Ausgabe 
31.1.1918
 
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Nummer 26

Donnerstag. den 31. Januar 1918 n. Zatzraana.

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Clftlgrkilljtt Fistßllgch mif WM imii Die stWshe Kiiße.

London, Konthend, Dünkirchen und Goiois mit Komben beworfen. Schwere Kampfe auf der Hochfläche von Kflago. 30,000 Tonnen Versenkt. Die Zustände in Finnland. Die Streik!»-megung«

!

Der deutsche Generalstab - meldet: \

^jtwpt^usuncr, der»

W. T. K. Trotzes Jommr. Amtrich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

An verschiedenen Stellen der Front Artillerie- und Minen- werferkämpse Die Infanterietäligkeit blieb auf Erkundungs. gefechte beschrankt.

Unsere Flieger führten erfolgreiche Angriffs auf England »md die französische Nordküste durch.

London und Southend, sowie Dünkirchen, Gravelinies und Calais wurden mit Bomben beworfen.

Im Luftkampf wurden gestern 8 feindliche Flugzeuge und f Fesselballone abgeschlossen.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues

Mazedonische Front.

Der Vorstoß feindlicher Kompagnien gegen bulgarische Feldwachstellungen nordöstlich vom Doiransee wurde abgewiesen.

Italienische Front.

Auf der Lochfleche von Asiago haben die Italiener mit star- ftr* Kräften ihre Angriffe fortgesetzt. Im Gebiete des Monte Lifemol sind sie unter schweren Verlusten gescheitert. Der Monte di Dal Bella und Col del Rosio blieben nach hartem Kampf in Händen des Feindes.

Der Erste EeneralquarLierrneister: Sudendorff.

Abend? ericht.

Berlin, 30. Jan., abends. (WTB. Amtlich.) Don den Kriegs­schauplätzen nichts Neues.

Wien, 80 Jan. Amtlich wird verlautbgrt:

Die schweren Kämpfe auf der Hochfläche von Asiago dauern an. Südwestlich von Asiago und im Gebiete des Mente Sise mol scheiterten alle italienischen Angriffe unter großen blutigen Verlusten. Der Monte di Val Bella und der Eol del Rollo mußten nach heldenmütiger Verteidigung und zähem Ringen den an Zahl immer stärker herangeführten feindlichen Kräften überlasten werden.

Der Chef des Cenerakstabes.

Sofia, 28. Jan lWTV. Nichtamtlich.) Oestlich des Ochrida- fees im Süden des Dorfes Geredischlscl^» und zwischen Wardar und Doiransee war die Artillerie lebhafter Im Cüdwesten von Doiran Tätigkeit von Erkundungsableilungen, die für uns günstig verliefen. In der Ebene westlich von Seres zerstreute unsere Artillerie mehrere englische Infanterieabteilungen.

Dcbrndschafront: Waffenstillstand-

30000 Tonnen Ver'snkt.

Berlin, 29. Jan. (WTB. Amtlich.) Neue U-Booterfolge im mittleren und östlichen Mittelmeer: 8 Dampfer und drei Segler mit rund CO 000 Vruttoregistertonnen.

Die Mehrzahl der Dampfer war tief beladen und befand sich teils in stark gesicherten Eeleitzügen, teils einzeln mit UnlerfoebooLzerstörern- und Flachdampferbedeckung fahrend, auf j t*em Wege nach Italien bezw. dem Orient. Unter den versenk- ' terr Schiffen könnte der englische DampferWestwales" (4331 Tonnen) mit Kohlen noch Port Said, ferner ein großer Tank­dampfer und ein Dampfer von 4000 Tonnen, der nach der hef­tigen Explosion zu urteilen. Munition geladen hatte, festgestellt werden.

An den Erfolgen war im besonderen der t. unb k. Linien- schiffsleutnant Hudeczek beteiligt.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

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Torpedierung eines englischen Truppentransports.

London. 30. Jan. (Reuter.) Di; Admiralität gibt bekannt: Das bewaffnete TransportbegleUfchiffMechanican" wurde am 20. Januar torpediert und später im englischen Kanal ans Stranp gesetzt. Das Schiff ist vollkomn:en wrack. Drei Offiziere und 10 Mann sind umgekommen Das TorpedobootMazard" ist im englischen Kanal am 28 Januar infolge Zusammenstoßes gesunken. 3 Mann sind umgekommen.

Zürn Fnktano : ' auf Gnakand.

London, 30. Jan. (Reuter.) Gestern abend fand ein Luit- angiifs statt, der länger als alle bis jetzt ausaeiührten war. Er dauerte ununterbrochen fünf Stunden. Das GefLützfeuer war' kräftiger, das Knattern der Maschinengewehre deutlicher als gewöhnlich, und nur die fortdauernde Tätigkeit der englischen Flieger, die mit den Angreifern kämpften, veranlaßten Pausen ron wechselnder Dauer Dann brach das Feuer wieder von neuem ans, wenn wieder eine neue Gruppe Maschinen erschien.

