Ausgabe 
4.2.1918
 
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Unmmer 29 _ Montag, den 4 . Februar 11)18 11 . Jahrgang.

Die??e,,e ^anesrcitring" erichemt irden Werktag Regelmäßige BeilagenSer Sauer ans Hessen".Die Hpinnssnbe". Ke;ugspreis: Bei den Postanstalten mertcliäfjrüd) Att. 2.4 {)in u tritt noch das Bestellgelds bei den Äeenten monatlich 85 Plg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grund^eiie 25 Psg., lokale 20 Pig^ Anzeigen von auswans werden durch Votnachnahm« _ erhoben. EcwllvngsoN Friedberg. Hchriftleitnna nnd Llerlan vriedberg (Hessen), .^anauer'ttage 12. Fern'precher 48. Boiti heck-Lonto Rr. 4859. Amt Frankfurt a M.

Dar dem Streik-Ende. Gute Tarrchhooierfsltze. Geringe Tätigkeit an den Fronten.

W. T. K. Ersatzes HarrpLqnKrtrev, der» 2. Febrnav. Amtlich.

Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste SezreraLquarttermelster: Ludcndorff.

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W- <& K. ^vostes KanptqnarUer, den S. Februar. Anrt?ich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Dn der flandrischen Front kam es am Nachmittag zwischen dem Hautboulster Walde und der Lys zu lebhaften Artillerie- kämpfen. Auch in der Tagend von Lens, beiderseits der Searpe und westlich von Cambrai lebte die Feuertätigkeit zeibreili- auf. Bei Monckiy wurde ein starker Erkundungsvorstoß der Engländer abgewiesen. ^

Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und Herzog Albrecht.

Am Oise-Aisne-Kanal ließen die Franzosen bei einem ge­scheiterten Unternehmen Gesauoene in unserer Hand. Längs der Aillctte, im Abschnitt von Reims, auf den Maashöhen und am Hartmannsweilerkopf vielfach Artitterietätigkeit. Unsere Insairterie brachte van Erkundungen auf dem Ostufer der Maas und nördlich von Badonvillers einige Franzosen zurück.

Italienische Front.

Lebhafter Feuerkampf auf der Hochfläche von Asiago.

Konstantinopcl, 31. Jan. (WTB.) Ceneralstabsbericht

An der Palästinaftcnt Patrouilleutätigkeit und das übliche Artilleriefeuer.

Mesopotamien: Bon den fünf feindlichen Flugzeugen, die ohne Erfolg Kifri mit Bomben angegriffen hatten, ist eines ab- gestiirzt und verbrannt.

Konstantinopel, 2. Febr. (WTB.) Amtlicher Tagesbericht.

Palästinafrcnt: Eigene Stoßtrupps drangen an zwei Stel­len östlich der Straße Nablus-Jerusalem in die indischen Stel­lungen ein. fügten dem Frinde erhebliche blutige Verluste tu und erbeuteten Waffen und Gerate. Die Lage ist sonst unver­ändert.

^ene Erfolge.

Berlin, 1. Febr. (WTB Anitlich.) Im mittleren und west­lichen Mittelmeer wurde in letzter Zeit besonders der Trans- portverkchr nach Italien und Frankreich gestört. Dabei wurden fünf Dampfer und ein Segler mit über 23 000 B.uttoregtster- tcnnen versenkt. Die Dampfer warenbis auf einen bewaffnet und meist tief beladen. Die Mehrzahl wurde in geschickt durch- gelührten Angriffen aus stark gesicherten Geleitzügen heraus, geschossen, darunter ein großer Truppentransportdampfer, der unter starker Zerstörerbedeckung fuhr, also wohl besonders wert- rrll war. Der versenkte Segler jpar mit Wein nach Malta un­terwegs.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Don den anderen .KriegsschauPlätzen nichts Neues.

Der Erste Generalguartiermeistrrt Ludendorsf.

Abend° cricht.

Berlin, 3. Febr.. abends. (WTB. Amtlich.) Bon den Kriegs, schauplätzen nichts Neues

II Der österreichische Generalstab -s = meldet: - y

Wien, 1 Febr. (WTB.) Amtlich wird verlautbort'

Oestlich von Asiago stürmte gestern der Italiener vierinal gegen unsere Stellungen an. Jeder Angriff scheiterte bereits im eigenen Feuer unter schwersten Verlusten für den Gegner. Unserer Artillerie gebührt bei diesen Erfolgen besonderes Ver­dienst. In den Kämpfen am 28. und 29. h^ben sich das Eger- ländifche Cchützenregiment Nr 6 mi8 das Landsturmregimeiij Hx. 6. das Pilsener Schützenreoiment Nr. 7 und das Mährische Landsturmregiment Nr 25. das 3. Bataillon d-s 2. Regiments der Tiroler .Kaiserjäger sowie die Tiroler Landsturmbataillone Nr. 168 und 171 besonders ausgezeichnet.

