Grane Gefahren.
No man aus der Gegenwart von M. Gontard - Schuck. 17 , Nachdruck verboten.
Seit einem Vierteljahr war Helen Donglas Baronin von Werkheim.
Juli hatte die Hochzeit stattgesunden. Die Trauung in der St. Pauls Kathedrale und das glänzende Früh-, strick im Douglaspalast am Grosvenor Square, dann war Luis junge Paar abgereist.
Ein bitterer Tropfen war in den Freudenbecher Alfreds gefallen. Sein Vater hatte nicht an der Hochzeitsfeier teil- . genommen, so sehr er ihn auch darum gebeten.
Seine Gesundheit erlaube eine so weite Reise nicht, hatte der alte Herr- geschrieben und dabei war es geblieben, trotz aller Bitten.
Regina aber war gekommen.
Gräfin Gilgenheimb, eine Stistsdame und' entfernte Verwandte der Werkheims, hatte sie begleitet.
Alfreds Freude war sehr groß, wirklich groß! Die beiden Damen hatten einen guten Eindruck hinterlassen. Und zumal Regina trug ihren braunen Scheitel nstt einem Stofz und einer Anmut, wie eine junge Fürstin.
" Aber sonst? Was war das nur mit Regina?'
Er wurde nicht klug aus dem Kinde. So ganz anders war sic als früher. So gar nicht mehr lustig, lind der Ton ihm gegenüber! Nein, der war ihm ganz neu. Wie einen Fremden hatte sie ihn behairdelt. —
Und nun waren sie wieder in London.
Lady Douglas hatte für das junge Paar eine entzückende Wohnung nicht weit vom Douglashause herge- richtet, so daß er sich wie eine Märchenprinz vorkam.
Wirklich, man verstand zu leben in England. Seine schone Frau war nicht nur eine vollendete Weltdame, sie sorgte auch für das häusliche Behagen mit einem Verständnis, das ihn an dem jungen Geschöpf überraschte.
Oktober und November gingen ohne nennenswerte Ereignisse vorüber. Am politischen Horizont blieb alles ruhig, es zeigte sich nicht das gerinste Wölkchen. —
Weihnachten wollte Alfred seine junge Frau endlich nach Deutschland bringen. Er sehnte sich danach, dem Vater zu zeigen, daß seine Wahl eine gute war. Er hoffte viel von Helens Liebenswürdigkeit, ihr konnte der Vater ganz gewiß nicht widerstehen. —
Helen selbst war nicht sehr erfreut von der Ansstcht, das Weih nachts fest in Deutschland zu verleben. Diel lieber wäre sie in dem alten, bekannten Kreise geblieben.
Am 20. Dezember war das Ehepaar in Berlin, da Werk- heim erst einige Tage in der Wilhelmstraße zu tun hatte. Sie wohnten für die paar Tage im Kaiserhof, weil es ihm nicht der Mühe wert schien, für die kurze Zeit das Werk- heimsche Palais in Ordnung bringen zu lassen. Der Aufenthalt im Gasthof war bequemer.-
„Was hast Du denn nur immer zu tun im Amt?- fragte Helen am zweiten Berliner Tage. „Du bist fast immer unterwegs, seit wir hier sind."
„Hast Du nicht einen besonderen Auftrag vom Botschafter mitbekommen? Ich meine doch, so etwas gehört zu haben."
„Was hast Du gehört, Helen?"
„Fahr doch nicht gleich auf i Kann ich denn nicht ma) nach Deinen Sachen fragen? Und es ist doch wahr, ich habe doch etwas gehört!"
„Bitte, Helen, laß das! Du Iveißt, wie unangenehm es mir ist, wenn Du Dich um meine beruflichen Angelegenheiten kümmerst. Und gerade in letzter Zeit ist es mir öfters ausgefallen, daß Du merkwiirdig viel nach der auswärtigen Politik fragst."
Helen errötete. „Das sollte Dir doch nur lieb sein," sagte sie verlegen. „Sonst wünscht ihr Männer doch immer, daß die Frau an eurem Wirken teilnehmen soll."
„Nicht in der Diplomatte, liebste Helen. Das ist ein Gebiet, wo wir unsere Frauen nicht gern dabei haben. Aber ich weiß schon, Du langweilst Dich. Ich habe Dich vernachlässigt. Aber das soll anders werden. Heute abend gehen wir ^ in die Oper und morgen ist dann der letzte Tag in Berlin. Uebermorgen schon sind wir in Tannenberg. Freust Du Dich auch ein klein wenig? Ich freue mich sehr, meine schöne Helen dem Vater zu bringen."
