Ausgabe 
31.1.1918
 
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Grane Gefahren.

Roman aus der Gegenwart von M. Gvntard. Schuck.

2 ; -achdruck verboten.

"Du übertreibst, Helen! Wer spricht denn von Ent­behrungen? Zwischen übermäßigem Aufwand und Ent° lehnlngen ist ein großer Zwischenraum. Ist der nach } mer Ansicht teer? Aber wozu streiten wir uns denn? I'ch habe Dir gesagt, daß mein Entschluß, wieder Offizier zu werden. wohl überlegt ist, und ebenso habe üb Dir gesagt, daß er unwiderruflich ist. Meine Nückberufuna ist bereits bestimmt."

"Aber ich will nicht, Alfred! Hörst Du denn nickt? Es -st der reine Eigensinn von Dir. Tu mit Deinen Kennt­nissen. Deinen Aussichten, ich nüt meinem Vermögen. Laß deck arme Offiziere Dienst tun! Uns stehen andere Bahnen osten!"

Ja, ja, ich weiß schon! Der Sfecg nach Nom, den Dein Vater uns ebnet!" rief er heftig.

Und warum auch nicht? Du solltest Dich freuen, daß Papas Macht fo weit reicht."

Ich danke! Ich lehue es-ab, meine Stellung Sir Edward Douglas zu verdanken und von ihm abhängig zu fern. Ich kann mir den Weg, den ich aehen will, allein suchen!"

Seine Augen blitzten. Die lange zurückgehaltene Er- regung hatte ihn nun doch übermannt.

In Helens Angen glomm etwas wie Mißtrauen empor. ..Von Papa abhängig? Wie meinst Du das? Du bist im höchsten Grade undankbar. - Papa hat es sicher gut nüt Dir nn Sinn gehabt. Ich weiß es von Archibald. Eine Zlänzende Laufbahn hättest Du haben können!"

Er lackte spöttisch.Sehr liebenswürdig von Deinem ^ater! Sehr liebenswürdig. Leider muß ich danken. Ich sorge nbon selbst für mich. Aber lassen wir das nun. Mit ein klein wenig Entgegenkommen wirst Du Dich drau ge­wöhnen, künftig in Deutschland zu leben." Er stand auf

r^ssswsr-ci-s»

imö trat hinter ihren Stuhl.Nun komm, Helen, sei lieb Du wirst sehen, wie nettes ist. .Kiel ist eine wunderMne Stadt. Die Damen sind alle reizend. Und ein fo nettes kameradschaftliches Verhältnis herrscht dort, das Dir gewiß gefallen wird. Sei nur erst mal dazwischen."

Sie hielt ihr Taschentuch vor die Augen.Kleinlich ist alles! Und Du hast Dienst und Dienst und wieder Dienst. Ick weiß es)on, ihr Deutschen seid ja schrecklich mit eurem Soldatenspielen. Heute naüxmittag gehen wir zu den Eitern zum Tee. Wenn Du Mut hast, kannst Du es dann ja gleich sagen."

Aber gerne," sagte er gelassen.Es ist die beste Ge­legenheit. Und ich hoffe, die Mama wird Dir zureden. Dich hinein zu finden."-

2 in Leezimrner von Helens Mutter brannte trotz des warmen Wetters das Kaminfeuer. Die Wände in dem alten Palast waren dick und feucht und die Sommerwärme fand erst spät Eingang.

^ Wie immer saß Miß Hardinge mit ihrer Schwester am Teeusch, und wie immer wartete die streitbare Dame darauf mt ihreni Schwager die Klingen zu kreuzen.

Zn ihreni lebhaften Verdruß sollte es heute nicht dazu kommen. Eben barte Sir Edward Douglas aus den Händen seiner Gattin den Tee in Empfang genommen, als Helen und Alfred ins Zimmer traten.

Na, Helen!" sagte Sir Edward nach der Begrüßung und musterte die Tochter mit scharfen Blicken.Was ift *rnlt 2)ir? Bös Wetter? War der Fred nicht folgsam heute?"

Ec sagte es lächelnd, *

lim Helens Fassung aber war es nach den ersten W- geschehen. Sie drückte ihr Taschentuch vor die Augen.

Papa!" schluchzte. sie,denke Dir, Fred will wieder Deutschland. Er will wieder bei der Marine elntreten."

Sir Edlvard setzte langsam feine Tasse nieder. Ausdruck grenzenlosen Staunens trat in seine kühlen, beweglichen Augen.

Hm! Das ist allerdings eine lleberraschnng," sagte er dann langsan!, jedes Wort überlegend.

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?{ ä ttc 5, TU'kn-at >v:n,u- er x rt. daß hier «ti äußerster Vorsicht 311 Werke g.--)auzen leerten mußte.

..Sie waren uor kurzem in Berlin. lieber Werktzckm?» fragte er freundlich.

, ..Nick>t eigentlich in Berlin. Ich war ans Tann?:,b>ra bei nieineni Vater."

