Ausgabe 
16.1.1918
 
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schlägt allen Kongressen der ivouvcrncments allen örtlichen Kon­ferenzen, allen Armeekongressen vor, diese Fragen auf die Tage», crdnung zu setzen und einen Antrag anzunehmen, der dt« Zu- rückberufung oder Neuwahlen der Abgeordneten der Rechten fest­setzt. Das Bureau hält diese Maßnahme für das geeignetst« Mittel, um die politischen Parteien zu bekämpfen, die sich der verfassunggebenden Versammlung als Waffe gegen die Negie­rung der Nöte der Bauern, Arbeiter und Soldaten bedienen möchten. Alle darüber angenommenen Anträge und Entschlie. ßungen müssen dem Bureau des Hauptvollzugsausschusses des Sowjets, d?r Arbeiter, Bauern und Soldaten übermittelt wer­den.

Radikale Maßnahmen.

Einer Petersburger Prioalmclduug zufolge, die in Kopen­hagen eingetroffen ist wird die russische Regierung beim Zu­sammentritt der gesetzgebenden Versammlung dieser ein Ulti­matum stellen, wonach Rußland als sozialistische Republik er. klärt und aller Grund und Boden bcsü'lagnahmt werden soll. Das Kopeubagencr BlattSozialdemokrat! !>." meldet ferner aus Stockholm: Der mit mehreren russischen R.-oierungsmitgliedern verhandelnde Redakteur Liudhagen teilt i: * daß in Rußland eine Gesetzesvorlag? vorbercltet werde, wonach'auch alles Pri- vatvernwgen beschlagnahmt wird.

Die neue Republik Archangelsk.

DieKölnische Zeitung" meldet: Nach einer Meldung des ,.Matin" wurde in Archangelsk ein selbststüirdigcr Staat aus- aerufen, der sieben Gouvernements umfaßt. Der neue Staat fünfzehn Millionen Einwohner.

Der russische Bürgerkrieg.

Nationallidende ^ meldet aus Haparanda:Petersburger Blätter berichten, daß Petersburg ohne Postvcrbindung mit Kiew, Odessa, Rostow und ganz Kaukasien ist. Die telegraphi­schen Verbindungen mit Kiew, Archangelsk. Saratow, Kasan, Odessa und Tiflis sind unterbrochen. Die Ursache ist angeblich der Bürgerkrieg."

Nowaja Schisn" meldet, die Regierung habe beschlossen, die Rot- Garde zu vermehren. 15 v. fj. der Fabrikarbeiter sollen Dienst in der Roten Garde tun und die Bewachung der Fabri­ken wie der betrefferrden Städte oder Stadtteile übernehmen. Zwei Stunden täglich sollen ste exerzieren. Jede Abteilung der Roten Garde soll ihren Kommandanten erhalten und mit Ma schtnengewehren ausgerüstet werden.

vor nmm KimM in Pklttsbiirg.

^ Mailand. 15. Jan. In Petersburg werden, einem Draht- bericht desCorriere della Sera" zufolge neue heftige Kämpfe unter den Parteien als unmittelbar bevorstehend betrachtet. Zn leninistischen Kreisen wird kein Hehl daraus gemacht, daß die Möglichkeit neuer blutiger Straßenkämpfe vorltegt. Alle Par­teien umwerben die Arbeiter und die Truppen der Hauptstadt, um sich einen Anhang zu sichern. Da die Konstitrrante am 18. Januar Zusammentritt, hat die Regierung Lenins zwecks Stel­lungnahme gegen etwaige Regierungsbeschlüsse der gesetzgeben­den Versammlung den Kongreß aller Arbeiterräte Rußlands auf den 21. Januar zufammenberufen. Der für Lenin eintretende linke Flügel des Bauernrates wird am 28. Januar eine neue Kundgebung gegen die gesetzgebende Versammlung ins Werk setzen. Der zuerst genannte Arbetterrat und der rechte Flügel des Bauernausschusses werden ihrerseits in Petersburg eine Vertrelerversammlung einberufen, um die Konstituante zu un­terstützen.

Ztzrhaftim dcr münilfiifn Gklan-ten und Ikincs sicrlorials.

