Ausgabe 
30.1.1918
 
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Statthalter von Waia Herckel ist in besonderer Seiwmrg seiner- finnischen Regierung abgereist, um von Schweden vrlfe Zu erbitten. In Finnland ist der Bürgerkrieg in vollem Gang Dre Rote Garde marschiert gegen Helsmgfors. Die ^olschetvrkl unterstützen offen die finnischen Maximalisten. Der finnische Senat richtete an die schwedische, norwegische, französische, englische, deutsche, österreichisch-ungarische und grwckusche Regierung, die Finnland anerkannt haben, ein Lchrerben, worin er gegen die russische Verletzung der Selb­ständigkeit Finnlands Einspruch erhebt.

Stockholm, 29. Jan. (WTB. Nichtamtlich) Heute nachj er-hielt bei finnische Gesandte in Stockholm, Staatsrat Grrpenberg, eine Telegramm, nach der die gesetzliche Regie- rung in Helfingsors noch immer im Amte ist.

Die Rote Garde in Finnland.

Stockholm. 28 Jan. (WTV.) Der Bahn!- -, von Helfingsors befindet sich in den Händen der Roten Garde. Der Eisenbahn­vorsteher und mehrere Beamte sind getötet worden.

Der MraerKrieg in Russland.

Die Ukraine völlig unabhängig.

Schweizer Grenze. 28. Jan. Havas meidet' Die ukrainische Zentralrada verkündete mit 308 gegen 4 Stimmen die absolute Unabhängigkeit der ukrainischen Republik und drückt den Wunsch aus, mit Rumänien, der Türkei und den angrenzenden Ländern in guten und freundschaftlichen Beziehungen zu leben. Bis zur Eröffnung der ukrainischen Konstituante wird die Zen­tralrada im Namen des ukrainischen Volkes die Geschäfte füh­ren unter dem Namen: Zentralrada der Volkc ünister. In der Verkündigung wirst die Rada den Petersba er Volkskommis­saren vor. den Friedensschluß zu v:rzögern und sagt darin:Wir sind von der Arbeiterklasse gewählt. Lie Bauern und Soldaten der Ukraine wollen keinen Krieg führen Wir verlangen den Frieden für das ukrainische Volk in kürzester Frist. Wir ver. kündigen unsere Unabhängigkeit, damit weder die russische noch andere Regierungen dem Frieden Hindernisse bereiten können." Havas meldet, daß der Bürgerkrieg in der Provinz um sich greift. Es wird gemeldet, daß ukrainische Truppen durch ein Ueberraschungsmanöver die ganze örtliche rote Garde van Kiew entwoffneten. Zwischen Kiew und Poltawa seien die Eisen- bahngeleise zerstört, ebenso die Brücken. Zwischen Briomsk und Gomer hatten die Ukrainer Erfolge davongetragen, zirei maxi, malistische Regimenter waren entwaffnet worden. Dagegen hotten sich die Maximalisten der Stadt Krementschug am Dnjestr bemächtigt und wollen von dort nach Kiew vorrücken.

Krylenko gegen die Polen.

Petersburg, 26. Jan. (MTB.) DieRjetsch" meldet: Kry. lenko brachte ein Radiotelegramm zur Kenntnis der Volks- beauftragten, das schleunigst Maßnahmen zur Vertreibung der polnischen Truppen im Gouvernement Orscha van den Punkten, die sie besetzt halten, und die allgemeine Entwaffnung der pol­nischen Legion anordnet. Das Vorgehen der Polen soll die Antwort auf die Verhaftung des polnischen Hauptausschusses durch die Maximalisten sein, die unter den Polen lebhafte Auf. reaung hervergerusen habe.

Stockholm. 29. Jan. Ein Radiotelegranlm aus dem Haupt- gnartier zu Oreha teilt mit, daß die Polen sich jetzt längs der Eisenbahn nordwärts und südwärts ausbreiten. Eine große Zahl von Bahnhöfen ist bereits von den Polen besetzt. Die Ver- bindung zwischen Petersburg und Mohilew geschehe auf Um­wegen.

Die Politik Kryleukos.

