Die Politik -er jchlotittiideii AM.
In der „Deutschen Zeitung" veröffentlicht Rechtsanwalt * Dr. Claß - Mainz eine Betrachtung über unsere jammervollen Zustände im Innern. Er schließt mit folgenden Worten:
Kann der methodische Wahnwitz solcher Politik noch weiter getrieben werden?
Herr Dr. David findet das Solbstbestimmungsrecht der Völker ..ethisch" und „praktisch" zu leid», und auch der Staats, mann Trzberger hat es in der gleichen Sitzung des Hauptausschusses zu rühmen gemutzt. Soll man da nicht auf den Gedanken kommen. daß man schlietzlich die gleiche Methode auch auf dag unglückliche Elsaß^Lothringen anwenden müßte, wenn z. V. England endlich so gütig wäre, sich auf Verhandlungen einzulasien und bei sonstigem deutschen Verzicht nach Westen noch diese kleine Nebenbedingung stellte?
Gibt es jemanden, der der deutschen Politik des „neuen Geistes" diese logische Folgerichtigkeit nach allem Erlebten nicht schließlich auch noch zutraut?
Und warum dies alles? Warum dies ^Zerf.' u, das uns zum Gespött der Welt macht und gleichzeitig Frevel an der Stimmung und an der Zukunft unseres Volkes begeht?
Auch dies muß unumwunden ausgesprochen werden: diese ganze Politik ist bestimmt durch die Rücksicht auf Herrn Liebknecht und die Seinen. Herr Erzberger und der sazialisten- fremrne Teil der Freisinnrgen folgen dem Mall? '-bieter Scheidemann — dieser aber ist beherrscht von der Angst vor den Unabhängigen — und bic Regierung fügt sich willenlos der angeblichen Mehrheit, in Wahrheit der Angst vor der Masie. Herr Strefemann hat im Rovemberbeft der^..Deutschen Stimmen" die treibende Kraft der Haltung Scheidemanns richtig erfaßt: »nan kann annehmen, daß er aus eigenster Kenntnis schildert und findet damit bestätigt, was aufmerksame Beobachter längst erkannt haben. Und damit erfährt dann die Politik des politischen Wahnsinns ihre eigenartige und würdige Krönung: der ge
heime Richtunoaeber der Politik des sieghaften Deutschen Reiches ist ein Vollsveraesiener. der wegen schweren Verbrechens gegen die Sicherheit seines im Daseinskämpfe ringenden Volkes dem Richter verfiel — und die Inhaber der Staatsgewalt, die Mehrheit der Volksvertreter scheuen ängstlich auf die Masten, die angeblich diesem Verräter zugetan sind. So treiben sie eine Politik, die ein Liebknecht im Sinne seiner Umsturzbestrebungen nicht bester machen könnte.
„Ist keine Hilfe gegen solchen Drang?-
Dartollelvei^adnng bei Frost.
Wir lesen irr der „Deutschen Tageszeitung":
Vor einiger Zeit wiesen einige von uns veröffentlichte Zuschriften darauf hin. daß die Kartofselversorgung der Groß- stLdte arg gefährdet sei durch die geradezu unglaubliche Behandlung, welche die Kartoffel auch in diesem Winter trotz aller schlechten Erfahrung im Vorjahre erfährt. Es wurde die Tat» fache festgestellt. daß trotz starken Frostes die Anfuhr von Kartoffeln an die Bahnhöfe erfolge und daß sogar diese dem Frost avsgesetzt gewesenen Kartoffeln eingemietet würden. Man machte für diese Behandlung der Kartoffeln dabet in der Hauptsache untergeordnete Organe verantwortlich. In Wirklichkeit führen diese aber nur die Anordnungen der oberen Stellen aus. Einen Beweis dafür liefert uns ein Rundschreiben des Landrats des Kreises Goldberg vom 20. Dezember. In diesem Rundschreiben wird auf die Langsamkeit der Ablieferung der Kartoffeln hingewiesen und in Erinnerung gebracht, daß die Reichskartofselstelle. wenn der Kommanunalverband die ihm obliegende Lieferungspflicht nicht rechtzeitig erfülle, die Mengen. dir innerhalb des Kommunalverbandes verbraucht werden dürfen, herabsetzen kann. Außerdem könne der Kommsnalver. band innerhalb feiner Berteilungsbefugnis auch die Lieferung anderer Bedarfsgegenstände, wie Zucker, Petroleum, Futtermittel ufw. diesen Gemeinden gegenüber einschränkcn oder einstellen.
