Ausgabe 
19.1.1918
 
Einzelbild herunterladen

Dummer 16

Samstag, den IN. Januar 1918

11. Iahrgar-g.

eue Tageszeitim

v» <? aatomtunz" erscheint leben Wer»«,. Regelmäßige VeilchenSer Kauer aus kieNsrn".Sie -«mq.urei«. ««, den Poltamtait-n n-r. »i» s.»

t,n u tritt noch das Bestellgeld: bei »°n Leuten monattich «5 Pig. eimchließlich Trügerlohn. Anl-igeu- Srund,eile 2b P,g.. l-tal. 20 ^ M,eigen non au-war.- .netten durch -Lmachnahm" r Oben. o.rnkliungsori ^riedbera. Zchmftleitung und Verlag ^riedberg (Hessen), -ranaueiitratze 12. Ferntpcecher 18. Pot, iieck-Lonto Nr. I8.;g. Frankfurt c> .'r ^

Der rumänische König verhafket?

Einigung mit der Ukraine. Deute eines 11-§ooles. Zwei englische Zerstörer vernichtet.

..

Der deutsche Generaljtab

meidet: - "

W. T. D» Gro-tzes Kaupr^nartier, derr 18. Januar. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Auf dem größten Teil der Front war die GesechlsläLigkcit gering, lebhafter in der Gegend südwestlich von Cambrai.

Bei kleineren Unternehmungen nördlich und nordöstlich von Prosnes wurden Gefangene eingebracht.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

An der

Makedonischen nnd Italienischen Front ist die Lage unverändert.

Der Erste Eeneralquartiermeister: Ludendorsf.

De Haftung König Ferdinands?

Abendlerickt.

Berlin, 18. Jan., abends. (WTB. Amtlich.) Bon den Kriegsschauplätzen nichts Neues.

i

Der österreichische Generalstab jj

meldet:

5

Wien, 18. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird veilautbart:

Keine besonderen Ereignisse.

Der Chef des Generalstabes. -

Der bulgarische Grneralstab -- meldet:--

Sofia, 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Auf beiden War- dar-Ufern Tätigkeit von Erkundungsabreilungen, welche gün­stig für uns verlief und in deren Verlauf unsere Einheiten öst­lich des Flusses Franzosen gefangen nahmen. Westlich Serres wurde eine englische Erkundsabteilung, welche sich unseren Pcsten näherte, durch Feuer vertrieben.

Erfolgreiches II-Dsot.

Berlin, 17. Jan. (WTB Amtlich.) Eines unserer Untersee­boote hat kürzlich an der Westküste Englands vier Dampfer, ein französisches Vewachungsfahrzeug, einen Segler und einen Fisch­dampfer versenkt. Die Mehrzahl der Schiffe wurde unter erheb­licher feindlicher Gegenwirkung in den für starke U-Bootabwehr besonders geeigneten Gewässern der Irischen See und des Bristol- Kanals in geschickten Angriffen versenkt. Hier fiel auch das fran­zösische Vewachungsfahrzeug dem U-Boot zum Opfer. Sämtliche Dampfer waren bewaffnet. Unter ihnen konnten die englischen SeglerElmelcaf" tlndBoston City" festgestellt werden. Von den beiden anderen Dampfern hatte der eine Kohlen, der andere, von Ansehen und Größe des englischen DampfersEgremont Castle", 5281 Tonnen, Leinöl geladen. Der Fischdampfer führte die Bezeichnung ,,B. F. 696".

Der Chef des Admrrrrlftabs der Marine.

ilttffvßait^ mm füdiirfifr frfjf'iüjjjjfr.

£aag, 18. Jan. Zwei britische Torpedofi'ger sind, als sie während eines heftigen Schneesturmes zurückkehrcn wollten, in der Nacht vom 12. Januar an der Küste von Schottland gestran­det und total vernichtet. Die Besatzungen beider Boote kamen bis auf einen Matrosen ums Leben.

Erfolge in Afrika. -

Sern, 18.. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Lyoner Blätter melden aus Lissabon: Eine offiziöse Note über die Lage in Por­tugiesisch-Ostafrika gibt bekannt, daß deutsche Kompagnien das Gebiet von Mataricka besetzten und sehr starke Stellungen mit Maschinengewehren anlegten. Man erwartet hier einen Kampf mit den Alliierten in den nächsten Tagen. Die portugiesischen Truppen, die in Ousulo eine Schlappe erlitten haben, befinden sich init englisch-portugiesischen Abteilungen in Umango. Der Posten von Surio wurde von den Deutschen angegriffen, die bei Foz Upuhna lagern. Eingeborene deutsche Truppen errichteten Mauripo ein Lager und schlugen eine Brücke über den llrio. Der Gouverneur von Quclimano meldet, daß die Deutschen ver­schiedene Punkte dieser Provinz besetzt haben.

