Graue Gefahren.
Roman on5 der Gegenwart von M. Gonlard - Schuck.
27 f Nachdruck verboten.
Abende. alZ die beiden Herren bei einem Glase Wein und einer Zigarre in des Vaters Zimmer saßen, da sagte Alfred, daß er wieder zur See gehen wolle. Die Freude des Vaters kannte keine Grenzen. Trotzdem fragte er auch jetzt nicht nach dem Warum.
„Der Junge wird wissen, was er zu tun hat. Und mir ist es die HauHtsäche, daß er zur rechten Zeit Schluß macht."
„Und was sagt Deine Frau zu Deinem Entschluß?" fragte er nach einer Weile.
„Vorläufig kann sie noch nichts sagen, denn sie weiß k§ noch nicht." Er sah dem Vater gerade in die Augen. „Aber was sie auch dazu sagen mag, es wird an meinem Entschluß nichts ändern."
„Recht so. mein Sohn! Wenn Du zu des Erkenntnis gekommen bist, daß Dein Platz jetzt in der Flotte ist, so darfst Du Dich auch durch ein paar Frauentr'änen nicht beirren lassen."
„Es^ hat keine Gefahr. Ich habe bereits alle Brücken hinter mir abgebrochen. Auch wenn ich weich würde, es wäre zu spät. ^ Und dann. Vater — ich will und kann nichts sagen, aber ich glaube, wir brauchen die Offiziere bald nötiger als die Diplomaten."
„Hm! Herr von Werkheim sah dem Sohne scharf in die Augen. „Und für d!e Unterjeebootsslotte hast Tu Dich gemeldet?"
„Ja. Vaters Du weißt, wie ich über diese neueste Waffe der Marine denke und wie sie mir schon innner am Herzen lag."
„Ich weiß, tcfr weiß! Du bist also der Ueberzeugung daß wir gerade diese Waffe bald gebrauchen werden?"
„Wer kann etz wissen? Wer so mitten drin sitzt zwischen liebenden Nachbarn, wie wir Deutsche, der muß immer am der Hut sein." --
Osterfest verlebte Alfred auf Tannenberg mit dem Vater und Regina. Wie in früheren Zeiten war es, als noch
niemand weiter zu ihnen gehört hatte. Auch Regina war wieder ganz die Alte. Sie schien vergessen zu haben, daß es jemanden gab, der größeres Anrecht an den Pflegebruder besaß als sie selbst.
Am zweiten Tage nach Ostern fuhr Alfred wieder nach England.
„Nicht auf lange, Vater!" sagte er, als er dem alten Herrn zum Abschied die Hand gab. „Ich hoffe, daß schon in allernächster Zeit meine Abberufung kommt."-
Als nach den Osterferien der Reichstag wieder zusam- mentrat, brachte die Negierung einen Antrag ein. der eine sofortige dringende Verstärkung des Heeres und der Flotte verlangte.
Zwar erließ man gleichzeitig eine amtliche Erklärung,- in der es hieß, daß gerade jetzt die allgemeine Lage die denkbar beste sei. daß aber ein Land wie Deutschland, das im Kriegsfall seine Grenzen nach mehreren Seiten hin verteidigen müsse, nie genügend auf der Hut sein könne. Der ewige Weltsriede sei eben noch immer nicht gewährleistet Es sei deshalb stets Möglichkeit vorhanden, daß uns Deutschen ein Krieg ausgezwungen werde. Und für diesen Fall sollte die neue Wehrvorlage Vorsorge treffen.-
Man war also in der Wilhelmstraße auf dem Posten.
Man war entschlossen, den Frieden zu wahren! Man zeigte aber auch dem ränkelüsternen Gegner, daß man im Notfall mit gewappneter Faust dreinzuschlagen gewillt und fähig sei.-
VIII.
Helen und Alfred Werkheim saßen sich beim Gabel- frühstück gegenüber. Es schien Gewitterstimnmng zu herrschen, denn Alfreds Mienen waren ernst und' kühl und Helen sah angelegentlich auf-ihren Teller.
Endlich f)ieit sie das drückende Schweigen nicht mehr aus
„Bist Du endlich vernünftig geworden, Fred?"
„Deimünftia? Ha°st Du mich schon anders gesehen?"
„Ist Tein dummer Gedanke mit der Marine etwa ver- nünftig?"
„Von meinen: Standpunkt aus ist das gar kein dummer Gedanke, im Gegenteil. Aber Du solltest nicht wieder davon
ansangen. Kind. Es verdirbt Dir nur die Stlmmuna uv* bas Frühstück. Außerdem weißt Du, daß mc : n Enttcklus- * Ift h ’ h1t ^ Qu Den Gedanken ge-
t ri s ' ie - 6efti0 -' Habe doch keinen Mannelentnant, sondern einen Diplomaten geheiratet."
Werkheim kniff die Lippen zusammen, als wolle er ver- ylnoern, daß ihnen ein heftiges Wort entschlüpfte.
, „Ich glaubte, Du habest den Menschen Merkheim oc- tratet, einerlei, was er war," sagte er dann rnhitz.
Beschämt schlug Helen die Augen nieder. „Das habe ich 0 !!f', r la.gte lie dann trotzig. „Aber daß es-mir nicht gleich- gultig sein kann, was für einen Beruf Du hast, das ist doch selbsiverständlich> Und dann habe ich auä^nie daran gedacht ^8 Du schon so bald von- hier fort wolltest. Wo wir hier doch so schon leben."
„Gewiß, Helen, ich kann es mir denken, daß es Dir erst ein wenig schwer fallen wird, aber Tu Nnrst Dich bald daran gewöhnen. In Deutschland läßt sich's auch leben. Und dann. Helen, sieh, die Gattin eines deutschen Offiziers zu lein, ist doch etwas sehr Schönes!"
„Ach. geh doch! Ich weiß, wie es ist. Denk ich nur an Ermina Morton, dann Hab ich genug von den Freuden einer deutschen Osfiziersfrau. Einfach schrecklich ist es. Trug sie bei einer Gesellschaft ein besseres Klekd als die Frau des Vorgesetzten, so bekam der Mann am andern Tage sicher einen Rüffel. Ich bedanke mich dafür!"
Er lächelte belustigt. Ein. echt weiblicher Einwurf.
„Das ist natürlich fürchterlich." sagte er ernsthaft. „Aber nun sag mal ernstlich, ist das nicht ganz in Ordnung so? Wozu der unnötige Aufwand? Wir haben sehr viel arme Offiziere, die würden darunter nur leiden."
„Was geht das mich an? Wenn ich das Ge'd dazn habe, will ich mich daran freuen, soviel ich kann. Daß andere es nicht haben, ist nicht meine Schuld, ltnb kein Mensch kann verlangen. >aß ich mir anderer Leute wegen Entbehrungen auferlegen soll!"
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Für 1918 ist von der Zuckerindustrie eine Erhöhung des Rübenpreises angestrebt. Regierungsseitig hat man sich aber noch nicht zur Festlegung eines Preises entschließen können. Mil einer Erhöhung gegen 1917 dürste aber zu rechnen sein. Wir ersuchen die Herren Landwirte, ihre Rüben trotzdem jetzt schon anzumelden zu dem von der Reichsregierung noch festzusetzenden Preis, da die Fabrik sich mit Samenbezug usw. einrichten muß. Die Freigabe des Zuckers für die rübenbauenden Landwirte ist nunmehr erfolgt und wild die Ausgabe an die Berechtigten in der Zeit vom 1—26. Februar vorgenommen. Säcke dazu sind mitzubringen.
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Wilhelm Philipps.
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