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London, 30. Jan (Reuter.) Amtlich wird gemeldet: Die Verluste bei dem Luftangriff gestern nacht betrugen 14 Männer, 17 Frauen, 16 Kinder tot. 93 Männer, 59 Frauen und 17 Kin­der verwunoet. Mit Ausnahme eines Toten und sieben Ver­wundeten kam es zu keinem Verlust in London. Der Schaden ist nicht bedeutend.

Die Zustände in Finnland.

Der Senat verließ Helsingfors.

Stockholm, 29. Jan. (WTB.) Wie die hiesige finnische Gesandtschaft heute telegraphisch erfährt bat der finnische Se­nat Helsingfors verlosten und sich an einen unbekannten Ort begeben, um dort seine Arbeit fortzusetzeu. Die Stadt ist von russischen Truppen besetzt worden. Vollkommene Anarchie herrscht, und nicht einmal dem Roten Kreuz wird erlaubt, seine Pflicht zu tun. Zum Oberbefehlshaber der bürgerlichen Schutz­truppen ist General der Kavallerie Freiherr von Mannersheim ernannt worden

Stockholm, 30. Jan Das StockholmerDagbladet" meldet: Sämtliche fremden Konsuln baben am Montag Helsingfors auf de"' Mage nach Abo und dem Norden verlassen. In der Nächst ' . ^'"Nstaa haben bolschewistische Soldaten die Kabel Beiers- Schweden du-chschnitten. so daß Finnland und Rußland von jeder Drahtverbindung mit Westeuropa vollständig abge­schnitten wird.

Stockholm, 29. Jan. (WTB) Meldung des Svenska Telegramönran' Aus Helsingfors wird gemeldet: Der Aus­

stand dauert an. Die Rote Garde beschoß gestern mit Maschinen­gewehren einige Läuter im Mittelpunkte der Stadt, es aab aber nur wenig Tate und Verwundete. Die Neckst war ruhig. Das russische Militär verbält sich ruhig. Auch Wiborg ist ruhig, aber auf der Station Käinärä fanden am Sonntag Unruhen statt, bei denen fünf Personen getötet und fünf verwundet wur­den. Die Eisenbabnbrücken von Terajoki und Karisalni wur­den gesprengt Scknrtkorps mit" 20 Maschinengewehren und Tausenden von Gewehren marschieren südwärts gegen Helsing- fors.

D e Wunsch der Aalrmdsrnsekn.

Stockholm. 30 Jan Gestern traf in Stockholm eine Ab­ordnung ein. die am 29. Dezember von einer großen Volksver- fammlung auf den Aalandsinfeln gewählt morden war. um der schwedischen Regierung den Wunsch der Bevölkerung der A-r- la.ndsinsekn, mit Schweden vereinigt zu werden, zu übermitteln. Die Abordnung hofft, vom König empfangen zu werden.

Finnlands Slaatsauffasiung.

Berlin, 29. Jan (WTB.) Am 22. Januar, also unmit­telbar vor dem Ausbruch der Unruhen in Finnland, schrieb die finnische ZeitungHufoud Stadsbladet": Die soziale Umwäl­zung in Rußland verlockt unsereRoten" und läßt sie hoffen, ähr.lick>e Vorteile in unserem Staatckörper zu erreichen, wie ihre dortigen Gesinnungsgenossen. Jedem aber, der die Lage des Augenblicks zu Lbecsthen vermag, ist klar, daß eine der­artige Richtungncchme den Untergang unserer staatlichen Selbst­ständigkeit und den Tod der nationalen Unabhängigkeit be- 1-eutete. Unser Land würde in Kürze in den Wirbel der bol­schewistischen ^Anarchie und Auflösung hineingezogen. Nachdem das Blatt auf die Notwendigkeit hingewiesen hat, daß die Grenze llar und bestimmt gezogen wird, was nalürlich eine gute Nachbarschaft mit Rußland nicht ausfchließt. bemerkt die Zei­

