Ausgabe 
11.1.1918
 
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Dummer 9 - Freitag, >en 11. Januar 1918 u Jahren §

^ip .,!lent Tares,citnny" erichemt ,eden Werltar. Regelmäßige Beilagen ..Der Sauer aus Hessen". ..Ztte Spinnssube". Ke?rrgspreia: Be. den Poitanitalten oier.elräfcjrnct) m 240 hmu rritt noch Das Bestellgeld: "e, osn 'ü^enten monatlich 85 Psg. einschließlich Tragerlodn. An?eigen: Grund^eile 2b Psg.. lokale 20 vi g^ Langen von auswans meroen durch Po inachnahme r 'hov. . riuNnnason ftrteDbeta. Schriftleituny und Verlag vriedderq sHessen». '-»anauer-traye 12. s^ern orecher 18 . Pa t, >,ek. Loilo Pr. 18 , 9 . U'nt Franrsurt a. ll.

Wikdkmiismhme in irrlinnWonp in $tfS=fitan|!i.

Eine Erklärung des Werknndes. Die Forderungen Wilsons. 27000 Tonnen versenk».

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Der deutsche Generalstak lr=Trr j: Meldet:

W. T. D. (Trotzes Aattptqttartier, den 10. Januav. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Südöstlich Von Apern am Nachmittag lebhafter Artil­leriekampf. Westlich von Zandvoorde scheiterte ein starker nächtlicher Erknndungsvsrstoß der Engländer. An der übrigen Front blieb die Gefechtstätigkeit gering.

Im Dezember beträgt der Verlust der feindlichen Luft­streitkräfte an den deutschen Fronten 9 Fesselballone und 119 Flugzeuge, von denen 47 hinter unseren Linien, die übrigen jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar ab- gestiirzt sind. Wir haben im Kampf 82 Flugzeuge und 2 Fesselballons verloren.

Oeftlicher Kriegsschauplatz Nichts Neues.

Mazedonische Front und Ztallenische Front.

Die Lage ist unverändert.

* «*{!>*-_ Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

Abenddericht.

, Berlin, 10. Kan., abends. (WTB. Amtlich.)' Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.

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| Der österreichische Generalstak -- meldet: -- - J

Wien, 10. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:

Oeftlicher Kriegsschauplatz.

' Waffenstillstand.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Westlich Asiago wlirde ein feindächer Angriff abge-

^wiesen.

> Der Chef des Ceneralstabcs.

27000 Tonnen versenkt.

Bcrlm, 9. Jan. (WB. Amtlich.) Trefflich durchgesiikrte i Angriffe brachten, einem unterer erfolgreichsten U-Boots- j kommandanten, dem Kapitän'entnant Steinbrinck. am West- autzgange des Aermelkanals einen Erfolg von 27 000 Brutto­registertonnen ein.

Von den zum größten Teil bewaffneten Dampfern, wur­den drei große, tief geladene aus einem durch Zerstörer, Fischdampfer. Luftschiffe und Flugzeuge besonders stark ge­sicherten Gekeitzug herausgeschossen. Art und Stärke der Sicherung lassen darauf schließen, daß es sich um Schiffe mit ganz besonders wertvoller Ladung bandelt. Einer dieser Dampfer war vom Einheitstyp und mindestens 6000 Tonnen groß. Unter den übrigen versenkten Schiffen befand sich der brasilianische (nach Angabe der Besatzung eng'ische) be­waffnete Dampfer ..Ceara". 3324 Tonnen. Außer den sechs Dampfern wnrde ein Vollfchiff von mindestens 1600 Tonnen vernichtet.

Der Chef des Admiral st abs der Marine.

Untergang eines englischen Zerstörers.

Berlin, 10. Jan. DieBerl. Zig. am Mittag" melbet ,

Hamburg: In der deutschen Bucht wurden Patronen- > Usten mit leeren 7.6 Zentimeter-Kartuschen und ein Net- 1 tnngsring. gezeichnet H. M. S.Radiant", cnrfaeflscht. Radiant ist ein neuer eng'ischer Zerstörer, der danach an­scheinend untergegangen ist.

D'e fröiiföiiildif üickerlM llireij.

<£§ bestätigt sich, daß die Franzosen bei ihrem Angriff >westljch Flirey am 8. Januar, der mit einer völligen Nieder- Lage endete, außerordentlich hohe Verluste erlitten haben. In einem schmalen Abschnitt wurden allein über 100 tote Franzosen gezählt. Sehr interessant ist demgegenüber die Angabe des FZnkspnrchs Ltwn vom 10. 5^,ckuar, 4 Ubr

mittags, der meldet, daß die Verluste der Franzosen außer einigen Leichtverwundeten nur sechs Tote betragen hätten.

