Ausgabe 
15.1.1918
 
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vl-iE im Merbunde haben auch so etwas von einem Drei- rnaunerkollegium, einen, der davon sprach, es gebe außer Elsaß- Lothringen kein Friedenshindernis er heißt Kühlmann: einen, der sich mit Lloyd George in angenehmer Plauderei in» nerbalb weniger Stunden über den Frieden verständigt haben wollte er heißt Erzberger: und einen, der in der Politik des Mister Wilson die geeignete Grundlage für einen Weltfrieden süh cr heißt Czernin. Wir möchten nicht nachprüfen, welcher von den drei heute das klügste Gesicht macht, nachdem der Fran­zose. der Engländer und der Amerikaner zur Friedensfrage Und sogar zu einem neuen feierlichen Friedensvorschlage gesprochen, aber wenn es nicht der Ernst.der Zeit gebieten würde, selbst bei solchen diplomatischenErfolgen" ernst Zu bleiben, wir machten nns anheischig, den Text Zu der Posse zu schreiben, die uns da aufgeführt worden ist. Es steht ja schließlich jedem frei, sich nach Belieben bloßzustellen, aber wenn die vaterländischen , Interessen auf dem Spiel stehen, dann hört der Spaß auf.

Es ist kein Zweifel' Wilfoa Hai seinen. Freund Lloyd Ge­orge noch übertrof'en, nicht nur in der Heuchelei, denn da ist er priveligierter Meister, sondern auch in dem Maße demütigen­der Forderungen und Zumutungen an den Vierbund. Seine Formel ist dabei sehr einfach: erst müssen die vier klein sein daß sie sich ihr Leben lang nicht mehr mucksen können, dann wollen wir den Weltfrieden schließen: ich. der große Friedensapostel, habe das Programm bereits fix und fertig in der Tascbe Der vereheliche Leser wird uns wohl gestatten, dcß wir dieses Pro­gramm einstweilen in Pankees unergründlicher Tasche lassen: vielleicht hat die Nachwelt einmal daran ein Jrttcrcff?, wir baben uns mit etwas Realerem zu belassen, und das sind Wilsons Friedensbedingungen. Eie sind es wert, an dieser Stelle noch­mals in ihren Hauptzvgen festgebalten zu werden:

Belgien muß geräumt und wieder aufgerichtet werden: das ganze französische Territorium muß befreit, die besetz­ten Teile muffen wieder heraestellt. und das ..Unrecht" hin­sichtlich Elsaß-Lotbringens muß wieder gut gemacht werden: die italienischen Grenzen muffen berich'igt werden: die Völker Oesterreich-Ungarns sollen aus dem Staatenv^rbande gelöst werden: Rumänien. Serbien und Montenegro müs­sen geräumt werden. Serbien muß an das Meer, und die übrige Einteilung des Balkans erfolgt nach historischen Grundsätzen so ungefähr, wie sie der frühere Universitätspro- feffor Wilson in feinem Kop e sich zurecht macht: die Tür­kei wird gleichfalls aufoeteilt unter der Devise des Selbst­bestimmungsrechtes d b der Einverleibung der abgetrennten Teile in das englische Weltreich, nicht nur das Polen, das die Mittelmächte von Rußland befreit haben und in dessen Erde Tausende unserer Besten ruhen, wird unabhängig sondern auch bte zu Preußen gehörigen Landeste'le. in denen die Herren Polen sprachlich das Ueberqcwicht haben: außerdem muß

Polen Zugang zum Meere haben, darf also Landestetle bean­spruchen, die ethnographisch mit ihm gar keinen Zusammen­hang heben: über die deutschen Kolonien wird noch ver­handelt. in welchem Sinne, hat ja bereits Lloyd George vor­aus verkündigt.

