Weiche WahrrechL unterminiere den Einfluß 6er Krone mtS schalte die Krone in der Folge ganz aus. Ein Zentrumsabge. ordneter meinte, eine brauchbare und volksvümltche Wahlrechts« Vorlage müsse zustande kommen, ob mit oder ohne das gleiche Wahlrecht lasse er dahingestellt sein. Gegenüber der Radikalisierung der Zweiten Kammer müsse der Radikalisierung der Ersten Kammer vorgebeugt werden. Der Vertreter der Polen schwächte seine früheren Ausführungen erheblich ab und erkannte an, daß die Möglichkeit einer Verständigung vorhanden sei. Preußen muffe sich nach dem Kriege damit abfinden, dstz die Polen in Preußen ihr eigenes nationales Leben führen neiden.
Zuerst die st rren' ->»» nwrlaae.
Berlin, 18. Jan. (WB.) Nachdem sich in der fortgesetzten Beratung des Wahlrechtsansschusses des Abgeordnetenhauses noch einige Vertreter der Parteien zu der Frage des gleichen Wahlrechts geäußert hatten, wies der Vizepräsident des Staatsministeriimrs darauf hin, daß er die Vorlage nicht unterschrieben habe. Er habe sie bei seinem Eintritt in das Staatsministeriüm bereits fertig borge- ftmden. Er wies den Vorwurf zurück, daß die Regierung mcht mitgearbeitet habe. Die Notwendigkeit der Ein- bringung der Vorlage folge aus der politischen Situation. Zwischen dem gleichen Wahlrecht unter gewissen Kautelen und dem Pluralwahlrecht sei überhaupt kein wesentlicher Unterschied. Die Polenpolitik der Regierung verschanze sich nicht hinter die Botschaft vom 11. Juli.
In der auf die Debatte folgenden Abstimmung enU' sich die Kommission, die Herrenhausvorlage zunächst zur Be- ! ratung zu stellen.
Das nmtt dm ssrMyer iihnW fcSien!
Wir lesen in der Erzberger'schen „Franks. Ztg.":
Dresden, 18. Jan. Während die sächsische Zentrrnns- partei die Stichwahlparole für den konservativen Kandidat ausgab. beabsichtigt, nach den „Dresdner Nachrichten" die Reichsleitung des Zentrums die Parole ftir den Sozial- demo traten auszugeben. Angeblich ist Erzberger nach Bautzen beordert. Die Nationalliberalen werden voraussichtlich zur Wahl des konservativen Kandidaten auffordern, während die zuständigen fortschrittlichen Organisationen die 'Parole für den Sozialdemokraten ausgegeben haben.
Generalstreik in England.
- Bern. 18. Jan. Die sozialistische ..Berner Tagwacht" meldet aus London auf privatem und direktem Wege: Der Metallarbeiterverband von England und Schottland hat an die englische Regierung ein Ultimatum gestellt, in welchem er mit dem revolutionären Generalstreik droht, falls die Behörden vor Ende dieses Monats verfehlten, eme allgemeine Friedenskonferenz einzuberufen. Die bürgerliche Preffe ist natürlich über diese Drohung entrüstet. denn dadurch komme die ganze Kriegs« Maschine zum Stillstand und würde die Fabrikation von Schis, fen. Munition. Flugmaschinen usw. lahmgelegt werden. Im Parlament bedrohte der Minister Sir Ausland Geddes die ..un- patriotischen Verräter" der Metallindustrie schon mit dem Flüch- der ganzen Nation und den noch wirkungsvolleren Mitrailleusen.
(Fitilüdlfr WlMl dEer lmdstoffrkWfk.
5 Berlin. 16. Jan. (MTV.) Das Reuterschr Bureau bringt die sensationell aufgeüauschte Nachricht, wonach eine der englischen Tuchindustrie angehörige Kommission 257 geheime deutsche Bestimmungen über die Bereitt'.ng von Farbstoffen aus der Schweiz nach England mitgebracht habe. Mil Hilfe des englischen Auswärtigen Amtes seien die geheimen Vorschriften sicher nach England geschaffen worden. Die Kommission will nicht ein Monopol gründen, sondern nur ihr Material der englischen Negierung andieten zwecks Verwendung in englischen industrielle Betrieben.