Stockholm, 16. Jan. (WB.) Nach einer Meldung der Ngence Havas aus Petersburg wurde der rumänische Ge­sandte Diamandi und das Personal der Gesandtschaft ge­stern abend auf Befehl der Volksbeauftragten verhaftet und in der Peter-Pauls.Festung interniert. Die Ursache sei un- bekannt. Die Verhaftung habe großes Auftehen hervorge­rufen. Da aus Anlaß des Jahreswechsels keine Zeitung erschien, sei sie nicht allgemein bekannt geworden. Das diplomatische Korps, ,auch das neutrale, sei von dem Doyen, dem amerikanischen Botschafter Francis, dringend zusam- menberufen worden, um Einspruch zu erheben.

Paris, 14. Jan. (WB.)Oeuvre stellt aus Zuschriften von der Front fest, das fortschrittliche Blätter, wieOeuvre", Pays",Bataille", ferner auchHomme enchaine", bevor er umgetauft wurde, auf vielen Frontabschnitten verboten sind und keine Abonnements auf diese Blätter angenommen wer­den dürfen, daß dagegen Blätter, wieJournal",Matin", Pettt Parisien" undAction francaise" in Unmengen ver­breitet werden.Oeuvre" werde als verdächtig aufgeführt, wogegen das Blatt energisch protestiert und gleiches Recht für alle Zeitungen verlangt.

(Offene Uegierunoskrile in Ungar»

Budapest, 15. Jan. Die Organe der die Regierung unter­stützenden Parteien geben bereits ganz offen das Borhanden- fein einer Krise zu. Ministerpräsident Dr. Wekerle wird Mittwoch dem König die Demission des Gcsamtkabinetts über­reichen Ob die Wiederbetrauung Wekerles und sodann eine Ausschiffung einiger Minister und damit in Verbindung eine Rekonstruktion des Kabinetts erfolgt, oder ob der König durch Berufung anderer Politiker eine Klärung der jetzt arg verwor­renen politischen und parlamentarischen Lage herbeizuführen versuchen wird, dürfte schon in den nächsten Tagen in die Er­scheinung treten. Das Organ di-r Karolyi-Partei überhäuft Wekerle mit Vorwürfen, roeil er ganz überflüssiger Welse jetzt die Militärftage auf die Tagesordnung gefetzt habe, u,id betont, die Partei werde unbedingt auf die Durchführung der Wahl- rechtvvorlage in erste, Reihe bestehen.

Erbauliches aus 'Oesterreich.

