Ausgabe 
1.2.1918
 
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terlanb werden sie mit Geschützen beschossen. In allen diesen blutigen Verbrechen nimmt eine der ersten Stellen der Ober« befÄlshaber der rumänischen Front, Tscherbatschew, ein. Al» Protest und Warnung hat der Rat der Volkskommissare den ru­mänischen Gesandten einer kurzfristigen Verhaftung unter­zogen. Die Maßregeln blieben ohne Wirkung, die Verbrechen dauern fort. Der Rat der Volkskommissare verfügt die Eröff­nung der Kriegshandlungen, alle diplomatischen Beziehungen mit Rumänien werden abgebrochen. Die rumänische Gesandt» fchast und überhaupt alle Agenten der rumänischen Macht wer- fdon in kürzester Frist ausgewiesen. Der in Moskau ausbewahrte Ooldsonds Rumäniens wird als unantastbar für die rumänische Oligarchie erklärt. Die Ratsgcwalt nimmt auf sich die Verant­wortung für die Unversehrtheit des Fonds und wird ihn in die Hände des rumänischen Volkes übergeben. Der gegen die Re­volution aufrührerische Oberbefehlshaber d;r rumänischen Front, Tscherbatschew, wird zum Feinde des Volkes erklärt und außerhalb der Gesetze gestellt

Ein weiterer Funkspruch sagt u a.: Diamandi mit seiner Suite wird aus den Grenzen der russischen Republik hinans- tefördert, wodurch die Ententebotschafter von der Notwendig, feit befreit werden, immer neue Forderungen k resis der Un­antastbarkeit Diamandis stellen zu müsien. Nachdem nun ein­mal nicht nur das Schicksal einiger Landstreicher, sondern heute das Schicksal des ganzen rumänischen Volkes auf die Karte ge­fetzt ist, bedeutet die getroffene Maßnahme eine direkte unmit­telbare Unterstützung der rumänischen Rovoluion, welche in der Diese der sozialistischen Schichten Rumäniens längst heran­gereift ist. Diese Revolution, ihre Parteien und ihre Führer können auf die volle Unterstützung der Ratsregierung. rechnen. e Abbruch der Beziehungen.

Basel, 31, Jan. DieDaily News" melden drahtlos ans Jaffa' Die r,»manische Regierung verkündete am 29. Januar den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Rußland.

Vormarsch der Bolschewik, auf Jaffa.

Daily Ehrouicle" meldet aus Jaffa daß die Bolfchemiki- truppen sich dem Gebiet van Iasiy nähern. Zur Verteidigung Jaffas seien alle Varbereituna^n getroffen.

Verbindung der Ukraine und Rumänien. i Mailand. 31. Jan. Der Vertreter desCorriere della Sera*' Meldet ans Vetersbnrg' Zwischen Rumänien und der Ukraine bestehe betreffs ibrer Haltung ge^enüb?r den Maximalisten eine Ueberrrnknnst. Nach den in Regierunaskreisen vorliegenden Berichten hat der Vormarsch der rumänischen Truppen in Bcsiarabien erfolgreich begonnen und macht rasche Fortschritte, da die maximalistischon Truppen nur schwachen Widerstand leisten.

Ungeachtet des rnstisch-rumänischen Konfliktes gedenken nach der Abreise des rumänischen Gesandten die übrigen Vertreter der Alliierten auch weiterhin in Petersburg zu verbleiben, da sie der Ansicht sind, daß die beffarabiscke Frage nach den Grund­sätzen des Celbstbestimmungsrechtes gelost werden wird.

Finnland.

Stockholm, 31. Jan. (WTB. Nichtamtlich.^ Die sinn- ländische Gesandtschaft in Stockholm bat folgendes Tele­gramm von dem Befehlshaber des Schutzkorps in Finnland, Genera! Grafen Mannerheim, erhalten: Tornea. 29. Jan.. 11 Nbr abends. Vergangene Nacht und im Laufe deS Dienstags wurden russische Soldaten in Keni. Kajena und Ilmola entwaffnet. In Savkt-Micbel wurde die Note Garde gezwungen, sich zu ergeben: der Anführer wurde gefangen genommen. Die Schutzkorps zeigten überall großen Helden­mut' sie nahmen im Sturm feuernde Batterien. Der Kampf in Gaulakerlehy war ziemsich heftig und dauerte bis 7 Uhr nachmittaas, wo alles glücklich beendet war.

