Herr UhMpp Scheidemann.
hat in der Reichsicgsfitzung vom 29. November die Freundlich, feit gehabt, der Alldeutschen besonders zu gedenken. Nach dem Sitzungsbericht meint er: „Ein jedes Land hat seine Alldeutschen, das hat kürzlich ein englischer Staatsmann gesagt. In Deutschland sind die Alldeutschen längst unten durch, während sie in England und Frankreich noch obenauf sind." Die „Alldeutschen Blätter antworten darauf: Es wird unsere alldeutschen
Freunds allenthalben im Lande belustigt haben, zu hören, wie schlecht es uns geht, während wir unverbesierlichen Optimisten des besten Gedeihens und Aufblühens uns zu erfreuen wähnten. Ueberall gewinnt die alldeutsche Bewegung an Boden, sie drinat in immer weiter e und. breitere Schichten der Bevölkerung, überall erstehen neue Ortsgruppen, die vorhandenen wachen und regen sich in eifriger Tätigkeit — Herr Scheidemann. der Mann, den „Götter nicht zu Rat und Tafel zogen", aber weiht uns mit einem Wort seines gewaltig tönenden Mundes bereits dem Tode. Gar leicht ist eben Wunsch und Hoffnung des Gedankens Vater und Mutter. AHer in einem hat Herr Scheidemann unzweifelhaft recht. In Frankreich und England gehts dem all- deutfcben — will dort doch sagen dem allfranzöstschen oder allenglischen — umfasiend gesagt dem völkischen Gedanken — besser als bei uns. dort ist nämlich, wie der Herr Abgeordnete richtig bemerkt, noch immer obenauf, d. h. selbstverständlich. während bei uns zeder Halbgebildete das verbriefte Recht hat. seines Geistes Unzulänglichkeit durch die kräftige und häufige Verwendung des Schimpfwortes „alldeutsch" — am besten in verleumderischer Verbindung mit der versehmten Schwerindustrie, nicht wahr. Herr Scheidemann? — zu decken. Auch genießt nationales Wollen in den westlichen „Demokratien" der verständnisvollen Förderung der leitenden Kreise, während es bei uns im Kampf gegen die nationale Gleichgültigkeit und Instinktlosigkeit der Regierenden sich erst mühsam durchzusetzen hat. Wir können uns wenigstens nicht so freundlicher Nachsicht seitens städtischer und staatlicher Behörden erfreuen, als der „bedeutende" Herr Scheidemann, dem sich neulich für einen auf der sattsam bekann
ten Hungersriedrnslinie laufenden Vortrag gastlich die Tore der Turn- und Festhalle der höheren Mädchenschule zu Mainz äff. neten. Vor einioen Monaten dagegen war es in einem anderen Städtchen des Eroßherzogtums Hellen — wie uns seiner Zeit berichtet wurde — nicht möglich iür einen reinnationalen Vortrag Baemeillers über die Wirkungen des U Bootkrieaes. den Alldeutscher Verband und Flottenverein gemeinsam veranstalteten, den dortigen Saal der höheren Schule zu bekommen — weil die Sache allzu politisch sei (Anmerkung der Schriftleitung: Es handelt llch hier um die Stadt Friedbeig.) Ist das der nese Burgfriede^ oder di? Freiheit des „neuorientierten" parlamentarischen Deutschlands?
Würk ssiMrißlkün^n h ssi'fMimtthk'.u.
St»ttgmch, 8. Jan. Rach einer Mitteilung der General« direktton der württembergifchen Staatseifenbahnen wird mit Rücksicht auf die bestehenden Betriebsschwieriqkeiten der Per- sonenzugfahrplan auf sämtlichen deutschen Eisenbahnen gegen Mitte dieses Monats bis auf weiteres wesentlich eingeschränkt werden. Die Maßnahmen werden sich auf alle Arten von Zügen erstrecken, doch wird den Bedürfnissen des regelmäßigen Arbeiter, und sonstigen Berufsverkehrs nach Möglichkeit Rechnung getragen. Eine besondere Einschränkung wird der Sonntagsverkehr zu erleiden haben Das gilt auch für Privatbahnen, namentlich soweit sie ihre Zugkraft aus Kohlen gewinnen. Die Aenderungen werden in den nächsten Tagen bekanntgegeben.