Dieses Rundschreiben gelangte in die Hände der Empfänger zu einer Zeit, als die Kälte 7 bis 8 Grad R. betrug. Mit Recht fragt der Einsender, ob es nicht geradezu ein Verbrechen fei, bei dieser Temperatur zur Kartoffclverladung aufzufordern. „Wer Lebensmittel absichtlich dem Verderben zuführt, versündigt sich ain Daterlande ebenso wie derjenige, der Brotgetreide verfüttert." Könnte dieser Spruch, der den Landwirten auf jedem Kreisblatt zuerst entgegen leuchtet, nicht auch auf jedem Deamtentisch ausliegen?
Selbstverständlich sollen sich diese Ausführungen nicht gegen den Landrat des oben genannten Kreises richten, sondern gegen die Stellen, die die Landröte zu solchen Aufforderungen veranlassen. Man sollte sich endlich bei den einzelnen Stellen darau erinnern, daß man doch nicht allein Ablieferungsforderungen stell?. Reben der Reichskartofselstelle ist es die Reichsgetreide- steüe, die außer Brotgetreide auch Hafer und Gerste fordert. Ferner soll Stroh und Heu geliefert werden. Alles natürlich außerordentlich eilig — und wenn bis Ende Dezember nicht die vorgeßchricbenen Mengen geliefert find, dann hagelt es Strafen. Das Schlimmste aber ist, daß dieselben Kommunalstellen, die so eifrig laudwirtschafUrche Erzeugnisse begehren, sich sehr taub stellen, wenn die Landwirte auf die Verminderung der Pferde, den Mangel an Kohlen, das Fehlen des Petroleums und womöglich darauf noch Hinweisen, daß kurz vor den Feiertagen niemand zur Arbeit heranzubekommeu ist.
Sonderlich angenehme Empfindungen rief diese Weihnachts- befcherung des Landrats des Kreises Goldberg jedenfalls bei feinen Kreisinfasten nicht hervor. Fehlte doch nur noch die Bemerkung, daß er für die nicht rechtzeitige Ablieferung keine Entschuldigung gelten lasten wolle. Denn davon, daß der Versand von Kartoffeln meistens um Weihnachten wegen der Frostgefahr eingestellt wird, davon hat man natürlich a^ grünen Tisch kelne Ahnung. Was kommt es darauf an, wenn die Kartoffeln «- frieren, die Hauptsache ist. daß sie geliefert sind. Bevor man Aber in den Städten die Landwirte wegen der mangelnden . Kariosfelzufuhren verantworttich macht und zum Bewetse dafür
sich auf Landrätliche Erlasse stützt, sollte man im Land einmal genauer Umschau halten, denn wie die „Mat. zur Tagespolitik" in ihrer Ausgabe vom 21. Dezember mitteilen, liefert die Lanv. Wirtschaft sehr viel mehr Kartoffeln, als abgrnommen werden können, und es stehen heute noch viele Waggons fertig beladen auf den Kleinbahnen, die nicht abgerollt werden können. Wenn trotzdem Klagen über die Kartoffellieferungen von Stadtverwaltungen und Großverbrauchern laut werden, so können sie ihre Ursachen nur in der mangelnden Wagengestellung der Eisenbahnen b.aben. In welcher Weise die Anfuhr bisher erfolgt. wird fodann im einzelnen wie folgt dargelegl:
„Die gesamte Eisenbahnabfuhr von Speisekartoffeln ist in diesem Jahre höher als jemals zuvor. Sie übertriffl die vor« jährige im Monat August um 104 v. H.. im Monat September um 127 v. H.. in d-er Zeit vom 1. bis 16 Oktober um 200 v. H. Die Wagengestellung im Königreich Preußen hat die Zahl von 8000 Wagen an einzelnen Tagen überschritten. Infolgedessen war die Zufuhr an Kartoffeln an vielen Orten so groß, daß die rcchtzettige Abnahme auf große Schwierigkeiten stieß. An zahlreichen. namentlich größeren Orten mußte die Zufuhr wegen völliger Ueberlastung gesperrt werden. Zum Teil mußten die Kartoffeln von den Empfangsorlen wieder Trocknungsanstalten überwiesen werden, weil die empfangenden Gemeinden nicht in der Lage waren, die Kartoffeln abzunehmcn. Hunderte von Güterwagen blieben längere Zeit unentladen stehen und wurden hierdurch dem allgemeinen Verkehr entzogen. In welchem Umfange dies der Fall war geht zum Beispiel daraus hervor, daß allein in Groß-Berlin in der Zeit vom 15. September bis 15. Oktober d. I. über 80 660 Mark Standgeld für verspätet entladene Kartofselwagen fällig wurden.