Trotz sch echten Wetters setzten die Engländer und Franzosen unter starkem Feuerschutz in großer Stärke ihre Erkundungsversuche fort. In Flandern westlich Zandvoorde scheiterten starke englische Patrouillenangriffe restlos. Auch an den übrigen Stellen der Westfront konnten vorgebende Erkundungsabteilungen nicht einmal bis an unsere Hinder­nisse herangelangen.

Das Friedeusproaramm Wilsons.

Zustimmung in Amerika.

New York, 9. Jan. (WB.) Me'dllng des Renterscken Bureaus. Die Morgenblätter bezeichnen in ihren redak­tionellen Besprechungen die Botschaft des Präsidenten Wil­son als die am klarsten umschriebene und verständlichste Fest­stellung der Fricdensbedinglkngen. die bisher von denr ver­antwortlichen Haupt irgend einer Regierung dargelegt worden sei. Sie stehe in ihren wesentlichen Vorschlägen in einem engen Einverständnis mit Llovd George und sei ein Beweis dafür, daß ein vollkommenes Einvernehmen zwischen Washington und London hinsübtüch der Kriegsziele und der Kriegszwecke bestehe. DieNew Bork World" lenkt die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, daß die Botschaft nur in einem einzigen bemerkenswerten Punkt von der Rede Lloyd Georges abweiche und zwar betreffs Rußlands. das nach der Erklärung des englischen Premierministers nur durch sein eigenes Volk gerettet werden könne, während Wilson ganz richtig bemerke, er glaube, daß der zukünftige Weltfriede in nicht geringem Maße von dem sch'ieß ick^r, Schicksal Ruß­lands abbänge, und sich weigere, das russische Volk den deutschen Ränken und Machenschaften auszulieserm.New Aork Tribüne" bemerkt, daß die Vereinigten Staaten und die von den deutschen Waffen unmittelbar bedrohten Völker dem Präsidenten Wilson Dank schulden.Sun" zieht einen langen Vergleich zwischen Lloyd Georges und Wiffons Pro­gramm und fügt hinzu, es bestehe keine wesentliche Ver­schiedenheit zwischen den von beiden aufgestellten Be- dingungen. Die beiden Erklärungen zusammengenommen stellen die aufrichtigen mrd iibercinstimmenden Absichten der beiden Regierungen dar.New York Times" sagt, nachdem nun die KriegsKele der Verbündeten nochmals dargelegt worden seien, möge der Kampf gegen dle Deutschen einen weiteren, befriedigenden Fortgang nehmen.

blfibt UrrljGti&liinpört.

Vrcst-Litowse, 10. Jan. (WTV. Nichtamtlich.) In der heu­tigen Vormittagssitzung erklärte sich die russische Delegation be­reit, die Frieden-Verhandlungen in Brest-Litowsk fortzusetzen. Ferner stellte sie fest, daß die vom Wolffbureau veröffentlichte Darstellung-über den Verlauf der Sitzung vom 28. Dezember 1917 denr tatsächlichen Vorgang entspricht. Die von der russi­schen Telegraphenagmtur verbreitete Nachricht über den Verlaus dieser Sitzung wurde russischerseits als unrichtig bezeichnet.

Kermm der neue« Verhandlungen.

Brest-Litervsk. 9. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Heute vor­mittag um 11 Uhr fand eine Vollsitzung statt, an der sämtliche Delegationen und die ukrainischen Vertreter terlnahmen. Der Groß wesir Talaat Pascha eröffncle die Sitzung und übergab den Vorsitz an den Staatssekretär von Kühlmann.

Staatssekretär v. K ü h l m a n n nahm darauf das Wort zu folgenden Ausführungen:

Dle für die bisherigen Sitzungen maßgebenden Formalien werden, wie ich annehme, mit allgemeiner Zustimmung auch weiter als maßgebend betrachtet werden. Da in der Zusammen­setzung einzelner Delegationen Veränderungen vorgekommen sind, erscheint es nicht überflüssig, am Beginn unserer Arbeiten einen kurzen Rückblick auf die Vorgeschichte und den bisherigen Gang der Verhandlungen zu werfen.

Die bisherige Entwicklung. '

Die gegenwärtige russische Regierung hat am 28. November 1917 durch einenAn Alle" gerichteten Funkspruch unter Mittei­lung gewisser Beschlüsse ihre Bereitwilligkeit erklärt, mit den Kriegführenden in Friednsverhandlungen einzutreten. Darauf hat der deutsche Reichskanzler. Herr Dr. Graf Hertling, in si'iner programmatischen Antrittsrede vor der Volksvertretung des Deutlckerr Reichstages am 29. November 1917 erklärt: l

.»Die russische Regierung hat gestern von Zarskoje Selo aus ein von dem Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, Herrn Trotzki, und dem Vorsitzenden des Rates der Volkskom- missare. Herrn Lenin, unterzeichnetes Funkentelegramm an bfc) Regierungen der kriegführenden Länder gerichtet, worin sie üü«* schlägt, zu einem nahen Termin in Verhandlungen über eineÄ Waffenstillstand und einen allgemeinen Frieden einzutreten. Ich stehe nicht an. zu erklären, daß in den bisher bekanntgewordene» Vorschlägen der russischen Regierung diskutable Grundlagen für die Aufnahme von Verhandlungen erblickt werden können, und daß ich bereit bin, in solche einzutreten, sobald die russische Re­gierung hierzu beoollmächtigte Vertreter entsendet. Ich hoffe und wünsche, daß diese Bestrebungen bald feste Gestalt annehmen- und uns den Frieden bringen werden."