Zürich. 18. Jan. Laut einer Londoner Nachricht meldet die Agentur Reuter aus Petersburg, daß die Volksbeauftragten am Samstag abend laut den Blättern die Verhaftung des Königs von Rumänien verfügt haben. Der König wird nach Petersburg gebracht werden.

Die Friedensverhandlungen.

Verständigung mit der Ukraine.

Brest-Litowsk, 17. Jan. (WTB. Amtlich.) Bei der heute zwischen der deutschen und der österreichisch-ungarischen Delega­tion einerseits uud der ukrainischen Delegation andererseits ab­gehaltenen Besprechung wurde einleitend das bisherige Ergebnis der über die politischen Fragen vertraulich gepflogenen Be­sprechungen zusammengefaßt. Graf Czernin hob hierbei den für die Viest-Litowsker Verhandlungen überhaupt geltenden und auch von der ukrainischen Delegation anerkannten allgemei­nen Grundsatz hervor, daß die Einmischung eines Teiles in die inneren staatlichen Angelegenheiten des anderen ausgeschlosien sei. Andererseits bestehe ein Einverständnis darüber, daß beim Zustandekommen eines die Entwicklung eines dauernden Freund­schaftsverhältnisses sicherstellenden Friedens die beiden Teile be­reit seien, sich unter der Voraussetzung voller Gegenseitigkeit über verschiedene sie interessierende politische und kulturelle Fragen auszusprechen. Hierbei wies Graf Ezernin beispielsweise auf die Besprechung der Sicherstellung des Schicksals der polnischen Minderheiten hin. welche künftig dem ukrainischen Staatswesen engehören v erbe... Diese Erklärungen wurden von der ukraini­schen Delegation zustrmmend mit dem Bemerken zur Kenntnis genommen, daß sie aufgrund derselben in die weitere Verhand­lung eintreten werden.

Bei der weiteren Besprechung über die Regelung des beider­seitigen Wirtschaftsverkehrs wnrdeg keine solchen Differenzen in den grundlegenden Auffassungen festgestellt, daß sie das Zustande­kommen einer Vereinbarung zu hindern vermöchten. Die Be­ratungen wurden so weit gefördert, daß sie sich bereits auf kon­krete Fragen des Warenaustauschverkehrs erstrecken. Der Gang der Verhandlungen und ihr bisheriges Ergebnis lassen die Er­wartung eines befriedigenden Abschlusses berechtigt erscheinen. Die Weiterberatung ist einer Spezialkommission übertragen worden, die ihre Arbeiten sofort aufnehmen und mit tunlichster Beschleunigung durchführen wird.

Eine ukrainische Prcß'ezentrale.

Bern, 17. Jan. Aus Brest ist hier das Mitglied der ukrai­nischen Delegation, der Rittmeister von Cassenko, eingetroffen.

Er ist Attaches des Ctaasfekretärs der ukrainische!) Volks­republik. Casfenko, der die Teilnahme an den Verhandlungen in Brest-Litowsk aus Gesundheitsrücksichten aufgeben mußte, ist von der ukrainischen Volksrepublik beauftragt, eine ukrainische ofsi- zröse Pressezentrale für die ganze Welt zu gründen, deren Sitz in der Schweiz eingerichtet werden soll.

Günstiger Fortgang der Petersburger Verhandlungen.

Wien, 17. Jan. (MTB. Nichtamtlich.) Das Wiener k. u. k. Korrespondenz-Bureau meldet ans Brest-Litowsk vom 17.: Laut einer vorn Generalkonsul von Hempel aus Petersburg eingegangenen Meldung' nimmt der bisher schleppende Verlauf der Petersburger Kommission in den letzten Tagen einen gün­stigen Fortgang. Es gelang bei der Erörterung über die Er­öffnung des Privat-, Post- und des Zeitnngsverkehrs mit Ruß­land die bisher auf russischer Seite vorhandenen Schwierigkei­ten zu überwältigen. Es kann bereits zur Formulierung der getroffenen Vereinbarungen geschritten werden. Zur Verhand­lung über den gegenseitigen Anstausch von Arzueiwaren wurde ein Unterausschuß eingesetzt, der seine Beratungen am 16. Jan. begonnen hat/

Die Petersburger Verhandlungen gehen unabhängig von den in Brest-Litowsk und beziehen sich nur auf wirtschaftliche Fragen.

