Ausgabe 
18.1.1918
 
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Grane Gefahren.

SRoiiuin ans der Gegenwart von M. Gvntard - Schuck.

9) Nachdruck verboten.

Konnte er dein Vater sagen, was ihn die letzte Zeit be- drnckis Warum fragte er überhaupt so sonderbar? Oder war es nur Zufall?

Hatte er doch wirklich in letzter Zeit oft den Gedanken gehabt, sich an eine andere Botschaft versetzen zu lassen. Es mochte ihn mißtrauisch, das; Helen sich seit einiger Zeit gar so eifrig uni seine Angelegenheiten kümmerte. Er witterte ihren Vater oder doch wenigstens den Bruder dahinter. Helen eignete sich herzlich schlecht znm Aushorchen. Aber gnade ihre Verlegenheit bewies ihm, daß man sie abgerichtet. Schlimmer aber als Helens harmloses Umherschnüffeln war Archibalds übermäßige Freundschaft. Der Mensch fiel ihm seit einiger Zeit einfach auf die Nerven. Er war von einer Liebensll'ürdigkeit, die geradezu verdächtig schien. Zu jeder passenden und unpassenden Zeit überfiel er ihn im Amt. Oft genug i den nichtigsten Vorwänden. Und zuweilen bildete er sich i ckklich schon ein, daß die Herren von der Bot­schaft ihn selbst mit mißtrauischen Blicken betrachteten.

Nur Exzellenz selbst war nach wie vor von bestrickender Liebenswürdigkeit. Er hielt es für ein ganz besonders günstiges Zeichen, daß der zurzeit määstigste A' rnn Eng­land? einem Mitgliede der deutschen Botschaft seine Tochter zur Gattin gegeben hatte.

Der Vater unterbrach ihn wieder in feinen Gedanken.

Ich weiß nicht, was das mit Dir ist heut Abend. Du bist gerade kein sehr erheiternder Gesellschafter."

^Nein, weiß Gott, das bin ich auch nicht. Ich glaube, es ist schon Weihuachtsstimmung, die mir in den Knochen liegt."

Er stand auf und trat an das Fenster. Seine Gestalt leckte sich ftmrf auf. Es schien, als wollte er alles Drückende von süh abschütteln. Der Vater störte ihn nicht mehr in seinem Sinnen, er wußte, was in ihm vorging, wußte

genau, was ihn bedrückte. Hatte t e« &cfj lange fäkwfcmt* men sehen.

Hoffentlich saß der Junge nicht mehr so tief in dieser unseligen Leidenschaft, daß er alles andere darüber vergaß.

iVI.

Schwer und undurchdringlich lagerte her Londoner Februarnebel über den Straßen. Seit Mittag schon brann­ten die Laternen und glühten gleich kleinen matten Dunst­kugeln durch die schwere Luft. Alfred von Werkheim kam von der deuffchen Botschaft. Er hatte sich über einem wich- figen Schriftstück stark verspätet und hatte es nun sehr eilig. Er wollte sich mit Helen im Carlton treffen, und sicher war sie nun empört.über seine angebliche Nachlässigkeit. Na, sie hatte ja Gesellschaft. Jallands und ihre Freundin, Lady Dobree de Saye, waren bei ihr. Sie wollten von dort zur Oper fahren.

Ein leeres Auto filhr gerade über den freien Platz ge­genüber der Botschaft, er stieg ein und trat wenig später durch die riesige Eingangstür des vornehmen Gasthauses.

Nasch durchquerte er die Eingangshalle, warf im Vorübergehen einem dienstbaren Geist Mantel und Hut zu und eilte den Teppichbelegten Vorsaal entlang znm Winter­garten.

Da kam ihm Lord Erskine mit seiner Frau, Lady Maud entgegen und er konnte, trotz aller Eile, nicht umhin, einige Worte mit ihnen zu wechseln.

Während er noch mit ihnen sprach, trat ein Kellner aus der> Türe des Einzelzimmers, neben dem sie standen.

Unwillkürlich warf Werkheim einen Blick zur Seite. Ta schlug eine Stimme an kein Ohr. Erstaunt horchte er auf. Täirsckste er sich? War das nicht? Aber das war ja un­möglich! Und doch! Diese harte, kalte Stimme gab es sicher mtr einmal auf der Welt, sie war unverkennbar.