Stockholm, 31. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) ..Alton- tidninaen" erfährt aus Haparanda. daß der finnische Ge­neralraf Mannerheim auf dem Marsch nach dem Süden durch Schutzgardisien und Bauern große Verstärkungen er­halten habe, sodaß sein Heer von 15.000 auf 50,000 Mann ana-waßsen lei. Er beabsichtige nun, Finnland von den russischen Nlagegeistern zu befreien. Er soll sich auf dem Weg nach Bjoerneborg befinden. Die finnischen Reale- rungsvertreter. die Schwedens Hilfe erbitten sollen, kaman heute in Stockholm an und wurden von dem finnischen Ge­sandten Staatsrat Gripenberg auf dem Bahnhof empfangen.

Trotz! mißbilligt das Borgten gegen Finnland.

Köln, 31. Jan. DieKölnische Zeitung" meldet aus Kopen­hagen: Nack-er Meldung aus Helsingfors erhielt der früher»- Präsident der Republik Finnlands Svin Hufvood von Trotzki ein Schreiben, worin dieser es bedauert und mißbilligt, daß die rvsiiichen Truppen mit Macht in die Verhältnisse Finnlands ein- gegrsiien hätten. Er nehme an. daß dieses geschehen sei. weil die Rusien von den finnländischen bürgerlichen Truppen ange­griffen worden seien. Die russischen Truppen würden sobald wie möglich aus Finnland zurückgezogen werden. Es würde ein gemeinsamer Ausschuß eingesetzt werden, der alle Fragen, die für Finnland von gemeinsamem Interesse seien, entscheiden solle.

Ein schwedisches Kanonenboot und zwei schwedische Dampfer geben morgen nach Finnland ab, um die schwedischen Unter­tanen, die Finnland zu verlassen wünschen, an Bord zu nehmen.

Ciofcnl» und Wand billcn tun Dnifldjm Schutz.

Stockholm, 30. Jan WieStockholms Tidningen" mitteilt, erschienen am Montag drei Vertreter der livländischen und est- ländtschen Ritter- und Landschaften bei dem hiesigen Vertreter der ru'stichen Regierung und überreichten ihm folgende Er. tlirimg:

ytafibem die russische Regierung mehrfach anerkannt hat, daß die mit Rußland vereinigten nichtrujsischen Gebiete da» Recht hüllen, selbständig ihr politisches Geschick zu bestimmen »nd die zukünftigen Beziehungen mit Rußland zu regeln, sich >par völlig von Rußland lvezulösen, erklären die livländischen

und estiandlschen Ritter- und Landschaften» da sie dte verfas­sungsmäßigen Vertreter dieser Lander find, die Selbständigkeit Livlands und Estlands. Sie nehmen daher für sich das Recht in Anspruch, mit allen Mächten Verträge jeder Art zu schließen und geben gleichzeitig dem Wunsche Ausdruck, in freundschaft­lichen Beziehungen zu allen Völkern Rußlands zu bleiben. Zum Schluß heißt es in der Kundgebung: Die wiederholten Ueber- griffe der geftiirzten Selbstherrschermachl und die zahlreichen Ukbergriffe gegen die Gesetze des Landes, die von der republi­kanischen Negierung Rußlands zugelassen wurden, brachte da» Land in eine verzweifelte Lage und nahm ihm die Möglichkeit, sein staatliches Dasein zu festigen. Die Vertreter des Landes find somit gezwungen, sich nach Schutz außerhalb der Landes­grenzen umzusehen und dort Garantien für Gesetz und Recht zu suchen. Daher beschloß die Ritterschaft Livlands und Estlands, das Deutsche Reich um Schutz zu bitten. Sie will die Vertreter der russischen Negierung davon zur selben Zeit in Kenntnis setzen, wie dieser Beschluß der deutschen Negierung übermittelt wird.

