ist zu glauben, datz Len Führern' Vorgänge wie in Maimhetm, nicht nützlich erscheinen, daß ihnen der Frankfurter Ruf: ^Rieder mit Hindenburg!" unangenehm verfrüht in die Ohren klingt. Aber so ist nun einmal das „reife Volk". Zhm imponiert alle Vernunft und Intclllgeirz und Mäßigung nicht mehr, wenn es sich im Besitz der gröberen Faust und kräftigeren Lunge weiß.
In der Wahlrechtekommission ist von sozialdemokratischer Seite die Versicherung gegeben worden, um den Schutz der Minderheiten brauche man sich beim gleichen Wahlrecht keine Sor. acn zu machen, fiir sie werde gesorgt sein. Es wäre richtiger und ehrlicher gewesen, zu sagen: Die Miirderheiten werden ausgesorgt haben. Der Terror der Mehrheit wird ihnen die Muhe ersparen, überhaupt in die Erscheinung zu treten. Wozu hätte die Messe die derberen Fauste, die kräftigere Lunge und die größere Mrmdrveite
Wie weit die Dinge in der agitatorischen Vorbereitung der Mrssenstimmung gediehen sind, ist aus den Proben der letzten Wochen zu erkennen. Die gleichzeitig keinen Zweifel darüber lasten, daß mit vollem Bewußtsein die Straße als Prefsions- mitiel für politisch*« Aspirationen benutzt werden soll. Der Boden dafür.ff u gohrern mit Unterstützung drr Verhältnisse bereitet, und letzteren werden ihnen. \u. . 'adere in nächster Zeit, weiterhin zu Hilfe kommen. Für di.' Regierung aber, die, sofern sie nicht gor Schrittnlacherin dieser Vorbereitung gewesen ist. ihr mit verschränkten Armen Zugefehen hat, erhebt sich nun die Frage ob das so bleiben wird, oder ob sie sich entschließt, endlich die feste Hand zu Zeigen, die im Grunde auch denen, die ihren Drink zumeist zu verspüren bekämen, nicht fo ' ganz unsympathisch ist Wie,bisher geht es nicht weiter. Das Gefälle der schiefen Ebene nimmt, zu in geometrischer Progression. Es ist kein Gipfel der Staatsklugheit mehr, die Decke über die Ohren zu ziehen, um die Gespenster nicht zu sehen. Entweder man regiert jetzt, und regiert auch die Straße, oder aber die Straße wird durch ihren Druck bestimmend mitregieren. Dieser Druck macht sich schon hinreichend bemerkbar. Der Zeiger am Manometer steigt- Es gibt kein Ventil mehr, dem Steigen Einhalt zu tun' nur Festigkeit und zielklares Wollen kann -elfen.
-u* frankfurter Zeitung.
Mir lesen in den „Alldeutschen Blättern":
Geleg ! tltch seiner Besprechung des Eigenbrodtfchen vortrefflichen Buches „Frankfurter Zeitung und Berliner Tageblatt" hat Herr Prof. Gebhard die Meinung ausgesprochen, die Ausdehnung der Untersuchung auf die Haltung des „süddeutschen" Blattes in der Zeit vor und um 1870/71 sei gewiß ge* winnbringend. Run geht uns von sehr geschätzter Seite ein kleiner Beitrag zu. der diese Ansicht voll bestätigt. Man leie folgende Auslastung aus der Zeit, als die Frage des deutsch- französischen Krieges drobcnd und gewaltiger Zuftandsmo gliche frit voll am Gesichtskreis Europas emporstieg:
„Frankfurter Zeitung". 7. Jul; 187«.
Leitartikel vom 6.. Nr. 186, 1. Blatt.
. . . Ob die Hohenrollern wirklich die Absicht hegen, rrtcht nur auf dem Deutschen Kaiserthrone, sondern auch in der sogen. Universalmonarchie Nachfolger der Habsburger zu werden, lassen wir billig dahingestellt. Sicher ist. daß man in den leitenden Kreisen Berlins mit Bezug auf die bevorstehenden Landtags- und Reichstagswahlen eine kleine auswärtige Verwickelung gar nicht übel empfinden wird. Der Apell an das Na- tlonalgefühl ist ein fo vorzügliches Mittel, offizielle Kandidaten durchzudrücken und Landräte zn Volksvertretern umzustempeln! Sollte das. was in Spanien vorgeht, möglicherweise ein preußisches Wahlmanover fein?