Gs ist tm Deutsch« Reiche, wenn auch mn i« Bruchstückes, bekannt geworden, datz dt« Tscheche« während des Krieges ein« Aushungerungspolitik gegen die deutsche Bevölkerung in Böh­men getrieben haben und noch tteiben und daß auf Grund dieser Aushungerungspolitik die Sterbefälle in dem deutschen Gebiet sich um etwa 4 v. H. denen !m tschechischen Gebiet gegenüber vermehrt haben. Es ist schon mancher Notschrei der deutschen Bevölkerung Böhmens nach Wien gelangt, und auch in Deutsch, land hat man sich mit der ^Haltung des tschechischen Volkssplitters beschäftigt. Zu einer entsprechenden Maßnahme aber ist es nicht gekommen, und man muß wohl ttotz aller Zusagen von Wiener Seite aus die Hoffnung aufgeben, daß es je dazu kom. men wird. Wir haben schon manche Liebenswürdigkeit aus dem Reiche der schwarz-gelben Grenzpfähle erfahren, die nicht gerade bundesfreundlich anniutet, und die zeigt, daß einzelne Völkerschaften innerhalb der Donaumonarchie überhaupt noch nicht wissen, was die Bündnispolitik des Deutschen Reiches für ihre Existenz bedeutet. Jetzt kommt wieder als hübsches Gegen- stück zu der tschechischen Aushungerung eine ähnliche Kunde aus dem durch deutsche Hilfe befreiten Galizien, einem Gebiet asso, in dem ohne das zähe Festhalten gerade der von dem Grafen Vothmer befehligten deutschen Truppen heute ein selbständiges wirtschaftliches Leben wahrscheinlich überhaupt nicht mehr vor­handen wäre. DieEalizische Korrespondenz", die in Lemberg erscheint und von Julius Seidner herausgegebcn wird, weiß zu melden, daß der parlamentarische Block der Abgeordneten der polnischen Volkspariei zu Anfang dieses Jahres in Krakau eine Plenarsitzung abgehalten hat. die sichmit laufenden politischen und wirtschaftlichen Angelegnheiten beschäftigte". Uns interes­siert hier weniger die polnisch-politische Seile, als vielmehr die gegen das Deutsche Reich gerichteten wirtschaftspolitischen Aus­lassungen des genannten Blocks. Zu der Zeit, da Herr Kuchar- zewski an den Höfen in Berlin und Wien zum Frühstück zuge. zogen wird, da man hier Polenlage arrangiert und uns etwas erzählt von dem überwältigenden Eindruck, den die Mitglieder des polnischen Regentschaflsrates empfangen hoben, wird in Lemberg, wie das Organ der polnischen VolksporteiKurjer Lwowski" berichtet, von österreichisch-polnischen Abgeordneten hervorgehoben, daßdeutsche Regimenter nach Galizien gesen­det würden, einzig zum Zwecke ihrer Ernährung auf Kosten der einheimischen Bevölkerung".Diese Regimenter." heißt es wörtlich in dem angezogenen Berichthoben bereits eine ganze Reihe von Bezirken vollständig aller Lebensmittel beraubt, welche sie nicht nur allein konsumieren, sondern auch noch aus Galizien massenhaft nach Deutschland ausführen. Demgegen­über hat dann der Polenklub folgende Resolutton gefaßt:Der Klub der Abgeordneten der polnischen Bolkspartei verlangt an. g^sichts des Waffeirsttllstandes an der Ostfront die sofortige Ab- beruftnrg aus Galizien der sich daselbst aufhaltenden deutschen Truppen, besonders der Rekruten, die auf unser Land geworfen wurden, damit ste sich hier ihre Ernährung sicherstellen können, ferner die sofortige Entfernung der deutschen Lazarette in Ga- lizien, welche ebenfalls ungeheuer viel Lebensmittel verbrau- chen."

Daß die deutsche Waffenhilfe gerade gegen Österreich-Un­garn - und dazu gehört unseres Wissens Galizien außer­ordentlich uneigennützig gewesen ist. läßt sich wohl nicht bestrei- ten. Es gehört aber eine gute Dosis Undankbarkeit, gepaatt mit Unverfrorenheit dazu. Beides Eigenschaften, die uns ja bet den edlen Polen und gewissen Kreisen Oesterreichs nicht fremd sind.

Die tschechisch-slowakische Armee.

Ueber diese famose Armee von Verrätern wird aus Wien noch gemeldet:

Die Bemühuirgen zur Schaffung dieser Armee gehen schon längere Zeit zurück. So fand schon am 16. September in New dort damals bestand bekanntlich noch kein Kriegszustand zwischen Amerika und Oesterreich-Ungarn eine vom tschechi­schen Nationalbund veranstaltete Versammlung statt, der der ehemalige Bürgermeister von New Pork Mitchell (er ist in­zwischen von den New Porkern hinausgewählt worden), präsi­dierte und in der verschiedene Redner, namentlich der franzö­sische Deputierte Franklin-Bouillon der Obmann des inter­parlamentarischen Komitees der Entente, zum Eintritt in die neue Armee anssorderte. In der französischen Zeitung L'Oeuvre vom 2. Dezember machte Rone Pichon bereits nähere Angaben.

Sie wird nach ihm ungefähr 120 000 Mann stark fein und an verschiedenen Fronten verwendet werden. Der Großteil der höheren Offiziere ist französisch, weil tschechische Offiziere höhe, ren Ranges fehlen. Herr Pichon gibt hierfür die lügenhafte Begrünung, daß in der österreichisch-ungarischen Armee den Slawen die höheren Stellen größtenteils verschlossen gewesen seien.