Wir haben unsere Ansicht über die neueste mit Unver­schämtheit gepaarte Heuchelei des Söldlings der englisch-ameri­kanischen Eeldoampyre schon genügend dargelegt. Aber daß Wilson in Deutschland Befürworter entstehen, hätte man doch Nicht für möglich gehalten. Und doch ist dem so! Die ganze ltnksliberale Preffe beschäftigt sich mit der Wilsonschen Rede al» ob man ernstlich auf ihr Anaebot eingehen könne. Die Frankfurter ..Volksstimme" gebt so weit. Herrn Wilson als un­eigennützig hrnZustellen. da er dock für sich be.zw. Amerika nichts fordere, wenn er den Italienern Triest und das Trentino und den Rumänen Sieburgern Zubillrge. Daß es Wilson nur darum zu tun ist. Italien und Rumänien bei der Entente zu behalten, das sehen jene Politiker nicht ein. Zum Schluß fordert das Blatt kategorisch auf. Deutschland solle sich mit Wilson an einen Tisch setzen. So was ist leider nur in Deutschland möglich: nur hier gibt es Leute, die in Wilsons Botschaft ein . Dokument von höchster politischer Bedeutung" erblicken, nicht in dem Sinne, daß zur Unterzeichnung dieses Dokuments nationale Entwür­digung und Verkleinerung der im Dierbunde zusammengeschlos- jenen Staaten erste Voraussetzung ist sondern im dein Sinne, daß dieses Dokument die Grundsätze illustriert, auf denen der allgemeine Friede nach Vrest-Litowsker Art aufgcbaut werden kann: auch eine Nebenwirkung des sinnlosen Angebots von Brest- Litowsk. Der deutschen R-vo'utionspreffescheint" nämlich, daß kein einziger Punkt der Botschaft Wilsons so gefaßt ist. daß er ein Verhandeln von vornherein ausschlkeßen würde." Und die Revolutionspreffe stellt weiterhin fest,daß die Botschaft in Ten und Inhalt zweifellos ein bedeutsames Entgegenkommen gegenüber den Mittelmächten und der russischen Revolution be­deutet." Das Letztere stimmt allerdings, denn mehr Entgegen­kommen kann sich auch ein völlig zu Boden geworfener Gegner nicht wünschen, als es der ehrenwerte Amerikaner für die Russen herauso.clüftelt hat. Und dis Revolutionspreffe hält es ..nicht nur für möglich, sondern für notwendig, daß die Regierungen der Mittelmächte ernsthaft die Frage prüfen, ob die Botschaft Wilsons nicht die Drücke bilden könne, auf der die beiden feind­lichen Mächtegruppen endlich zu unmittelbaren Besprechungen Aber den Frieden sich zusammen finden können." Unsere Revo- lutionspreffe stellt sich also ganz auf das englische Ultimatum «in, das dobin lautete, die von Lloyd George vertretenen und fetzt von Wosdrow Wilson kommentierten Forderungen seien >as Mindestmaß dessen. was die Mittelmächte erfüllen muffen. Denn sie zu dem von ihnen gewünschten ..Verständigungsfrieden" kommen wollen.Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode", heißt es in Hamlet.

Die ungarische Kriegsanleihe.

Budapest. 13. Jan (WTV.) Das Ergebnis der siebenten ungarischen Kriegsanleihe übersteigt nach den endgültigen Fest­stellungen 3600 Millionen Kronen. Die durch die bisherigen ungarischen Kriegsanleihen aufgebrachte Summe beträgt damit über 15 Milliarden. Der König richtete anläßlich des glanzen­den Ergebnisses der Kriegsanleihe an den Ministerpräsidenten Dr. Wekerle ein sehr herzliches Dankschreiben.

Ans Mn, Kerzen ^ine MörvttMl.

macht die sozialdemokratische ..Volksstimme". Sie wendet sich gegen die Waldowschen Maßnahmen und bezweifelt, daß die 700 Sendboten, die in Deutschland die Bevölkerung aufklären sollen, Erfolg hätten. (Wir auch! D. Schriftl.) Das Blatt fährt dann fort:

Es entsteht also die Frage, ist Herr v. Waldow imstande, das Sein der Menschen in unserem Sinne zu ändern. Wir fürchten, er hat weder den Willen, noch die Macht dazu. Auf jeden Fall müßte er mit seinen Aenderungsversuchen auf dem Lande beginnen, denn die beklagenswerten Er­scheinungen in der Stadt, die Hamsterei und der Schleich. Handel, sind nur eine Folge-des Umstands, daß der Bauer seine Erzeugnisse in gewinnsüchtiger Absicht versteckt und Zurückhält. Wie aber das ^ein der Bauern so ändern, daß auch seine Denkweise sich ändert, daß beispielsweise seine eben fcstgestellte Gewinnsucht rein egoistischen Charakters einem mit etwas Gemeinsinn gepaarten Erwerbstrieb Platz macht? Die bäuerliche Existenz b *t heute bei uns auf der Pro- dnktion in Einzelbetrieb. Der Bauer produziert für sich allein, d. h. ohne Zusammenarbeit mit andern, die wichtig sten der für das Leben nötigen Erzeugnisse. Daher seine eigentümliche parlikularistifche Denkweise, für die die andern nicht vorhanden sind, weil sie ihrer nicht bedarf. Daß sich hei dieser Daseinsweise Gemeinsinn entwickelt, würde mit dem ganzen Triebleben der Menschen im Widerspruch stehen und ist daher ausgeschlossen, ja nicht einmal denkbar. Ob es aber Herrn v. Waldow gelingt, das einzige Heilinittel gegen die bäuerliche Denk- und Mc ans ihr fließende Handlungs­weise. näm'ich die Umwandlung des Einzelbetriebs in Ge- mein'clMsbetrieb, zur Anwendung zu bringen, erscheint bei den derzeitigen Machwerhältnissen der Klassen in Deutschland ausgeschlossen Deswegen möchten wir unfern- teils nochmals dem Zweifel darüber Ausdruck geben, daß die Arbeit jener 700 Sendboten auch nur das geringste an unseren Crnährnngsschwierigkeiton bessern wird. (Wir glauben, daß die Landwirte unter den heutigen Umständen die Produktion recht gern den Herren Sozialdemokraten überlassen würden.)

der Girre.

Fricdberq. Dem Fahrer Friedrich Hock wurde die Hes­sische Tapferkeitsmedaille verliehen.

Weckeshcim. Dem Minenwerfer Heinrich C l ö ß . wel­cher schon seid Anbeginn im Westen kämpft, wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. Wir gratulieren!

Wohnbach. Dem Kanonier Gustav Soll in einem Reserve-Feld-Artillerie-Regiment, im Besiße der Hessischen Tapferkeitsmedaille, wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. Herzlichen Glückwunsch!

Leidhecken. Dem Landstnrmmann Wtthelm Waas, der z. Zt. entlassen ist. wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Herzlichen Glückwunsch!

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Vortragsabend des RcscrvelazarcttS. Vor vollbesetztem Hause hielt am Samstag Abend im Turnsale der Augu- stinerschu'e Herr Professor Walz einen sehr interestanten Lichtbilder-Vortrag überAndreas Hofer und die Stätten seiner Wirksamkeit". Es waren dazu geladen die Insassen des hiesigen Neservelazarettes und die Mannschaften des Ersatz-Bataillons, die sehr zahlreich erschienen waren. Mit Freuden sahen wir, daß auch der Garnisonkommandant Herr Oberstleutnant v. Zülow, durch persönliches Erscheinen sein Interesse fiir Vortrag und Zuhörerschaft bekundete. In prächtigen bunten Bildern zogen Leben und Taten des großen Tiroler Freiheitskämpfers an den Zuschauern vor- über. Sie ließen etwas erkennen von dem großen Geiste und dem He'dentnm, das in diesem Gebirgsvolke steckt. Die farbenfrohen Darstellungen der Tiroler Alpenwelt und ihrer Gtädte aber zeigten, warum dieses ernste starke Volk so innig und treu an seiner Heimo! hängt und ihre Freiheit heute wieder in den heißen Schlachten auf italienischem Boden so zäh verteidigt. Diesem Gedanken gab dann auch mit Recht Herr Profesior Werner, unser Lazarettgeist- «icher, in seinen Dankesloorten an den Herrn Vortragenden Ausdruck. Wir aber schließen mit dem Wunsche, daß den Lazarettinsassen noch öfters solch besondere Gelegenheit der Belehrung und Unterhaltung geboten werden möge!