Ist das nicht ein prächtiger Belag für die Blickweite, die staatsmännische Voraussicht und die Vornehmheit der Gesinnung des heutigen Regierungsblattes? Freilich damals an leitender Stelle Bismarck, der Schmied der deutschen Einheit und^rer „Eroberer" alten deutschen Landes — heute am Werk des „demokratischen Berschnuugsfciedeus" „der geborene Staatsmann", der drauf und dran ist, das Er stgeburts reckt deutscher überlegener Kraft für das Linsengericht des „geregelten Wirtschaftsverkehrs" und „der Anbahnung und des Ausbaues freundschaftlicher Beziehungen zwischen den derzeit kriegsühreirden Mächten" zu verschachern. Wirtschaft, Horatto!!
ürr 1’t'jtrrefiHiün mit JMünWimVk!
(Aus meinem Tagebuch: Als hessischer Garde-Dragoner tm Osten Mai- 1915—April 1916.)
Etwa 900 Meter vor unserem Schützengraben ist eine Feldwache eingerichtet, ein kleines sicheres Bollwerk, hufeisenförmig, mir starkem Drahtverhau, Laufgraben und dergl. und mitten drin steht jetzt ein Blockhaus, .in dem sich . die Mannschaft in Srärke eines Zuges aufhält, da die Unterstände wegen des eingedrungenen Masters unbrauchbar geworden waren. Indesten stehen unsere Horchposten am Rande eines breiten Waldes, der unmittelbar vor der Feldwache beginnt und die russische Stellung vcllrommen verdeckt. Auch die Russen haben Feldwache und Postierungen in dem Walde vorgeschoben, letztere nicht allzuweit von unseren Horchposten entfernt Diese verhalten sich ziemlich ruhig, während es drüben immer wieder mal knallt! (Scheinbar zur Selbstkontrolle.) Am 7. 12. 15 war ich auf Feldwache. Am Morgen, der ganz ruhig verlief, stehe ich mit meinem wackeren Freunde B. auf dem linken Seitenposten! die Ablösung kommt! Wir sitzen wieder im warmen Blockhaus! Da, gegen 3 Uhr nachmittags kracht plötzlich eine starke Salve durch den Wald. Sofort springen wir alle ans der Hütte heraus in den Graben an die Schießscharten. Es kracht noch einmal. Unsere Horchposten kommen zurückgesprungen. Alles geht in Stellung! Schon arbeitet der Draht und ruft im rückwärtigen Schützengraben die Maschinengewehre m Bereitschaft Tie sind ja auf den Waldrand links und rechts von der Feldwache gut eingeschosten. Wider Erwarten erfolgte aber weiter nichts. Im Walde herrscht tiefe Stille,' ,iur der kalke Nord streicht pfeifend durch die Aeste und über die glänzende Schneedecke hinweg. Voll Erwartung lauschen wir über eine Weile hinüber nach dem Wakd' »der »jchtr Verdächtiges war M
yoren. Da regt« sich m uns dar Verlangen, der Schtetzerei auf den Grund zu gehe». Der Führer unserer Feldwache war damit einverstanden und sofort fanden sich zu einer freiwilligen Er- kundungspatrouiüe auch 6 Leute bereit. Wir schlüpften durch den Drahtverhau, einer nach dem andern, pflanzten unterwegs das Seitengewehr auf und stoßen vom rechten Posten aus senkrecht in den Wald hinein. Der Schnee knirscht unter der Sohle. Langsam, unter großer Vorsicht gehen wir vorwärts, treffen Fußspuren und verlassene Postenlöcher. Wir überqueren eine Lichtung und treffen eine neugetretene breite Spur, die wir, nach jeder Seite vorsichtig beobachtend, verfolgen und die jetzt über eine zweite Lichtung fuhrt. Auch diese überschreiten wir noch. Die Schneespnr scheint nach der russischen Feldwache zu führen. In der Annahme, die Rüsten seien auf diesem Wege zurückgecilt. machen wir halt: wir können etwa 800 Meter von unserer Feldwache entfernt sein. Mit den nahen russischen Posten anzubinden widerspricht dem eigentlichen Zwecke unserer Patrouille Also kehren wir um und lasten auf dem Rück- weoe die gleiche Vorsicht walten, wie eben. Aber nichts erregte unseren Verdacht. Nur zwei dumpfe Schüste aus der Nähe unserer Feldwache krachten durch den Wald. Unserer Fußspur nackaehend, gelangen wir wieder an die erstgenannte Lichtung zurück und treffen hier die beiden Leute unserer Patrouille, dir als Rückenlchutz zurückgeblieben waren. Sie hatten die frag, lichen Scküste abgegeben und behaupteten, weiter links im Walde Rüsten „gesehen" zu haben; sie seienwieder zurückgegangen. Wir glaubten nicht so recht daran und eilten der Feldwache zu Noch keine 30 Schritte sind wir gegangen, als einer unserer Leute ruft' „Ei. da sind sie ja, die Rüsten!" Und wirklich bewegten sich 50 Meter rechts von uns etwa 20—725 Gesellen mit grauen Pelzmützen auf unsere Feldwache zu, in gleicher Höhe und gleicher Richtung wie wir; beide Teile von der Feldwache nahezu 150 Meter entfernt. Sofort springen, wir hinter die Bäume in Deckung. Schon krachts hinüber und herüber. Aber die „Hunde" — ihrer starken Ueberzahl bewußt — stürzen hervor. Unter lautem „Uri"-..llri"-Rrffen. ..sioj pania" „stoj germans" wollen sie uns umzingeln. Wir Leide — unsere Kameraden suchten sofort die Feldwacke zu erreichen — sckießen rubra und sicher weiter. Keine 15 Meter vor unseren Augen schleudert so ein frecker Dachs plötzlich eine Handgranate: unter lautem Krach erplodiert sie gegen einen Baum — ein Glück für uns! Die zweite sollte der nicht mehr werfen: B's-Kara- biner sorgte dafür Sckon waren die anderen Rüsten in bedenkliche Nähe heranqekonrmen. Allen voran ein Sergeant Don meiner Kugel getroffen sinkt er nieder — dem scheint die Sonne nicht mebr? Jetzt stutzen die übrigen ftnsteren Gesellen und bergen sich hinter Bäume und liegende Stämme. Wir schießen mit sichtlicher Wirkung! Das gibt uns Ruhe und Hoffnung: doch das Kreischen und.Rufen läßt nicht nach! Auch wir schreien ans Leibeskräften; aber weder mein „rukif dwerch" (Hände hockff), noch B's „Ergebt Euch?" bat einen Erfolg. Patsch k schlägt da eine Kvael durch meinen Deckbaum, sodatz mir einige Splitter ins Gesicht fliegen — ich fühle eine kleine Hautabschürfung unter dem rechten Auge: nicht schlimm! Kaum 15 Minuten liegen wir im Feuer — sie dünken uns eine Stunde lang — da klingt wiederum das verfluchte „Uri" . Uri" zu unseren Ohren, aber diesmal hinter den uns gegenüberliegenden Rosten. Zum Teufel Da scheint ja noch mehr zu stecken! B ruft mir zu: „Du jetzt muffen wir abbauen?" ..Wir." antworte ich», sind nur zwei!" Affv los* Von Baum zu Baum springend und immerfort schießend gelangen wir schließlich ins Freie Die Ruffen folgen nicht nach, um so lebhafter ftitzen aber ihre Kugeln um unsere Ohren Wir eilen durch die Drahthindrr- niffe hindurch in den schützenden Graben der Feldwache, die jetzt ein lebhaftes Feuer gegen den Wald eröffnet. Nach kurzer Zeit wieder völlige Ruhe Inzwischen hatten wir unserem Führer Meldung gemacht und erfahren, daß ein Manst unserer Patrouille nicht zurückaekehrt war. Sollte der wohl verwundet im Walde'liegen? Lautes Rufen und Stöhnen zwang uns zu dieser Annahme. Um ihn zu holen gehen drei Leute — darun, ter wir beide — wieder freiwillig in den Wald hinein, an die Stelle, wo der Schwerverwundete jammert. Aber wir finden nicht unseren Kameraden, sondern einen Ruffen. jenen Grana. tenwerfer. den wir sofort mit großer Mühe zurückschaffem In seinen Manteltaschen fanden sich noch zwei Handgranaten mit Zündern, am Leibe trug er eine Drahtschere und ein Bell. Der arme Kerl starb an seinem Lnngenschuß. Es fing an zu dämmern: die Waldstelle konnte nicht näher abgesuckt werden. Am nächsten Morgen wurde der tote Sergeant aufgefunden und mit ihm noch vier Schwerverwundete, die alle an den Folgen ihrer Wunden starben. In frostiger Nacht mußten die Bedauernswerten tm tiefen Schnee liegen bleiben. Wie Bluifpupcn zeigten. hat der Feind eine Anzahl Leichtverwundeter bei seinem raschen Rückzuge mitgenommen. Unser vermißter Kamerad stellte sich später wieder ein. Von russischer Sette war nach Aussagen der Verwundeten, die alle Beil und Drahtzange tnr- gen. bei einbrechender Dämmerung ein Angriff auf unsere Feld- wache geplant, der aber durch unser Vorgehen glänzend vereitelt wurde. Mir beide empfanden eine stolze Genugtuung Über unsere Tat. die auch ihren äußerlich doppelten Lohn finden sollte. Es folgte eine lobende Anerkennung im Regimentsbefehl und einige Tage später das Kreuz von Eisen.