In die Armee wurden eingereiht sowohl die in den ver­schiedenen Ententeländern wohnhaften Tschechen und Slowaken sowie Kriegsgefangene Der Etnttitt ist angeblich vollständig freiwillig und ohne jeden Zwang erfolgt. In Rußland sollen sich beim ersten Aufruf sofort 20 000 tschechische Kriegsgefangene gemeldet haben. Für die Rekrutierung waren eigene Delegierte des tschechischen Nationalrates tätig, hauptsächlich Professor Ma- saryk in Rußland, Stefanik in Rußland und Amerika und Be- nesch in Parts, London und Rom.

Herr Pichon verspricht sich große Dinge von der tschechisch­slowakischen Armee und verweist auf einen Tagesbefehl des rus­sischen Generals Brussilow. in dem es heißt:Die Tschecho-Slo- waken, von unserer (der russischen) Infanterie bet Tarnopol per- fiö im Stich gelassen, haben in einer Weise gekämpft, daß die Wett vor ihnen aufs Knie fallen sollte."

Herrn Pichon zufolge ist zwischen den Tschecho-Slowaken und den Ententemächten keine Abmachung poetischer Natur ge­troffen. Ste haben keinerlei Versprechen verlangt, das die En. tonte tu Verlegenheit setzen könnte ste beanspruchen nur das Recht, ihr Blut für diegemeinsame gerechte Sache" vergießen zu dürfen. «

Auch aus Italien kommt die Nachricht, daß dort tschechitzhq Neberläufer in der ilqlienischen Armee gegen Oesterreich kämpfen. Hingegen wird aus Rußland gemeldet, daß die dor­tige Regierung die polnischen Armeekorps aufgelöst hat.

Caillaur verhaftet.

Paris, 14. Jan. (MTB.) Die Agentur Havas meldet: Tail» laux ist heute morgen verhaftet und unverzüglich in das Gefäng­nis für Kranke gebracht worden. Die Verhaftung Eaillaux' wurde alsbald bekannt und machte Eindruck. Die Leute rissen sich förmlich um die Abendblätter und besprachen eifrig die Nachricht. Alle Abendblätter erscheinen mit großen Ueber- schriften und stellen die Verhaftung seines Freundes Dolo in Aussicht Ohne die Ursache der Verhaftung zu nennen, berich-! en ie Blätter, daß ein Schließfach Eaillaux' in Florenz unter dem Namen Renomard in dem Finanzinstitut der Vanca Jta- liana di sconto aufgefundcn. worden sei. Nach demJntranfi- geant" hätte dieses Schließfach Wertpapiere in 'beträchtlicher Höhe und Papiere enthalten, deren Bedeutung unbestreitbar sei. Das Blatt fügt hinzu: Es ist ein Schriftstück in die Hände der Militärgerichtsbrakeit gelangt, dessen Bedeutung und Wichtig­keit nichi gestattete, Eaillaux länger auf freiem Fuße zu belassen.

Genf, 16. Jan. lieber die Verhaftung Eaillaux' liegen in den Pariser Abendblättern von gestern und in den Lyoner Zeitungen von heute Nacht fowende Einzelheiten vor: Die Verhaftung erfolgte auf AnoiMing der Militcirjirsttz, d. h. mit Ermächtigung des Kriegsininisters Elemenceau. auf An­weisung des Militärgouverneurs General Dubail. Eaillaux befand sich gestern früh mit seiner Frau in seiner Wohnung, als seine Verhaftung erfolgte, die übrigens nicht unerwartet kam. Denn man hat bereits seit mehreren Tagen in der Humanit6" und anderen Zeitungen gerüchtweise von ihr gesprochen. Die reaktionäre Presse erzählt bereits allerhand Anekdoten, die offenbar erfunden sind, irm das Publikum gegen Eaillaux einzunehmen. So soll Eaillaux zu dem mit seiner Verhaftung betrauten Polizeikommissar gesagt haben: Die Verhaftung überrascht mich nichts denn diese Leute sind zu . allem fäbig." Es ist möglich, daß Eaillanr einen der­artigen Gedanken gehabt hat, es ist aber nicht wahrscheinlich, daß er ihn dem Polizisten anvertraut hat. Einige Zeitungen versichern, daß Eaillaux gedroht baben solle, er werde gegen dcn Pylizeikommissar mit dem Revolver kämpfen. Doch sei die Derbaftimg so unverhofft erfolgt, daß er keine Zeit ge­habt ba-be, sich zur Webr zu setzen.

