gfjjccftcn aus den Strafte« Petersburg» und mit de» eifrige» Brrbereitungen -er bolschewistischen Regierung zur Vertreibung ^der konstituierenden Versammlung. Nur Ln einer einzigen De- ^ Ziehung sind alle diese verschiedenen Regierungeil durchaus soli- sdarisch a ob lieben. in ihren kapitalistischen Bestrebungen und in ihren gierigen Wünschen, die neu entstehenden Völker zu erdros- ( Jeln und alle unter ihre mächtige Hand zu bekommen. Aber im Andenken an dir Vorgänge auf dem Thron, welche nicht nur ^durch die gemeinsamen Anstrengungen der sozialen, sondern auch der nationalen Revolution gestürzt worden find, hat die Regierung der Bolschewik! das Prinzip des Selbstbeftimmungs- rrchtes der Völker nur zu dem Zwecke proklamiert, um damit entschiedener das Prinzip in seiner praktischen Durchführung zu bekämpfen
Die lauten Erklärungen der Vclschewi über die vollkommene Freiheit der Völker Rußlands sind nur grobe demagogische Mittel. Die Regierung der Bolschewisten, welche die konstituierende Versammlung auseinandergejagt hat und sich nur auf die Bajonette der Söldner der Roten Garde stützt, wird sich nie dazu entschließen. in Rußland selbst die hochgerecht-n Prinzipien des Selbstbestimmungsrtchtes durchzuführen.
Nur aus Furcht vor der Entwicklung der nationalen Revolution haben die Bolsckewiki mit der ihnen angeborenen De. magogie sowohl in Rußland selbst wie. hier auf der Friedenskonferenz das Prinzip des Selbstbestimmungsrechtes aufgestellt. Zur Bekämpfung der Durchführung in die Praxis nehmen sie ihre Zuflucht nicht nur zu den Söldnerfcharen der Raten Garde, sondern sie schreiten noch zu schlimmeren und unzulässigeren Mitteln? sie unterdrücken die Zeitungen., jagen die Volksversammlung auseinander, verhaften und erschießen Politiker und greifen schließlich dazu, durch vollständig falsche und tendenziöse Schilderungen die Autorität der Regierung der einen oder andren jungen Republiken zu untergrüben. Bekannte Sozialisten «ich alte Revolutionäre werden von ihnen beschuldigt, als ge- ihörten sie zur Bourgeoisie und zu den Gegenrevolutionären. Die Negierung der Dolfchewiki erklärt den heiligen Krieg der Republik, indem sie die Vertteibung der Bourgeoisie-Regierungen verlangt, mit denen angeblich die sozialistische Regierung der Bollchewiki selbst über die Beendigung des brudermorden-
Krieges keine Verhandlungen pflegen will. Co führt die Regierung der Bolschewik' anstatt des Grundsatzes des Selbst- best im m ungerechtes den Grundsatz der Anarchie und der Zerrüttung Lurch, da sie weiß, daß es leichter ist. zu zerstören, als neu zu schaffen, und sie hält sich an das alte französische Sprich- ^wortt ..Verleumde, verleumde, es wird schon etwas haften bleiben."
- Nm Tage, an dem wir nach Kiew abreisten, um unsere endgültigen Instruktionen einzubolen, ist auf Aufforderung und -unter gütiger Mitwirkung der Bolschewik! über Petersburg und Dünaburg eine neue Delegatton hier eingetroffen, die das Ziel yat, unsere Autorttät in den Augen der arbeitenden Klaffen Europas zu untergraben. Um die Rechte und den Charakter diefr Delegation genauer zu begründen und zu umschreiben, 'nurffen wir naher aus diesen Punkt eingehe«.
