Grane Gefahren.
Roman aus der Gegenwart von M. Gontard - Schuck. iGj Nachdruck verloren«
„Meine alte Dorte, ja. lind seit nun vor drei Jahren Deine Mutter starb, bespricht der Onkel alles mit mir. Wunderst Du Dick da noch, daß ich mich hier mehr zu Hause fühle cks aus der Wangenbnrg?"
„Nein. Gina, Du hast recht! Verzeih mir! Eigentlich konnte ich von Dir lernen."
„Was willst Du von mir lernen?"
„O. ich meine nur! Ich fühle mich etwas beschämt. Ich glaube. Du bängst mehr bi "t dem Stückchen Erde als ich."
Sie neckte. „Na, na! s will ich nicht hoffen! Freilich. wenn ich bedenke, rorV renlos Du uns im Stich gelassen hast!" Sie drohte n 'i dem Finger.
„Treillos? Ich treulos? Ich verstehe nicht!"
„Bist Tu nickt fahnenflüchtig geworden?"
„Aber, Gina. .Kind! Ich falmenflücksig? Wie kommst Dn denn auf den sonderbaren Gedanken?"
„Etwa nickt? Du battest den schönsten Beruf, den ich mir denken kann. Die Grenzen unseres Vaterlandes an der See zu verteidigen. Oder hinanszufabrkn mit dem Schiss nach fernen Weltteilen, nur unsere Volksgenossen zu beschützen. Dem Handel des deutschen Reiches friedliche Wege zu bahnen! Ist das nicht herrlich?"
„Aber gewiß ist das herrlich. Darum habe ich es auch
jahrelang getan. Nun aber will ich dem Vaterlande auf andere Weise dienen.*
„Phi Als Diplomat! Scheußlich sind ich das! Mir ist e§ unbegreiflich, wie jemand an diesem Beruf Freude haben kann. Nichts wie Lug und Trug." Sie sah ihm plötzlich in die Augen. „Hast Dn schon einmal so reckt frisch von der Leber weg Deine Meinung gesagt, seit Du in London bist?"
„Aber. Gina. Kindl Was ist das nur mit Dir?"
„Ach, ich weiß schon! Nichts wie Lug und Trug. Einer lügt denk andererr etwas vor. und das nennt man dann Diplomatie. Nein, nein, geh mir damit! Ich sag doch lieber alles gerade heraus wie ich's meine."
Werkheim b!ieb stehen und zwang dadurch auch Gina, stehen zu bleiben.
„Wenn ich nur wüßte, woher diese aufrührerischen Gedanken kommen. Was versteht denn nur so ein Springinsfeld von der Diplomatie!"
„Ach, Du! Du wirst Dich wundern. Eine ganze Menge Bucker Hab' ich studiert, seit Tu in London bist. Na. ja, wie ich Dir schon sagte: Alle Diplomaten müssen lügen."
„llnd der Onkel? Den vergißt Dn wohl aanz?"
„Ter Onkel?" Sie lachte. „Natürlich gibt es überall Ausnahmen. Und der Onkel ist so eine Ausnahme, deshalb hat er sich auch nickst wohl gefühlt dazwischen."
„Tu weißt Dir wenigstens zn'he^en, kleine Gina. Aber nun kommt die Reihe an mich. Jetzt sage ich Dir was Unangenehmes."
»,Da bin ich neugierig.'-
„Du bist eine schlechte Wirtin! Läßt mich halb ver> hungern und sagst mir dabei noch Grobheiten."
Sie lief lachend davon. „Sofort sollst Du ein aus- giebiges Frühstück haben, wenn es so schlimm mit dem Hunger ist."
Alfred folgte ihr langsam.
Er mußte noch einmal an die Worte seines Bakers denken.
Regina sollte ihn lieben! Unsinn! So tritt kein Mädchen dem Manne entgegen, den es liebt. Und überhaupt — was wußte dies sechzehnjährige Kind von Liebe. —
Zwar Helen war nickt viel älter, kaum achtzehn Jahre. Aber die Welt, in der Helen lebte, lvar eine andere. —
Ein nnbebag'iches Gefühl stieg in ihm empor.
War es wirklich eine so ganz andere Welt? Und batte lein Vater vielleicht doch nicht so ganz unrecht? Frei'ich, eme deutsche Gutsfrau, wie es Regina geworden lväre, würd" Helen nie werden.
Was war es nur. daß immer wieder diesen Zwiespalt in ihm wack-ries? Solange er in Helens Nähe war. sckwieg jeder Zweifel dann befand er sich aanz in ihrem Bann. Sowie er aber fern von ibr weilte, ließ ein gewisses Etwas in ihm dieser Liebe nicht recht froh werden.
