Ausgabe 
16.1.1918
 
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Nummer 13

Ulittmoch, den 16. Innnar 1618

11. Jahrgang

f'**** Ta.,-S!-it«ng" --scheint jeSen SCetHaj. Reg-Imiitzigs Beilagen ..Ser Kauer aus Sesse..''. ..Di, Spi»n»»be". H.Mg«pr-i»: «ei Sen P-ftankalt-n v,-«eliäl,rlich Mk 21» hin u tritt noch das Bestellgeld,' bei den Aaenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. An?ergen: Grund,eile 25 Pfg., lokale 20 Anzeigen von auswärts werden durch Poänachnadm erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Schriftlcitung und Verlag Friedberg (Hessen), 'oanauerüraße 12. Ferniprecher 48. Post) beck-Lonto Nr. 485g. Amt Fcaiitiurt a. Ui.

Starke Italienerangriste gescheitrrt

Lebhafte Artilleriekämpfe Wischen Krenta und Piave. Derhaftnng CaUiane.

Der rumänische Gesandte in Anhand verhaftet.

Der deutsche Generalstad . meldet:

W. T. K. Großes Hartptqrrartier» den 18. Jamtav. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse. An verschiedenen Stellen der Front Artilleriekampf.

Oestlichcr Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Mazedonische Front.

Die Sage ist unverändert.

Italienische Front.

Clarke Angriffe, die der Italiener gegen die österreichisch- ungarischen Stellungen am Monte Asolone und Monte Pertica führte, find unter schweren Verlusten gescheitert.

Tagsüber in den Angriffsabschnitten anhaltende Feuer­kämpfe dehnten sich zeitweilig nach Westen über die Brenta, nach Osten bis zur Piave aus. Auch längs der unteren Piave und in Verbindungen mit italienischen Vorstößen im Piavedelta war die Artillerietätigkeit vielfach gesteigert.

^Der Erste Generalqnartiermeister: Ludendorff.

Abendberickt.

Derlin» 15. Jan., abends. (WTV. Amtlich.) Zwischen Brenta und Piave vielfach heftiger Feuerkamps.

Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der österreichische Generalstab [1

fe rs - : meldet: =^T ~!l

Wien, 15. Jan. (WTV. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver­lautbart:

Zwischen der Brenta und dem Monte Pertica ging der Ita­liener nach starker, zeitweise zum Trommelfeuer gesteigerter Ar­tillerievorbereitung zum Infanterieangriff über. Nach sehr hef­tigem Nahkampf gelang es dem Feinde cm einzelnen Stellen in unsere Graben etnzudringen. Im Gegenstoß wurde er jedoch aus diesen geworfen. Im ganzen Angriffsraume ist die vor­derste Kampflinie voll in Unserem Besitz. Der Gegner erlitt schwere Verluste An der unteren Piave wurde ein feindlicher Vorstoß bei Bressanin rasch zum Stehen gebracht.

Der Chef des Generalstabcs.

| Der bulgarische Gcueralstab jl

it==: meldet: =-

Sofia, 14. Jan. (WTV. Nichtamtlich.) Eencralstabsbericht.

Mazedonische Front: Im oberen Skumbitrl zerstreuten wir durch Feuer eine starke feindliche Erkundungsabteilung: zu beiden Seiten des Ochridasees in der Gegend der Mogleua und südwestlich rc-n Doiran Artillerietätigkeit Etwas lebhafter war sie zwischen Wardar und Doiransee. dlnscre Posten vertrie­ben eine englische Jnfanterieabteilung, die sich unseren Schützen­gräben zu nähern versuchte. In der Gegend von Bitolia und längs des Wardar und der Struma lebhafte Artillerietätigkeit.

Dobrudscha-Front: Waffenstillstand.