Die SiranDung dks ttanWcheii UtjchW Weu.*
Don Georg Wegen er.
Am Abend wurde aus Rethel nach Vouziers telegraphiert, ein französisches lenkbares Luftschiff, von dessen Vorhandensein man seit kurzem gehört, sei auf dem Wege hierher beobachtet worden: man solle sich auf seinen Besuch gefaßt machen.
Das war eine etwas unheimliche Aussicht für die Nacht. Die Flieger w^en doch wenigstens bei Tage gekommen: hoch in den Lüften hatte man das schimmernde Geschwader heranziehen sehen. Das Luftschiff geht aber seine Wege unsichtbar, ein näch- ttges Raubtier. Ern Wesen ungleich schreckhafterer Art. Nur das tiefe, finstere Dröhnen seiner Flügelschrauben kündet sein Nahen, ohne doch zu sagen, von wo es kommt und wie nabe es ist. Ich sah jungst in mondloser, sternklarer Nacht den Zeppelin üoer mir dahinfahren Es gibt nichts Phantastischeres, als das war. Das Dröhnen erfüllte den ganzen Himmel, ohne daß man erkannt«. w«her es kam. Es war nur irgendwo etwas Ungeheures, Seltsames, Gefährliches in der Luft: etwas, vor dem es nicht gut war, fein Feind zu fein. Mit einrmmal endeckte das Auge hoch oben zwischen den Sternbildern einen Gegenstand, der noch dunkler war als der NackMmmel: einen länglichen schwären Strich, der rasch am Firmament dahinglitt. Er war sehr klein in der großen Entfernung von mehreren Tausend Meter Höhe, und doch wieder schien er riesengroß: denn das Gefühl ubertrug etwas von den Sternenmaßen auf ihn: er schien nichts Jrdtiches. ein Cebild. das den PkancLenfphärerr angehörte» ein seltsamer uud rätselhafter Bote aus unbekannten Welten, der dort Mischen den uralttn Sternbildern dahmschwamm. Ich aber wußte, woher er kam. Ich wußt^ daß er von einer kühnen Fahrt nach Chalorrs zurückkehrte. Das schwarze Etwas, das zu meinen Häupten oorüberglttt. hatte soeben Entsetzen und Verderben dort herniederreznen lassen.
Tin Luftschiff schleudert ungleich schwerere und stärkere Bomben, gegen die die einfachen Keller der lcichtgebauten Bürgerhäuser kaum ein Schutz sind. In den Straßen von Vouziers wurden auf Befehl alle Lichter gelöscht. Auch wir im Offiziers- kasino verhängten die Fenster. Mir saßen lange auf beim Glase, de»m niemand hatte recht Lust, Bett zu gehn. Ich spielte
* Aus: Wegener, .^Der Wall von Eisen und Feuer. 2. Teil: Ehampagne—Verdun—Somme." Feldpostausgabe IM. (Leipzig Blockhaus.) *
Schach, wie die Aberwe zuvor. AVer es war feine ganz gleiche Andacht. Endlich sagten wir uns. wenn es wirklich kommen wollte, müßte es schon da sein, und gingen zu Bett.
Nichts geschah in der Nacht, und als ich am folgenden Morgen zum A.O.K. ging, erfuhr ich die triumphierende Kunde, daß unsere Abwehrkanonen den unheimlichen Gesellen, der in der Tat schon unterwegs gewesen war, unweit Rethel gestern Abend, noch vor Mitternacht, heruntergeschossen hätten. Wir hatten die Nachricht, daß er in einem Walde' unweit Tagnon an der Straße von Rethel nach Reims, noch etwa 20 Kilometer von den französischen Linien entfernt, hängen geblieben sei.
Kurz darauf sauste ich in einem Kraftwagen in Gemeinschaft mit einem Offizier des A.O.K diirch die morgensrische Landschaft nach Tagnon. um die große Beute zu besichtigen.
