr frei."

Die jlniMe Md plnildif Mm in BrrfMifoni'i

Brest-Litows?. 3. Febr. Heute vormittag hielt die deutsch- osterreichisch-ungarisch-russische Kommission zur Regelung der politischen und territorialen Fragen eine weitere Sitzung ab. Die Besprechungen begannen mit einer Aeußerung des Staats- sekretärs v o n K ü h l m a n n zu der Frage der Einladung bezw. Zulassung von Vertretern der westlichen Randstaaten zu den Verhandlungen in Brest-Litowsk. Der Staatssekretär erklärte, der frühere Standpunkt der Mittelmächte in der Angelegenheit sei vollkommen unveränder geblieben.

Trotzki führt demgegenüber aus, die Frage der Zuziehung einer Abordnung der polnischen Regierung als Regierung eines selbständigen Staates zu den hiesigen Verhandlungen sei auf­getaucht, als die rnssische Delegation diesen Gegenstand gestreift habe, um das Augenmerk darauf zu lenken, daß die deutsche und österreichisch-ungarische Delegation zwar die Selbständigkeit des polnischen Staates anerkannte, die Heranziehung einer Vertretung Polens zu den Verhandlungen jedoch nicht angeregt hätte. Hierauf fuhr Trotzki fort: Wir unsererseits erkennen dis Selbständigkeit und Unabhängigkeit des polnischen Staates im vollen Umfange an. aber wir können nicht die Augen vor der Tatsache verschließen, daß die Selbständigkeit nur eine schein­bare ist, solange Polen unter dem Regime der Besetzung steht. Als bevollmächtigt zur Teilnahme an diesen Verhandlungen könnete er nur eine Vertretung Polens ausehen, welche sich auf die breiten Massen stützen würde.

In Erwiderung hierauf wies Staatssekretär von Kühl­mann zuerst auf die Aeußerungen hin, welche die Vertreter der Mittelmächte bei den Kommissionssitzungcn am 11. und 15. Januar zu dieser Frage abgegeben haben. Ankniipsend hieran bemerkte der Staassekretär, er wisse nicht, warum der Vorsthende der russischen Delegation von den westlichen Randvelkern heute Polen ausgesondert habe. Die Angelegenheiten der Polen, Li. Lauer und Kurländer seien bisher zusammen erörtert worden. Er glaube aber einen gewissen Fortschritt darin erkennen zu können, daß Trotzki die Selbständigkeit des polnischen Staate» im vollen Umfange anerkannt habe.

In Beantwortung einer vorher gefallenen Bemerkung Trotzkis. daß die Regierungen der Mittelmächte die neue fin­nische Regierung noch nicht anerkannt hätten, erklärte Staats­sekretär von Kiihlmann, er sei über die Vorgänge in Finnland noch nicht genügend unterrichtet, doch seien ihm von zuverlässiger finnischer Seite zahlreiche Klagen darüber zugekommen, daß die russische Armee dort in die inneren Kämpfe etngegriffen habe.

Graf E z e r n i n schloß sich in der polnischen Frage den Darlegungen Kühlmanns an.

Zur flnnlandischen Frage bemerkte dann Trotzki, die Pe­tersburger Regierung habe die Unabhängigkeit Finnlands wäh­rend des Krieges anerkannt, so daß sich damals noch Truppen­teile, die am Kriege teilnahmen, auf finnischem Boden befan­den. Als der finnische Senat sich mit der Bitte um Anerken­nung der Selbständigkeit Finnlands an Petersburg gewandt habe, habe diese selbst den Gedanken geäußert, daß die Truppen spätestens nach Abschluß des Krieges zurückgezogen würden, falls es nicht aus militärischen Rücksichten möglich wäre, sie schon früher zurückzuziehen. Als nun in Finnland die Nevolu*