Ausgabe 
9.1.1918
 
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den Fortgang dieser Aktion und die schließlicheEroberung" der leeren Stellung. Dem Vorfall, der übrigens für den moder­nen Schützengrabenkrieg und die Schwierigkeiten der Ueberficht auf dem Vorterrain, aber auch für die Erzeugung italienischer Siegesnachrichtcn charakteristisch ist, liegt folgender Sachverhalt zu Grunde: Am 26. Dezember früh wurde unsere Besatzung aus der Dammstellung bei Zenson unbemerkt und ungehindert vom Gegner ohne jeden Verlust auf das östliche Piaveufer zurück-, genommen. Die Stege würden sodann zerstört. Dessen unge­achtet unterhielt der Gegner die ganzen folgenden Tage Ar­tillerie- und Minenwerferfeuer gegen die geräumten Stellungen und meldet in seinem Heeresbericht vom 28. Dezember, datz er durch ?cin Minenfeuer vier unserer Stege zerstört hätte. Am 28. De'emb-?r ging sogar eine feindliche Patrouille gegen die ver­waisten Stellungen vor und bewarf sie mit Handgranaten, ohne bemerkt zu haben, daß sich überhaupt niemand darin befand. Diese Tatsache wurde vom Gegner erst am 31. Dezember, also am sechsten Tage der erfolgreichen Räumung konstatiert, wie aus dem italienischen Heeresbericht vom 1. Januar hervorgeht. Die­ser lautete: Bel Zenson hat der Gegner infolae unseres ener­gischen Druckes, welcher am 28. Dezember begann und ohne Un­terbrechung bis jetzt fortgesetzt wurde, in der vergangenen Nacht infolge geschickter Aktionen der eigenen Artillerie- und Jnfan- terieabteilungen nach sehr schweren Verlusten den Brückenkopf geräumt und sich auf das linke Ufer zurückgezogen. Der ..ener­gische" Druck der Italiener hat also tatsächlich erst 24 Stunden nach der erfolgten Räumung oegonnen,die geschickten Aktionen der eigenen Artillerie- und Infantcrieabteilungen gegen das «infame Gebiet haben Nicht weniger als vier Tage angedauert.

Spanien.

Die Auflösung des Cortes rückgängig gemacht.

Basel, 8 . Jan. Nach einer Havasmeldung aus Madrid erklärte Garcia-Prieto, die Regierung betrachte das am 3. Januar dem Könige vorgelegte Dekret über die Auf­lösung des Cortes als nicht unterzeiä'net. Das Kabinett beabsichtige, dein König ein neues Dekret zu unterbreiten, damit er die Frage aufmerksam prüfen könne.

rote Menetekel.

Das Rovember-Dezemberheft desKampf", der Monats­schrift der deutsch-österreichischen Sozialdemokratie, enthält einen Aufsatz ..Würzburg und Wien" von O. B. (wohl Dr. Otto Bauer, dem kürzlich aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück, gekehrten Parteisekretär), in dem es u. a heißt:

Durch eine proletarische Revolution das preußisch-deutsche Kaisertum zu stürzen, auf seinen Trümmern ein Gemeinwesen der deutschen Nation der ganzen deutschen Nation! aufzu- richten, in ihm dir Diktarur des Proletariats herzustellen und die politische Macht zur Zerstörung der kapitalistischen Gesell­schaftsordnung zu gebrauchen. bas war das Ziel, das Karl Marx und Friedrich Engels der deutschen Arbeiterklasie gewie­sen haben. Diesem Ziel strebten die Masten zu. die. von Wil­helm Liebknecht und August Bebel geführt, dcks große Werk der Organisierung der deutschen Arbeiterklaste begonnen haben. .... Es galt, erst die Mehrheit des deutschen Volkes für den re­volutionären Sozialismus zu gewinnen, ehe der revolutionäre Kampf um die Macht ausgenommen werden konnte. So mußte sich dte Sozialdemokratie zunächst mit Werbe- und Organisa­tionsarbeit bescheiden. Die Benützung der Wahlkämpfe zur Auf­rüttelung des Proletariats, der Kampf um soziale Reformen auf dem Boden des Reichstages, der Landtage und der Ge­meindevertretungen . . .. der Aufbau einer gewaltigen .-Partei- organifatron und Parteipreste all dies galt den Alten nur als etn Mittel, die Mehrheit des deutschen Volkes mit proleta­rischem Klasienbewußrjein und revolutionärer Kampfbereinchak! zu erfüllen und dadurch die proletarische Revolution vorzuberei­ten. Aber . . . was ursprünglich nur als Mittel gedacbt war. wurde allmählich zum Selbstzweck . . . Nichts blieb von ihm (dem revolutionären Sozialismus) übrig, als der alte revolu- \ Monere Wortschatz, aus dem die Redner und Schriftsteller der ^ Partei volltönende Schlußphrasen für ihre Reden und Artikel j schöpfen . . . Das Erbe des Sozialismus zu verwalten, das den Reformisten unvermeidlich entgleiten muß, ist die Funktion der Unabhängigen Sozialdemokratie? . . . Vorübergehend kann sich die Scheidemännerei als brauchbares Mittel bewähren, Demo­kratie und scziale Reform ein Stückchen Weges vorwärtszubrin- gen. aber in wenigen Jahren wird sie . . scheitern. Dann wer­den sich die Arbeiter. . . zurückwenden zum alten revolutionären Sozialismus. Dann kommen die Tage der Unabhängigen So­zialdemokratie . . . Die Geschichte braucht heute in Deutschland vielleicht zwei Arbeiterparteien, von denen jede ihre besondere Funktion zu erfüllen hat. Dre eine, den Machtverhaltnisten der Gegenwart angepaßt, dient den kleinen Bedürfnisten des Tages, die andere ist die Sendbotin der großen Zukunft. Jene mag ein paar kleine politische und soziale Reformen bescheren, diese bil­det die Kadres, die in der Zeit der großen Mobilmachung der proletarischen Kräfte die Maste der Arbeiter stillen wird . . .

Wie man sieht, bemerkt dazu derBayerische Kurier", macht der Mann aus seinem Herzen wenigstens keine Mörder­grube. Ob nach diesen offenherzigen Auslastungen nicht man­chem unter uns die Augen aufgehen werden? Wir fürchten: Nein? Blindgeborene bleiben eben in der Regel blind?

Witwe Mllmenlarilihe Keaien»- pifiank kam.

Wir lesen in derFranfnrter Zeitung":

Stuttgart, 7 .Jan. Auf der Landesversammlung der Fortschritt ichen Volkspartei Württembergs teilte der Abg. Konrad Haußmann den bisher noch nicht veröffentlichten Wortlaut des Schreibens mit, das der interfraktionelle Aus- sckruß vor der Berufung des Reichskanzlers Grafen Hertling an den Kaiser gerichtet hat. Das von Beauftragten der Zenttumspartei, der Fortschrittlichen Volkspartei, der iDo-ialdemokratie und der Nattoualliberalen im kais erlichen

Zivilkabinett überreichte und erläuterte Schrftstück, da§ ge­schichtlichen Wert hat, lautet:

Nach Rücksprache von Vertretern verschiedener Parteien des Reichstages mit dem Herrn Reichskanzler über die ge­samte äußere und innere Lage sind wir gemeinschaftlich zu folgender Auffassung gelangt: Sollte Se. Majestät der Kaiser zu dem Entschlüsse kommen, einen Kanzlerwechsel eintreten zu Lassen, so dient es dem höchsten SLaatsinteresse. für ruhige'innerpolitische Entwick ung bis Kriegsende volle Geivahr zu schaffen. Nur hierdurch kann diejenige Ge­schlossenheit hergestellt werden, deren das Volk in Waffen und in der Heimat dringend bedarf. Der Weg zu diesem Ziel ist eine vertrauensvolle Verständigung über die äußere und innere Politik des Reiches bis zum Kriegsende. Tie innerpositischerr Schwierigkeiten der letzten Monate sind auf den Mangel einer solchen Verständigung zurückzuführen. Se. Majestät den Kaiser bitten wir daher vor der von ihm zu treffenden Entschließung die zur Leitung der Reichsge- ichäfte in Aussicht genommene Persönlichkeit zu beauftragen, sich mit dem Reichstage zu besprechen."

Wie man S 1 »mmn«q fallcht.