Schon viele Kilometer weit voraus erkannten wir das merkwürdige Eebil.de. Auf dem Kamm einer Hügelwelle, die ein dunkler Kiefernwald bedeckt, reckte sich etwas Unnatürliches. Riesenhaftes empor. Gelblich im Licht der von Osten darauffallenden Sonne. Wie der schiefe Turm zu Pisa schaute es aus. Dann, aus einer anderen Richtung gesehen, erschien es wmkel- förmig eingeknickl. Hier erinnerte es an einen aus der Erde herausfahrenden gebotenen Niefenarng- der einen warnenden Finger gen Himmel streckte. Noch naher heran glich es einem ungeheuren urwelttich hohen Mammut mit großen Ohren, das durch den Wald dahinzieht. Die Ohrmuscheln waren die Steuerflächen Hinteren Ballonendes, das noch mit Gas gefüllt em- porstand. Die entleerte Vorderhälfte hing schlaff zwischen den Vaumwipfeln. Ebenso die geräumige Gondel.
Das sinkende Luftschiff war im leichten Nachtwind ganz sanft zwischen die Vaumwipfel hineingegllltten. Es hatte nur ein paar kleinere Bäume auf seinem Wege umgebogen und war dann rubig hängen geblieben. Die Gondel war in der Mitte du.rch^eknick't. sonst völlig erhalten, mit all ihrem Inhalt an Motoren, Instrumenten, Nahrungsmitteln und vielem, was uns ihren Fang interessant machen konnte. Oben ganz in der Höhe sah man auf der lickt^elben Ballonhülle die Buchllaben des Namens „Alface". — Wachen waren ausgestellt im Wald, und deutsche Flieger kreisten oben am Himmel, um zu verhindern, daß feindliche Flugzeuge die wertvolle Beute zu zerstören versuchten. Mengen von Soldaten. Offiziere und Mannschaften, waren bereits aus den benachbarten Lagern zur Stelle: sie erfüllten das Dickicht unter dem Ballon und standen mit vergnügtem Staunen und eifrigem Erörtern um den vor kurzem noch so gefährlichen, jetzt so hilflosen Gesellen herum.
Und ich dc-chte daran, wie sich vielleicht nicht wett von hier vor einer Anzahl von Jahrtausenden die Bewohner dieser Lande gerade zu staunend, spottend und schwätzend um ein wirkliches Mammuttier geschart haben, das ein kühner Jagdzug ihrer Stammesgenossen zur Strecke gebracht hatte.
Der Ballon war ein ganz neues Lenkluftschiff der Franzosen gewesen. Die Gedanken und Hoffnungen, die Frankreich mit ihm verknüpft hatte, waren tn seinem Namen „Alface" zum Ausdruck gebracht. Unsere Geschosse hatten gestern Abend, so horten wir. seinen Ballonköiper verletzt. Es war infolgedessen rasch gesunken, mid die Gondel streifte bereits über den dunklen Boden bin, als von der Besatzung drei Mann den gefährlichen Sprung hinaus wagten: augenscheinlich, um ihm neuen Auftrieb zu geben, in der Hofftumg, daß die übrigen die französischen Linien noch errcick'en könnten. Zwei der Männer kamen fielt zu Baden, der dritte, der unglücklicherweise gerade heruntersprang, als die Gondel einen tiefen Eisenbahneinschnttt überflog, verletzte sich jo. daß er starb. Die beiden anderen hielten die Toten, wacht bei ihm und wurden gefangen genommen. Der Ballon war aber nach kurzer Frist doch wieder so tief, daß nun auch die fünf anderen heraussprangen. Auch diese waren wohl der Meinung. daß wenigstens das leere Schiff selbst mit dem nicht ungünstig tteibenden Winde heimgelangen würde. Denn sonst hätten sie d"ch wohl Vorsorge getroffen, es zu zerstören. Sie kamen alle glücklich heraus, irrten die Nacht hindurch umber und stellten sich selbst am folgenden Morgen den deutschen Wachen.
Der Ballon entkam aber auch diesmal nicht, sondern verfing sich in der geschilderten Weise in den Bäumen.
Usm Felde
der Ehre.
Södel. Dem Gastwirt Unteroffizier August Gr a u l i ch und dem Handelsmann Lan.dsturmmann Hermann Wagner, beide rm Landfkurm-Inf. Bataillon XVIII/10. wurde für tapferes Verhalten die Hessische Tapferkcttsmedaille verliehen. Herzlichen Glückwunsch.
Leidhecken. Der Telegraphist August Schmitt von hier erhielt im Westen das Eiserne Kreuz zweiter Kasse.
Bisses. Der Wehrmann Adolf Greif wurde mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet.
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Ins. dev Heimat.