Trotz der großen Wagengestellung ist bis tägliche Anforderung von Wagen für Kartoffeln immer mehr gestiegen. Sie erreicht setzt im Königreich Preufen die Zahl von 25 060 Wagen. Eine derartige Anforderung ist selbstverständlich in dieser Höhe nicht zu erfüllen. Selbst in Friedenszeilen wäre es ganz ausgeschlossen eine derartige Wagenzahl allein für Kartoffeln zu stellen. Zudem wäre cs. wie die Erfahrungen der letzten Wochen gelehrt haben, ausgeschlossen. daß derartige Mengen von den Verbrauchern abgenommen werden können.
Die außerordentlich hohe Eisenbahnabsuhr von Kartoffeln, die rn der letzten Zeit das Dreifache der vorjährigen Leistung erreicht hat, ist angesichts der autzeroürentlichen milffärifchen und anderweiten Beanspruchung der Eiserrbahnverwaltung nur unter Zurückdränguno anderer sehr wichtiger Bedürfnisse möglich gewesen. Der Versand der öbriaen Lebens- und Futtermittel tonnte nur tn sehr beschränktem Maße stattfinden: auch hat die Verladung von Düngemitteln, inebess'-.dere Kalt, unter der vorzugsweisen Wagengestellung für Speisekartoffeln ganz bedeutend gelitten, so daß hieraus ernste Bedenken ffir die weitere Aufrechterhaltung unserer landwirtKaftlichen Erzeugung sich ergeben."
-em ghf 5, f sikrsM.
Von befreundeter Seite wird uns ein Erlaß des Landratsamtes des Kreises Hersfeld. gezeichnet i V. von Hedemann, vom 9. Oktober 1917 sTagebuch-Rr. 12738) an die Bürgermeister des Kreises übermittelt, den wir trotz des Papiermangels wörtlich zum Abdruck bringen wollen, denn es wäre wirklich schade, wenn von diesem historischen Dokumente auch nur ein Wert der Oef- fentltckkeit verloren ginge:
„Wie ick' höre, halten die Lanlnoirte, und zwar insbesondere die größeren, bisher mit der Zeickuuna zur 7. Kriegsanleihe vielfach zurück. Aus diesem Grunde ordne ich hiermit folgt ndes an:
In allen Fällen, wo ein Landwirt, der mehr als 5 Hektar Land besitzt. Antrag stellt auf
1. Gestellung eines Kriegsgeftmgenen,
2. Belastung eines Gefangenen für de» Winter,
hat er dem zuständigen Mitglied der Kriegswirtscha ftsstelle mit dem Antrag eine Bescheinigung vorzulegen. aus der her- vorgeht. wieviel er zur 7. Kriegsanleihe gezeichnet hat. Die Bescheinigung ist entweder von der Kaste, bei der die Zeichnung erfolgt ist. oder von dem für die betreffende Gemeinde zuständigen Vertrauensmann für Kriegsanleihe au^ustellen. Ich bemerke. daß die Bescheinigung selbstverständlich nicht allein ausschlaggebend sein kann, für die Behandlung des Antrages jedoch kann sie in Fällen von Bedeutung werden, in denen z. B. nur ein Gefangener zur Verfügung steht, aber mehrere Anträge vorliegen. In folären Fällen wird natürlich in erster Linie bedacht werden, der sein Geld dem vaterländischen Zwecke zugefnhrt hat. Das Mitglied der Kriagswirtschaftsstelle berücksichtigt die Bescheinigung bei seiner Begutachtung und gibt dis Bescheinigung dem Antraostellcr zurück, bevor er den Antrag rveiterreicht.
Vorstehendes ersuche ich allen in Betracht kommenden Landwirten ausdrücklich zur Kenntnis zu bringen und bei Stellung von Anträgen die Durchführung zu beachten. Falls die Bescheinigung nicht beigesügt ist, wird airgeaomr^n, daß keine Kriegsanleihe gezeichnet ist."