Der Chef des Grneralstabc».

Wien, 2. Febr. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:

Auf der Hochfläche von Asiago und östlich der Brenta blieb die Artillerietätigkeit lebhaft.

Der Chef des Generalftobes.

*

Wien, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird derlmrtbart:

Auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden hielt die leb- bnfte Artillerietätigkeit an.

Berlin, 2. Febr. (WTB Amtlich.) Dicht unter der eng­lischen Ostküste wurden durch unsere Unterseeboote bei starker Bewachung und Gegenwirkung kürzlich sechs Dampfer so!vie der englische Schlepper ..Desire" mit zwei'Motorleichtern versenkt: Die Dampfer waren fast durchweg tief beladen, einer von ihnen mit Holz.

Der Chef des Admiralstabs der Marine

Von den Schiffen, die an der englischen Osttüste ver­denkt werden, darf gegenwärtig, vermutet werden, daß iie hauptsächlich dem Verkehr mit Skandinavien dienen. Im Handel nüt Skandinavien besaß früher die englische Hcnz- einfuhr eine hervorragende Vedentnng. Großbritannien hat wenig Wälder, braucht aber viel Holz zum Absteit'err seiner Kohlen- und Erzgruben, sowie zum Barackenbau. Ter Mangel an Schiffsraum verstopfte auch diese Rohstoffquelle. Das Holzgeschäft schreibt ein eng'isches Fachblott vom 16. Dezember, verschlechterte sich so sehr, daß es schlimmer aar nicht ansseben kann. LautHandelsblad" vom 16. Januar ging die englische Grubenholzeinfuhr 1917 aus 0.76 Millionen Lasten zu je 1.4 Cbm. gegen 1.4 Millionen^ Lasten in 1916 und 1.75 Millionen Lasten in 1913 zurück. Anderes Holz kommt noch weniger hinein. Tie schwedischen Ostsee- lieferungen haben aufgehört, nur Norwegen und Frankreich schicken noch. Da diese' Einfuhr aber nicht entfernt zur Deckung des englischeu Bedarfs genügt, stellte Llond George sckwn im vergangenen Frühjahr sein inzwischen fehlge- Ma genes Holzprogramm auf. Die einzige bekannt ge­wordene Wirkung dieses Programms ist die, daß die schönen Wälder boit Südwales verschwunden sind.

»

Ein englischer Tnippentransportdampscr torpediert.

Der Chef des Generalstabes.

| Der bulgarische Gencraistab ======== meldet: r

Sofia, 2. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Generalstabs­bericht:

Mazedonische Front: Bei Dobropolje und östlich von dem Dorfe Numa war das Artilleriefeuer lebhafter. Nörd­lich von Woidjeli kurze Feuerangriffe. Auf beiden Seiten t>es Toiranfees und im Strumatale wurden mehrere starke englische Erkundungsabteilungen durch Feuer verjügh

Dobrudschriiront: WafsenstillstaiiL. ^

London, 2. Febr. (3VTB. Nichtamtlich.) Der bewaffnete englische TruppentransportdampferLouvain" wurde im öst­lichen Mittelmeer am 21. Januar torpediert. Das Schilf sank. 7 Offiziere und 217 Mann sind erttunken.

Zur Kriegslage.

Berlin, 3. Febr. An der Westfront war am 2. Februar die Eefechtstätigkeit lebhafter. Der englische Vorstoß östlich Monchy wurde von zwei englischen Kompagnien nusgeführt, die bei ihrem vergeblichen Angriff starke blutige Verluste erlitten. Auch eine alkoholisch stark aufgemunterte französische Kompagnie wurde bei ihrem Vorstoß aus Vrancaun von unseren vorgescho- denen Sicherungen abgewiesen und ließ mehrere Gefangene in unserer Hand.

Der Flugbettieb war auf beiden Seilen rege. Die Bahnan­lagen von Albert. Banaume. Royon Chauny wurden ausgicbi§ mit Bomben belegt. Bei Mourmelon-le-Petit wurde ein feind­licher Fesselballon brennend zum Absturz gebracht.

A e ft'khensükrhünd'lnnien in Ortk-lilgWsit.

Eine Erklärung der ukrainischen Delegation.