Schweizer Grenze, 28. Jan. DerBasler Rational-Zeittmg" zufolge meldet Havas aus Petersburg: Bei einer Versammlung der russischen Garde in Petersburg sandte Krylenko folgendes Telegramm: Freiheit ist eine gute Sache, aber während des Kampfes mit der Bourgeoisie müssen alle Freiheiten unterdrückt werden Wir besitzen die Macht der Sowjets und schrecken vor nichts zurück Wir werde« selbst Schrecken verbreiten. Wehe denen, die versuchen, gegen uns aufzutreten. Wir dürfen unsere Feinde nicht schönen, sonst werden wir verloren sein.

Sofia, ti. Za». (WTV.) Verspätet otngetroffen. Met- düng der Bulgarischen Telegraphen-Agentnr: Gestern ist hier eine Abordnung au, Ptrct eingetroffen, die nachmittags einen Kranz an der Gnift der Königin Eleonore niedergelegt hat. Heute wurde die Abordnung vom Ministerpräsidenten Rados- lawow und vom Kriegsminister General Najdenow empfangen. Dre Abordnung gab der Ergebenheit der Bevölkerung des Be­zirkes Pirot Ausdruck und übermittelte deren Wunsch, mit Bul­garien flir immer und unzertrennlich vereinigt zu bleiben.

Radoslawow sagte in seiner Antwort. Pttot und Risch, so­wie die übrigen Städte der Morawa seien bulgarische Städte und Bulgarien könne sich nicht von ihnen trennen.

Najdenow bemerkte, der Friede sei unmöglich, ohne daß Bul­garien in seinem Schcße seine zerstteuten Stammesangehärigen vereinige. .

Der Abordnung wird überall in Sofia der wärmste Empfang zuteil.

der Dcbrudscha ist hier eine Abordnung eingetroffen, um der Regierung und dem Könige den auf dem jüngst in Ba- badag abgehaltenen Rattonalkongresse gefaßten Beschluß dieses Landes zu unterbreiten, sich mit dem Mutterland« Bulgarien zu vereinigen Die Abordnung wird in der nächsten Zeit von Konrg Ferdinand und hier von dem^Minlsterprästdenten Rados- lawow empfangen werden.

Spaltung der Kolschemisten?

London, 28. Jan (WTB.) Reutermeldung. DieDaily News" erfahren aus Petersburg' Unter den Bolschewisten ist eine Spaltung eingetrelen. Die Minderheit ist der Ansicht, daß die Schwächung und Absonderung Rußlands zu einem Sonder­frieden zwinge. Die Mehrheit einschließlich des linken Flügels der So.: ialreooluttonäre bereit, in eine Zeit der revolutio­nären Verteidigung einzutreten Die letzte Entscheidung liegt bei Trotzki

Der Drnch.

Genf. 29. Jan. DasPetit Journal" meldet aus Peters­burg: Der Petersburger Sowjet fordert kn einem Funksprüch zur Festnahme der in Rußland sich aufhaltenden Rumänen uno zur Beschlagnahme der rumänischen Bankguthaben auf. Die in Petersburg hinterlegten Vermögenswerte des rumänischen Soldaten- und Arbeiterraks beschlagnahmt.

D vmmk GkltiMchass verläßt Rußland.

Petersburg, 29. Ion. (WTV.) Die rumänische Gesandt­schaft erhielt um 2 Uhr nachmittags den Befehl, Rußland bin­nen 10 Stunden 3 »i verlassen. Die Abreise erfolgt um Mitter­nacht noch Stockholm.

Dnlgarirus Krietzsstele.

^ Budapest, 29. Jan. Der Berichterstatter desAz Est" in Lofia meldet: Radoslawow erklärte einer Abordnung aus der Morawagegend: Bulgarien werde unbedingt und unter allen Umstände« die Gebiete behalten, auf denen jetzt bulgarische Soldaten stehen. Mir habe« nur befreite und nicht gewaltsam cngeelgnet- Gebiete besetzt.

RadgMmw jj?m d'e im.