Aus dem Hrmdwsrkskasten derFrankfurter Zeitung". Einen ungemein lehrreichen Einblick in das Treiben gewis­ser Flaumacherkreise bietet ein Blatt derInnsbrucker Nach­richten" vom 10 . November 1917, das uns heute erst zugeht. Dort Heis t es:

Die .Frankfurter Zeitung" versetzt in einer ihrer letzten Nummern ihren Lesern folgende Meldung:

In Wien trafen aus Tirol Meldungen von außer­ordentlichen Friedenskundgebungen ein, die man nur ver­steht. wenn man die leidenschaftliche Hermat liebe dieses Vol­kes kennt, das zwei Jahre hindurch die Wacht an den eis- bedeckten Höngen seiner Berge gehalten hat und keiner U-eb erweckt gewichen ist.

Zu dieser Meldung möchten wir nur bemerken, daß, wenn es in Tirol wirklich zu solchen außerordentlichen Frie­denskundgebungen gekommen wäre, wir dach auch davon wis­sen müßten. Und zwar viel eher als die Herren der..Frank­furter Zeitung"! Weil uns nun aber nichts bekannt wurde, müsten wir d*e rc-llständiq aus der Luft gegriffene Behaup­tung des in feiner Haltung zur Friedenskrage sattsam genug bekannten Blattes mit aller Entschiedenheit zurückweisen, da sie in ihrer tendenziösen Aufmachung geeignet ist. die gewiß opferfreudige und vaterlandstreue Haltung des Tiroler Vol­kes bet unseren Verbündeten und im übrigen Auslände in argen Mißkredit zu bringen.

Diese Feststellung des Innsbrucker übrigens gut katho­lischen Blattes. Herr Erzberger' spricht für sich selbst. Den in die Arbeitsmethoden unserer Flaumacher Eingeweihten wundert sie nicht sonderlich. Immerhin wird man sich gelegent­lich dieser Art. den Siegeswillen zu stärken, gern zu erinnern haben.

Gin Ur?aiibrrrng «mnutlfidtf.

Landau, 8. Jan. (WB. Amtlich.) Vergangene Nacht um 11^2 llbr ist zwischen Kaiserslautern und Homburg, vor Station Brnchmüh bach, bei starkem Schneegestöber ein Nr- lauberzug auf einen Güterzug aufgefahren. Von den Jn- sasten des Nrlauberzuges sind nach den bisherigen Feststel­lungen 12 getötet und 87 teilweise schwer verletzt worden. Hilfszüae gingen sofort von Homburg und Kaiserslautern ab. Die Verletzten wurden in Brnchmühlbach. Mieskau und im Reserve'azaretk untergebrgcht. Die Namen der Toten werden baldmöglichst veröffentlicht werden.

Witter nmsvrrlarrf im Jahre 1ll17

Von der Witterung ist zum guten Teil die Güte die Frucht­barkeit eines Jahres abhängig Welche Bedeutung sie für das Wohl und Wehe eines Volkes hat, ist uns in diesen Kriegsiah- ren wiederholt vor Augen gestellt worden. Im allgemeinen kann man sagen, daß das Jahr 1917 günstige Witterung gehabt hat. Einzelne Jahreszeiten hatten einen ganz besonders aus­geprägten Charakter Es traten während des Jahres zwei recht strenge Wtnterperioden auf. im Januar-Februar und im De­zember: anderseits entwickelten mehrere Sommermonate einen bettächtlichen Neberfchuß an Wärme. Die drei ersten Monate des Jahres, besonders aber der Februar, waren recht winterlich und um 24 Grad zu kalt. Mit dem April setzte ein kurz-r Frühling von kaum vier Wochen ein, der mit dem 1. Mai plötz­lich in den Sommer überging. Mai und Juni, später wieder September waren richtige Sommermonate mit viel Sonnen­schein und Wärme: der Juli hatte zwar sehr viele schöne Tage, war aber ziemlich kühl, während der August bet normaler Wärme durch viel Regen ausgezeichnet war. Von den restlichen drei Monaten war der November trocken, dabei recht mild, der Dezember um fast 4 Grad zu kalt. Bet dem auffallenden Her- vcrtreten der Gegensätze 45 Sommertage, 34 Wintertage, hoher Wärmedurchschnitt im Sommer bedeutender Kälteüberschuß im Wurter. hat man trotzdem den Eindruck, daß der Jahrgang normal gewesen ist. Die ersten sieben Monate des Jahres waren durchweg mehr oder weniger regenarm, am empfindlichsten war das ui den warmen Schönwetterperioden vom Mai und Juni, später nochmals im September spürbar. Wären zu Ende Junt und Jnfang Juli nicht mehrere starke Gewitterregen gefallen, so wäre im Juli eine recht empfindliche Trockenheit eingetreten. Dieser Gefahr wurde jedoch durch die fast täglich erfolgten aus­giebigen Regenfälle im August gründlich abgeholfen. An Ge. wittern war das Jahr sehr reich: an 48 Tagen konnten deren 56 beobachtet werden. Wintergewitter kamen nicht vor. Die viel gefürchteten Grenzlage für Frost (27. April der letzte und 25. Oktober der erste) und für Reif (7. Mai. und 17. Oktober) haben weder im Frühjahr noch im Herbst irgendwelchen Schaden angerichtet. Der Jahrgang 1617 war für unser Land gut. In erster Linie hat sich die alte Wetterregel:Späte» Frühjahr