- : H. Tost.
Asm Felde der Ehre.
Wrckeohei,». Dem Landsturmmann Otto Strebert wurde wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde im ÄVesten das hessische Verdienstkreuz und das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen. Unseren herzlichsten Glückwunsch zu dieser wohlverdienten Auszeichnung.
Schluß der Hausfchlachtungetl.
Das Großh. Kreisamt Fviedberg fordert alle Selbstversorger auf, ihre HausschlachtungsantrSge bi» spätestens zum 1. Februar 1918 durch Vermittlung ihrer Bürgermeisterei des Wohnort» hei dem Krelsarnt einzureiche». Rach dem %, Februar
einlaufende Anträge muffen abgelehnt und vte fragliches Schweine beschlagnahmt werden.
Aus dev Heimat.
Dolksbildungsverein. „Palästina und die heiligen Stätten'* so lautet das Thema des ersten Vortrages im Volksbildungs» verein in diesem Jahre den am 31. Januar abends 8 Uhr, Herr cand. theol. Fr. Wilh Petri in der Festhalle der Augustinerschule halten wird. Der Redner hat schon wiederholt bewiesen, .daß er anziehend und belehrend zu sprechen versteht und wird seine Darlegungen durch Lichtbilder veranschaulichen, die er selbst an Ort und Stelle ausgenommen hat. Der (Eintritt ist frei für jedermann, doch für Schüler und Schülerinnen nur in Begleitung' eines Erwachsenen gestattet.
Die Papierknappheit hat dazu geführt, an Stelle des bisherigen Frachtbriefmusters ein neues einzuführen. Es ist um die Hälfte in der Weife verkleinert, daß die Rückseite mit der rechten Hälfte des jetzigen Musters bedruckt wird. Die vorhandenen Vordrucke des bisherigen Musters dürfen aufgebraucht werden: es empfiehlt sich, sie in erster Linie in den Fällen zu verwenden, in denen der Frachtbrief sonstige Begleitpapiere (z. B. Zoll- und Steuerpapiere, Deckenftachtbriefe usw.) beizugeben sind. Soweit der neue Frachtbrief verwendet wird und Begleitpapiere als Anlage beigegeben sind, muffen die Frachtbriefe der Breite nach gefalzt werden. Die Beilagen sind fs dauerhaft wie möglich mit dem Frachtbrief zu verbinden
Echzell. Wo ein Wille ist, da ist auch eine Tat und ws ein kleiner Kreis in Einheit und .Zusammenhang arbeitet» ist ihm der Erfolg eines Unternehmens im Voraus sicher. So war es auch mit der Abendunterhaltung des Turnvereins am Geburtstage S. M. des Kaisers. Ter große Saal der I. Jung Wwe. konnte kaum die Menge der Ve« suchen fassen Aus der ganzen Umgegend hatte sich die Jugend ein Stelldichein gegeben. Nachdem der Vorsitzende die Gäste begrüßt und das Kaiserboch ausgebracht und daS l „Heil dir im Siegerkranz" verklungen war, nahm die Vor- j stellnng ihren Anfang. Auf der Bühne wurde flott und sicher gespielt und kamen die Anwesenden aus dem Lachen nickst heraus. Allen Mitwirkenden, den Herren Hermann ! Sckreih. Heinrich Rühl, Hermann Bocher, Hermann Reitz. j Willi Werner. Wilhelm Cbrfft. Wilhelm Schäfer. Hugo ! Stoll und speziell Georg Beckmann, gebührt der Dank de§ Vereins, ein paar heitere Stunden verlebt zu haben. Die notwendige Klavierbegleitung hatte der junge .Erwin Sckmndt übernommen. Mit dem gemeinschaftlichen Gesang „Deutschland, Deutschland über Alles" konnte nach 11 Uhr die in voller Harmonie verlaufene Veranstaltung zu Ende geführt werden. Bei der Jugend herrschte nur ein lebhaftes Gefühl des Bedauerns, daß nicht ein wenig getanzt Werder ; durfte.