Brell-Litowsk, 2. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Gestern nach» mittag fand unter Teilnahme sämtlicher Delegationen. ein­schließlich der inzwischen in Brest-Litowsk wieder eingetrofsene«' Abordnung der ukranüschen Rada. eine Vollsitzung statt, die zuw Zwecke hatte, die Stellungnahme der beteiligten Regierun-en zw der ukrainischen Zentralrada endgültig zu klären Zu Vegin« der Sitzung teilte der Vorsitzende, bulgarische? Militärbevoll-- mächtigter Oberst Gantschew mit, daß an die Stelle des bisheri­gen Vorsitzenden der Abordnung, des Instizminifters Popow, von jetzt ab der bulgarische Ministerpräsident Radoslawon» trete.

Herr Sewrjuk, der hierauf das Wort ergviff. gab bekannt, daß an Stelle des bisherigen Vorsitzenden der Abordnung der ukrainischen Rada Hirrn Holubowitsch er selber den Vorsitz übernehme.

Zur Tagesordnung übergehend wies der Redner dann elir- leitend auf das in der Plenarsitzung am 10. Januar 1918 ver­lesene Universal III der ukrainischen Zentralrada vom 7. No­vember a. St, womit die ukrainische Volksrepublik proklamiert und deren internationale Stellung bestimmt worden sei. Di4 internationale Stellung der uttainischen Volksrepublik sei da. mals sowohl durch den Rat der Volkskommissare als auch durch die Vertteter der vier verbündeten Mächte anerkannt worden.

Im Sinne dieser Erklärung sei dann auch während der ganzen Ganges der Verhandlungen bis zur letzten Unter­brechung die ukrainische Delegation von allen .Konferenzparteien stets als Delegation eines unabhängigen Staates angesehe« worden. Nach der Unterbrechung habe nunmehr Herr Trotzkt versucht, die Stellung und Rechte der ukrainischen Delegation zL leugnen, wobei er sich ank das bis dahin nie erwähnte Vorhan­densein des Exekutivausschulles in Charkow berufen habe.

Die ukrainische Delegation halte es für notwendig, festzu­stellen. daß die von Herrn Trotzki in dieser Sitzung gehalten« Rede in vollständigem Widerspruch zu allen seinen frühere» Erklärungen stehe, worauf ste gezwungen fti. folgende Er­klärung abzugeben.

Wir sind durchaus einer Ansicht mit Herrn Trotzki. daß is dem staatlichen Leben der Ukraine Veränderungen vorgekom- men sind, die aber ganz anderer Natur sind als die auf welck)« Herr Trotzki hinwies. Das Wesen dieser Veränderungen steht im Zusammenhang mit dem IV. Universal der ukrainische» Zentralrada vom 24. Januar. In diesem heißt es:Von mt» an bildet die ukrainische Volksrepublik einen selbständigen, vo»? niemand abhängigen freien und souveränen Staat des ukrai­nischen Volkes "

Hierzu müsse er bemerken, daß die Regierung der ukraini-- schon Volksrepublik bestrebt gewesen sei, einen Bund alle» Republiken zu schaffen, der auf den Gebieten des früheren rus­sischen Kaiserreiches entstanden fei. und eine gemeinsame föde­rative Regierung in Rußland zu bilden; da aber bis zur Er» laffung des vierten Universal trotz aller Versuche der ukraini­schen Negierung ein derartiges g^meiniames föderattves Organ nicht zustandegekommen sei und da aus der augenblicklichen Lage hervorgehe, daß ein solches noch nicht Zustandekommen könne, so habe die ukrainische Zentralrada die Bildung einer föderativen Regierung fallen lasten mästen und habe durch da^ vierte Universal die Ukraine zum ganz selbständigen und von niemand abhängigen Staate proklamiert Die ukrainische Radn habe in demselben Universal erklärt, daß sie mit allen angren­zenden Staaten in Frieden und Freundschaft leben wolle, dah ober kein einziger von ihnen sich in das Leben der selbständige» ukrainischen Republik einmischen dürfe. Folglich habe das vierte Universal in klarer Weise sowohl die internationale rechtliche Stellung der ukrainischen Volksrepublik, als auch ihre Politik gegenüber ihren Nachbarn bestimmt.

Bemerkensmerie Feststellungen machte der Ukrainer Lu» b ynski. Er erklärte, daß die Mitglieder der ukrainische» Delegation stets auf dem Standpunkt gestanden hätten, sich nicht in die inneren Angelegenheiten der Gegner zu mischen. Er legte entschieden Protest ein gegen die falschen Behauptungen, di« Herr Trotzki in ihrer Abwesenheit ausgestellt hätte. Er schloß:

An dem Steuerrad der Republik haben im Lause des Iah» res verschiedene Regierungen gestanden. Das Ial-r hat begon­nen unter dem Szepter eines Kaisers, und es endigte, nachdem es die Stadien einer Kadetten- und einer sozialistifch-kadetti' jchen Negierung durchlaufen hatte, genau mit denseldeu bchie-