Siebt man von diesen Eissindnngen ab. so bleibt nur als Tattache besteben, daß Eaillanr sich aestern früb. als der Kommissar bei ihm erschien, schnell ankleidete, seine Frau umarmte und im Automobil nach der Polizeiabteilnng im Jirstizgebände aebracht wirrde, wo die übliche Feststellung seiner Persönlichkeit erfolgte. Auf Befebl des Militär- gonverneurs wurde Eaillaux sodann nach dem GefängnkS En Sant6 gebracht, wo ibm eine geräumige, aber rm übriaen gewöhnlich ans gestattete Zelle zugewiesen wurde. Er erbält als llntersnchnnasaefanaener das Recht, die ihm auS seiner Wohnung zugeschickten Kleider &u benutzen.

Anttlitrnq firSfWdiiit im ffriril dg

Ze mehr Wunderdinge man sich bei den Völkern der En­tente von dem amerikanischen Riesenheere verspricht, das im Laufe des Jahres das Sternenbanner über den blutigen Gefil­den Frankreichs wehen lassen wird, desto skeptischer sind die An­sichten. die man in der neutralen Presse darüber lieft. Die Hol- länder haben ebenfalls, wie ein Aussatz imMaasbodc" beweist, von der amerikanischen Kriegsmacht keine allzu Hobe Meinung. Die amerikanische Armee, so heißt es da. kann ihre Kriegs- crinnerungen allein in dem tierischen Vernichtiktzaskriege gegen die Rothäute, in dem spanischen Krieg und schließlich in den noch jungen mexikanischen Angelegenheiten suchen. In dem letzt­genannten Abenteuer hat die amerikanische Kriegsmacht eine recht traurige Rolle gespielt. Das amerikanische Heer erlitt Schlappen, die ein einigermaßen kräftiges Heer mit gutem militärischem Geist niemals so gleichgültig ertragen hätte, wie er die amerikanischen Trupepn getan haben. Die großartige Kriegsmacht, die jetzt das EefchickEuropas bestimmen soll, mußt« sich zweimal einer Handvoll mexikanischer Sttauchdiebe ergeben.

Die amerikanischen Offiziere haben sehr mit technischen Schwierigkeiten, vor allem mit mangelhafter Munition zu kämpfen. Es klingt beinahe unglaublich, aber es scheint doch wahr zu sein, daß Amerika als es sich an diesem Krieg beteiligte, kaum genug Pulver besaß, um von Zett zu Zeit einen Salutschuß abgeben zu löypen. Wahr ist jedenfalls, daß der amerikanische Marincminister, während sich das Land auf dem Höhepunki seiner Munitionssabrttation befand, mit einer englischen Firma einen Kontrakt über Pulver- und Geschoßlieferungen abschloß. Die Gründe hierfür sind jedenfalls in der Beschaffenheit der amerikanischen Munition zu suchen. Letztere erwies sich bet Untcrsuchmrg als derartig unbrauchbar, daß sie nicht weiter auf der Flotte verwendet werden konnte. Während eines Aufent­halts in Amerika hörten wir eine traurige Geschichte über ame­rikanische Kanonenkugeln, die an der englischen Front verwen­det worden waren. Große Mengen dieser Munition, die die angreifende Infanterie unterstützen sollte, explodierten zu früh uitö überschütteten die eigenen Truppen mit ihrem tödlichen In­halt. Die weiter entfernt liegenden Schützengräben des Fein­des blieben unversehrt. Außerdem hat General Pershing bet seinem Eintreffen in Europa ein Drittel aller mitgebrachte» Munitickn als unbrauchbar erklärt.

Was von dcr amerikanischen Disziplin bekannt ist, gibt auch ein eigenartiges Bild. So wurden beispielsweise während der mexikanischen Expedition die nationale Garde zur Front ge­sandt. Als sich in dem Transportzug keine Schlafwagen für die Offiziere vorfandcn, verließen diese am Abend den Zng und er^ klärten, nicht eher weiterzufahren, als bis dem Mangel abgehol- fen wüve. Ein anderer Truppenteil fand die Verpflegung im Zuge während des Transports unzureichend. Auf irgend einer Station verließen alle Mannschaften den Zug. plünderten samt-