Aus Rhcinbeffen.
FC. Worms. 28. Jan. Am Tage vor seinem 50. Geburtstage verstarb dahier Bankier Friedrich Ntichmann plötzlich infolge eines Htrzfckleges Der Verstorbene hat viele Iabre hindurch hier das Bankhaus F. u. C Rischmann geleitet, das vor drei Jahren an die Süddeutsche Diskonro-Gesellschaft überging.
FC. Gimbsheim. 28. Jan. Von 50 Mark auf 14—22 Matt ist der Preis der Gurkenkerne gesunken.
FC. Alzey. 27. Jan. Seit Beginn dieses Jahres hat h hiesiger Stadt ein solch starker Immobilienwechse! eingesetzt der noch nie in diesem Umfange zu verzeichnen war. Wirr- den doch bis jetzt für eine halbe Million Mark Immobilien umgesetzt.
Ans Hessen-Nassau.
FC. Wiesbaden, 28. Jan. Sie gingen zusammen in die Lehre, die 20jäh,ige Näherin Minna Birlenbach aus Sonnen, berg und die Tochter des Oberkontrolleurs Eberhardt aus Biebrich. Die Birlenbach erfuhr eines Tages, daß die Eberhardt gestorben. Diese Gelegenheit benutzte sie. der Familie ihr Beileid auszusprechen und gab sich als die reiche Tochter eines Gutsbesitzers in der Nähe von Düsteldorf aus. Während der Urtterhaltutrg erzählte sie von den großen Lebensmittelvorräten ihres Vaters, erbot sich auch, für die Familie Eberbardt solche schicken zu lasten und rechnete den Betrag auf 21 Mark aus, der ihr bereitwilligst eingehändigt wurde. Auf ihren Wunsch gewährte man ihr auch Quartier. Am nächsten Morgen erbat sie. um pünktlich zu Tisch erscheinen zu können, die Uhr der Frau Eberhardt und verschwand damit auf Nimmerwiedersehen Nach ihrem Weggang vermißte die Familie in einer verschlosse- nen Schublade 20 Mark. Wegen dieses raffinierten Vergehens erhielt die Birlenbach heute vom Schöffengericht fünf Monate Gefängnis.
FC. Wiesbaden, 28. Jan. Die Firma August Engel dahier hatte Sardinen zum Preise von 2 Mark die Dose eingekauft und mit 50 Pfg. Aufschlag wieder verkauft Das Wucheramt ersah hierin eine übermäßige Preissteigerung für Gegenstände des täglichen Bedarfs. Wegen Höchstpreisüberschreitung hatte sich der Geschäftsführer der Firma heute vor den Schöffen zu verantworten. Die Preispcüfungsstelle erachtete einen Preisaufschlag von 25—30 Prozent für überaus genügend, der erschienene Sache erstand! ge, der Leiter des hiesigen Komum. Vereins stand jedoch auf einem ganz anderen Standpunkt und hielt den von der Pretsprüfungsftelle vorgeschriebenen Gewinn für unbedingt zu niedrig. Auch den Schöffen war die Ansicht des Wucheramtes nicht maßgebend und sprachen den Geschäfts,' führer glanzend frei.
AuS Kurheffeu.
FC. Ziegenham, 27. Jan. Die Deutsche Vaterlands- Partei zählt im hiesigen Kreise 18 Ortsgrupppen.
Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Lttch Hi rschel. Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Heyn er«' Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", ». G., Friebberg t, H