„Ich weiß nicht —" sagte Helen zögernd. „Freuen! Eigentlich habe ich ein wenig Angst — nein, das ist es auch nicht. Angst ist nicht das rechte Wort. Wovor sollte ich denn auch Angst haben? Unsere Familie ist so gut wie die eure, also kann Dein Vater in dieser Hinsicht nichts gegen mich haben. Und doch! Ich Hab' so ein Gefühl, als wäre ich ihm nicht willkommen."
Sie schwieg und sah gedankenvoll auf den blinkenden Goldreif an ihrer Hand.
„Sag mal, Dein Vater hätte es wohl lieber gesehen, wenn Du die Gräfin Wangenheim geheiratet hättest?"
„Regina! Wie kommst Du darauf, Helen? Regina ist noch ein Kind."
Die junge Frau lächelte mitleidig. „Ein Kind- Mein lieber Fred, Gräfin Reginas Augen sind nicht die Augen
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eines Kindes, in diesen Augen lag schon etwas anderes als kindliche Träume. Auf ihrem Grunde lagen ungeweinte Tränen."
Werkhelm lachte. „Du meine liebe, süße PhantasLin."
„Lacke nur! Ich weiß, was ich weiß. Und überhaupt, wieviel ist denn die Gräfin jünger als ich? Ich glaube, noch nicht mal ein Jahr."
„Ich staune über Deinen Scharfsinn. Was Du nicht alles gesehen hast in den paar Stunden damals. Hast Du nicht aiich bemerkt, daß Regina mich liebt?"
„Spotte Du nur, ich weiß deshalb doch, was ich weiß —*
Er verschloß ihr den Mund mit einem Kusse.
„Mach mich nicht eitel, Helen! Sonst bilde ich mir noch ein, ich bin der reine Adonis und alle Frauen sind in mich verliebt."
Sie schmiegte sich an ihn wie ein schmeichelndes Kätzchen. „Und ist es nicht so? Würde ich wohl sonst einen deutschen Bären geheiratet haben, wenn er nicht der schönste Mann wäre, den ich bis jetzt gesehen?"
Er errötete wie ein junges Mädchen. „Sind wir denn wirklich solche ungeschlachte Bären in Deutschland? Sag mir mal offen, sind nicht unsere jungen Herren besser erzogen, als sie es drüben bei euch sind?"
Helen schwieg einige Augenblicke. Wer wußte das besser als sie? Hatte nicht gerade Alfreds ganzes Wesen, sein ritterliches Auftreten, sie vom ersten Augenblick an bestochen? Aber man durfte daß doch nicht so ohne weiteres zugeben, dafür war man doch zu sehr Britin, und der Herr Gemahl wurde womöglich noch zu stolz.
„Besser erzogen —" sagte sie schließlich zögernd, „das kann man doch nicht so bedingungslos behaupten. Die jungen Herren aus den guten Familien genießen doch auch bei uns eine sorgfältige Erziehung."
„So meine ich das nicht. Helen, Du weißt das auch ganz genau. Von der Schulbildung spreche ich nicht. Es ist ein gewisses Etwas, was ihnen drüben fehlt. Um nur eins herauszugreifen. Besinnst Du Dich auf den Abend vor unserer Hochzeit? Dein Bruder Archibald war Brautführer rmd hatte Miß Laycok als Brautjungfer. Na, wir standen gerade in der Nähe, als die junge Dame auf Archibald zutrat. um ihm etwas zu sagen. Er saß in einem Sessel. Und was' tat er? Er bttob ruhig sitzen, wandte kaum den Kopf zur Seite und seine einzige Aeußerung bestand darin, daß er rief: Hallo, M'ß Laycok, was gibt es? Was meinst Du wohl, was ein deutscher Herr in diesem Falle getan hätte?"
Fortsetzung folat.
Bekanntmachung.
Am 15. Januar 1918 ist eine Bekanntmachung Nr. A. 15330 B. P. S., betreffend „Beschlagnahme und Bestandserhebung von gebrannten und anderen künstlichen Mauersteinen, Dachziegeln aller Art und Drainageröhren aus Ton", erlassen worden.
Der Wortlaut der Bekanntmachung ist in den Amtsblättern und durch Anschlag veröffentlicht worden. .
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