(iwM ein Unterschied zwischen Ruhestörern und Unb etei ligtes nicht machen. / ' ' < i. s
Der Oberbefehlshaber in den Marken: 5 y
•*>■- von Kessel, Generaloberst.
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v Auf Grund von Gesetzen über den Belagerungszustand bestimme ich:
1. für das Gebiet der Städte Berlin, Charlottenburg, Der» lin-SchöneLerg. Berlin-Wilmersdorf, Neukölln, Berlin-Lichten- borg, Spandau und die Landkreise Teltow und Nieder-Varnim hebe ich bis auf weiteres den Artikel 7 der Preußischen Verfassungsurkunde hiermit auf.
2. für die genannten Gebiete setze ich hierdurch außerordentliche Kriegsgerichte ein (§ 10 fg. des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. 6. 51).
8. die außerordentlichen Kriegsgerichte beginnen ihre Tätigkeit am 2. 2.
Der Oberbefehlshaber in den Marken?
von Kessel, Generaloberst. j*" *
München, 30. Jan. (WTB.) Mittwoch vormittag gingen in der Stadt die wildesten Gerüchte über Streiks um, die sich jedoch als völlig unbegründet erwiesen. Eine Vertraue'ns- männerversammlung der verschiedenen Betriebe beschloß gestern al-end auf Betreiben der unter Führung des Schriftstellers Kurt Kisner erschienenen unabhängigen Sozialdemokraten den Streik auf drei Tage gegen die Stimmen des christlichen Metallarbeiter- verbandcs. Die Ortsstelle des Verbandes der Deutschen Buchdrucker teilt mit. es sei ganz ausgeschlossen, daß der Streik der Berliner Buchdrucker auf München übergreifen könne.
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<■■ Helle Freude in England
Bern. 30. Jan. In Öenbon ist die Nachricht von dem Streik in Deutschland mit heller Freude ausgenommen worden. Dieses Ereignis wurde in London durch Extrablätter bekanntgeg^- den. die die Ueberschrrft trugen: „Der Zusammenbruch der
Mittelmächte".
Diese Meldung zeigt jedem Vernünftigen viel klarer, als alles gute Zureden von unserer Seite es vermöchte, wem die Streikbewegung in erster und in letzter Linie dient: den Feinden des deutschen Volkes und den Feinden des deutschen Arbeiters! Die Streikenden tun. was sie gewiß trotz aller Verblendung nie und nimmer wollen: sie besorgen die Geschäfte der Engländer, sie fördern die britischen Pläne zur Vernichtung deutschen Fleißes und deutscher Arbeit, sie helfen den Briten zu ihrem Ziele, auch den deutschen Arbeiter zum Sklaven ihrer Profitgier zu macken. Deshalb hat London gmrz recht, wenn es jubelt bei der Nachricht vom großen Streik in Deutschland. Die Briten kennen den Deutschen zu wenig, sonst wüßten sie. daß er letzten Endes doch zu einsichtig ist. als daß er so leicht.auf den englischen Leim ginge. Die helle Freude in England wird nur vcn kurzer Dauer sein.
Das Echo ant die Friedensreden.
Der Engländer.
Reuter meldet aus London: Die Abendblätter besprechen dir Reden des Reichskanzlers und des Grafen Czernin. „West- minsier Eazctte" sagt: Wir kommen über die Rede im Ganzen genommen zu keinem anderen Schluß, als daß Hertlinq mit den deutschen Chauvinisten unter ihm sich bemüht, die Türe ge- schlosien zu halten, die Czernin gewissermaßen zu offnen sucht. Das ist nicht der Weg zu einer Liga der Rationen oder einem allgemeinen Frieden. — „Manchester Guardian" sagt in einem Leitartikel über die Reden Hertlings und Ezernins: Hertling verläßt sich lediglich auf Äeulschlands militärische Lage. die. wie er sagt, niemals so günstig war. Oesterreichs Haltung ist davon sehr verschieden. Vor allem ist der Unterschied zwischen den österreichischen und amerikanischen Kriegszielen nicht so. daß er eine Besprechung ausschlösie. — „Observator" fuhrt aus: Auf dem vom Grafen Hertling gegebenen Wege kann jetzt oder schließlich kein Friede sein Die Rede war tatsächlich heraus, fordernd und kriegerisch bis zu einem Grade, der hinsichtlich Deutschlands Lage und seiner künftigen Aussichten unbegreiflich erscheinen muß. Die Belgien durch Deutschland zuge. fügte Unbill ist das schwerste Verbrechen, das jemals durch eine sogenannte zivilisierte christliche Macht begangen wurde. Es s.hcint. daß wir hier einem Gegensatz gegeniiberstehen, der nur durch Kugeln und Bajonett geschlichtet werden kann. — „Pall Mall Gazette" sagt: Beide Mächte weigern sich, ihre eigenen Verbrechen gut zu machen, und jede verspricht ihren Mithelfern beizustehen. Uns bleibt nur der Drang nach einem volländigen Siege, wenn wir nicht den Tyrann Europas und des Krieges mit enormem Gewinn an Prestige und Möglichkeiten zur voll- ständigen Befriedigung seiner Gelüste aus dem Kriege heroor- gchen sehen wollen.