Das Reutersche Bureau will damit glauben machen, es wäre nun endgültig vorbei mit der Ueberleqenheit der deutschen Füibstofsinduftrie. Es gibt damit zu. daß die ln den vorangegangenen drei Kriegsjahren mit vielen finanziellen Opfern in England unternommenen Versuche der Begründung einer leistungsfähigen englischen Farbstoffinduftrie bisher keinen Erfolg Die englische Negierung scheute sich darum nicht, mit I*1eresse?cken einen gemeinschaftlichen Diebstahl in Szene zu setzen und sich dessen nach Verübung noch öffentlich zu rühmen.
Aber auch diese Desperadopolitik wird kaum zum Erfolg führen. denn die deutsche Ueberlegenheit in der Farbenherstellung hangt nicht von bestimmten geheimen Rezepten ab. die man nur zu stehlen braucht, um dann ebenso gut Farben herzustellen. Wer die Entwicklung der deutschen Farbentndustrie kennt, weiß, daß sie ihre gegenwärtige Bedeutung nur erlangt hat ouf Grund jahrzehntelanger mühevoller Arbeit, die in den verschiedensten Anlagen im Zusammenwirken zwischen der Wissenschaft und der Industrie stattgefunden haben.
Vic Sollchewikr in Drrlin.
Mit echt bajuvarischer Deutlichkeit wendet sich eine Zuschrift <m die „Bayerische Landeszcitung" gegen unsere Kriegswirtschaft. Wir lesen da:
„Die Berliner Herrschaften verstehen es ausgezeichnet, mit rhren verkehrten und ungeeigneten Maßregeln unser stockkonser- vattves Bauernvolk in die Hände der Unzufriedenen zu treiben und die Manenarmee der Sozialdemokratie zu vermehren."
Die neueste Veranlassung gibt hierzu die Verweigerung der Brauberechtigung an alle Bauern, die bisher gegen Bezahlung der Malzauffchlages und des Brauerlohnes ihren Haustrrmt in den sogen. Kommunalbrauereien selbst brauen ließen. Es wird geftagt: Woher sollen nun die Bauern den unumgänglich notwendigen Erntetrunk für ihre ohnehin mehr als Zugtiere geplagten Leute nehmen? ! Die Taglöhner und Dienstboten er- Mren bereits, daß sie, wenn man ihnen bei dem sArltigen kärg-
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ziehe, lieber in die Fabrik gehe«. Wie solle» me« die Dauer« die dringende Feldarbeit besorge«, mit dem Anba» »nd der Ernte fertig werden?!
Dann wendet sich die Zuschrift gegen die Verordnung, daß vom 1. Februar an alle Hausschlachtungen verböte» sein sollte». Diese Berliner, heißt es. haben schon im Jahre 1915 eine Masse«, schlachtung der Schweine verfügt, die als ungehörige und ge. meinschädliche Maßregel erkannt wurde. Daß sie jetzt trotzdem diese Maßregel in verschärfter Form erneuern, ist für unser Landvolk der vollgültige Beweis, daß sie wohl recht gute Schreiber sein mögen, aber von der Land- und VolkswtrtsKaft nichts verstehen. Es wird dann Hervorgeboben, daß die kleinen, faulen und kränklichen Kartoffeln zur Schweinemast dienen. Diese sollen also auf den Mist wandern, da die Dauern gezwungen werden. ihre Schweine vor dem 1. Fpbruar abzuschlachten. Tun sie es später, müssen sie ihre Schweine an die städtischen Schlachthäuser und Fleischbänke abliefenr. Wenn sie dies feit Monaten unterlassen haben, so war daran der lächerlich geringe Preis schuld, der dafür geboten wurde. Das Schlachtverbot wird zur uncbweislichen Folge haben, daß die Bauern in der Zeit der schwersten Arbeit weder für sich noch für ihre Dienstboten, Tag. löhner und Kriegsgefangene Fleisch haben und darum auch wegen Fettmangels die von ihren Kühen und Ziegen gewonnene Butter nicht mehr an die Sammelstellen abliefern können, sondern selbst verbrauchen. Daß bei uns in den letzten Monaten mehr Butter an die Sammelstellen abgeliefert werden konnte, hat seinen Grund hauptsächlich in der aus den vermehrten Hausschlachtungen angefallenen Fettmengen. Fällt diese weg. wird auch die Butreilüferung an die Städte auf ein Minimum sinken. Der Bauer wird infolge Fettmangels gezwungen fein, Milch bezw. Butter für sich zu behalten.