bringt ei» fruchtbares Jahr" vollauf bewährt. Htrea ger M in-

1 er jchadet Jer Errtfattung -er Pfta-izen nicht, wenn sie im Herbst genügend anszereift sind, tagsgen ist ein warmer Sommer ihrem' Gedeihen außerordentlich forderlich, besonders wenn es nid* 1 an der nötigen Durchfeuchtung fehlt. Möge das Jahr 1918 einen ebenso günstigen Verlauf nehmen wie sein Vorgänger!

Ans der Heimat.

H Mberttsiher Verband. Es wird besonders darauf auf<

merksam gemacht, daß die Zusammenkunft am Donnerstag, den 10 . d. 2JL, um 7 % Uhr stattfindeL.

OrtskohLen stelle. Für alle, diejenigen, welche bei der ersten Ausgabe von Bezugscheinen für Preßsteine nid# be­rücksichtigt werden konnten, erfolgt die Aushändigung der Bezugscheine im Laufe der nächsten Wwhe. Nähere Bekannt­machung erfolgt noch.

Ankauf von Hausschchchtuugsschivciucn. In vertu ie- denen Gegenden der Provinz ist die irrige Auffassung ver­breitet, als ob die Hautzschlachtting von Schweinen freige­geben sei und ob ohne kreisamt iche Genehmigung geschlach­tet werden könne. Das Gwßh. Kreisamt warnt vor der Weiterverbreitung dieser falschen Auffassung und teilt mit, daß die gesetzlichen Bestimmungen in keiner Weise aufge­hoben sind und nach wie vor Hausschlachtungen nur mit kreisamtlicher Genehmigung vorgenommen werden dürfen. Ebenso besteht das Ve.^t des Ankaufs von Hausschlach-^ tungsschweinen zu Recht. Ein Ankauf von EmlcgesckMeinen ist jetzt überhaupt nickst mehr möglich, da alle anderen Schweine beschlagnahmt sind.

Bad-Narrheim. Kammermusikabend im Kurhaus. Der Solistin dos Abends Frau Baumeister-Jakobs, Darmstadt' stellen vorliegenden Kritiken aus Magdeburg und Darmstadt, ein g'änzendes Zeugnis aus. Man ist begeistert über ihre prachtvolle Altstimme und den durchdachten Vortrag. Am' Donnerstag Abend ist allen Kunstfreunden Gelegenheit ge­boten die Bekanntschaft dieser hervorragenden Sängerin zu erneuern. Frau Baumeister-Jakobs sang bekanntlich am 7. Juni 1914 im Konzerthaus die Altpartie in Beethovens Neunter. Der Besuch des Konzerts dürfte umsomehr 311 empfehlen sein, da auch der instrumentale Teil einen großen Genuß verspricht.

