sveht, es ist bedauerlich, dag von der Presse des verbündete« ^Landes diese Angelegenheit in einer Weise behandelt wurde, die einer Einmischung in deutsche Angelegelcheiten nahekommt. ,Gs ist daher begreiflich, daß die deutsche Presse, unabhängig von -ihter Stellung zu der politischen Persönlichkeit des Fürsten Bü- ^ low, sich hiergegen wendet. v - v-’ ' y y
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ZZatscki mreder Gberpräftdent.
Berlin, 20. Jan. Zum Nachfolger des bisherigen Oberpräst. deuten roit Ostpreußen, von Berg, der, wie bekannt, Chef des Zivilkabinetts des Kaisers geworden ist. ist nach der „Dofsischen Zeitung" der frühere Präsident des Kriegserrrährungsamtes von Batocki berufen worden. Herr von Batocki war, bevor er an die Spitze des Kriegserkahrungsamtcs gestellt- wurde, Oberpräsident von Ostpreußen: es hieß schon damals, daß die Rückkehr auf diesen Posten für den Fall fernes Ausscheidens aus < otm Kriegcernahrungsamt in Aussicht genommen worden sei.
Der Rncktnü kg fiirktt Ijniinrrg.
Der ^Deutschen Tageszeitung" wird geschrieben:
».Der Rücktritt des bisherigen Chefs der deutschen Vermal tun- in Litauen, des Fürsten zu Jsenburg-Birstein. wird von allen, denen eine den deutschen Interessen entsprechende Entwicklung Litauens am Herzen liegt, aufrichtig bedauert und mutz Anlaß zu ernster Sorge um die weitere Behandlung der litauischen Frage geben. Fürst Isenburg hat das ihm anvertraute Gebiet in vorbildlicher Meise verwaltet und dabei verstanden, unsere militärischen Interessen und das Ansehen des deutschen Namens gleich erfolgreich wahrzunehmcn, wie das Wohlergehen der litauischen Bevölkerung. Sein Regiment, Las ruhige Festigkeit mit Gerechtigkeit und Wohlwollen zu vereinigen wußte, schuf unter schwierigsten Verhältnissen eine Ordnung im Lande, bei der die Masse des litauischen Volkes sich zufrieden fühlte. Wenn es auch an Hetzern nicht fehlte, die die Bevölkerung, cn welche ja im Interesse des Deutschen Reiches manche nicht ganz leichten wirtschaftlichen Anforderungen ge stellt werden mußten, gegen die deutsche Verwaltung aufzurei- -en suchten, so blieb ihnen der Erfolg doch lange Zeit um so nrehr versagt, als die Litauer fühlten und erkannten, daß Fürst Isenburg für ihr Volkstum und ihre kulturellen Wünsche ein besonderes Verständnis und ein warmes Interesse betätigte. So war aller Grund zu der Hoffnung gegeben, daß es dem Fürsten Isenburg gelingen werde, sein Programm — die Schaffung «ine» volklich und kulturell selbständigen Litauens, aber in enger «nd dauernder Verbindung mit dem Deutschen Reiche — im Einvernehmen mit der Litauischen Bevölkerung zur Ver- wtrklichung zu bringen.
In diesem ruhigen Entwicklungsgänge trat erst eine Wendung zum Schlimmeren ein, als bekannte deutsche Reichstags- abgeordnete aus den Mehrheitsparteien einer gewissen Gruppe von Litauern klarmachtea daß sie vom Deutschen Reich nicht nur Selbständigkeit, sondern volle Unabhängigkeit fordern und erlangen könnten: dieje Agitation deutscher Volksvertreter
wurde naturgemäß durch den Sieg der Bolfchewiki in Rußland und das Stichwort vom Selbstbestimmungsrecht der Völker wesentlich gefordert. Im Zusammenhang damit standen die wiederholten An-grisse auf den Fürsten Isenburg im Reichstag, die ja noch genugsam in Erinnerung sind. Die ganze Behandlung der litauisch«« Frage, auch seitens bestimmter amtlicher Stellen, wurde dadurch in ein Fahrwasser gelenkt, in dem die Wahrung der deutschen Intereffen immer schwieriger und zweifelhafter wurde. D» dieje Entwicklung der Dinge der Politik, die Fürst Isenburg in klarer Erkenntnis und mannhafter Vertretung der deutschen EtaatsnoLwendigkeiten trieb, ernstlich zu gefährden drohte, gab der Fürst cls aufrechter Mann und Politiker seine Drmission.