Das ist dieFreiheit".

Stockholm, 29 Jan. (WTB.) Aus neutraler Quelle wird uns mitgeteilt daß sich das ganze politische Leben Petersburgs in krampfhaften Zuckungen abspielt. Vorläufig glückten der Smolny-Regienmg ihre beabsichtigten großen Coups. Gestützt auf ihre Rote Gcrrde und die Marinetruppen, war es ihr nicht allzu schwer die Konstituante nach knapp 24 Stunden wieder heimznschicken und an ihrer Stelle den ihr bedingungslos er- gbenen Konvent einzuberufen. Auch auf allen anderen Gebie­ten wird nach dem Rezept: ..Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein" vorgegangen. Die Kne­belung der Presie ist kaum noch zu übertreten. Mit Aus. nähme der Parteiblätter ..Pro.wda" undIswestifa" werden alle Zeltungen aufs schärfste kontrolliert und unerbittlich be­straft Mit politischen Geen^rn wird kurzer Prozeß gemacht. Die Mitglieder der Opposition worden andauernd bedroht. Wieviele Personen in der letzten Woche verhaftet morden sind, last sich gar nicht übersehen, da nur die weniasten Fälle öffent­lich zugegeben werden. Die Sensation der letzten Tage war die Ermordung der früheren Minister Schingarew und Kokcscbkin. Beide wurden weaen ihres leidenden Zustandes von der Peter- Pauls-Feftvng nach dem Krankenhause gebracht, wo sie in der Nacht nach ihrer Einli-eferung von Marinesoldaterr niedergeschos­sen wurden. Kokeschkin war sofort tat. Sckingarew starb nach mehrstündigen Qualen. Aus den ersten Blick trug das Verbrechen alle Merkmale des gemeinen politischen Mordes an sich. Die herrschende Clique weist aber jede Mitschuld von sich und be­hauptet, die Gegenseite' Hobe die Ermordung angezettelt, um sich eine Waffe gegen die Volschewikt in die Hand zu spielen.

Trotzlri, der Weltrevolntionär.

Berlin, 31 Jan. Jetzt gibt man auch in Kreisen der russi­schen Armee unumwunden zu. daß Trotzki in Bresi-Litowsk nur Hinfchleppen der Verhandlungen bezweckt. Er soll dieser Tage in einer Rede in Petersburg ausdrücklich erklärt haben, daß Hand in Hand mit den Verschleppungsversuchen die zum Fenster hinaus gebalten-n Reden an das Proletariat der Mittelmächte durchaus ihre Wirkung getan hätten. Die Verzögerung der Verhandlungen schaffe der russischen Revolution mächtioe Freunde. Die zchntäoige Verhandlungspause sei durchaus nicht zv'ecklos verlaufen. Freilich erklärt man gerade bei den russi­schen Truppen, daß Trotzki und Lenin nicht ohne den Frieden heimkommen dürfen, wenn sie an der Macht und am Leben blei­ben wollten. Nach Aussaoen der russischen Soldaten ist der Kriegszustand zwischen Rußland und Rumänien bereits erklärt. In der Ukraine dauern die Kämpfe zwischen den bolscknwislischen Truvpen den Ukrainern und den Kosaken an. Für die Sinnes­art Trotzkis und seiner Anhänger ist es überaus bezeichnend, daß es in einer Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur heißt: es werde zwar noch schwerer Kämpfe lür den Frieden be­dürfen, aber der endliche Frieden werde nicht in Brest-Litowsk sondern in drn Straßen von Berlin und Wien geschloffen wer­den. Das englische und französische Proletariat werden der russischen Revolution ebenfalls zu Hilfe eilen. Das Wichtige aus der letzten Vollversammlung in Bresi-Litowsk bestand eigentlich nur darin, daß Trotzki nunmebr die Anerkennung der ukro'n en Deleoation förmlich zurück,gezogen hat. da ja jetzt in der Ukraine die Bolschewisten herrschten. Das Auftreten gegenüber der Ukraine ist ungemein charakteristisch. So verfahrt man nun auch mit dem Selbstbestinimungsrccht der Ukraine und macht es praktisch unmöglich, nur weil die Zusammensetzung der Rada den Petersburger Machthabern ebensowenig paw, wie das Friedensbedilrfnis der Rada und so wird in der Ukraine wie in Finnland der Bürgerkrieg entfacht, der offenbar eine unausbleibliche Folge des bolschewistischen Systems ist.