Was war es nur?
„Das Kind.- die Regina, hat mich wahrhaftig ganz nach- denkt ich gemacht."
odesartzcige.
Allen Freunden und Be'anntcn die traurige Na.hlichst daß am 13. Januar 1918, morgens V 28 Uhr, unser lieber Vater, Schwiegervater und Onkel
Herr
II.
j Gr. jjol la KrlmMrmgNci!) Großer roijrti la. iiliildiiiinnr
Olß-'C ßl'MörNie, '„wie WM-, Ichwrlae- und ™ ” W « v ,-i-o bei.
©. W. Zöll 5
Fricdber", S-aiietfir. 12 . Tel. 410 . Fachm ännische Bedienung.
Danrsn- u. Kinder-
Korsetts, Strümpfe u. Socken, Hemden, Unterhofen u.
im Alter von 50 Jahren nach kurzem, schwerem Leiden sanjt entschlafen ist.
Nieder Wöllstadt, Expertsban^en,
den 14. Januar 1918.
Sie Iranern!) SiM'b'ieSkiien:
Krau WiLtzelmine Nitz geb. Nöd.ing Üffz. Heini. Nitz, z. ZI. im Felde Kanonier Jakob Nitz, z. Zt. im Felde Minsk. Wilhelm Nitz, z. Zt. im Felde Marie Nitz Emma Nitz
Jo cf Brand, als Bräutigam
Familie Brand W i in herrlichen Qualitäten.
Familie Rösing.
. ,,^'5 Beerdigung findet. Mittwoch Nachmittag um |i !j OiülllßlifSHB SlÖffi mb ^ Uhr statt» . J
- u’öhcr^ i. H.. Kaiferitr. 51 ,
Kekanutmachnng.
Nom 13. Januar ab satten au Sonn- und Feiertagen bis auf westeres aus die Personenzüge 7,4 Marburg ab few vckm. Frankfurt an 12-i nachm, und 790 Marburg ab V” vorm. G egen an 7« vorm. Pz. 792 Marburg ab 5i£ vorm. Frank urt an 9-" vorm, der bisher zwischen Marburg und (Hießen werllags und von Gießen
Dl<i SCrntllfnrt lnnlir+i fuhr ■ mi»X Ainh u:- ftti.c_
ZtMSGehr 0i
Friedbero. Mittwoch, den 16 . uar 1918 abends ’i i J 2 Uf;r, Antreten:
furntjn'lf trr^npflir crf;’,n!r
Sämtliche Ansrllstungsgegen- stände mickrin^en
Scirattnimachnttfl
In der Zeit vom 16. Jcnnar bis 3i. Jaruor 1918 wir) ne en den Lieferunzsab chnitt t 1 der Süßstofflanen „H" <b!au' und gegen c>en L.e e-ungsabjchnitt 2 der Süßstoffkaiten „G" (oelb) von den Sl ßstoffabgabestellen Süß'toff obgege en
nelan u ein Briefchen bezw. eine Schacktei aus den Anschnitt nir Aufgabe. Mit dem 31. . an. verliert der Abschnitt >1 bezw. 2 e n? Gültigkeit. Nach die'em Zeitpunkt nicht abgerusene Sütz'toff- n?n?en d irfen von den A.»gabe- stellen frei verkauft werden.
Frredberg» den 14. Jan. 1918.
Der Bürgermeister I. V.: Damm.
HolDkriieißeriiU.
Freitag, den 18. Januar 1918. vorm.ttaas 10 Uhr. werden im Grü lichen Revier Wick iadt, in dn Di>1r>k'eil Haienzahl, Dörnberg Dachbaum, Hirschweg. Küh- loch, 7iegen)erg und Hardt versteigert:
1 Fickst en-Stamm 43 cm Durck- messer. 4,8 m lang — 0,70 fm 17 Ficksten-Derbstcm-en.
20 Si ichten Fichten- langen zu Leiterbäumen, Baump'ä ter, Einfriedigungen, Eerüftslan- fcit geeignet.
Scheit: 27 rm Eiche. 6 rm Buche Knüvpel: 31 rm Eiche, 4 rm Buhe, 7 rm Fichte.
Astreier: 324 rm Eiche und Buche.
We. en: 7250 Eichen, Buchen und Fich en.
Zn.ammenlunst im Distrili Dorib?ro, zunächst Brnstadt
Asfenheim d. 13. Januar 1918.
Gräfliche Rciiitammcr.
warne hierdu ch isdermann, \) meinerTochlerFr.e)a Lckwenz auf meinen 9ramen eiwos zu borgen, zu leihen oder zu verkaufen, da ich fur.nich s hafte.