Budapest. 28. Jan. (WTB. Nichtamtlich) Der bulga­rische Ministerpräsident Radoslawow äußerte fick» über die jetzige ilckernattonale Lage dem Mitarbeiter desAz Est" aeqenüber wie folgt:

Wenn auch die jetzigen russischen Machthaber stürzen, so würde das den Frieden nicht verhindern können. Was beson­ders die Haltung Bulgariens betrifft, so haben wir Rußland nichts weggenommen und wollen ihm auch nichts wegnehmen. In der gleichen Lage ist Rußland uns gegenüber. Die Do- brudscha haben wir von rumänischer, die Morawa von serbi- scher Herrschaft befrett. Von Griechenland, mit dem wir seit einem Jahre uns in Kriegszustand befinden, besetzten wir Drama. Serres und dt« Geaend von Kavalla. die bekanntlich im ersten Balkankrttg an Bulgarien gefallen war. Unsere Nachbarn und Gegner können sich bezüglich dieser Gebiete nicht auf den Rechtsstandpunkt stellen, da diese Gegenden seil Urzeiten zu Bulgarien gehören Die Kraft unserer Gegner ist gebrochen, die unsere dagegen verdoppelt. Sowohl da. Recht wie die Macht ist auf unserer Seite.

Der Ministerpräsident äußerte ferner, er beabsichtige be- züglich der Friedensverhandlungen keine Trklärnngen abzu. grben, bis mit Rußland eine vollkommene Uebereinstimmung erzielt worden sei. Dann würde das vollständige Ergebnis der Cobranze verkündet werden. Er hoffe, daß er bis dahin nicht mehr lange zu warten haben würde Der Ministerpräsident schloß: Schon lange wird die Frage erörtert, ob die Entente- armee in Mazedonien bleiben oder ob sie im Bewußtsein der Zwecklollgkett des weiteren Kampfes abzkeben sollen. Die Frag, interessiert uns sehr. Das Ergebnis unserer großen Sache hangt ober nicht davon ab Wir selbst b.aben fein* oftensinen Absichten und sind andererseits sicher gegen jede Offensive der Ententeländer.

Mnkolossaler Deinfall«.

Berlin. 25. Jan. (MTB,, Wie man im britischen Deere die letzte Nicderiage bet Cnmbrni und die negenwärti«« Krie«s- l°ff- beurteilt, ersieht man aus der Vernehmun« ein«, hinter unseren Linien vor kurzer Zeit infolae V-rsltegen, gelandeten und gefangenen englischen Flieger-Offiziers, der folgendes angab:

Die Niederlage bei Eambrai wird von der britischen Ar- m«e alskolossaler Reinfall" aufgekaßt. Das Aergerlichste da. bei sei das überschwengliche Triumphgeschrei und die darauf sott gende tiefste Niedergeschlagenheit in der Heimat gewesen. Kein vernünftiger Mann in der Armee glaubt, daß Deutschland be­siegt werden kann. Es muß zu einem Vergleich zwischen Deuttchland und England kommen. Der ganze Krieg wird au- genbticklich mir um Elsaß Lothringen geführt. Sobald Eng. laad von diesem Kriegsziel, das ihm im Grunde ganz gleich­gültig ist. abgeht, werde man einen französischen Bankerott er. leben, der dem jetzigen russischen in nichts nachstehen würde.

Die Explosion in Newport.

Wafhingtou. 26. Jan. (WTB .1 Meldung des Reuterfchen Bureaus. Das Schiftsdepartemenl gibt bekannt, daß bei dar Explosion in der Flciten- und Torpedostatton Rewport (Rhode Island) sechs Menichen getötet und einiger Schaden angerichtet wurde Es seien keine verdächtigen Anzeichen vorhanden.

Die berliner ^nossande.

Berlin, 28. Jan. (WB.) Bis zum Abend war aus ganz Berlin und semer Umgebung nicht ein einziger Zwischenfall gemeldet worden, der mit dem Ausstande im Zusammenbanq stände. Dre Gesamtzahl der heute nicht zur Arbeit er- m»tenenen Leute beträgt höchstens 90 000, darunter meistens rugendllckxe Arbeiter und Arbeiterinnen. An den meisten großen Betrieben ist die ganze Bewegung überhaupt spurlos vorubergegangen. Im Straßcnleben Berlins war den ^N^hrndurch keinerlei auffällige Erscheinung wahrzu-

Der Staatssektetär und die Streikführer.