Haag, 15. Jan. Aus London wird gemeldet: DieSüip- ping Gazette" schreibt: In der letzten Zeit haben wir eine Woche gehabt, wo unsere Schisfsverluste durchschnittlich täglich 20 000 Tonnen übersteigen. Wir können wohl sagen, daß die Höhe der Verluste an Handelsschiffen ein Drittel unserer gesamten Krl«"-^u5gaLen erreicht.

, in, 14. Jan. (WTV.) Sir Eric Geddes, der erste Lord der eagtifchen Admiralität, gab bei der letzten Versammlung, die zwischen Vertretern der englischen Negierung und Vertre­tern der Cewerkschastsvcrcine zur Beratung der Frage des Hceresersatzes stattfar.d, nach dem ..Daily Telegraph" vom 4. Januar 1918 eine Erklärung ab, daß sich die Lage in den letzten sechs Monaten durch die Vorgänge in Rußland völlig geäirdect habe. Letzten Endes werde der Ausfall durch die amerikanischen Heere wieder mehx als ausgeglichen. Die Schnelligkeit, mit der diese Heer der Front zugefühlt werden könnten, hänge aber so gut wie ganz von der Frachtraumfrage ab. Infolgedessen müß­ten in der nächsten Zeit die ^Hilfsquellen des Landes (Englands) erheblich in Anspruch genommen werden. Zur Erlangung des Sieges feien notwendig die Steigerung des Schiffsbaues, die Ersparnis von Frachtraum, die Aufrechterhaltung der Heere im Felde. Nach sorgfältigster Bearbeitung durch die Regierung sei man zu der Ueberzeugung gelangt, daß man die Heere im Felde nur auf der Höhe erhalten könne, wenn man eine große Zahl von Leuten aus den Munitionsfabriken aushebe. Die Ausfüh­rungen zeigen, wie die Frachtraumnot, die die Heranfchaffung der anierikanifchen Truppenverbände in grrßem Maßstabe un­möglich macht, entweder die englische Front oder die englische Munitionserzeugung schwächt. Dies wird umsomehr der Fall sein müssen, als es England nach den neuesten Nachrichten vor­geht, im Hinblick auf die immer größer werdende Nahrungs­mittelnot Brotgetreide, Fleisch und Futtermittel statt der Truppenhilfe der Vereinigen Staaten von Amerika zu erhalten.

Kaisers Geburtstag.

Berlin, 14 Jan. (MTV.) Der Kaiser hat den Wunsch ge­äußert, daß auch in diesem Jahre sein Geburtstag nur durch ernste Feiern und Zusammenkünfte in den Schulen und beim sonntäglichen Gottesdienste in den Kirchen begangen und von lauten feierlichen Veranstalten tunlichst Abstand genommen werden müsse. Auch veranlaßt dcr Kaiser mit Rücksicht auf den stark belasteten postalischen Verkehr im Felde zu der Bitte, von der Uebermittlung von Glückwünschen abzufchen und sich auf ein freundliches Gedenken und auf treue Fürbitte zu beschränken.

21000 Tonnen verdenkt

Bcrrin, 14. Jan. (WTV. Amtlich.) Eines unserer Unterste, boote hat unter schneidiger Führung des Oberleutnants zur See Lohs letzthin im Aermelkanal fünf Dampfer und drei Fischer fahrzcuge mit rund 21000 Bruitoregistertonnen versenkt: eine Leistung, die um so anerkennenswerter ist, als die Erfolge von e:ncm kleinen U-Boot und in einem Seegebiet erzielt wurden, in dem die feindliche Gegenwirkung besonders stark ist.

Alle Dampfer, mit Ausnahme eines, waren bewaffnet und tief geladen. Es konnten namentlich feltgestellt werden der eng­lische bewaffnete DampferIolanthe" (3081 Tonnen), sowie der bewaffnete englische TankdampferArca" (4823 Tonnen), der in geschickt durchgefvhrtem Angriff aus einem stark gesicherten Tankdampfergeleitzuge herausgefchofstn wurde.