Dieser Schritt hatte zunächst andere Folgen, als die ..Germania". die den Rücktritt des Fürsten Isenburg erfreut als vollendete Tatsache meldete, offenbar geglaubt hatte: die Richtigkeit der vom Fürsten getriebenen Politik wurde an den leitenden Stellen von neuem anerkannt und seine Demission nicht angenommen. Kurz nach Reujahr konnte Fürst Isenburg wit dem begründeten Bewußtsein vom Urlaub aus seinen Posten zurücktehren daß cr nach wie vor das volle Vertrauen der maßgebenden Persönlichkeiten, insbesondere auch der Obersten Hceresleil ing. besitze.
Um so größer und erklärlicher war die Ueberraschung, als bereit, wenige Tage später tatsächlich der Rücktritt des Fürsten mfolgk. Darüber, daß Fürst Isenburg der geeignetste Mann wäre, die oben angedcutele unerfreulich-- Entwicklung in Li- taben bintarrzuhaltea und das deutsche Interesse wirksam sicher, zustellen, kann ein Zweifel nicht gut bestehen. Daß die maßgebenden Stellen ihre Ausfaffung der Dinge so schnell und überraschend geändert hätten, ist nicht gut anzunehmen: ebensowenig aber werden sie sich der Tatsache verschließen können, daß der Rücktritt des Fürsten Isenburg auf die Derhältniffe in Litauen tu einer Weise einwirken muß', die dem Interesie des Reiches abträglich ist. Aus dieser Sachlage ergibt sich ein dringendes Interesse der dentfchen Oeffentlichkeit an der Frage, was — oder wer? — den fchließlichen Rücktritt des Fürsten Isenburg veranlaßt hat."
Wir können diese Darlegungen nur nachdrücklich unterstreichen und auch unsererseits in aller Form und mit allem Nachdruck die Frage stellen, welche Umstände zu der überraschenden Wendung geführt haben, die den reichverdienten Chef der deutschen Verwaltung in Litauen seinem Wirkungskreise in einem Zeitpunkt entrissen hat. wo seine feste und klare Politik dort rwüLe^iger wäre als jemals?
Frankfurter Freiheit.
f Wir lesen tu der «Deutschen Zeitung":
- Nun haben wir es richtig einmal erlebt, was man sich in Frankfurt am Main unter Freiheit vorstellt Warum gerade in Arantfurt am Main? Ja. wer wüßte nicht, daß dort jenes ^veltblatt" beheimatet ist. das täglich dreimal die ob solcher Ausdauer gslangweilte Menschheit über dis wahren Segnun-
der aUein seligmachenden Demokratie vom hohen Rosse
herab belehrt? Morgens, mittags und abends caufchr es nur so von Phrasen der „Frankfurter Zeitung" über die Freiheit des Einzelnen und über den Aufbau des Staates auf der Grundlage der Macht reichlich sufammengezählter Stimmzettel, und das von ihr beliebte Lied findet feine dumpfe, jedoch ein wenig vorlaute Begleitung durch ihre Gostnnungsfchwestcr „Volksstimme". also daß man, obwohl noch so sehr Gegner der Sache, doch mit Fug annehmen durfte, jedem werde in die Stadt, in der zwei Blätter aller Welt das rolleuchtende Panier der Freiheit voraniragen, offenes Gehör geschenkt. Man durfte das glauben, aber nur bis zum Montag abend, an dem das Lust, schloß der falschen Freiheit unter dem DonnergetLse einer wildgewordenen Mehrheit .— Mehrheit ist den neuen Propheten des demokratischen Heiles dar höchste Gut — krachend zusam- mcnstürzte.