Aber was tat Helens Vater hier im Carlton? Und noch dazu im verschwiegenen Einzelzimmer!

Das wäre doch wirklich zu spaßig, wenn er den über­moralischen alten Fuchs hier auf Abwegen ertappte.

Absichtlich spann er das Gespräch mit den Erskines

Wetter aus, und als der Kellner mit einer beladenen Platts w^der erschien und die Türe öffnete, brachte er es fertig, über Lady Mauds Schulter hin einen Blick in das Zimmer zu werfen.

Ah, also doch kein galantes Abenteuer! Er hatte Sic Edward Unrecht getan. Aber wer waren denn die drei Herren, mit denen er sich hier so geheimnisvoll traf?

Der eine kehrte ihm den Micken zu. er konnte nichts von seinem Gesicht sehen. Aber die andern beiden? Woher kannte er nur das Gesicht mit den unverschämt starrerrden Knopfaugen?

Fieberhaft arbeiteten seine Gedanken. Wo hatte er nur den Menschen schon gesehen? Und er hatte ihn schon ge­sehen. Ganz bestimmt!

Da, jetzt drehte sich auch der ihm den Rücken zukehrende Herr mit einer unwilligen Bewegung nach der zu lange ge­öffneten Türe um.

Ah, nun kam Licht!

Der Kellner schloß jetzt die Tür, aber Werkheim hatte genug gesehen. Wie gebannt starrte er noch immer an die Tür. Kein Zweifel, das war Boncamp, der französische Ge­sandte aus Berlin.

Und jetzt wußte er mit einem. Male auch, wer der mit den Knopfaugen war. Wisolsky, selbstverständlich! Dies am- ißende Gesicht"vergaß man nicht so leicht. Dann war der dritte unzweifelhaft der hiesige russische Botschafter Prentin.

Was hatte das nun wieder zu bedeuten?

Lord Douglas mit den verschiedenen Gesandten des Dreiverbands hier in London bei einer vertraulichen Be- spreckmng.

Wie anfgescheuchte Vögel wirbelten seine Gedanken durcheinander, er vergaß ganz und-gar seine Umgebung.

Ladv Maud sah ihn hocbmütiq erstaunt an. Sie be­kam auf ihre schon zweimal gestellte Frage keine Antwort. Was hatte der Baron denn nur? Er war doch sonst immer \ von tadellosen Umgangsformen!

»Wtlefenno foTflf.

Betr.: Die Flei'choer orgunz und

dieVerbrauchsregelungfür die Stadt Friedberg.

Bekanntmachung

Hierdurch bringe ich zur öffent­lichen Kenntnis, dag der Verkauf von Rind- Kal> und Schweine- sieisch, sowie Wurst für diese Woche am

Freitag, den 18. Januar l. Is. von nachmiltaos 26 Uhr in den sämilichen hiesigen Metzgerläden ftat-sindet.

Die vorstehende Verkaufszeit ist genau einzuhalten.

Friedbcrg, den 17. Januar 19f8.

Der Bürgermeister. _ I. V.: Dam m.

Bekanntmachung

Ich bringe hierdurch zur öffent­lichen Kenntnis, dag sämtliche bis er zum Bezüge einer

SiwerarBeitor-SrslzslitzBgrts

berechtigten Per onen, nach Ablauf der laufenden Kartenperiode ihren Anspruch hierauf verlieren, da e.ne Arneucrung der Anträge mir Rück­sicht darauf, daß auch hier in unrechtmäßiger Weife Brot bezogen worden ist, unbedingt erforderlich erscheint. Wem daher daran ge­legen ist, die ihm bisher gewährte V^tzwatzlarie weiter zu erhalten, wird anyrimzegeosn. sich auf Zimmer Nr. 9 des Stadtharijes in den üblichen Geichätsflunden neu anzumeloen und zwar:

Bezirk S am Montag d. 21 Jan. b e .. Dienstag d. 22. Jan.

.. SIS Mittwoch d. 21. Jan.

Personen, die an der Erneu­erung ihres Antrags persönlich verhindert sind, können dies durch Familienangehörige unter Vorla­ge der Lebensmittelkarte besorgen laßen, doch mug daraus gehalten meiden, dag Die Betreffenden zur Auskunftserieilung über Ort, Art der Arbeit u. f. w. in der Lage sind.

Fnedberg,den 16. Januar 1918.

Der Bürgermeister.

I. V.: Damm.

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