AWiilj der FMkiiMchnAillM!!?

Aus der Tatsache, daß der Reichskanzler seine große politische Rede im Hanptausschuß des Reichstages über Brest-Litowsk auf Ende nächster Woche verschoben hat, folgert man in gut unter­richteten parlamentarischen Kreisen, daß bereits für den Ausgang kommender Wocke der Abschluß der Friedensverhandlungen mi^ Rußland zu erwarten ist. A

Friedensvorkchlii-ie?

Schweizer Blätter melden aus Washington: Präsident Wil­son beabsichtigt, demnächst eine Konferenz der Alliierten zu. sammenzuberufen, in der gemeinsam feste und endgültige Frie­densbedingungen ausgestellt werden sollen, die dann durch einen neutralen Staat, wahrscheinlich Spanien, dem Vierbund über-' reicht werden sollen.

Diese Nachricht, für deren Richtigkeit wir den Schweizer Blättern die Verantwortung überlassen müssen, kommt ein wenig' überraschend, da man annehmen mußte, daß Wilson in seiner letzten Rede die Kriegsziele der Vereinigten Staaten bereits ge­nau umschrieben hat. Sollte er keine anderen Vorschläge zu machen haben, so könnte er sich die Mühe und Kosten der großen Ententekonferenz sparen.

__ ^ v

Auch Sari all?

Bern, 17. Jan. Die Verhaftung Loustelots erfolg'.c ohne Angabe bestimmter Ben ^gründe. Loustelots soll, so wird nach den aufgefundenen Dokumenten behauptet, in Caillaux' Staats- wefen mit einem großen Posten bedacht gewesen sein. Man sucht nach anderen Beamten, Offizieren und Parlamentariern, die von dem Emporkommen Caillaux hätten profitieren können. Darauf beziehen sich die Mitteilungen der ministeriellen Organe, die dis Liste der Verhafteten noch für unvollständig erklären. Der Ad­vokat Caccaldi, einer der beiden Anwälte des Caillaux, erklärte einem Ausfrager, sein Klient habe nichts von seiner Zuversicht eingebüßt, welche völlig begründet sei, weil die sogenannten neuen Tatsachen absolut gegenstandslos vom Standpunkt des Schuldbeweisfrage seien. Höchstens innerpoliiisches Interesse könnten sie haben.

In den Wandelgängen des Senats verlautet, daß die Ver­haftung des Generals Sarrail wegen seiner Beziehungen zu Caillaux bevorstehe.

Keine itulicuiiche» Deserveu.

Bern, 16. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Die Agentur Stefan!.' legt Wert darauf, in der italienischen Presse die Meldung des' PariserTemps" zu dementieren, daß Orlando in einer Unter­redung mit Franklin Bouillon gesagt habe, daß Italien noch über­große Mengen Mannschaftsrcscrven verfüge. Die Agentur Ste­fan! betont mit Nachdruck, Orlando habe im Gegenteil angedeu­tet, daß der Umstand, daß ungefähr 12 vom Hundert der ganzen Bevölkerung unter den Waffen stehen, das italienische Wirt­schaftsleben schwer schädige.

Diese Berichtigung ist nur zu verständlich: Italien fürchtet,- daß ihm die Hilfstruppen der Engländer und Franzosen nicht gelassen werden, wenn es nicht über Maimfchaftsnot Nagt.

Uorträge beim Kaiser.

Berlin, 18. Jan. (WTB. Amtlich.) S. M. der Kaiser hörtU gestern den Vortrag des Chefs des Marinekabinetts und den Generalstabsvortrag.

. . " 1 ' ' ,,

Aus dem Wuklrechlsousjchich.

Berlin, 17. Jan. iMTB. Nichtamtlich.) Im Verfassung»^ oüsschuß des Abgeordnetenhauses führte ein nationalliberaler, Redner aus, die Wahlrechtsvorlage sei nur durch das Königs-, wort schwierig geworden, sonst wäre an das gleiche Wahlrecht gar nicht zu denken. Das Königswort sei aber von der frühe­ren Staatsregiernng extrahiert worden, die zwar von einem' reifgewordenen Volke gesprochen, aber seine Volksvertreter mundtot gemacht babe. Ein Freikonservativer wandte sich gegen die großpolnische Bewegung in Posen und Oberschlesien: nicht das gleiche Wahlrecht, sondern das Pluralwahlrccht fördere das Streben nach vorwärts. Ein konservativer Abgeordneter be- dauerte die Radikalisierung der polnischen Fraktion. Das,