Abschließend sagt die Betrachtung' Man spricht und schreibt immer von den inneren Feinden, die den äußeren Erfolg bedrohen. Man spricht in den Kreisen der Vaterlandsfreunde von den Scheidemännern. Erzberger und Genossen. Man spricht davon. daß Erzberger bereits für die nächsten R-ichstagswahlen ein Bündnis des Zentrums mit der Sozialdemokratie vorbereite. Ob diese Nachricht sich bestätigt oder nicht, bleibt sich gleich. Die angebliche Absicht Erzbergers die zur Befriedigung seines Ehrgeizes und seiner Einbildung führen soll, braucht gar nicht ausgeführt zu werden, denn die Scheidemänner und noch mehr die unter der Führung von Hanfe. Bernstein. Kautskv und Genossen stehenden „unabhängigen" Sozialdemokraten bedürfen der Unterstützung des Zentrums nicht mehr, denn i^r? wirkungsvollsten Bundesgenossen sitzen tm Kriegsernährungsamt, das die Unzufriedenheit der Dauern durch feine verkehrten Anordnungen und feine unberechtigten Verbote fördert. Zu diesen Anordnungen gehört auch die Beschlagnahme von landwirtschaftlichen Erzeugnissen aller Art. die liegen bleiben müssen, aber nicht abgenommen werden und infolgedessen verderben oder erfrieren, darunter die wertvollen Zwiebeln, die Heuer 120 Mk. per Zentn r kostend Die von der Beschlagnahme betroffenen Bauern müssen diese haufenweise auf den Mist werfen, sie erhalten kein Geld und die Konsumenten in k-er Stadt keine Eßwaren. Allein von den Unmassen Früchten, Obst. Kartoffeln. Fletsch und Konserven usw„ die auf solche Weise seit Kriegsbegmn verdorben sind, könnte man ein ganzes Volk monatelang ernähren.
Was neulich ein englischer Lord sagte, daß die Erfolge der englischen Diplomatie nur auf den Mängeln der deutschen Dip'o. matie beruhen, dieses Urteil trifft auch auf andere Zentralstellen des Reiches zu. Wenn das deutsche Volk wirtschaftlich ruiniert werden könnte, würde das schon durch die Preistreiberei und den Massenwucher der privilegierten Kriegsgefellschaften in Berlin bewirkt werden. Daß trotz aller Klagen, die tm Reichstag, im Landtag, in den städtischen Rathäusern, in den Kreisvertretun« gen und in den Zeitungen erhoben wurden, nicht durchgreifendes zur Abhilfe geschieht, ist ein Beweis, daß der englische Lord recht hat Auch jene Sozialisten rechnen damit. die den Bolsche- wiki in Petersburg den teuflichen Rat gegeben haben, mit dem Abschluß des Friedens mit Deutschland noch zu warten, bis das deutsche Volk zur Revolution reif sei Unsere Bauern s m cs jedem, der es hören will, wie die besten Genossen und Helfershelfer der Bolschewik! in Deutschland heißen.
Eisenhal'nuni-lück bei st r>».
Saarbrücken, 16. Jan. (Amtlich.) Am 16. ds. Mts. 7.12 Uhr vormittags, entgleiste zwischen den Bahnhöfen Kirn und Hochstetten der Urlauberzug 243 infolge Dammunter- spüffmg durch Hochwasser der Nahe. Die Lokomotive, der Packwagen und drei Personenwagen stürzten in den Fluß. Bis jetzt konnten 12 Tote geborgen werden. Es wird befürchtet daß sich noch etwa 25 Tote in den im Hockiwasser liegenden Wagen befinden. Außerdem sind 15 Personen schwer, 10 leicht verletzt. Durchgehender Zugverkehr auf der Nahebahn wegen Unterspülung der Geleise durch Hochwasser vorerst gesperrt.