Ober-Erlendach. Am 11. Januar feiert unser Bürgermei­ster Karl Klimm sein Sbjahrtges Bürgermeisterjubiläunui - Die lange Amtszeit ist an und für sich schon ein Beweis dafür,' wie Bürgermeister Klimm es versteht, die Interessen feinem Wähler zu wahren, hat doch keiner seiner Vorgänger länger als, eine Amtsperiode das Eemeindefchifflein gelentt. Die Gemeinde^ erhielt während der Amtszeit des Jubilars etn neues Schulbau» mit Lehrerwohnung, die Zahl der Schulstellen und Lehrkräfte hat sich verdoppelt, dle Hauptstraße wurde mit besten Quader­steinen gepflastert, andere Sttatzen wurden umgepflastert, elek­trische Beleuchtung eingerichtet und andere Errungenschaften der Neuzeit der Gemeinde nutzbar gemacht. Die Einrichtung einer Wasserleitung ließen finanzielle Rücksichten auf die Gemeinde- steuerzahler nicht ernröglichen. Im Kirchen- und Schulvorstand war der Jubilar ein verständnisvoller, treuer Mitarbeiten. Die Gemeinde wünscht ihrem Oberhaupt eine weitere gesegnete Tä­tigkeit zum Besten des Ganzen wie für jeden Bürger, dem der Jubilar stets mit Wort und Tat zur Seite zu stehen bereit ist. Seine Tätigkeit in der Krieqszett fand verdiente Anerkennung durch Verleihung des Hessischen Kriegsehrenzeichens.

Aus Starkenburq.

FC Bensheim, 7. Jan. Der 65 Jahre alte Landwirt Phil? j Rettig 3. dahier wurde beim Rübenholen aus der Grube durch Einsturz der Erdinasse verschüttet und getötet.

Ans Hessen.Nassau.

FC. Wiesbaden, 7. Jan. Unter dem Vorsitz des Geheimen, Konsistorialrats Jäger-Bierstadt fand hier die Generalversamm­lung des Hilfsvereins für elternlose, nicht mehr pensioncbercch- tigte leoige Töchter evangelischer Geistlicher des Konsistorial- bezirks Wiesbaden statt. Aus dem Bericht, den der Vorsitzende erstattete, sei hervorgehoben, daß die Zahl der ordentlichen Mit­glieder 121 betrogt, darunter 12 Pfarrerwitwen. Nicht ganz ein Drittel der Pfarrer des Konfistorialbezirks gehöre demnach nur dem Hilfsverein an. Die Jahrespräbende, zu der 82 Pfarrers- töchter berechtigt find, wurde für 1917 von 60 auf 75 Mark er­höht. Dem Vorstand wurden außerdem 3000 Mark für beson. dere Notstände zur Verfügung gestellt. Sofort hat dieser davon über 2000 Mark verteilt, sodaß sämtliche Unterstützungsgesuche' bedacht werden konnten. Das Lulsenstift in der Kapellensttaße^ dahier, in dem zehn Stiftsdamen leben, ein Werk des verstorbe­nen Verlagsbuchhändlers Kreidel. verlangte im abgelaufenen Jahre einen Zuschuß von 1560 Mark aus der Vereinskasse infolge der herrschenden Teuerung, da es durch dte eigenen Einnahme» nicht mehr allein bestehen konnte.

FC. Erbenhcim, 7. Jan. Kam da eines Tages urplötzlich« der Revisionsbeamte zum Bäckermeister Weiß in Erbenheim und fand 32 der schönsten Kuchen vor. die von dortigen Einwohner« zum Backen dorthin gebracht wurden und beschlagnahmte sie samt und sonders erbarmungslos. Wie etn Lauffeuer verbreitete sich der Vorfall in dem Dorfe. Im Sturm liefen darob die empör­ten Bewohner in die Bäckerei und acht Erbenheimern gelang es,' ihre Kuchen wieder zu erwischen. Deshalb mußten sie sich aber heute vor dem Schöffengericht verantworten, denn die beschlag- nahmten Kuchen waren dafür bestimmt. Lazaretten überwiesen zu werden. Die angeklagten Kuchenbäcker erhielten einen Verweis, zum Teil je drei Mack Geldstrafe «

Frankfurter Wetterbericht. ^

Voraussage: Veränderlich bewölkt, dach vielfach heitkp und trocken, Frost wenig verändert. s

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verantwortlich für den politischen und lokalen Teil pirschet. Friedberg; für den Anzeigenteil: R. H friedberg, Druck und Vertag derNeue» TageS-eitung^ ^ ^ . A- Ä., Friedberg

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