Uns ist ja jo manche Gewallmaßregel von Kommunalver- banden während des Krieges begegnet, aber eins solche Repressalie gegen die Landwirte ist uns denn doch noch nicht vorgekom- men! Die Gestellung von Gefangenen sollte also z. T. von der Zeichnung von Kriegsanleihe abhängig gemacht werden. Was nun. wenn ein Landwirt nicht in der glücklichen Lage ist. Kriegsanleihe zu zeichnen, oder nicht so viel zu zeichnen, wie es auf dem Landratsamt als genügend angesehen wird? Dann bekommt er also keine Kriegsgefangenen, das Land bleibt unbestellt und die Wirtschaft geht zurück. Wir wollen nämlich so beiläufig den Herren in der Leitung des Kreises Hersfeld verraten, datz Kriegsgefangene von den Landwirten wahrhaftig nicht zum Privatvergnügen gehalten werden, sondern weil man sie notwendig braucht. Die rechtzeitig und ordnungsmäßige Bestellung der Aecker ist aber doch im allgemeinen Volksinteresse z. Zt. die allerwichtigste Aufgabe. Mit solchen unbilligen Zwangsmitteln erreicht eine Behörde vielleicht einige tausend Mark mehr Kriegsanleihe, für die sich womöglich dieser und
jener, der notwendig Gefangene braucht, das Geld zusammen- bergt, dafür aber sät sie unglaubliche Erbitterung, ja Haß, vet denen, die eben nicht in der glücklichen Lage sind, wunschgemäß zu zeichnen. Ein Landrat, der sich auf seine Kreiseingesessenen versteht und von ihnen verstanden wird, wird es leicht haben, auch das Letzte aus den Landwirten herauszuholen, wenn er in geeigneter Weife an sie herantritt. Mit einem solchen, an die Zustände im verflossenen russischen Regiment erinnernden Vor« gehen erreicht er vielleicht Kleinigkeiten, was er aber dabei ,n der Gesinnung der Landwirte und landwirtschaftlichen Predni, tun verwüstet, das wiegen die paar tausend Mark wahrhaftig nicht auf! Das deutsche Volk ist wahrlich ob seiner Lammgeduld zu bewundern Selbst die Russen haben bewiesen, daß sie die Tyrannei der Bürokratie abzuschütreln verstehen!
Ans der fsciwat.
Frankfurt am Main. Der Polizei ist es nunmehr gelungen, den Mörder des Schutzmanns E r t l dingfest zu machen. Es ist der erst 18jährigs Schlosser Ioh. ll>ora M e ck f u ß aus Lohr am Main. Er hat in der Mordnecht gemeinschaftlich mit dem Schlosser Wilhelm Kappes aus Klein-Heubach mehrere Ein. brüche oeriibt und wurde dabei von dem Schutzmann überrascht während der jüngere Spitzbube flüchtig ging, schoß Weckfuß den pflichttreuen Beamten nieder. Der Weckfuß wurde in einer Wirtschaft in der Fehrgasse verhaftet und ist geständig. Ein Zeichen der Zeit ist es. wie heute das jugendliche Alter dem Verbrechertum unterliegt.
FC. Flörsheim, 4. Jan. Ein Schwein aus dem Stalle ge« stöhlen wurde in der letzten Nacht einem im Felde stehenden hiesigen Einwohner.
Aus Rheinbcsien.
FC. Worms, 4. Jan. Interessant ist die Statistik der Kriegstrauungen in den nahen pfälzischen Städten von über 15 000 Einwohner Es haben nämlich seit Kriegsbeginn Kriegs- trauungen stottgefunden in Speyer 215. Ludwigshafen 417. Frankenthal 101, Neustadt 106. St. Ingbert 119, Zweibrücren 217, Landau 247, Pirmasens 259, Kaiserslautern 440
Frankfurter Wetterbericht
Rach kurzer Aufklärung erneute Bewölkungszunahme. Erweiterte und verbreitete Niederschläge.
Kirchliche Anzeraev Gottesdienst in der Llodtkirche.
Mittwoch, den 9. Januar, abends 8)4 Uhr: Kriegsandachi. Herr Pfarrer Die hl.