*.. ^ er schilderte dann die Bestrebungen zur Selbst-
ständrgmachung der Ukraine als Produkt der ukrainischen Schaf, 'fcnskraft ist die ukrainische Rada entstanden, die sich aus den Verttetern der ukrainischen Soldaten. Bauern und Arbeitern zusammensetzt. Die ukrainische Rada hat durch tbre Universale dem ukrainischen Volk seinen Weg gewiesen. Lubynski ging dann des weiteren darauf ein. wie die Wahlen zur Rada zu- ftandegekommen seien und auf welche Kräfte sich die Bolschewisten stützten. Zn Wirklichkeit liegen die Dinge so, daß nach dem Gebiet der Ukraine und nach den daran anschließenden Fronten schon unter dem zaristischen Regime vorzugsweise Soldaten rnchtukrainischer Abstammung hingelchickt wurden, und es rst während der Revolution nicht gelungen, die Ukraine vor tncien zugezogenen und ihr ftemden Elemente zu befreien. Wahrend die ukrainischen Soldaten von allen Kriegsschauplätzen und von allen Fronten ihre Delegierten auf die Fronttonareße imch Kiew schickten und sich alle um die ukrainische Militär-Rada scharten, die einen Teil der Kiewer Rada bildet, haben die nicht ukraimsc^n Soldaten in einigen Städten der Ukraine ihre Sol- datenratt gegründet, die keinerlei Einfluß hirben auf das Leben der um sie liegenden Gebiete. Manchmal allerdings nahmen an dieren Sowjets auch Vertreter der Arbeiter der b-Lreffenden Sradtet eil Mit dem Wunsche, sich unter diesem oder jenem Vorwände rn das innere Leben der Ukraine einzumischen. Hab.»
J* Petersburger Bolschewik! anoefangen. von der ukrainischen ^egrerung zu verlangen, daß die ganze Regierungsgewalt in iez Ukraine gerade diesen Soldateuräten übergeben werde ohne rede Berücksichtigung der von den Volschewiki auf der Frie- denskonferenz aufgestellten Forderungen, daß fremde Truppen aus besten treten fortzuführen feien. Natürlich kann die llkrmmfche Regierung diese Forderung nicht erfüllen. Als die ^oah.en zur Rada überall eine erdrückende Mehrheit der Ukrai- ner ergeben hatten, wären die Volschewiki zur Gewalt geschritten.
Gras Ezermn gab baraus eure Erüar»mg ab, ine in ven Sätzen gipfelte: Fm Hinblick auf die veränderte Stellung, welche der Vorsitzende der russischen Delegation in der Plenarsitzung vom 30. Januar 1918 in dieser Frage eingenommen hat, wonach nur solche Abkommen mit der Ukraine anerkannt und akttviert werden könnten, welche durch die Regierung der förderattven Republik Rußland formell bestätigt seien!, geben die Delegationen der vier verbündeten Mächte angesichts des eben dargelegten Stand- Punktes der Delegation des Kiewer Volksministerrates folgende Erklärung ab:
„Wir haben keinen Anlaß, die in der Plenarsitzung vom 12. Januar 1918 erfolgte Anerkennung der ukrainis.ben Delegation als einer selbständigen Delegation und als einer bevollmächtigten Vertretung der ukrainischen Volksrepublik zurückzunehinen oder einzuschränken. Wir sehen uns viel- mehr wieder veranlaßt, die ukrainische Republik schon jetzt als unabhängigen, freien und souveränen Staat anzuerken- neu, der in der Lage ist, selbständige, internationale Ab- -machtungen zu treffen."
Herr Trotzki bemerkte nach der Erklärung der Mittes- mächte kurz, er habe seine bisherige Auffassung über die ukrarnische Staatlichkeit nicht geändert und müsse darauf Hinweisen, daß es den vier verbündeten Mächten schwer fallen werde, die genauen Grenzen der von ibnen soeben anerkannten Republik anzngeben. Bei den Friedensver. Handlungen seien die Grenzen eines Staates keine gleich- gültige Frage. Sodann wurde die Sitzung geschloss '
mm Mhkmw und Cmnin rrHrn nM ßal'n.
Brest-Litowsk. 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Staatssekretär von Kühlmann und Minister des Aeuüern Graf Ezernin begaben sich heute nachmittag mit Begleitung zu einem kurzen Aufenthalt nach Berlin.
Cornea befindet sich in den Händen Der öurgerlrchen pen. Die russischen Soldaten sind nun bereit, die Waffel abzulrefern und nach Rußland Zurückzukehren.