Sir Edward war das kurze Zögern nicht entgangen. ..Lo. 10." sagte er leichthin.Dann bat sich Litton wohl eeirrt. Er glaubte, Sie nämlich in der Wilhetinstraf,» ae- sehen zu haben."

Alfred richtete sich ans.Doch nicht, Papa! Ihr (*>. wahrsmann hat ganz recht gesehen. Wenn ich anch nicht ^wnstjick in Deutschland war, so schien es mir doch selbst- verständlich, daß ich vor meiner Abreise im Amt anfragte, ob man irgendwelche Aufträge für mich hätte."

Gewiß, gewiß! Ganz selbstverständlich!"

dl ach einigen Minuten des lleberlegens «sagte er' ,/Sie waren kurz vor Ostern drüben, nicht wahr? Hörten Sie damals schon etwas von diesem Antrag, von dem vorgestern die Blätter berichteten?"

Alfred von Werkbeim sah seinem Schwiegervater q?* vabc in die Augen.Wie sollte rch? Sie wissen so gut wie ich, daß es nicht Sitte ist, einen einfachen Marineattachö mit zu den Beratungen über weitgehende Negierungspläne heranzuziehen."

Hm, natürlich! Aber Ihr sonderbarer Entschluß, von dem Helen eben sprach, hängt er nicht damit zusammen?"

Ja und nein, wie man's nehmen will. Ausschlag­gebend für mich aber ist das Diplonratenleben gefällt mir nicht. Diese Schleichwege dieses Um-denBroi-herum- gehen liegt mir nicht. Ich bin Soldat, das fühle ich von Tag zu Tag mehr. Ich liebe den geraden Weg. Bei der Ver­mehrung unserer Flotte brauchen wir Offiziere. Ich gehe also dahin, wo mein Platz ist. Ich werde auch dort meinen Weg machen, so daß Helen sich nicht zu beschweren braucht." Rmttetzung folnt

Ach. es ist ja kaum zu 'assen,

Tast Da nicht mehr kehrst ruruck'

Eo jung mutzt Du Dein Lelen lassen. Zerstört ift unser ganzes Glück.

TodeZ-Anzeige.

ß

Unerwartet erhielten wir die traurige Nachricht, daß mein lieber, treuer Gatte, mein herzensguter Barer, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Vruoer, Schwager und Onkel

Wehrmann ÜSItl

Gastwirt und Metzgermerster

na ch^ lang er. treuer Pflichterfüllung für sein Vaterland im Reservelazarett zu Schwerin am 23. Januar im 41. Lebensjahre sanft entschlafen ist.

Södel, den 31. Januar 1918. M

Im Namen der trauernden HinierdlieÄenen: Ottilie Ulrich geb. Ulrich und Sohn Albert.

Tie Beerdigung findet Sonntag, den 3. Februar d. I., nachmittags 7 2 3 Uhr stakt.

löktt.. Die ,ftei choer orgung der Etadt Friedberg.'

Bekanntmachung

£ieiöuva) bcknge ich zur äffen:-

lichen Kenntnis. datz der Verlaus von : ind- und Kalbfleisch liir diese Woche cm

Freira?, den i. Februar L Is. narck rittags von 2L Uhr. >owre de ^cni'c von Lchweineflesich unb Wr-r. am

Su - oiaq, den 2 . Februar l. Is.

nachmittags von 15 Uhr ftatl-

sindcr.

i' vorstehende Verkaufszeit ist genau ein;uhaUen.

een00. Januar Uck8. Der Bürgermetster.

V.: Da in m.

Eamsiag. den 2. Februar 1918

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Die vorstehende Zeckeinteilung ist genau eiuzuhalteu.

Dir Lebensmittelkarte ist vorzulegen.

Friedbsrg, den 30. Januar 1918.

Ter Bürgermeister.

2. V.: Dam m.

Bezirk Iff.

MustumsgL^Mide, Haagstr. 16. 'Ar. 1-150 von 89 Uhr 151-300 910 .

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Betr.: Die Abfuhr des Ke richts und der Hansabsäiie inner­halb der Stadl friedberg.

Kelranntmachrrng

Wir bringen hiermit wiederholt uir äffen lichen Kenntnis, datz als Abladestelle für Hauste,richt, Asche und HausabfäUe usw. nur die von der Siadt gepachtete, zwischen der Main-Weser-Bahn und der Obeihe si chen Bahn nördlich des Viaoukls gelegene Kiehgrube benutzt werden darf.

Die Ablagerung von Hausab- fällen aller Art an anderen Plätzen innerhalb des Stadlgebiels und der Feldgemarkung insbesondere aber auch an neu herzustellenden Stratzen. Feldweaen. Einlagen und Anlagewegen ist verbo.en und werden Uebertretungen vieler Art unnachstchUich zur Bestrafung an­gezeigt.

Friedberg.den 30. Januar 1918.

Der Bürgermeister.

I. V.: D a m m.

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