D. Traub, übrigens Parteigenosse der Männer von der „Frankfurter Zeitung" aber als deutscher Mann für sie schlimmer als der Teufel in Person, wollte in der Frankfurter Ortsgruppe der Deutschen V.fterlandspartet reden. „Was tut un- serem Vcttertcmde not?" war seine Frage, und wer nur immer in den Zeiten dieses furchtbaren Krieges sich mit deutscher Politik beschäftigte, weiß, daß er aus dem Munde des .auftechten Volksmannes Wertvolles zu hören bekommen mußte. Freundschaft vier Gegnerschaft spielen hier keine Rolle. Traub ist ein ganzer Mann, und ein solcher, der seine Aufgabe im Bewußtsein ihrer Heiligkeit ohne Menschensurcht versieht, hat ein Recht darauf, geachtet und zum mindesten gehört zu werden. In dieser Neberzeugung lud die Vaterlandspartei Frankfurts zu einer Versammlung ein, in dieser Ueberzeugung erschien D. Traub im großen Saal des Zoologischen Gartens zu feinem Vortrage. Lange vor Beginn war der Saal bis auf den letzten Platz und darüber hinaus gefüllt, wie eine Mauer standen die Menschen, aber von der Vaterlandspartei.selber gleanften nur recht Wenige in das Innere, denn die Frankfurter Genossen hatten die Losung aus gegeben, sehr frühzeitig und geschlossen auf der Bild- fläche zu erscheinen, um der Mehrheit von vornherein gewiß zu sein und durch die erdrückende Macht ihrer Lungen und verschie. dener mitgebrachter Nadauinstrumente, als da sind, Kinder- trompeten. Schellen ufw.. die Versammlung zu sprengen, ehe sie überhaupt beginnen konnte
Pfarrer Kübel, der Vorsitzende der Frankfurter Ortsgruppe. konnte nur gerade die Werte herausbringen: „Meine Herren, die deutsche Daterlandspartci." In diesem Augenblick war es aber auch schon vollkommen vorbei. Ein ungeahnter Lärm brach los und legte sich nicht, obwohl ein Genosse den verzweifelten Versuch machte, eine Ansprache an seine versammel- tven Gesinnungsgenossen zu beginnen. Der Radau nahm solche Formen an. daß die im Saal erschienene Polizei die Versammlung schließen mußte, was durch die Genossen mit dem Gesang der „echtdeutschen" Arteitermarseillaise gebührend gefeiert wurde. Man sollte es zwar nicht für möglich halten, daß in einer gesitteten Stadt, deren Ruhm als soziales Gemeinwesen die ganze Welt erfüllt, eine solche Vergewaltigung eines poli 9 tisch anders Denkenden, noch dazu in einer von dessen Gesinnungsfreunden einberufcnen Verso,nmluntz möglich wäre, aber noch weniger hätte man daran denken sollen, daß ein deutscher Mann in deutschen Landen durch rohe Mittel davon abgehalten werden könnte, über deutsche Angelegenheiten deutsche Worte ins Volk zu tragen. Doch die Verwunderung hat ja nun heute keinen Zweck mehr, das Schimpfliche ist geschehen, und es ist bezeichnenderweise gerade in der Stadt geschehen, deren „Frankfurter Zeitung" und „Volksstimme" sich nicht genug tun können im Rühmen einer Freiheit, die in einem erträumten Morgen das ganze deutsche Volk beglücken soll. Der Ruhm von Berlin und Mannheim hat eben die Frankfurter Fretheitssreuude nicht schlafen lassen, und sie haben sich, um einen guten studentischen. Ausdruck zu gebrauchen, ein Vein ausgerisscn, um ihre Vorbilder womöglichst noch zu übertrumpfen. Wenn das Freiheit fein soll, dann hat das deutsche Volk allen Grund, für dies Russen- gefchenk zu danken und sich mit Händen und Füßen dagegen zu wehren
Die Versammlung war zu Ende, aber nun ging der Rummel erst los. In großen Massen zogen die Schreier durch die Straßen der Stadt und verteilten Lob und Tadel in ihrer lauten Werfe. Dabei erschienen sie vor dem Gebäude der „Frankfurter Zeitung" und begrüßten ihre angeblichen Befreier mit huldigenden Hochrufen. Ob den Herren der „Frankfurter Zeitung" wohl die Ohren gegellt haben, als ihnen dies Zeugnis eigenartiger Volksliebe übermittelt wurde? Andere Massen durchströmten die Straßen mit den Ru en„ Rider mit dem Krieg", „Hoch der allgemeine Friede" und ähnlichen schönen Schlagworten. Die Vorgänge sind von so betrübender Natur, daß eine Wiederholung wohl unter keinen Umständen geduloet werden dürfte. In der Tat hat der stellvertretende kommandierende General des 18. Armeekorps, Riedel, sich gezwungen gesehen, folgenden Erlaß herausgehen zu lasser:
„Im Vertrauen auf dis politische Reife unserer Bevölkö- rurlg sind ihr in bezug auf das Vereins- und Versammlungsrecht während des Kriegszustandes Beschränkungen bisher nicht auferlegt worden. Die gesttige Versammlung im Zoologischen Garten war die erste, bei der es zu Unzutrüglichkei- ten gekommen ist, die in dieser engten Zeit doppelt bedauerlich sind. Die Versanrmlung konnte überhaupt nicht abgehalten werden, da der Redner durch Lärmen und Schreien am Sprechen verhindert wurde. Die Lärmfzenen haben sich außerhalb des Versammlungslokales fortgesetzt, wobei sich auch radaulustige Elemente auf der Straße bemerkbar machten. Derartige Ausschreitungen können im Interesse der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit unter Leinen klmstän- den gelduldet werden. Nach dem bisherigen Verhalten der Bevölkerung glaube ich annehmen zu können, daß die gestrigen Vorgänge nur einen Ausnahmefall bilden. Sollte ich mich in dieser Annahme getäuscht sehen, so würde ich gezwungen sein, den Anlaß zu einer solchen Störung der Ordnung, wie sie gestern vorgekommen ist, zu beseitigen, indem ich die Abhaltung öffentlicher Versammlungen allgemein- verbiete."
Traurig aber wahr. So geschehen in Frankfurt am Main am 14. Januar rm vierten Kriegsjahre. Tatsächlich, tww» hättz es nicht für möglich hatten sollen, j- '** w \ v
^ Mn Glnckstatrr.
Meine Freundin trug schon als Schulmädchen ein Armband; mtt einer daran hängenden Münze. 'Sie nannte die Münze! ihren Elückstaler. Und alles glückte ihr, der ganze Lebensgang war ein Gelingen. Die Freundinnen liebten sie, die Herren verehrten sie. sie ward glückliche Braut, sie führt einen bcglüL ' ten Ehestand. Reichtum und Ehren fließen ihr zu. Sollte der Glückstaler da wohl einen Anteil haben. Ich wünschte mir in- nigst auch einen solchen Talor. Und ich habe ihn. Woher? Ich will cs erzählen. Der Krieg, der so vieles umwirft und auf. baut, schuf eine Goldankaufsstclle. Coldschmuck wird dort an» genommen und gut bezahlt. Was sollte ich mit meinem Gold« schmuck im Kasten. Im Kriege kann man ihn nicht ttagen und' nach dem Krieg gibts schöne neuere Formen: also fort damit! Wie staunte ich über die Summe Geldes, die mir dafür, ein- gehändigt wurde und wie freute mich die schöne Münze ..Gold gab ich für Eisen". Mit meinem Handel sehr zufrieden. kaufte ich für das Geld Kriegsanleihe, die Münze trug ich als Schmuck. Und nun das Seltsame, meine Münze ist eine Glücksmünze, wenn ich sie trage, klappt alles. Freund und Feind kommt mir liebreich entgegen, in den Geschäften finde' ich höflichste Zuvor- ' lommenheit, aber noch viel mehr geschieht, ferne Bekannte schicken mir kostbare Geschenke ganz ohne Anlaß und Gegen, leistung. Schon länger als ein Jahr stehe ich wie in einem Märchen, seit ich die Münze trage, fliest mir Gutes zu. es muß ein Zauber in der Münze liegen. Sje ist mein Glücks, t a l e r.
Ans der Helmut.
Lich. Di-e diesjährige Aufnahmeprüfung am hiesigen Vor. feminar findet am 21. März, vormittags 7 Uhr, statt. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Anmeldung hierzu vor dem 7. März d. I geschehen muß. Sie ist mit 1.50 Mark Stempel zu bekleben, und die Anmeldepapiere (Gebuits-. grüner Impf-, Vermögensschein und Schulzeugnis) sind beizufügen. Auch ist vorherige kreisärztliche Untersuchung notwendig.
Aus Starkenburg.