* Dle Landwirte gegen die neue Milchverordnung. Aus dem Kreise Marburg wird gemeldet: Eine vom Landwirtschaftlichen Kreisverein einberufene Landwirteverfammlung nahm Stellung gegen dle neue AMchverordnung, welche die vollständige Ablieferung der MUchmengen und die Beschlagnahme der Butterfässer und Zentrifugen vorschreibt. Es wurde darauf hingewiefen. daß eine Nachprüfung der wirklichen Milchkühe wohl Veranlassung geben würde, diese scharfe Bestimmung, gegen die vereinzeltes Vorgehen nichts nütze, wieder rückgängig zu machen, denn durch solche Maßnahmen könne unter Umständen die Aufzucht von Jungvieh völlig versagen Es wurde auch mitgeteilt, manche Orte hätten sich bereit erklärt, jetzt doppelt so viel Milch und Butter zu liefern, wie früher. Einstimmig wurde beschlossen, ein Telegramm an den Oberprösidenten von Trott zu Solz in Kassel, den früheren Landtagsabgeordneten und Landrat des Kreises Marburg, zu richten und diesen zu ersuchen, seinen Einfluß geltend zu machen, daß die neue Verordnung wieder riick- Längtg gemacht werde. In dem Telegramm wird u. & darauf hingewiesen, daß diese Maßnahme eine tiefgehende Erbitterung sämtlicher, auch der bestgesinntestenLandwirte, hervorgerufen ha^ -
dasselbe Gebiet gehört auch eine Anzeige der größeren Viehbesitzer aus Morischt in der Kreiszeitung: sie bieten nämlich chre sämtlichen frischmelkenden Kühe zum Verkauf an, da sie infolge der restlosen Milchablieserung kein Interesse an der Milcherzeugung hätten.
FO. Irankfnrt am Main. 7. Jan. Eine allgemeine Versammlung der deutschen Darmhändler unter dem Vorsitz des Herrn Franz Finger-Berlin, die der Zentralausschutz des" deutschen Darmhandels einberufen. tagte heute in Frankfurt am Main. Sie war aus allen Teilen des Reiches sehr gut besucht. Vertreter hatte die Reichsfleischstelle, die Krirgswirlschafts- Aktien-Gefellschcft und die Z.E G gesandt. Die Versammlung beschäftigte sich mit den Bedingungen der Reichsfleischstelle wegen der künftigen Verteilung der Därme durch den Zentral- Ausschuß an die Händler. Die, Bedingungen hatte der Zentral. Ausschuß einstimmig angenommen mit Rücksicht darauf, daß sonst dem Deutschen Flcischerverbaird die überschüssigen Därme zur Verteilung von der Reichsfleischstelle überwiesen würden. Bei der Ueberleitung in das Friedensgeschäft dürfte dieser Punkt für den Darmhandel schwer in die Wagschale fallen, denn dann würde es schwierig fern, dem Deutschen Fleischerverband den Darmhandel wieder zu entwinden. Die Bedingungen der : Reichsfleischstelle gipfelien vor allem darin, nach einem bestimm- ! ten Zeitpunkte einheitliche Preise für Därme.platzgreifen zu las. j sen, sowohl für zur Verteilung kommende, als auch für die noch j am Lager befindlichen Quantitäten. Als Termin des Inkraft- j tretens des Abkommens wurde der 31. Januar 1918 vorgesehen | und bestimmt, daß die Zuteilung von DärMen an die einzelnen Händler erst nach Eingang eines Derpflichtungsscheines beginnen uno nur die Firmen zum Bezug der Därme berechtigt sein sollen, die vor dem ersten August 1914 gewerbsmäßig den Darmhandel betrieben. Der Zentral-Ausschuß hat nun eine besondere Organisation für die Verteilung geschaffen indem er dieselbe der Vereinigten Darmhändler C.m.b.H. übertrug, die zu diesem Vehufe eine besondere Abteilung einrichtete. Die Versammlung hatte nun zu den Abmachungen des ZentralAus- schusses Stellung zu nehmen. Der Vorsitzende wies darauf hin. daß plötzlich eine neue Bedingung von der Reichsfte/schstell-e gestellt worden sei. die dahin gehe, der Handel solle auch enthäutete Kranzdärme