Die versenkten Fischerdampfer waren englischer Nationali­tät und führten die NamenEratitnee" (B. M. 25),Varna" <33. M. 43) uit(>23. A. 201".

Der Chef des Admiralstavs der Marine. ^

Der Ausgleich in Berlin.

Ueber das Ergebnis der Beratungen in Berlin ist man nur auf Blnttermeldungen und Vermutungen angewiesen. Doch scheint cs sicher zu sein, daß es ohne einen Wechsel der führen­den Männer abaehen soll. DieGermania", die ja heute äls das Organ dcs Reichskanzlers anzusthen ist, schreibt: Die Grund­lagen unserer Friedenspolitik bleiben die alten. Rach dem O st e n gelten die Erklärungen des Reichskanzlers vom 29. No­vember weiter mit ihrer Bekenntnis zum Selbstbestimmungs- recht der Völker, im übrigen ist eine Bindung unserer Kriegs- politik nach anderer Seite nickt erfolgt. 2luch in dcr Absicht, das Selbstbestimmungsrccht der östlichen Grenzvölker loyal durchzu­führen, wird in bekannter Weife festgehalten. 2lus diesen Grundlagen folgert, daß dem Staatssekretär von Kiihlmamr für die Verhandlungen in Brest-Litowsk keine neuen Weisungen ge° geben zu werden brauchten. Es sind auch tatsächlich keine er­gangen.

Berlin, 15. Ia^ Die Berliner Besprechungen zwischen dem Reichskanzler und der obersten Heeresleitung über die Kriegs- ziclsragen können '-ack demBerliner Lokal-Anzeiger" als er­ledigt betrachtet werden. Ein Ausgleich ist gefunden worden, bei dem die oberste Heeresleitung, wie sie beabsichtigt hatte, lediglich die militärischen Erfordernisse vertrat. Der 2lusgleich schafft für die Verhandlungen im Osten klare Richtlinien und nach der Wesffront freie Bahn, die wiederum ihre Grenzen in den staatlichen Notwendigkeiten des Deutschen Reickes findet.

DieDeutsche Tageszeitung" betont, daß für die Berliner Besprechungen dcr Westen, nicht aber der Osten wohl die eigent­liche große Hauptsache gebildet haben müsse.

DieDossische Zeitung" hat den Ausgleich als einen politi­schen Waffenstillstand bezeichnet und auch bezüglich des Westens fei eine volle Einigung zwischen der politischen und militärischen Leitung erzielt worden.

DasBerliner Tageblatt" schreibt: Wie wir erfahren,

sand gestern nicht nur eine Sitzung des preußischen Ministe­riums, sondern auch eine Besprechung im Reichskanzlerpalaste

. statt, an der außer dem Grasen Hertling und einigen anderen Vertretern der Reichsregierung auch die Heerführer Hindenburg und Ludendorff teilnahmen. Dagegen hat der Kanzler die Parteiführer entgegen seiner ursprünglichen 2lbsicht nicht emp­fangen, wohl aber hat Unterstaatssekretär von dem Bussche im Verlaufe des Nachmittags den Parteiführern einige Aufklärun, gen über den Gang der Verhandlungen in Brest-Litowsk gege­ben. Danach sind dort die Verhandlungen gestern nachmittag wieder ausgenommen worden und auch heute vormittag soll eins Sitzung der Abordnungen stattfinden. Es wird versichert, datz der Reichskanzler an den Erklärungen, die er im Hanptaus- schusse über die Ostfragen abgegeben hat, festhalte. Einig scheinen die Oberste Heersleirung und die Reichsleitung dartiber zu sein, daß in Brest-Litowsk die Verschleppungsversuche dec Russen mit Entschiedenheit zurückgewiesen werden müssen. Die Reichsleitung will den Grundsatz des Selbstbestimmungsrechtes für die russischen Randvölker nach wie vor aufrechterhalten. Die 2lusführung des Selbstbestimmungsrechtes halte man aber erst dann für möglich, wenn der Friede geschlossen und die Ordnung wiederhergestellt sein wird. Vis dahin erachten auch die maß­gebenden Stellen die militärische Räumung der besetzten Ge­biet für undenkbar.