Uirßlond und Litttt?and. >
Petersburg. 2. Febr. Der Vollzugsausschuß der Regierung rn Mohilew meldet: 25 000 Mann starke, von Generalen befehligte polnische Legionen besetzten Rogatschew. lösten den Sow- jet auf. verhafteten den vom Vauernrat ernannten Kommissa» und marschieren in der Richtung auf Smolensk. Diese Unternehmungen sind eine Folge der Erklärung des Kriegszustand« der polnischen Legionen an die Bolschewisten. Als Vergele tungsmaßregel werden verschiedene hervorragende Persönlich» kerten und Angehörige der Kadettenparte? oder der polnische» Vourgecisie, darunter vor allem Fürst Swiatovolk-Mirstt ver» haftet.
Ein Telegramm aus Odeffa in den bolschewistischen Zeitungen meldet, daß die Macht in der Nacht zum 27. Januar nach einem Strcchenkampf, an dem sich Artillerie und im Hafen ankernde Kriegsschiffe beteiligten, in die Hände des revolutio. nären Ausschußes übergegangen ist.
ssclkmplrilchk Dnb'Mmi IHosfean—Ilfriin.
Das „Hamburger Fremdenblatt" meldet aus Rotterdam: Die russisch- Regierung hat. wie über London gemeldet wird, die Wiederherstellung der unmittelbaren telegraphischen Vor-' bindung zwischen Moskau und Berlin ungeordnet.
Der Bürgerkrieg in llichland.
Epidemie» in Petersburg.
Mailand, 2. Febr. Zu dem Schreckgespenst der Hungersnot in Petersburg gesellen sich nach einem Bericht des „Eorrtere della Sera" zusehends mehr ansteckende Krankheiten. Während sich die Typhus-Epidemie in den Arbeitervierteln der Haupt, stadt bedenklich rasch ausdehnt, wird die Pestgeiabr angekün. digt. Vom kaukasischen Kriegsschauplatz, wo die Pest bereits Tausende von Soldaten hingerafft hat, wind fie durch Fahnenflüchtige auf ganz Rußland übertragen. Der mangelhafte Sa« nitätsdienst und die Hilflosigkeit der Masien macht olle Gegenmaßnahmen unmöglich Die Derzte von Petersburg haben in einer außerordentlichen Sitzung das ernste Problem geprüft, je- doch unter den gegenwärtigen politischen Verhältnissen di« Unfähigkeit zugeben muffen wirksame Abhilfe schaffen zu können. Zn Petersburg selbst beginnt sich die Teu-rung zu einer wahren Hungersnot auszuwachlen. Die Tagesration des Brotes, das nur noch aus Ersatzstoffen hergestellt ist. wurde auf 50 Gramm festgesetzt. Di« Beschäftigungslosigkeit mehrt sich infolge Schließung zahlreicher Fabriken in beunruhigender Weise. Es werden anarchistische Unruhen befürchtet. Die blutigen Zusammenstöße unter der hungernden Meng« häufen sich täglich.
&,ef?n Norg-mnen ist eine kleine Gruppe der Do chewisten von etwa achtziq Mann von diesen, Kongreh
lft n s* Kfwforo i-beraos-edelt und Kat sich als VUH’af me ^ nq Mfrnm 'f £fen Volksrepublik erklärt. Die
unorganisierte Banden der Broten Garde entsandt, um die Bevölkerung des Gouver, uements Ehoikow auszuplündern und die Charlower Re- gwri'ng pochen Bewohnern des Gouvernements Charkow
o° 't b'-Ctzarkow-r Regierung entstanden und das und die Kruste, aus die „e sich stützt, Es ist kein Zweifel oaruder möglich, dah sie nicht nur nicl>t berufen ist die Republik zu vertreten, sondern dah sie kaum als .^ ung der Ltadt Charkow angesehen werden kann.
. ö ‘ c °"deren Bemerkungen des Herrn Trotz«, die wort- ich o«r n.:r Zwischen den Zeilen erfolgt sind, halte ich nicht iSÄÜS a;an ’ ortcn - Unsere Zukunft, unsere Geschichte 11110 6,e brc,ten Massen des arbeitenden ««eS dic auf beiden Seiten der Frontlinie stehen, werden ,e«»dae.,her entscheiden, wer von uns recht hat und wer ^ Sozialist und wer Gegenrevolutionar ", wer Irbosrt oder wer (hes-baksenez zerstört.
Ein Sieg der Bolschewikis.
Petersburg, 1 Febr. (Meldung der Petersburger Tele» praphenagentur.) Die Sowjettruppen nahmen Orenburg. Di« Kcsaken unter Dukow sind geflohen
Weißrussen und Bolschewikis.