Zu den Friedensverhandluugen.

Trotzki deckt feine Karten auf.

Stockholm. 31. Jan. Trotzki hat sich über die Taktik, die er bei den Verhandlungen in Brest-Litowsk verfolgen will, zu verschiedenen Freunden folgendermaßen geäußert: Sein ober­ster Grmrdsatz wäre, die Verharldlungen möglichst hinzuziehen. Die russische Abordnung werde möglichst viele Werbereden zum Fenster hinaus an die Bevölkerung der Kaisermächte halten. Die Mittelmächte verlören dann schließlich doch die Geduld und verzichteten auf Wetterführung der Verhandlungen. Dann müßten die Vertreter der Mittelmächte mit leeren Händen und mit der» Odium de» Abbruchs der Verhandlungen belastet nach Hause fahren. Sie würden von den Völkern, die inzwischen ge­nügend international bearbeitet wären, Übel empfangen und erlebten dann hoffentlich bald den Umsturz in ihren eigenen Landern.

Gegen eine Verschleppung Ut Frietze»»verhandtungeu.

Nowaja Schis»" zufolge haben die Delegierten der Mit­telmächte ln Brest-Litowsk Herrn Trotzt erklärt, daß ste gegen ^e Mt^U Verschleppung her Verhandlungen energisch

lnng nehmen würden, da weitere Unterbrechungen nicht mehr gestattet werden könnten. Nach Wiederaufnahme der Verhand-« lungen in Brest-Litowsk könne nur der Abschluß des Prälimi^ narlriedens oder die vollständige Aussetzung der Verhandlungen' in Betracht kommen, denn es müsse endlich praktische und posi­tive Arbeit geleistet werden.

Hindenbnrg und Trotzki.

Der ..Berliner Lokalanzeiger" schreibt an leitender Stelle: Unsere Oberste Heeresleitung ist. das können die Petersburger Machthaber glauben, vollkommen darauf vorbereitet, wieder ihrerseits das Wort zu ergreifen, wenn die Verhandlungen in Brest-Litowsk die Friedenshoffnungen zunichte machen sollten.

Reise der russischen Frledensdelegierten nach Wien?

Paris, 31. Jan. Die Agentur Radio meldet aus Peters­burg: Die russische Delegation suchte beim Grafen Czernin um die Erlaubnis nach, sich nach Wien begeben und mit dem Ver­treter der österreichischen Sozialdemokratie Besprechungen aus­nehmen zu dürfen. Der Bescheid aus die Anfrage ist in Peters­burg noch nicht eingetroffen.

Zur StreikireWeannS.

Ausschreitungen in Berlin.