Berlin, 29. Jan. (WTB. Nichtanttlich.) Der Staats- fekretar des Innern Walraf wurde heute von Vertretern der beiden sozialdemokratischen Fraktionen um eine Unter- redlmg ersucht, an der aüch Abgesandte der streikenden Ar- belter teilue^rucn sollten. Der Staatssekretär erklärte, daß er bereft sei, die sozialistischen Abgeordneten zu empfangen, mit den nicht der Volksvertretung angehörigen Arbeitern könne er sich indessen über Fragen der allgemeinen Politik

nicht unterhalten, da Besprechungen dieser Art vor das Forum des Reichstags gehörten. Die geplante Unterredung rst daraufhin unterblieben.

Weitere Ausstände. s

Der Streik ist allgemeiner geworden, wenngleich von ernem Generalstreik noch nicht die Rede sein kann. In Spandau haben in den Fabriken gleichfalls eine Anzahl Ar­beiter die Arbeit niedergelegt. Als Grund wird angegeben, daß die Lebensmittel rhnen zu knapp zugemessen seien. Die Arbeiter haben mehrfach erklärt, daß sie keine höheren Löhne haben wollen. Hervorgehoben sei. daß zwar in der Mehr- zahl der Fabriken die Zahl der Ausständigen zugenommen hat daß es aber auch einzelne Fabriken gibt, in denen di- Zahl der Arbeitenden gestiegen ist.

Die Meldungen aus dem Reich.

Die Ausstandsbewegung im Reich schreitet nur lang­sam vorwärts. Rur aus Hamburg und Kiel liegen Mel-' Dungen über Arbeitseinstellungen zum Teil in größerem Umfang vor. Die Bergarbeiter verhalten sich noch ablehnend 'vsn Sachsen herrscht Ruhe. Das Betriebspersonal desVor­wärts" hat den Streikenden seine Sytnpathie ausgesprochen. Es erklärte jedoch, weiter zu arbeiten, um der Arbeiterschaft eine Stelle zu erhalten, von der aus sie gegen die Angriffe rhrer Gegner verteidigt werden kann.

Der Druck der Strasse.

Rur krampfhafter Opttmimus kann die Häufung von Roh- heitserscheinung«n im politischen Meinungsstteit der jüngsten Zeit als minder bedeutsame Einzelfälle ansehen, denen weder symptomatische Bedeutung zukomme noch Planmäßigkeit zu- gründe liege. Zufälligkeiten ereigrren sich nicht gleichzeitig in Berlin und Baden, in Thüringen und Frankfurt am Main. Die Vernichtung der Freiheit zur Meinungsäußerung durch die Sta. bilisierung der Herrschaft roher Gewalt ist die erste Frucht plair. mäßiger Bestellung und Aussaat auf dem für Exzesse stets ec- ttagreichen Boden der breiten Masse. An der Beackerung die- fes Bodens ist gearbeitet worden, seit Herr von Bethmann Hollweg die Galvanisierung der durch den Krieg zunächst in Er- starrungszustand versetzten Sozialdemokratie gelungen war. Unmcrklich zunächst und mit kleinen Mitteln, aber planmäßig allgemach weitergreifend, die Mittel wechselnd und vermehrend. Ernährungsschwierigkeiten, Teuerung, jede Schwerins des Krieges skruppellos benutzend, die materiellen und die politischen Begehrlichkeiten zu wecken, die niedrigen Instinkte zu kitzeln. Während nebenher die Regierung das Ihre tat. das Macht­gefühl der Massen zu stärken durch den neuartigen Verzicht auf Staatsautorität. Die ersten Anzeichen schwieriger Stimmung beantwortete sie mit den Zugeständnissen im Hilfsdienstgesetz, der teilweisen Depossedierung der Arbeitgeber, die Kartoffel- krawalle mit der Osterbotschaft, die späteren Streiks mit de« Pässen für Stockholm und dem Juli-Erlaß Und auch damit war noch kein halten. Rach der Parlamentarisierung im Reiche und in Preußen und der die kühnsten Erwartungen überttejfen- dcn Wahlrechtsvorlage kann Ne mit Gretchen feststellen:Ich