Die leitenden Staatsmänner der anderen Verbündeten gaben dem Sinne nach gleiche Erklärungen ab.

AmL. Dezember 1917 begannen die Verhandlungen über de» Waffenstillstand. die am 15. Dezember durch Unterzeichnung des Waffenstillstandsrertrages erfolgreich zu Ende geführt worden sind.

Die Aufgabe der Konferenz.

Gemäß den Bestimmungen dieses Vertrages in Artikel 9:^ Die vertragschließenden Parteien werden im unmittelbaren An­schluß an die Unterzeichnung dieses Waffenstillstandsoerttages in Friedensverhandlungen eintreten", entsandten die vier ver­bündeten Machte bevollmächtigte Vertreter nach Brest-Litowsk, die mit den Vertretern der russischen Regierung am 22. Dezembc^ 1917 die Friedensverhandlungen begannen.

Diese zerfielen in zwei gesonderte Teile:

In eine Erörterung über die Möglichkeiten eines allgemei­nen Friedens und in eine Besprechung derjenigen Punkte, dir unter allen Umständen zwischen den Mächten des Vierbundes und der russischen Regierung zur Erörterung gestellt werden mußten. Wie von der russischen Delegation in der Sitzung vom 25. Dezember 1917 oorgeschlagen worden ist. trat eine zehntägige- Unterbrechung der Verhandlungen ein, ^damtt, nach der rufst, scheu Erklärung, die Völker, deren Regierungen den geführten Verhandlungen über einen allgemeinen Frieden sich noch nicht angeschlossen hätten, die Möglichkeit hätten, genügend mit den -jetzt ausgestellten Prinzipien eines solchen Friedens sich be­kannt zu machen: nach Verlauf der besagten Frist müßten die Verhandlungen erneuert werden, abgesehen davon, ob und wie­viel kriegführende Staaten sich den Verhandlungen anschließen". Die Frist ist am 4. Januar 1918 abgelaufen. Die verbündeten Negierungen haben darauf nachstehenden gemeinsamen Beschluß durch Funkspruch verbreitet, nachdem ihnen bekannt geworden war, daß von den Regierungen der Entente irgendwelche zweck­dienliche Mitteilungen nicht eingegangen waren:

Das Angebot vom 25. Dezember.

In ihrer Antwort auf die Vorschläge der russischen Dekegn. tion hatten di» Delegationen des Vierbundes am 25. Dezember, 1917 in Brest-Litowsk gewisie Leitsätze für den Abschluß eines sofortigen allgemeinen Friedens ausgestellt. Zur Vermeidung einer einseitigen Festlegung hatte sie die Gültigkeit dieser Leit­sätze ausdrücklich davon abhängig gemacht, daß sich sämtliche jetzt im Kriege befindlichen Mächte innerhalb einer angemessenen Frisi ausnahmslos und ohne jeden Rückhalt zur genauesten Be­achtung der alle Völler in gleicher Weife bindenden Bedingungen verpflichten müßten. Mit Zustimmung der vier verbündeten Delegationen mar darauf von der russischen Delegation eiw zehntägige Frist festgesetzt worden, innerhalb welcher die ande­ren Kriegführenden sich mit den in Brest-Litowsk ausgestellten Grundsätzen eines sofortigen allgemeinen Friedens bekannt wer­den und über den Anschluß an die Friedensverhandlnngen ent­scheiden sollten.

Die Delegationen der verbündeten Mächte stellen fest, daß die Zehntägige Frist mit dem 4. Januar 1918 abgelaufen und von keinem der anderen Kriegführenden eine Erklärung über den Beitritt 3 u den Friedensverhandlungen bei ihnen eingegcm- gen ist "

Wie sich aus dem Inhalt der Mitteilung der verbündeten Regierungen vom 25. Dezbr. 1917 ergibt, war die wesentlichste Vorbedingung, die darin gestellt wurde, die einstimmige An­nahme der alle Völker in gleicher Weise bindenden Bedingungen durch vlle feindlichen Mächte. Der Nichteintritt dieser Bedin­gung hatte die aus dem Inhalt der Erklärung und dem Berstrei- chcn der Frist sich ergebenden Folgen. Das Dokument ist hin­fällig gervorden.

Der künftige Verhandlungsort.

Die nächste Aufgabe unserer Versammlung war zunächst, die Verhandlungen an dem Punkte wieder aukLUnebmen. an h**u