Eine Gefahr für die deutsche Landwirtschaft besteht in den zur Zeit auf dem Gütermarkt zu beobachtenden Erscheinungen. In allen vielgelesenen Zeitungen und in der landwirtschaftlichen Fachpresse wimmelt es heute von Anzeigen, durch die landwirt­schaftlicher Besitz gesucht wird. Die Schar der Kauflustigen ist sehr verschieden geartet. Die einen glauben durch den Erwerb landwirtschaftlichen Ekgenbesitzes am sichersten den Ernährungs­schwierigketten in den großen Städten aus dem Wege zu gehen, andere, daß die Landwirtschaft, die zurzeit hohe Beträge ab- werfe, in Zukunft sehr rentabel sein werde, die dritten gehören zu jener an Umfang recht beträchtlichen Gruppe von Leuten, die durch den Erwerb von Grundbesitz Kriegsgewinne verwerten und sicherstellen wolle». Dazu kommen die sehr zahlreichen Crundstückagenten. die besonders bäuerliche Besitzungen, deren Besitzer gefallen ist, zu vermitteln trachten und dabei nur ihr eigenes Jntereffe wahren. In dem Amtsblatt der diesseitigen Landwirtschaftskammer werden nun. um dieser drohenden Ge­fahr entgegenzuarbeiten, im ganzen Deutschen Reich Schutzmaß- nahmen gegen eine Mobilisierung de» Grundbesitzes gefordert.

Was sindFeldpostbriefe"? Trotz aller Warnungen in den Zeittlngen liefen: immer wieder Privatpersonen Briefe und Postkarten an andere Privatpersonen mit den Ver­merkenFeldpost"Feldpostbrief" versehen unfrankiert zur

Pest d ein, um für sie portofreie Beförderung zk erlaügekH wie sie es bei Briefen an Heeresangehörige zu tun gewöhn» und berechtigt sind. Jetzt im vierten Kriegsjahr muß fichj doch Jeder darüber im klaren sein, daß Portovergün-, stlgnngen nur den Heeresangehörigen zustehen. Die wieder-) rechtlichen Anwendungen der PortofreiheitsvermerkeFeld­post^ ..Feldpostbrief" erfolgen auch nur ausschließlich in der. betrügerischen Absicht, das Porto zu hinterziehen und in dem Glauben, es würde von den Postanstalten nicht gemerkt.- Letztere Annahme ist meistenteils irrig. Die Postbeamten haben allmählich auch gelernt, auf derartigefatsche" Feld-, postbnefe mit Erfolg zu achten.. Das beweisen die zahl-' reichen Geldstrafen, ktte die Ober°Postdirektionen tagtäglich auf die Anzeigen der Postanstalten hin wegen solcher Porto-, Hinterziehungen verhängen müssen. Trum überlege sich ein Jeder die etwaigen Folgen seiner Tat, bevor er die nur den ! Heeresangehörgien zusteyenden Portovergünstigungen in ! widerrechtlicher und strafbarer Weise in Anspruch nimmt! Ten Heeresangehörigen stehen die Portovergünstigungen auch nur für den Schriftwechsel in ihren Pnvatan gelegen- Seiten zu. Postsendungen in rein gewerblichen bz. rein geschäftlichen Angelegenheiten sind vortopflichjig. Auf sol­chen Sendungen, ob sie min von Heeresangehörigen aus- gehcn oder an sie gerichtet werden, dürfen also die Porto- freiheitsvermerkeFeldpost",Feldpostbrief" und dergl. n i cbt angebracht werden. Trotzdem geschieht dies sehr oft auch hiervor sei daher gewarnt! Natürlich dürfen die zun* Heeresdienst eingezogenen Personen z. B. Kanflente oder sonstige Gesck)äftsinhaber, Rechtsanwätte, Aerzte usw. in portofreien Feldpostbriefen an ihre Familien oder ihre Ge- sclmtsangestellten in der Heimat auch geschäftliche und ge- werblick)e Dinge erörtern soweit dies für ihre Geschäfts- j führung oder Berufsansübung notwendig ist. Ein der­artiger Schrislwecküel mit der Heimat gilt nicht als rein gewerbliä-e Angelegenheit: er genießt daher die Portover- günstignngen für Heeredangehörige. Dagegen sind Sen­dungen, die Heeresangehörige in ihren gewerblichen Ange­legenheiten mit anderen Personen, Firmen, Banken usw.,

' insbesondere mit den Geschäftskunden wechseln, poickopflich- j tig. Trotz Belehrung durch die Truppenteile und veröffent- j lichten Bekanntmachungen beachten dies viele Heeresange­hörige immer noch nicht hinreichend und setzen sich dadurch Unannehmliclfleitcn ans.