habe schon so viel für dich getan, daß mir zu tun fast nichts mehr übrig bleibt" Fast nichts mehr. Eines nämlich noch: Fürder­hin statt mit Autorität. Gesetz und Ordnung, mit der Sttaße zu regieren, sich unter deren bestimmenden Druck zu stellen. Die­sem Augenblick treibt in langsamer Fahrt das Regierungsfloß zu. und die Genossen mühen sich, es in schnellere Störmung zu bugsieren.

Nur Ungerechtigkeit. kann im Grunde der Sozialdemokratie daraus den alleinigen Vorwurf machen. Objektivität sieht ein: Gerubsame Sattheit sieht ihr nicht und bekommt ihr nicht. An dem Tage, wo ihr nichs mehr zu fordern bleibt, wird auch die Jakobinermütze zum Hut des Bourgeois. Man vergegenwärtige sich die Situation: Einst hieß es: Haben wir Preußen, so haben wir alles! Nun kommt die Regierung mit der Wahlreform und spricht:Bitte, hier ist Preußen zur gefälligen Bedienung." Da bleibt keine Wahl man muß sich weitere Ziele stecken, etwa die der innerpolittschen Russiftzierung. Man muß in einen Paroxismus des Tobens verfallen, wenn sich noch Widerstände gegen die radikalste Lösung der Wahlreiorm geltend machen.

Parallelerscheinungen auf außenpolitischem Gebiet: Man hat das äußere Glück und innere Unglück, daß die Negierung das sozialdemokratische Programm akzeptiert. Selbstbestim. mungsrecht der Völker, keine Annexionen und Entschädigungen.

Da soll nicht gegen jeden Widerspruch, der sich noch regt, die maßloseste, mit allen Mitteln bettiebene Hetze losbrechen? Jede Duldsamkeit, jedes Anerkenntnis, daß man über diese Dinge überhaupt noch debattieren könne, bedeutete ja bei der Haltung der Regierung für die Sozialdemokratie eine Selbstdesavouie­rung. Jede Regierung hat die Sozialdemokratie, die sie ver­dient. Die deutsche Sozialdemokratie ist aus dem Gleichgewicht geraten, weil das regierungsseitige Gegengewicht bis zum Ver- schuttnden vermindert worden ist Sie kommt nicht eher wieder hinein, bis eine starke Hand energisch zufaßt. Die Entwicklung ist doch deutlich. Mit Kartoffelkrawallen fing's att; die Kra­walle gegen die Vaterlandspartei bilden eine Zwischenstatton; mit Wahlrechts- und Derzichtsfriedeirskrawallen wird's sich fcrtsctzen. Und enden wird's mit der Herrschaft der Straße oder mit einem festen Auftreten der zur Wahrung von Autori­tät und Ordnung Berufenen Im Ausland rechnet man kaum noch mit der zweiten Möglichkeit. Es braucht zum Beweise nur an Herrn Trotzkis Auftreten erinnert zu werden.

Die Ironie des Schicksals will es, daß uns der Vorgeschmack von der Herrschaft der Sttaße just in den Zeiten geboten wird, da wir unter dem Schlagwert von derReife des Volkes" ein­herwandeln. Das Stadium der Vorbereitungen zur Beherr­schung des Staatslebens dmch die Masse hat fein Lehrreiches. Wir haben in den politischen Roheitsdelikten der letzten Wochen augenfällige Beweise, was es mit der politischen Reise breiler Massen auf sich hat; Beweise, wie sie sich völlig ohne eigenes Urteil in Bewegung setzen lassen, dann aber mit der Gewalt eines blindwütigen Elements, mir dem Trägheitsgesetze gehor­sam. in derBahn sich forttvälzen, ar,f die sie gesetzt sind, ohnmäch­tiger EtnwirkungS'versuchr der Führer spottend. Gut und gern