Während die Haltung der Ausständigen bisher irrt großen und ganzen ruhig und friedlich war, ist es heute in niedreren Gegenden Berlins sowie in Spandau zu größeren Ausschreitungen gekommen. Es fanden unter anderem An­griffe gegen Straßenbahnen statt. Am Alexanderploß. in der Vrunnenstmße und am Wedding wurden mehrere Wagen angehalten, Scheiben eingeschlagen und die Füh­rungsleinen durchschnitten. Sehr bedauerliche Ans- sch'reitttngen baden sich in Altmoabit abgespielt. DieKriegs­zeitung" berichtet darüber unter anderem: Hier hatten sich in den Vormittagsstunden nach und nach Tausende von Männern und Frauen zusammengerottet, die die Straßen­bahn stürmten, die Scheiben zertrümmerten und mehrere Wagen auer über die Straße legten. Gegen 10 tlbr ent­stand in einer Gastwirtschaft an der Gotzkowskybrücke eine Schlägerei zwischen Knndgebern. Einschreitendes Militär suchte die Ausständigen zu trennen und in die Gastwirtschaft einzudringen. Darauf stürmte die Menge laut schreiend nach der Brücke und die dort haltende Scknitzmcmnskette ver­mochte dem Anprall der Massen nicht standznbalten. Im selben Augenblick fielen auch schon einige Schüsse gegen die Schutzleute und zwei Beamten sanken blutüberströmt zu­sammen. Der Charlottenburger Wachtmeister Thimian wurde durch einen Brustschutz getötet, der Schutzmann Sachert vom 64. Revier durch drei Kugeln in die B^vft lchwer verwundet. Ferner erhielt der Polizeilentnanl Heidemann eine Schnßverlehung im Oberschenkel. Hieraus gingen die Beamten mit dem Säbel gegen die Menge vor. Dreizehn Personen wurden durch Säbelhiebe schwer verletzt. Weiter meldet dieKriegsztg.": In Siemensstadt wurden zwei Straßenbahnwagen umgestürzt und die Scheiben zer­trümmert. Ein Zug Ausständiger (nach derGermania" etwa 10.000 Menschen), der in den Lnbthof des Ver­waltungsgebäudes der Siemens-Schuckertwerke eindringen wollte, um eine Versammlung abznbalten, wurde von einem berittenen Schutzmann daran gebindert. Der Schutzmann wurde vom Pferd gerissen und körperlich mißhandelt. In Treptow kam es an der Ecke Elsenstraße und im Treptow­park zu ähnlichen Ausschreitungen. Als die Polizei ein- schreiten wollte, ftel aus der Menge ein Schuß, glücklicher­weise ohne jemand zu verletzen. Die Kundgeber wurden schließlich auseinandergetricben. Wie dasselbe Blatt mit­teilt, sind im Laufe des gestrigen Nachruittags in Spandau Ansschreitilngen vorgekommen, die sich allerdings nur a!S Dumme Iungen-Streiche herausstellten. Um die, Eingänge zur Werkstätte Süd ist ein militärischer Gürtel gezogen. Vom Hasenplatz in Spandau wurden die Wagen der Straßenbahn, welche die Arbeiter der Tagesschicht befördern, am Weiterfabren gehindert, indem die Fnbrungsstangen ans den Leitungsdrähten gezogen und die Verbindungsdrähte durchgcschniten wurden.

Die Stimmung unter den Altsständigen ist wenig hoff- nungsfrendig. Im allgemeinen hört man die Ansicht, daß nur ein Massenstreik, der sich auf alle Betriebe erstrecke, etivas durchsetzen könne. Bei dem bestehenden, so wie er ist käme nichts heratrs. Aus Gewerkschaftskreisen hört man. daß die Ausstandsbewegung sehr ungünstig beurteilt wird. Die bei den amtlichen Stellen heute vorliegenden Meldungen erwecken den Eidruck, als ob die Bewegung im Abnehnren begriffen sei. Zu den Betrieben dagegen, in denen sich die Zahl der Ausständigen vermehrt hat,gehören Herste vor allem die großen Druckereien.

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Eine Erklärung der sozialdemokratischen Parteileitung.

Der Vorstand der sozialdemokratischen Partei teilt in einem Rundschreiben an die Presie mit, die vielfach ver­breitete Annahme, daß die Streikleitung auf den Parteivor­stand übergegangen sei, sei unrichtig. Die Parteileitung lehne es nach wie vor ab, sich an die Spitze der Bewegung zu stellen. Der ParteiauSschuß habe lediglich seine Sympathie mit den rnnerpolitischen Forderungen der Ausständigen ausgesprochen. ^

Verschärfter Belagerungszustand.

Berlin. 31. Jan. (WTB. Amtlich.) Nachdem ich nunmehr den verschärften Belagerungszustand einführte, will ich die Be­völkerung nicht in Zweifel darüber taffen, daß ich jeden Ver­such. die Ruhe und Ordnung zu stören, mit allen mir zu Gebots stehenden Mitteln unterdrücken werde. Ich warne daher jede» ordentlichen Bürger, sich irgendwie an ösientlichen Zusammen­künften zu beteiligen. Jedermann gehe ruhig seinen Pflichten Wch» halte M von MMufe» fragte»» bet Gebrauch der Waffe