Die Parteiführer bei Staatssekretär Roedern.

Gestern mittag fanden derNationalztg." zufolge Be-« sprechungen der Fraktionsführer des Reichstages mit dem Staatssekretär und stellvertretenden Vizekanzler Grafen Rödern statt, denen auch der Unterstaatssekretär im Aus­wärtigen Amt, Freiherr von dem Busfche, beiwohnte. Es wurde Beschluß darüber gefaßt, ob in der heutigen Sitzung des Hauptausschusses die politische Aussprache fortgesetzt oder vertagt werden soll. Die Parteien der Mehrheit traten für eine Vertagung ein. Aivch die Nationalliberalen schlossen sich dieser Auffassung an, wenngleich die Gründe der Natio­nalliberalen für eine Vertagung sich von denen der Mehrheit unterscheiden. Bei der gestern nachmittag stattsindenden Sitzung des Hauptausschusses nahm der Vertreter der Ne­gierung Herr von dem Bussche aus Anlaß der Geschäfts­ordnungsdebatte Gelegenheit, .eine kurze Erklärung über die Verhandlungen von Brest-Litowsk zu geben und über die Richtlinien, die den deutschen Vertretern dort erteilt worden sind. Er teilt ferner mit, daß diese Richtlinien die gleichen geblieben sind wie bisher. Fm weiteren Verlauf der Ge- schäftsordnungsdebatte beantragte der sozialdemokratische Redner Aufnahme der politischen Aussprache, was jedoch ab- gelehnt wurde.

Krest-Litomsk.

DieVoss. Ztg." meldet als die große Nachricht des Tages: Um den bundesstaatlichen Charakter des Deutschen Reiches nach außen zum Ausdruck zu bringen, wird Bayern fortan einen besonderen Vertreter zu den Friedensverhand- lungen mit Rußland nach Brest-Litowsk entsenden. Der frühere bayerische Ministerpräsident Podewils wird sich zu­nächst nach Berlin zu Besprechungen mit dem Auswärtigen Amt und dann nach Brest-Litowsk begeben.

*

Ueüer die Verhandlungen von Brest-Litowsk, die gestern wieder ausgenommen worden sein sollen, ist in Berlin noch nichts näheres bekannt geworden.

Rußland.

Petersburg» 13. Jan. (MTV.)' Der zweite Kongreß der Bauern hat eine besondere Verordnung über die unverzügliche Ungültigkeitserklärung der Mandate aller Mitglieder der ver­fassunggebenden Versammlung festgesetzt, die gegen die Regie­rung der Arbeiter- und Soldatenräte oorgehen. Die den Ab- geordneten vom ausgehändigte Verfügung enthält un­

ter anderem den folgenden Paragraphen:

In allen Gouvernements, wo die gewählte^ Abgeordneten vom rechten Flügel der Partei der sozialen Revolutionäre oder einer anderen rechtsstehenden Partei angehören, die gegen die Regierung der Arbeiter- und Soldatenräte handeln, müssten diese unverzüglich zurückgerufen werden und im Falle einer gerung sich zu unterwerfen, sollten gemäß dem Erlaß über dir Neuwahlen solche angcordnet worden.

Der Kongreß der zweiten Armee hat schon beschlossen, Atjeu- tien. Gotz, Lichatschem und Kolerosf, sämtlich rechtsstehende So­zialrevolutionäre, die von dieser Armee gewählt morden find, zurttckzurufen. Aehnliche Vorschläge wurden in vielen Gouver­nements gefaßt. Das Bureau des Houptvollzugsausschussc*