Der Amerikaner.
Reuter meldet aus New York: Die New Yorker Morgen- blälter bezeichnen allgemein Hertlings Rede als unaufrichtig und anmaßend, ^ehen aber in Ezernins Rede eine Nachgiebigkeit Oesterreichs Die „Tribüne" sagt: Der Friede, den die deutsche Regierung verlangt, ist ein Friede, der es Deutschland ermöglicht. den Großteil seiner Eroberungen zu behalten. Die Rede des Reichskanzlers ist zu sehr von oben herab, zu sophistisch, um aufrichtig zu klingen Die richtige Antwort auf Hertlings Vorschläge kann nicht von den Kabinetten, sondern muh im Felde gegeben werden — Auch de: „New York Herald" beschuldigt die Rede, die, wie er meint, für die Front bestimmt sek. der Unaufrichtigkeit, aber er bewillkommt diesen Ausdruck von Chauvinismus als ausgezeichnetes Mittel, den Einfluß von gedankenlosen Vertretern eines vorzeitigen Friedens in allen Ländern die Eroberungslust Deutschlands in ihrer unverschämten Blöß-e zu zeigen. — „New York World" sagt: Hertlings Rede zeigt ein anderes Deutschland als jene im vorigen Jahre bet Ankündigung dns unbeschränkten Unterseebootkrieges. Anders als fein Vorgänger spricht Hertling über den Frieden, nicht mehr in Ausdrücken vom deutschen Stege. Das Deutschland, das ^>urch ihn spricht, zeigt nicht mehr auf die Kriegvkarte, indem es
sich zum Eroberer Europas'aufwirft, es ist ein Deutschland im Verteidigungszustände, nach innen sowohl wie nach außen. — „New York Times" sagen: Czernin verwendet eine Sprache, wie sie von einem Staatsmann erwartet werden kann, der bereit ist, sehr weit zu gehen, um dem Frieden die Tore zu öffnen. Hertlings Rede ist lediglich eine Wiederholung deutscher Anmaßungen.
Der Kmüilblind qtgc» den MalsjoDlignins.
Der Präsident des Hansabundes hat beschlosten, den Kampf gegen den fü? die Freiheit der wirtschaftlichen Entwicklung immer bedrohlicher werdenden Staatssozialismus aufzunehmen, und zu diesem Zwecke folgende Ergänzung der Richtlinien des Har.fabundes dem am 20. Februar 1918 Zusammentretenden Direktorium und Gesamtausschuß des Hansabundes in Vorschlag zu bringen.