tung, daß Finnlcnd ebensowohl wie die skandinavischen Staa­ten jetzt und auch bei möglichen Zukun?tskriegen strenge Neu- tralität inne halten muß. In einem Anschluß an Skandina­vien könne das Land hoffen, außerhalb des Wettstreites der Großmächte und der dadurch hervor gerufenen Strömungen stehen zu dürfen. Die Sozialisten, die sich für einen Anschluß an Rußland begeistern, lasten den Umstand unbeachtet, daß der russische Staatskörper nicht immer bolschewistisch regiert, und auch nicht immer durch soziale Umstürzung in Anspruch genom- n:en sen wird. Ein Rückschlag kann bald eintreten, und es Ist möglich, daß sich Rußland von der Ermattung des Verfalls er­halt, und dessen Großmachtsgelüste wieder erwachen, wodurch sin mit Rußland verbundenes Finnland Gefahr laufen mag, in eine Menge schwieriger Verwicklungen hineingezogen zu wer­den. Wenn wieder eine herrschsüchtige Strömung in Rußland die Selbständigkeit Finnlands bedrohen sollte, wäre es für das Land von unschätzbarem Werte, mit Staaten verbunden zu feiNx die unmittelbar Wert darauf legen, daß die-Unabhanaigkeit Finnland brwohrt wird. Es ist nicht ausgeschlossen, daß d'.e Hilfe der skandinavischen Länder in einer solchen Lage nicht stark genug wäre, weshalb Finnland stärkere Bürgschaften für seine Unabhängigkeit suchen sollte. Hiermit spielt der Verfasser des Aufsatzes auf Deutschland an

Die neue Regierung.

Helsingfors, 29. Jan (WTB.) Meldung des Svenska Tele» grambyran. Die neue sozialistische Regierung ist interimistisch und folgendermaßen zusammengesetzt: Männer. Präsident: Si- rola. Auswärtiges; Haapalanen, Inneres: Letonmäki. Justiz: Kunstnen. Unterricht: Kohonen. Finanz: Lumiwuckke. soziale

Fragen; Elorauta, Ackerbon: Tokoi. Lebensmittel: Lindquist, Verkehr und Post; Turkia. Prokurator. Der Zentrolrat wird 85 Mitglieder zählen und zwar 10 aus dem Parteirat. 10 an­der Volksarganisation. 10 Rote Gardisten und 5 organisierte Helsingsorser Arbeiter.

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FMlaird fröitfrt das Sirotttzkii 5§Mdrns.

Stockholm, 36. Jan Die Unruhen in Finnland haben sich zu einem regelrechten Kriege ausgewachsen, der zwischen den russischen Truppen u,rd der Roten Garde einerseits und dem Bürgerschutzkorps andererseits geführt wird. Nach ..Stockholms Tidningen" wird das Schutzkorps im westlichen Finnland von General Frhr. von Mannersheim befehligt, der selbst vor Maia liegt und die dortige russische Garnison angreift. Diese soll be- Mannersheims Trr-ppen große Erfolge errungen zu haben. Auch an anderen Stellen des westlichen Finnland scheinen Mannersheims Trupepn große Erfolae errungen zu haben. Aebec die Ereignisse im südlick'en Finnland, namentlich in Hel- singfors, fehlen alle Nachrichten. Gerüchte behaupten, die finn- ländifche Regierung in Hclfing^ors fei gefangen g?noinmen wor­den. Die sozialistische Partei erließ einen Aufruf, in dem die Bestrafung des Bürgerlerps verlangt ivird. doch geht aus dem Aufrufe nicht klar hervor, ob sich die Partei völlig auf die Seite der Roten Garde stellt.

Die Abgesandten der finnischen Regierung sollen nach Tor- nea gekommen sein und sich ai'f dem Wege nach Srockholm be­finden. WieStockholms Tidningen" erfährt, baben sie den Auftrag. Schweden um Schutz und bewaffnetes Einschreiten zn. bitten.

Haparanda, 29. Jan (MTB.) Meld'.mg der Svensk-r Telcgrambyran: Seit gestern ist ganz Südfinnland bis Tam- meriors in den Händen der Roten Garden, die von russischen So'daten unterstützt werden. Das Telegrapbenamt und andere öffentliche Gebäude in Helsingfors wurden von Roten Garden besetzt, die den S^nat für abgesctzt erklärten und die Bolsche­wisten als Herren der Regierung ausricfen. Das Gerücht über die Verhaftung von Mitgliedern des Senats hat sich nicht be­stätigt. In Nardfinnlai'.d gelang es der bürgerlichen Garde, die Roten Garden in Schach zu hallen. Dort herrscht verhält­nismäßige Ruhe. In Tornea sind nur 80 russische Soldaten ge­blieben.

Schwedische Vorbereitungen.

Stockholm, 30. Jan Anläßlich der Lage in Finnland traf die schwedische Regierung vorbereltende Maßnahmen, um nöti­genfalls unverzüglich Schiffe dorthin zu entsenden, welche dis­schwedischen Untertanen in ihr Vaterland zurückführen solle».

Rückkehr König Evsiavs.

Stockholm. 29. Jan. Der König, der seit einigen Tagen lis Schonen weilt, beschloß mit Rücksicht auf die Lage in Finnland

nach Stockholm zurückzukehrea.

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