Das stockmasser.
Der Main
ist auf feiner ganzen Länge weiter rm Steigen. Die niedrig gelegenen Uferteile sind überflutet. Auch Teile der Bau- grirbe fiir die neue Schleuse bei Fechenheim sind voll Wasser gelaufen. In Frankfurt ist der Main noch nicht aus den Ufern getreten. Nur die sog. Muschel ist bereits mit Master gefüllt. Im Laufe der Nacht ober des morgigen Tages wird das Wasser auch hier die Ufer überfluten.
Der Rhein
steigt infolge der reichlichen Wasserzufuhr ebenfalls fortgesetzt. Gestern nackMittag um 5 Uhr zeigte der Rheinpegel m Mainz bereits 2 Meter Wafferhöhe. Da mvch vom Obersts des Stromes noch fortgesetzt steigendes Wasser gemeldet wrrd, so steht ein weiteres starkes Anschvellen des Stromes für die näckLte Zeit in sicherer Aussicht. In Walüshut stieg der Rhein in den letzten 24 Stunden von 2.70 auf 3,74 Meter m Mannheim von 3,08 ans 4,39 Meter. Wäbrend es vor
wenigen Tagen noch recht still auf dem Strome war und nur selten ein Schleppzug mit flachgehenden Schiffen von knapp halber Ladung stromaufwärts ging, zeigte sich heute der Strom so belebt wie selten seit vielen Monaten. Gewaltige Schleppzuge mft 6—7 tiefbeladenen Großschiffen im Anhang meistens Kohlen führend, rauschten bergwärts an dem Zuschauer vorüber. — Die neuesten Wasserstandsnachrichter, vom Rhein lauten: Maxau 5,79, steigt; Mannheim 5,60 steigt; Kehl 3,70, steigt stark.
Lahn, Fulda, Werra.
Die Schneeschmelze und die reichlichen Regenfälle der rlH. ^ ö0e ^en auch die Flüsse in Kurhessen beträchtlich anschwellen lassen. Die Lahn hat mehrere Dörfer durch Ueberschwemmung vom Verkehr völlig abgesperrt. Auch die Werra führt Hochwasser. Besonders gefahrdrohend steigt die Fulda, die zudem aus der Eder starke Zuflüsse Erhält. Heute nacht wurden bereits mehrere Straßen der Kasseler Altstadt überschwemmt, so daß der Fußgängerverkehr völlig stockte. Stellenweise schlägt man Brücken. Die Keller jener Gegend stehen unter Wasser. Ein Soldat wird vermißt, ma- glaubt, daß er erttunken ist.
Müpiuntoitf m Mbrniwiq der 5'Kmnik.
Darmstadt. 14. Januar 1916.
Die Fraktton des Hessischen Bauernbundes hat an das Großherzcgliche Ministerium des Innern folgende Eingabs gerichtet:
„Die heute hier im Ständehaus versammelten Mitglis. der des Bauernbunde sehen sich angesichts der Erfolglosigkeit der von der hessischen Regierung in Berlin gegen die radikale Abschlochtung der Schweine unternommenen Schritte gezwungen, gegen die Durchführung dieser Maßnahmen schärfsten Widerspruch zu erheben
Ist es an den maßgebenden Stellen nicht bekannt, daß es vielen Landwirten möglich ist. mit Haushaltungsabfallen einige Ferkel bis zur Erünffitternng durchzuhalten? Furch« ten die verantwortlichen Ratgeber für den Erlaß derartiger Verordnungen nicht, daß durch solche gewaltmäßigen Ein. griffe in den Organismus des landwirtschaftlichen Betriebes nicht nur die einzelne Wirtschaft sondern die Allgemeinheit durch das fast gänzliche Fehlen von Schweinefleisch und Fett im nächsten Herbst schwer geschädrgt wird?