Darmstadt. Das Kupferdach der russischen Kapelle in Dannstadt, dessen Inanspruchnahme zu Kriegszwecken der Gegenstand wiederholter Interpellationen des Landtagsabg. Reh gewesen ist, wird" jetzt, nachdem der Reichstagsabgcord- nete Kcpsch eine Anfrage im Reichstag eingebracht hat. auf Veranlassung der zuständigen Zentralinstanz in Berlin der Be- schlagnahme verfallen.
(Also, wenn der hessische Landtag so ein Verlangen stellt, dann gilt's nicht, das Heil muß in Darmstadt von Preußen kommen.
FC. Griesheim bei Darmsladt, 17 Jen. Die Einbrecher, die kürzlich bei die Firma Nungesser fünf wertvolle Treibriemen gestohlen haben, wurden ermittelt und festgenommen. Es sind drei hiesige junge Burschen, die bei der hiesigen Trocknungs- industrie in Arbeit standen.
FC. Groß-Gerau, 17. Jan. Das hiesige Schöffengericht verurteilte die Frau Wilhelmine Ziegler von Nauheim wegen übermäßiger Preissteigerung zu einer Geldstrafe von 940 Ml. — Der Schüler Georg Roth von Erfelden wurde wegen Sach, beschcidigung der Telegraphenleitung zwischen Erfelden und Leeheim in eine Gefängnisstrafe von einer Woche genommen.
FC. Von der Bergstraße, 17. Jan. Bei der letzten Brenn, holzversteigerung in Auerbach aus den fiskalischen Waldungen wurden Preise erzielt wie noch nie. Für vier Raummeter Buchenscheitholz wurden bis zu 200 Mark gelöst, vier Meter Buchenknüppel kosteten 170 Mark. Vor dem Kriege kamen diese Hclzsorten auf 50 bezw. 30 Mark.
Aus Hosson-Rassau.
FC. Wiesbaden, 17. Jan. Für die mit auswärtigen Vertretungen beauftragten Lehrer Vergünstigungen hinsichtlich der Beschaffung neuen Schuhwerks oder von Schuhflickmaterial zu erlangen, um das sich die hiesige Königliche Regierung be. nrühte, waren bisher ohne Erfolg. Deshalb weist sie darauf hin, es möge zunächst der Versuch gemacht werden, beim Kom- niunalverbande, welchem durch den Landeshauptmann Leder, allerdings für die minderbemittelte Bevölkerung überwiesen worden aus diesen Vorräten zu erwerben unter der Begründung, daß es sich um eine kriegswirtschaftliche Notwendigkeit handele, ansonst die Lehrer die Holzsohle oder eine Sohle aus geleertem Paptergewebe verwenden lassen müßten.
FC. Wiesbaden, 17. Jan. Durch einen ftanzösischen Kriegsgefangenen ließ ein hiesiger Gärtner seinen Kunden das Ee. nrüfe ins Haus bringen. Bei dieser Gelegenheit kam auch der Gefangene in ein Haus in der Sonnenbergerstraße dahier zu der dort bediensteten Köchin Genoveva Brunner. Diese fand im Handumdrehen Gefallen an dem Kriegsgefangenen, mit dem sie im Laufe der Zeit sehr inttm wurde. Die Köchin, die in der Auswahl ihrer Liebhaber scheinbar nicht sehr wählerisch ist, stand heute wegen unerlaubten Verkehrs mit Kriegsgefan- gcnen vor den Schöffen. Diese nahmen die Köchin in eine Geldstrafe von 200 Mark.
FC. Vom Unterwesterwald, 17. Jan. Auf der Hohe zwischen Höchstenbach und Mündersbach löste sich vor einigen Tagen bei einem Zuge der Kleinbahn von Hachenburg nach Selters auf noch nicht aufgeklärte Weise die Kuppelung zwischen Lokonro- tive und anhängenden Wagen, so daß die Lokomotive allein weiter fuhr, während zwei anl)ängende mit Kohlen beladene Wagen sowie der Personen- und Packwagen iu der steilen Kurve mit rasender Geschwindigkeit rückwärts liefen. Nur dem be. fonnenen Eingreifen eines Mitteisenden und eines Feldgrauen gelang es mtt großer Mühe die Bremse zu drehen, so daß der Zug hinter der Statton Höchstenbach zum Stehen gebracht und ein großes Unglück verhütet werden konnte. Am folgenden Tage entgleiste derselbe Zug bei Hattert. Auch hier kamen die j Mitteisenden mtt dem Schrecken davon. \ i
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