Kaspar Schwenz,
Heuchel ierm (AZelteran).
Einen Simmentaler 17 Monate alten ''elb cheätgen
Faielochfen
hat zu verlaufen.
A. Ka fer, Kloppenheim. Bost Groß-Karben (Hessen)
Ern pktma 4 jähriger
bis Frantstrl täglich fuhr," wird auch von Marburg bis EießeHäg"
Migjilhe Akttbchdilkkligit Fraitlsiirl lMain).
Selbständiger
für -Croßglaserei (Hiissdienstbe- trieb) sofort gesucht.
Heinrich Hahn,
Frankfurt a. M., Töngesgasse 18-
Fahrochse
wegen Platzmangel zu ver.aufen
Karl Lorey,
Sie nba h a. T.
Junges zugsestes
]Piei 9 ct
zu ve..g, en
äclmiiU,
Schellnhof Post Schotten. Tel. 216
Sfntt KaWen.
Flora Mai
Ferdinand Landmann
Verlobte
Friedberg (Hessen)
Ja.iuar 1918.
Mannheim
j
Kcüanntmachnng.
Für diejen'gen Haushaltungen, die bei der ersten Ausgabe von Freßsteinen nicht berücksichtigt werden lonuten, erfolgt dre Aushändigung der Bezügliche.ne am:
Mittwoch, den 1t». u. Donnerstag, den 17. Januar.
Die Be ugsschein-Ausgabe findet nicht mehr ans der Ons.oü, erstelle statt, sondern in der
V-ltslesehalle
(Eingang Haagstrage) und zwar für die Be.ugsberechllgten
des >. Bezirks am Mittwoch, den 16. von 8—1? llhr
« r. v. Nr. 1-600 . ., 2-5 IV
„ >> „ v Nr. 6oi u. fol de. am Donnerstag. 17 von8—1 11.,r w III. „ v.Nr. 1 u folgende „ .. H „ 2—4 llhr
Ausgegeben werden für jede Haushaltung je 5 ) Stück Pretz- ste'ne zu dem Preise von Atk. 2,25. Ter Betrag ist bei Empfang des Bezugsicheines sofort zu hinterlegen und abgezästt bereit- zu Hallen.
Die Aushändigung der Preßsteine wird an den 3 Aus-abe- Üellen des Laders ..Städti'che P erdestell.'" vorzenoinmen und ist für Ue Emißangsberechtigfen Zeit und Aus-aSestelle n u d.r Druckseite t es Be;uzs,cheines angegeben, die genau eingehülten wer en müssen.
Bon dem Bezug der Preßsteine rutzge'chlossen sind alle Woh- nun's^nhnber mir Zenlraihe zunz, alte staatii ben Beamten, die Preßsteine durch Bern'ittlung ihrer Behörde eck)aiten haben, sowie aste diejenigen Haushaltungen, die ausreichend mit Brennstoffen oerfehen find.
Dte Oriskohlenstelle ist an die'en beiden Tagen ge'chloffen.
Stadt. Ortskohlenstelle Friedberg u H.
Balzer.
teils- i WM fitrü,
[ineeiraeoiiG Oenossnnsnali ii aasiiriiiUr iHiliilUL
Gei?r. 186 i. Keicbsbank-liüro-ronto. Te!.-No. 15 .
Siiilcnfflrtcn ‘t“Ä eU
öfBf (ffflgfdifiljiBii prmfefffi n.önlj.-®.
Entgegennahme vor SDar-Einla?en,
zu den höchsten Zinssätzen.
SB
Provisionslreier ChecK- verkehr.
ar
Conto-Oorrent-Credit-
Gewährung.
SB
Diskontierung von Wechseln.
SK
Verwahrung u. Verwaltung von Wertpapieren.
Celeihung von WerN papieren. '
SK
An- und Verkauf von Wertpapieren.
ae
Einlösung von Coupons etc.
2SK
Vermittelung aller in das Bankfach einschlagenden Geschäfte zu den mässigst. Bedingungen.
Feuer- und diebessichere Stahlkammer, in der eiserne Schrankfächer (Safes) in verschied. Grössen vermietet werden,
Zeit'Emum^eu aul alle an den deutschen Börsen zur Auflage kommenden neuen Anleihen jeder Art werden von ung zu den Ausgabe»Bedingungen angenommen, ohne daß dies hi den einze nen Fällen lieMonderM bekannt gemacht wird.
Ue.ert schnell uno billigst ^
lifuf TagkSsetilniz
Srackrur nui j^tcUa. A.-G. v -,