abnehmen, also Darme, die völlig wertlos sind. (Grosse Bewegung.) In der einsetzenden lebhaften Diskussion wurde von den meisten Rednern betont, daß der Deutsche Flei- scherverband kick absolut nicht in einen Gegensatz zu dem Darm. Handel stellen wolle, die seitherigen Abmachungen, zumal da die Abnahme der enthäuteten Kranzdärme nunmehr gefordert werde, unannehmbar, der Handel aber bereit fei. mit der Reichsfleisch, stelle auf einer neuen Basis wegen der Därme-Abnahme zu verhandeln. Ein Antrag des Herrn Sommer-Frankfutt am Main, der dahin ging, wer von den Versammelten bereit sei. den Ver- pftichtunosschein zu unterschreiben, wenn die Frage der enthäuteten Darme zur Zufriedenheit des Darmhandels entschieden würde, ergab, daß stch nur drei der anwesenden Händler für die seitherigen vom Zentral-Ausschuß gettofsenenAbmachungen entschieden. die überwältigende Majorität also sie ablehnte. Hieraus stimmte die Versammlung, nachdem sie dem Zentral-Aus- schuß ihr Vertrauen ausgedrückt einem Antrag Weidling.Mürzburg zu. der besagte, in neue Derhandlnngen mit der Reichs- fleischstelke unter folgenden Gesichtspunkten einzutteten: Keine Bindung freier Ware. Belieferung der Kommunalverbände mit Därmen durch den Handel. Einführung besserer Preisspannung und Regelung der Angelegenheit der enthäuteten Kranzdärme.
Aus Starkendurg.
Darmstabt, 8 Jan. Der Gesetzgebungsausschuß der Zweiten Ständekammer wird am kommenden Freitag, den 11. Januar, zusammentteten, um die Regierungsvorlage betr. das Wahlgesetz zu beraten.
FC. Bierstadt, 8. Jan. Ganz enorme Preise wurden bei der gestrigen Holzversteigerung erzielt, zumal nur einheimische Bieter zugelassen waren, die nur je eine Klafter oder hundert Wellen steigern durften. Man bezahlte für Buchenscheitholz bis zu 150 Mark für die Klafter, ebenso für Buche nknüppelholz. Für Buchenwellen wurden bis zu 80 Mark pro hundert bezahlt.
Aus Etavkenburg In Bensheim wurde ein Landwirt zur Anzeige gebracht, der in der letzten Zeit heimlich ein Rind geschlachtet und einen großen Teil des Fleisches an ein Wormser Hotel geliefert hat. Die Wormser Polizei war aber benachrich. tigt, die das Fleisch bei der Ankunft in Worms beschlagnahmte. Auch bei dem Landwirte konnte man noch einen kleinen Teil entdecken.
Aus Hessrn.Rassau.
FO. Wiesbaden. 8. Jan. Aus dem Bett heraus wurde heute vormittag in der Wohnung einer Kriegersfrau der gefährliche Einbrecher und fahnenftüchtige Soldat Johann Eckert aus Köln, der wiederholt aus der Mttitärhaft entsprungen, festgenommen. Eckert ist ein Komplize des berüchtigten Einbrechers Johann Montreal, der vor acht Tagen auch hier festgenommeu wurde.
FO. Biebrich. 8. Jan. Die aus Schierftein gebürtige Wwe. Elisabeth Link erhielt wegen unerlaubten Verkehrs mit Kriegsgefangenen eine Gefängnisstrafe von 3 Dtonateu.
FO. Oberlahnstei«. 9* Jan. In der Stadtversrdneteiwer- favlmlung bemerkte Bürgermeister Schütz, daß das hier eingeführte ostfriesische Milchschaf stch nicht bewährt habe.
FO Bo» der Lahn, 8. Jan. In Schadeck stürzte ein Arbeiter in einer Scheune vom Gebälk in die Tenne und erlitt so schwere Verletzungen, daß er alsbald verstarb.
FO. Aus Kurhessen, 8. Jan. Diebe schlichen sich nachts i« das Haus eiiws Landwirts inSimmershausen. um die tags zuvor «ungeschlachteten- Wurst- und Speckvorräte zu rauben. Damit ste ihr Werk sicherer ausführeu konnten, banden ste die Schlafstuben- tür das Landwirts mit einem Sttick zu. Der Landwirt jedoch merkte dies, es kam Hilfe und die Diebe suchten da» Wette.
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