Der Hansabund wird sich mit aller Kraft dafür einsetzen, daß auch in Zukunft die Eigenwirtschaft die feste und sichere Grundlage unserer Eesamtwirtschaft bildet. Es ist ein Lebens- intereffe des Staates und der Eefanrtwirtschaft, den freien und selbständigen, zur Berücksichtigung der Forderungen auch des Gemeinwohls durchaus geeigneten unh gewillten Privatbetrieb zu erhalten, der auch den richtig verstandenen Jnteresten der Arbeiter Rechnung trägt Dis Tatkraft und Entschlußfähigkeit, die Schaffensfreude und der Wagemut des persönlich verant- nortlichen und innerlich mit dem Unternehmen eng verknüpften selbständigen Unternehmers wird mehr als je mitzuwirken haben bei der Wiederherstellung und Mehrung des Wohlstandes, der Leistungsfähigkeit und des Ansehens des Vaterlandes. Im Interests der dringend erforderlichen Entfesselung aller produktiven Kräfte der Wiederherstellnnq des Mittelstandes und der Freizügigkeit, sowie des Emparsteiciens der Angestellten zu selbständigen Unternehnrern wird daher der Hansabnnd jede Zwangswirtschaft aufs schärfste bekänchfen. die zur Ausschließung und Beschränkung des freien Handels auch in der Friedenswirtschaft und zur Bevormundung von Industrie. Gewerbe und Hbndwerk führt und fübren muß. Wir machen dabei keinen Unterschied, ob diese zwangswirtschaftliche Bevormundung in der Form direkter, b-amllich geleiteter, aber tatsächlich staatlich gelenkter monopckistisck^er Scheinprivatbetriebe erfolgt. Ebenso wird der Hansabnnd energisch eintreten geeen jedes längere Fortbestehen und gegen jede Neuschaffung solcher Zwangsiyndi- kate, die im Gegensatz zu freien Vereinigungen der Beteiligten hinsichtlich ihrer Gründung, Leitung, Verwaltung und Aus. lolung behördlicher Entscheidung unterliegen. Das Präsidium Dr. Rießer. Engelhard. Mercuse, Dr. Leidig.
(Bravo! Das rst eine erfreuliche Kundgebung!)
Mtuklicht (Frlififintiitßrn im ländlichen GliMtßtzlvlch'tl.
In seiner vortrefflichen Staatsbauebaltsrede vom 16. Jan. hat der neue preußische Finanznrinister Dr. Hergt auch aus die erhöbten Einnahmen aus dem Gcundstücksstempcl hingewicsen. die bewiesen, daß der Befltzwechsel der Grundstücke auffallend zunehme. Man geht kaum fehl, wenn man annimmt, daß sich diese Behauptung nicht nur auf den städtischen, sondern in erheblichem Maße auch auf den ländlichen Grundbesitz beziehen soll. Eine amtliche Statistik über den ländlichen Bcsitzwechsel unter dem Einfluß des Krieges liegt Zwar noch nicht vor. immerhin lasten zahlreiche Mitteilungen aus den Landbezirken keinen Zweifel darüber aufkommen. daß die unheilvolle Entwicklung. die vor Kriegsausbruch lange Jahre hindurch durch eine maßlose Spekulation und Verkaufslust gestützt wurde, mit der langen Dauer des Krieges zu ungewöhnlicher Blüte erweckt worden ist.
Ganz besonders sind es reich gewordene Krlegslieferanten. die jetzt Rittergüter zu erwerben suchen. Daß es dabei nicht auf eine dauernde selbständige Bewirtschaftung der Besitzungen abgesehen, geht schon daraus hervor, daß die neugebackenen Riltergutsbesitzcr als berufsmäßige Kommissionäre und Kauf, lcule in der Regel jeglicher landwirtschaftlichen Kenntniste ermangeln. Sie legen ihren Preisangeboten auch nicht, wie das sonst bei Eutsankäufen üblich ist, normale Rentabllitätsver- hältnisie zugrunde, sondern versteigen sich zu Angeboten, die nach menschlicher Voraussicht von vornherein eine angemesiene Verzinsung des Anlagekapitals ausfchließ-en. Die Güterpreise sind unter dieser Wirksamkeit der Kriegslieferanten allgemein außerordentlich gestiegen.' so ist ein in der Nähe von Penzlin (Mecklenburg) gelegenes Gut, das erst vor einem Jahre von seinem bisherigen Besitzer mit 1% Millionen Mark bezahlt worden war. jetzt für 2.35 Millionen Mark, also mit einem Ge- winn von 600 000 Mark, an einen Kriegslieseranten weiterverkauft worden. In der Mark Brandenburg unb angrenzenden Gebieten sind Rittergüter unter einigermaßen normalen Bedingungen überhaupt nicht käuflich zu erwerben. Angeblich haben sich Ankaufssyndikate für Rittergüter gebildet, deren ..Seele" Vertreter des berufsmäßigen Vieh-Kommissionshandels sind. Sie haben so vlele Millionen verdient, daß sie für entsprechende Rittergüter „jeden Preis zahlen können". Man darf aber nicht verkennen daß in dieser Art der Erundbesitzbewegung ein« ungeheure Gefahr für unsere Land- und darnach auch für unsere Volkswirtschaft liegt. „Bei der Entwicklung, die der Güterhcmdel nimmt, ist es fast ausgcschlosten. daß die jüngeren Berufslandwirte nach Rückkehr aus dem Kriege noch Güter zu einem annehmbaren Preise erhalten: sie werden auswandern und ihre Kräfte anderen Landern widmen", so schreibt man aus dem Felde. Namentlich wenn die Steuerlasten» die auf den Besitz gelegt werden, das Getreidemonopol und ähnliches kommen, dank einem Berzichtfrteden.