Ganz besonders schwer getroffen werden kleine Land, wirte und Arbeiter, welche ihre für geradezu fabelhafte Preise erworbenen Ferkel mit großem geldlichen Verluste abgebea müssen.
Der Unwille und die Erbitterung in ländlichen Kreise» — erzeugt durch derartige verfehlte wirtschaftliche Verfügungen — drohen nicht mit das schon stark gesunkene Vertraue« in behördliche Maßnahmen ganz zu erschüttern, sondern auch der Landwirtschaft die ihr gestellte Aufgabe der Dolksernäh- rung ganz außerordentlich zu erschweren.
Die Fraktion des Hessischen Dauerubuu-esi I. A.: Brauer.
Herabsetzung der Gelreidepreise.
In der letzten Zeit finden sich in der Presse hin und wieder Notizen über He für den 1. März 1918 vorgesehene Herabsetzung der Getreidepreise um 100 Mark für die Tone, nach denen in den beteiligten Kreisen die Meinung zu herrschen scheint^ daß diele Preisherabsetzung nur als Drohung ins Auge gefaßt worden sein, möglicherweise aber nur in gemilderter Form oder gar nicht eintreten werde. Diese Ansicht ist durchaus unzutreffend. Vielmehr ist die am 1. März 1918 einttetende Herabsetzung der für Getreide, Buchweizen. Hirse und Hülsenfrüchte zurzeit geltenden Höchstpreise um je 100 Mark für die Tonne gesetzlich bereits festgelegt worden, und zwar durch § 2 der Verordnung über den Ausdrusch und die Inanspruchnahme von Getreide- und Hülsen- fruchten vom 24. November 1917 (RGBl. S. 1082): eine Wieder- aüfhcbung oder auch nur Milderung dieser gesetzlichen Bestimmung kommt nicht in Frage. Die Landwirte haben sich also unbedingt darauf einzurichten, daß der Preisabschlag mit dem 1 März eintritt; es liegt daher in ihrem eigenen Interesse, jo viel wie möglich bis zu diesem Zeitpunkt abgeliefert zu haben.
Wie's gemacht wird!
Was aus einem tüchttgen Menschen, der die Fleischt'spfe Bayerns der mageren Kost in Berlin vorzieht, im Kriege alles werden kann, zeigt sich an einer Geschichte, die der „Konfektionär" in aller Harmlosigkeit zum Besten gibt. Danach hat Herr Louis Rosenthal, früher Mitinhaber der Firma Gebr. Singer, der nach Aufgabe seines Geschäftes in der Kriegszeit als Vetteter für die Schweiz und Belgien tätig gcwesen ist, an seinem Sommeraufenthalt in Bad Tölz soviel Gefallen gefunden, daß er beschlossen hat, auch den ganzen Winter dort wohnen zu bleiben. Bekanntlich hat man nun in Bayern seit einiger Zeit seine eigene Auffassungen über die Hebung des Fremdenverkehrs, und es wäre auch wohl Herrn Rosenthal nichts anderes übrig geblieben, als eines Tages etwas eilig seine Koffer zu packen. Aber Rosenthal als alter Reiseonkel ließ sich so leicht nicht verblüffen. Wie viele seinesgleichen wählte er den hinteren Eingang zum erneuten Besuche, nachdem er ans dem vorderen hinausgeworfen worden war. Und in der Tat gelang es ihm bei seinen Talenten, einen Dreh zu finden, den> zufolge es ihm niöglich wurde, auch während dieses neuen Kriegswinters in Tolz zu wohnen und sich zu mästen. Herr Rosenthal meldete sich nämlich in Berlin ab und wurde Tölzer Bürger. Das war so leicht nicht, aber doch gelang es ihm. Er erbot sich nämlich, der Jugend von Tolz kostenlos französischen, englischen und spanischen Unterricht zu erteilen. Einen so billigen Sprachlehrer für die Jugend hatte man sich in Tölz schon lange gewünscht. Und so kam es. daß Herr Rosenthal denn auch wirklich Tölzer Bürger, werden konnte urrd daß er als solcher natürlich auch ferner