StifÜsiäärfciäHjfiirrisSÜiSÄXÖ^js^
Offene Stellen:
1 Dlebfütterer, 1 junger Knecht, 1 Verwalter für Hofrnrt auch Kriegsbeschädigter, niedrere landwirtschaftliche Dtenstmägde, 2 Melkerinnen. 6 Schreiner. 2 H..usmädchen.
Für Etappe: Mehrere Slenogravhinnen rwd Maschinen- schrelderinnen 109 Pferdepfleger für besetztes Gebiet.
Stellensuche nde:
Mehrere Melkerfamilien und ledige Melker. 2 Haushälterinnen,
2 Frön ein für Stenographie und Maschinenschreiben.
"KelchiifMches.
ff'er WUrcrkrieg.
Eine reich illustrierte Chronik der Ereignisse feit dem 1. Juli 1914. fterausgegeben von Dr. C ft. Baer. Verlag von Julius Hossmann, Stuttgart. Band 14, Preis 6 Mark.
Das gewaltige Werk, dns der..Völkerkrieg"als eine umfassende Chronik des Wektkriegs rmternommen hat. tritt nun mi'. dem 14. abgeschlossenen Uand vor den Leier. Sein Gegen ,and ist „der westliche Kriegsschauplatz in, vierten Kriegs talbjahr", d. h. von Februar dis August 1916. Hierher gehören zwei der gewaltigsten Unterneh.nunoen des Kriegs: die Schlacht vor Verdun und die »sommeschlachr. Deren Bedeutung liegt nicht nur in dem riefen- hasten Aufgebot von Knegsmiueln. sondern vor allem darin, daß es Versuche von beiden Seiten sind, zu emer Zeit. wo die Enr- Wicklung der Kriegsmacht h^er und dort surden Höhepunkt gelangt war. eine Entscheidung auf dem Haiwrkriegsshanptatz herbeizuführen In die en Kämp en hak»en sich die beiden Gegner so recht gemessen, und in allem, was Vorbedingung zum Erso g sein kann: Ausrüüung, Kornp wert der Tr ppen, Führunz. wurde bei Freund und Fe nd geleistrt was im Bereich des Möglichen war. So muß sich gerade aus dem Siudium dieser Schlachten em allgemeines Urtril über die Verhältnisse und Aussichten auf beiden Seren fewinnen lassen, und die Zukunft hat bestätigt, was das Kriegsjahr t!>16 kehrte: auf dem westlicken Krtensfchauplatz ist keine Entscheidung zu erwarten. Neben keiner so schätzenswerten rein fachlichen Be- richterstauung in Generalstabsmeloungen. zusammenhängenden Drrstellungen und Uebersichten hat der „Böllertrieg" gerade die erwähvte. ent cheidende, man könnte sagen weltgeschichtliche Bedeutung dieser Schlachten herausgearbeüet. Und da er es versteht, in feinen Schilderuirgen und Episoden der kämpfenden Seelv der Gegner Ausdruck zu verleihen, braust es durch feine Darstellung wie der tragische Grundstrom alter Heldenepen, wo in großartiger» er chüttcrnder Wer e das zermalmende Zusammenprallen von Völkern besungen werden, wo jahrhundertelang vorbereitete Schickstrle einen fmchtbar verhallenden Aurtlang findetr. Zu der Wahrheit weiß der „Völkerkrieg" die Dichtung in dem schönen Sinn zu gesellen, daß Dichtung nicht Erdichtung, sondern höhere, letzte Wahrheit ist Und dieser Grundzug des fckönen Werkes, den man etwa schlichten, beseelten Tatsachensinn nennen könnte, zeigen auch die unerschöpflich reichen Bilder, die tn Gegenstand und Ausführung Unübertreffliches leisten. Der ..Völkerkrieg" gibt von allem und, jedem, was die Kriegführung betrifft, beste An chauung und weißt dabei das Gemüt zu erfassen, ohne jemals sich in jene üble Poi« zu verstetgen. die uns oft entgegentütt, sowie wir eine tllustrierrs Kriegsschnfk auischlagen. Die Karten sind so reichlich und aus» führlich, daß sie den Erwerb besonderer Kriegskarte» überflüssig, machen. ^
Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ltta« H i r f ch e l. Friedberg: für den An-eigenteil: R. ® eQ n c Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung^ _ A- G.. Friedberg i. $.
Die Abgabe getragener Kleidung erleich-Z tert de« Erwerb eines Bezugsscheines. i