N«m Felde der Ehre.
Ochtadt. Dem Wehrmann Georg D S n g e r, Leim Stader 103. Jnfarrterte-Dtvtsicn, wurde da» Eiserne Kreuz und di» JMMt TapferLeitsmedaifl« verliebe» ^
Nieder.Wöllstadt. Telephcmst Anton Scheibet wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Kic^e swsgezeichnet. Die hessische Tapferkeitsmedaille besitzt er sch^
Melbach. Grenadier Hch. Heger, in einem Leib-Gren.. Regiment, wurde die Hessische Tapferkeilsmedaille verliehen. Das Eiserne Kreuz besitzt er schon.
Ans der Heimat.
Wcckesheim. Dem Otto Kölsch, welcher einen entwich», nen Franzosen wieder eingefangen hat, wurde eine Ehr,-» urkunde verliehen.
Frankfurt am Main. Seit Monaten wurden in den sälen des Hauptbahnhofes durchreisenden Soldaten die gefüllten Tornister. Lebensmittelpakete usw. mit außerordentlicher Frechheit gestoblen, oft buchstäblich unter den Augen, ohne daß es gelang, einmal den Dieb auf frischer Tat zu erwischen. Am Dienstag hat nun der bekannte Spezialist für derartige Fälle. Wachtmeister Ge i n i tz, nach zwölfstündiger Jagd den Burschen ermittelt und verhaftet. Nachdem es ihm gestern früh nach langer Beobachtung zur Gewißheit geworden war. in einem gewissen Frimmert. der ständiger Gast der Wart-säle war. den Dieb festgestellt zu haben, begann die Verfolgung. Da Flimmert. der Uniform trug und fahnenflüchtig ist. ohne Ausweis den Bahnhof nicht verlaßen konnte, fuhr er mittags um 11 Uhr mit der Bihn nach Bockenheim Als Flimmert glücklich den Bockenheimer Bahnhof verließ, war auch Herr Geinitz in seiner Nähe. Auf der Straßenbahn fuhren beide gemeinsam in die Stadt, besuchten verschiedene Lokale, erfreuten sich abends mit* einander der Jodler im Zillertal usw. Endlich schlug Herrn Frimmetts Schickfalsstur.de. Beim Betteten des Hauptbahn- hofes, wo ec neuen Opfern auffpüren wollte, wurde er in der vergangenen Nackt um 11K Uhr verhaftet. Er gab bei feiner Vernehmung unumwunden zu. daß er feit langem in großem Maßstabe die Diebstähle im Hauptbahnhofe ausgeführt Habs.
Aus Hesicn- Nassau.
FC. Wiesbaden, 30. Jan. Ein recht schwunghafter und einträglicher Handel mit Neisebrotmarken scheint in den Elektron-Werken in Griesheim am Main zu blühen. Der polnische Arbeiter Josef Kaufmann will im Frankfurter Eewerkschafts- haus von dem großen Unbekannten 59 Hefte Reisebrotmarken gekauft und diese Karten teils in Frankfurt, teils in Griesheim weiter verkauft oder für sich verwandt haben. Der Händel fiel auf. Kaufmann wurde dabei ertappt und dabei verhaftet und noch etwa 200 Mack bar vorqefunden. Da dem Handel mit Brotmarken ganz energisch enh^egengetreten werden muß, erhielt Kaufmann von der Strafkammer wegen Hehlerei eine Gefängnisstrafe von vier Monat:n. Ein anderer polni. scher Arbeiter. Anton Furmansky. ebenfalls in Griesheim be- fchäfttgt, hatte im November v. I. ebenfalls einen sehr schwunghaften Handel mit Brotmarken getrieben. Bei ihm wurden bei der Verhaftung 600 Mark bar und Postguittungen über 1400 Mark vorgefunden. Da er selbst die Karten nicht alle unterbringen konnte, gab er seinem Kollegen, dem Polen Franz Ambrosia einen Teil zum Weiterverkauf ab. Diesem wurden sie ober, als er beim Verkauf festgenommen, abgenommen. Als dieser später dem Furmansky davon Mitteilung machte, verlangte Furmansky als Ersatz 150 Mark und bedroht« den Ambrosia mit Umbringen. Wegen gewerbsmäßiger Hehlerei er- bielt heute Furmansky von der Straftamm-r eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und wegen Bedrchung. die nur als NI. tigung angesehen wurde, eine Woche Zuchthaus Ambrosia kam wegen Hehlerei mit einer Gefängnisstrafe von zwei Mo. naten davon.