Laut dem russischen Mitarbeiter des ..Berner Bundes" drahtet „Nowoja Shisn" aus Minsk, daß das Verhaltes zwi. scheu dem Volkskommiffariat des westlichen Gebiets und d«m Weißrusse« sich zugespcht hat. Blutige Zusammenstöße werden erwartet. Die Stimmung in Minsk ist sehr unruhig.
^ Wie die „Neue Zürcher Ztg." von besonderer ruffischer Seite erfährt, wird dem russischen Blatt ..Wlast Naroda" auv Omsk (Sibirien) berichtet: Die Mistetoten und die Verbrechen der VolWewikt überschwemmen ganz Sibirien. Irkutsk ist von jet^m Berkebr abgescbnitlen und geht zugrunde. Der Kampf der Roten Garde und der Infanterie einerseits und der Kosaken andererseits dauerte in der Stadt volle zetyr TagL Es wurden dabei achttaufend Personen getötet. (?) Die Plünderun. gen und Mordtaten in der Stadt dauern an. Die Bevölkerung flieht maffenhast da es keine Heizungs- und Lebensmittel mehr gibt.
5tvpeuhagen, 2. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Be- rkchterstatter der „Berlingske Tidende" meldet aus Hel- smyfors: Die Stadt ist nun vollständig in den Händen des Arbetterrates. Der Senatspräfident Svinhufvud fordert rn ernem Aufruf die Bürger auf, die gesetzliche Negierung c ^ rut> ^ en Landtages gegen die unreckchniäßigen Machthaber zr, unterstiitzen, die die Freiheit Finnlands be- drohen. Die Bank von Finnland und die Privatbanken find geschlossen. Die neue revolutionäre Negierung befindet sich bereits in einer sckiwierigen Lage und sie scheint sich selbst darüber klar zu sein, denn sie machte unter der Hand den bürgerlichen Parteien den VorWag zu einem Ausgleich, nach dem den bürgerlichen Parteien eine gewisse Anzahl Sitze m der Regierung eingeräumt wird.
Kopenhagen, 2. F^r. (WTB. Nichtamtlich.; „Voll- ttten meldet aus Haparanda: Bei Komi fand ein blutiger Kampf statt, wobei die Note Garde die Kirche ,tnd Schule zerstörte. Die Rote Garde blieb siegreich und besetzte die Ä. Uleaborg behauptet die Rote Garde gleichfalls thre Machtstellung mit Unterstützung von russische» Tnlppen
Ans ksü WIM inid dtA PffrröSurg da Kvl!chk»iliks.
^och ist der Frieden mit Rußland nicht abgefchloffen. Doch dem Verkehr mit dem. was bisher Feindesland war. beginnt in Gang zu kommen. Man spricht schon wieder Leute, die noch vor wenigen Tagen, oder dock wemgstens vor erner Woche i« Petersburg gewesen sind. Was sie zu berichten wißen, ist furchtbar. Ein entsetzliches Strafgericht ist über das Land her. eingebrochen, deffen damalige Negierung den traurigen Mut gefunden hat, den Ausbruch des von ihr gemeinsam mit ihre« verbrecherischen Verbündeten längst sorglich vorbereiteten Krle. ges mit- den Mittelmächten durch ihr Verhalten unvermeidlich zu machen.
Die Grenzgebiete, über die dis Furie des Krieges unmit. telbar dahingebraust ist. haben zunächst den Löwenanteil der Kosten des frevlen Beginnens tragen muffen. Seit im Frühjahr des vergangenen Jahres die Revolution emjetzte. ist dar Hinterland daran gekonkmen. Insbesondere die Hauptstadt — das elegante, schöne St. Petersburg. Es ist zurzeit auf der Hshe seiner Leiden, wenn es nicht schließlich doch noch schlinnner kommt?