FC. Butzbach. 13. Jan. Der in Frankfurt am Main ver­storbene. in Sportskreisen bekannte Generalmajor z. D. von Vissing stand mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts hier als Schwodronschef bei den 23. Dragonern. Er har damals bereits die Landwirte der nördlichen Wetterau auf eine ratio­nelle Pferdezucht htngewlefen. Seinen Anweisungen wurde nachgefc-mmen und haben dieselben gute Früchte gezeitigt.

Gießen. 11. Jan (Vaterlandspartei.) Van dem Landesrcretn Oberhessen der Deutschen Vaterlandspartei ist das nachstehende Telegramm am 11. Januar 1918 an den Reichs­kanzler abgesandt worden:

Der Landesverein Oberheffen der Deutschen Vaterlands- partei dankt Ew. Exzellenz für die kraftvollen Worte im Hauxtausschuffe des Reichstages, die nach den trüben Nach. Lichten Über die Vorgänge in B' st-Lttowsk eine Befreiung von allerschwerster Sorge bewirkt haben. Wir sind der freu­digen Hokknung daß von fetzt ab in der Tat bei den wetteren Verbandlungen die Machtstellung des Deutschen Reiches und unser gutes Recht die alleinige Richtschnur für unser Handeln abgeben werden. Hindenburg und Lud-ndorff haben unser Heer und unsere Flotte von Sieg zu Sieg geführt. In un­begrenztem Vertrauen stehl^das ganze deutsche Volk hinter diesen seinen Helden und wird jeden Frieden zuversichtlich annehmen, auf dessen Abschluß sie ausschlaggebenden Einfluß ausgeübt hoben.

FC. Von der hessisch-bayerischen Grenze. 13 Jan. An das Fahrkartenschalter einer Station nach Aschaffenburg hin trat ein halbwüchsiger Bursche und verlangte eine Fahrkarte zweiter Klaffe nach Aschaffenburg. Der Beamte erklärte:Du fährst dritter Klaffe." ..Eich will ae Kart zwoater Klaß". Darauf der Beamte'Du fährst dritter Klaffe und wenn Du nicht willst, kannst uf Ascheberg laafe" und schob ihm eine Karte dritter Klaffe hin. Sie wurde genommen

Aus Skarkenburg.

FC. Vom Odenwald. 13. Jan. Vor einigen Tagen hatte irr Raibach der 19jährige Karl Heldenberger aus Unvorsichtigkeit mit einem geladenen Revolver seiner 20jährigen Schwester einett Schuß in den Unterleib beigebracht. Die Bedauernswerte nunmehr ihren Verletzungen erlegen.

Aus Nheinhcffcn.

FC. Bingen, 13. Jan. Das Kreisamt ordnete an, alle Gänse iirsoweit sie nicht zum Verbrauch des Gänseh^lters oder zur Zucht dienen, zu beschlagnahmen und zum Höchstpreis von 19 Mark pro Stück abzuliefern.

Kirchliche Anzeigen.

Gottesdienst in der Stadtkirche.

Mittwoch, 16. Januar, abends Uhr: Kriegsandacht. Herr Pfarrer Ritter.

Offene Stellen:

1 Unlerbeamter für Post. 1 Bäcker. 6 Schreiner. 1 Verwalter auch Kriegsbeschädigter, mehrere Dienstmägde für Landwirtschaft mehrere Hausmädchen.

Für Etappe: 100Pferdepfleger, mehre« perfekte Maschi- nenschreiberinnen, Stenographinnen.

S teHensucherrder « * - 4

Mehrere Melkersamilten und ledige Melker, 2 Fräulein, per­fekt in Stenographie und Maschinenschreiben 1 erfahrene, selb^ ständige Haushälterin.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Tetl: Ltttl H i r sche 1, Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Heyne tzriebberg, Druck und Verlag der

A' G., Fnetz-ero 145^ "