FC. Diez. 30 Jan. Gestern verstarb nach kurzer Krankheit der Landrat des Unterlahnkrelsts Geh. Regierungsrat Mar Duderstadt. Der Verstorbene war im Jahre 1861 in Berlin als Sohn eines Kaufmannes geboren, nachdem er Regierunas- referendar und Negierungsaffeffor in Caffel g«w-«'en, wurde ihm 1592 das Landratsamt des Kreises Westerburg übertragen, das er mehrere Jahre verwaltete, um dann an die Spitze des diesseitigen Kreises zu treten. Mit dem Verleb-en ist ein eifriger Förderer der Landwirtschaft. besonders des landwirtschaftlichen Eenosienschaftswesens dahingegangen.
Küch erschau.
Ein neuer Philipps. Unter dem Titel „Mir dehaam" hat Seminarolerlehrer Philipps eme Anaht Gediwte aus der Kriegs- 'eit in hessischer Mundart heraus egeb.m, die wiederum ei gite Probe des geiunden Humors es Verfassers d.r drei heiteren dramatischen Bilder..Aus Friedbergs Kriegs eit 1914—1917'bilden. Das Bändchen ist unteren Feldgrauen gewidmet, die sich an diesem schönen Heimatgruß freuen können. Tie meisten Gedichte haben heiteren E arakter und zeigen drollige Ein füll .'. Aber der Verfasier findet auch ernste Töne, die z. B. in dem schlichlen Gedichte „Wann des fei(n) Bubche wißt" ergreifend zu uns iprechen. Uns Friedderger interessieren besonders die lokalen Gedichte, in denen Philipps mit viel Humor auch den Spott nicht unterdrückt. So macht er z. B. in dem Gedicht „E Schdandcsüog" «eine Glosien über die Nichrdeteittgung bei einer Feuerwehrübung und findet tteffiiche Verse. Den Verlust der „Regieschinke", dre ein so tra» giiches Ende erleben mußten, wich wo,l jedermann beim Lesen dcs Gedichtes erneut schmerzlich empfinden, zumal einem bei den gelungenen Strophen das Wasser im Munde zusammenläuft. Aeußerst spaßig ist Philipps Einfall, wie er in „Merklich neudral" das bunte Ericheinen des ..Oberheffi chen Anzeigers", der wegen Papiermangel oft feine Farbe wechseln mpßre. politisch deutet. Wie sich in der Gegenwart mit all den Entbehrungen jedermann den besonderen Verhältnisien der Zeit anpaffen muß. ist in den beiden Gedichten „Ncuoriendierung" sehr gelungen geschildert, den einst mit frischen Brötchen frühmorgens durch die Straßen wandelnden „Väckerbuwen" widmet Philipps einen schmerzlich-humorvollen Nachruf. Besonders dairkbar sind wir dem Verfaffer für den beherzigenswerten Vorschlag, wie man am besten eine „Not- schlocht" vorrrimmt. Jedermann wird sich auch an den anderen Gedichten Philipps erfrerlen und das Bündchen gern zur Hand nehmen. Nach dieser zweiten Gabe zu schließen, dürfen wir wohl erwatten, daß ein weiteres Merkchen des Verfassers, das in Vorbereitung ist, sich würdig den alten Arbeiten zur Seite stellen wird,
—r.
Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ltto H t r f ch e l, Friedberg: für den Anzeigenteil: R. H e y n e r, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung*. A- ftriebbera l ,Cv ' " '