„Sie haben keine Ahnung" — erzählt einer unserer Ge» währsleute —, wie es in Petersburg anssieht. Die Front ist i» der Auslösung. Als riesige bewaffnete Horden marschieren dir Mannschaften nach Auflösung aller Verbände und vielfach nach Ermordung ihrer Offiziere heimwärts. Sie hungern. Ih» Maifchfttaße ist die erste beste, an der )le Nahrung zu finde» hoffen, ihr Marschziel am einzelnen Tag der nächste Ort. an dem fie Unterkunft und Gelegenheit zu plündern zu finden hoffen. Sie wißen, daß nur sie im Rußland der Volschewiki etwas z« jagen haben, — daß die Bevölkerung als solche recWos ist. Wohin fie kommen, wird diese rücksichtslos ausgeraubt. die Frauen und Mädchen werden geschändet, das Vieh abgetrieben, sofern welches da ist. Wo es ihnen irgend am Wege liegt, wenden sie sich nach Petersburg. Täglich treffen neue Horden ein. Gegen» nartig sind mindestens 200 000 Soldaten dieser Art in der Hauptstadt. Sie wohnen in den leeren Kasernen, oder wo es ihnen bequem ist in der Stadt. Die Hausbesitzer sind enteignet. Cre haben in ihren Häusern nichts mehr zu sagen, feiner: Anspruch auf Miete und lediglich das Recht, vier Zimmer für sich kostenfrei zu bewohnen, — wie übrigens jedermann sonst.' Sie laufen bei ihren Mietern herum und betteln, doch fveiwillis die alte Miete wieder zu zahlen, sie würden es schon wettmachen, wenn die Unglückszeit erst vorüber sei. Für ihre Mieter ist es meist schwer genug, diesem Ansinnen nachzukomrnen. denn auch ihr Vermögen ist dahin, ihre Einlagen bei den Banken sind be- scklagnalmt, und der Rubel hat etiva den Wert von ehedem 20 Kopeken. Und auch fie muffen fick auf die vier Zimmer, auf die jeder Anspruch hat — wenn er welche findet, die frei sind — beschränken. In die Hauser brechen die Soldaten ein. belege«, was bei Beschränkung des Wirts und der Mieter auf die vier Zimmer frei ist, holen sich aus der Behausung der bürgerliche« Bewohner an Möbeln, was sie gcbrar!chen können, suchen nach Wertgegenständen. Kleidung, Wäsche und Geld, nehmen an sich, was sie finden, kurz, machen was si« wollen. Dienst irgend welcher Art haben sie wicht und kennen sie nicht. Sie durchziehe« die Straßen und plündern die Geschäfte, wo ihnen dies einfällt. Anfangs wurden nur die geschloffenen erbrochen, seit einiger Zeit suchen fie auch die geöffneten heim. Damen, die sich auf der Sttahe zeigen, werden in übelster Weise behandelt. Ich war Zeuge, wie zwei fein gebildete junge Mädchen unter gröb» sten körperlichen Beleidigungen von zwei Soldaten gezwungen wurden, sich auf der Straße die Stiefel auszuziehen und sie ihnen zu übergebe«. Weinend gingen sie in den Strümpfe» durch den Schnee weiter. Alle Augenblicke sieht man ein Auto voll Soldaten. Halb ist es eine Spazier-, halb eine Raubfahrt« Sehen sie einen Zivilisten, der ihnen mißfällt, oder deffen Klet^ düng ihre Habgier reizt, so zwingen sie ihn, zu sich einzusteigen. Besonders in Gefahr ist er. wenn er gute Stiefel an hat. Nach einer Weile wird er dann in Unterhofen oder gar im Hemd wieder auf die Straße gesetzt, — ohne Rücksicht auf den Frost. Das für die Art der Nuffen Kennzeichnende ist. daß trotz alle, dem die Straßen keineswegs verödet sind. Wenigstens gilt das für die Hauptstraßen. Es wird darm nach wie vor promeniert und sogar geflirtet. Ereignet sich eine der geschilderten Gewalt- szenen, so gibt es Neugierige genug, die teilnahmslos zusehen. Auch gibt es noch immer Läden genug, die ihren Betrieb unterhalten. wie mitten im Frieden. Jeder denkt, daß an ihm der Kelch eines Zusamurenstoßes mit den Räubern schon vorüber gehen würde.
Ab und zu wird geschossen. Ost ist es nur Scherz: ein paar Soldaten geben Schüße in die Luft ab. um das Publikum z» erschrecken. Ost ist es auch eine politische Auseinandersetzung, Es ist schwer, das Nähere festzustellen: wenu es in der Nähe, schießt, läuft alles in die Häuser. HSrt es zu schießen aus. ist er


