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Grane Gefahren.
Roman aus der Gegenwart von M. Gontard ° Schuck. -0) Äl'achdruck versoten.
Lady Douglas fuhr sich erregt mit der Hand über die
Stirn.
:ntiet?licT> ist das! Helen hat einen Willen wie
ihr Vater. Mir graut davor, wenn sie erst wirklich begreift, daß der Vater keinen Scherz nmcht. Was dann noch kommen mag?"
..Was noch kommen mag? Daß weiß ickstjetzt schon ganz genau. Edward wird nacbgeoen. Er wird ihr auf die Tauer lücht widerstehen. Das Mädel ist maß'os verwöhnt und sie weiß ganz genau, daß sie stets ihren Willen bekonnnt, sie würde sonst auch das Ganze nickst so leicht nehmen."
„Edward wird nicht nachgeben, ich weiß es. Ich kenne leine Gesinnung gegen Deutschland. Wir werden eud'ose Kämpfe haben, denn wenn es sich um politische Ueber- zeugungen handelt, ist Edward unerbittlich."-
Alfred Werkbeim wartete nstt fieberhafter Ungeduld auf Helens Botschaft. Wie würden ihre Eltern cs ans- nehmen?
Er ärgerte sich setzt, daß er Helens Bitten nackgegeben, daß er nicht sofort selbst zu Sir Edward Douglas ge gangen war.
Es konnte sehr gut möglich sein, daß dieser nichts von einer Verbindung seiner Tochter mit einem Deutschen wissen wollte. Denn so höflich er sich auch immer zeigte, so war es doch allgemein bekannt, daß gerade Sir Edward einer der größten Deutschenfresser gewesen war.
Warf War er es wirklich gewesen? War er es nicht jetzt noch ebenso, wie Harthansen immer behauptete!
Und war diese Ruhe vielleicht nur die Ruhe vor dem Sturm?
Aber schließlich, wenn es wirklich so sein sollte, was ging . das im Grunde genommen seine persönlichen Angelegenheiten an?
. Hatte seine Heirat mit der Tochter eines englischen Staatsmannes etwas mit Politik zu tun?
„Ber mir wobl nicht," dachte er, „aber bei einem Manne wie Sir Edward sicher."
D'r Gedanke, daß Helens Elteiw gegen eine Verbindung mit ihm sein könnten, verletzte seinen Sto'z empfindlich. Er, ^ der sich in Deutschland seine Gattin ans den ersten Häusern holen konnte, fühlte sich schon bei dem Gedanken an eine Abweisung verletzt.
s Am andern Dwrgen kam ekn kurzer Brief von Helen. Sie habe noch keine Gelegenheit gehabt, den Vater zu sehen. Nur r.\H der Mutter habe sie gesprochen, und die fei ganz damit einverstanden. Mann sie ihn Wiedersehen könne?
„Also die Mutter ist damit einverstanden!" murmelte er. „Will allerdings wenig sagen. So wie ich die Ver- h'tttnisie kenne, gibt es im Hanse Douglas nur eineu Willen."
Seine Augen blickten finster. Die Brauen zogen sich zusammen. Unschlüssig drehte er das Blatt in seiner Hand. >Lagte ihm Helen auch die Wahrheit? Hatte sie vielleicht doch schon mit dem Vater gesprochen, und der war dagegen?
Seine Gedanken irrten ab. Sie flogen nach Deutschland zu seinein Vater. Ein unbehagliches Gefühl beschlich ihn. Leicht würde es ihm sein Vater sicher auch nicht machen. Mußte er doch mit dieser Heirat seinen liebsten Herzenswunsch begraben.
Er dachte Regina, sein Pttegefchwesterchen, die der Vater so gern als Gattin an seiner Seite gesehen hätte. Was würde Regina lagen, wenn sie von seiner Wahl erführe?
Kannte sie überhaupt die Wünsche des Vaters?
, Wohl kaum, Regina war ein Kind und dachte noch mehr an ihre Puppen als au ben künftigen Mann. —
III.
Helen Douglas saß im Park unter einer großen, alten Eiche, die ihr dichtes Blätterdach über sie ausbreitete.
ti Sie hatte sich zurückgelehnt und ließ ihre Augen in dem grünen Meer nmherscküveifen. Ein wundersames Spiel. Vom dunkelsten Grün bis zum leuchtenden Go d wechselten die Farben. Das Sonnenlicht fing sich hier und da im Blättergewirr und sandte leuchtende Strahlenbündel durch die schwanken Zweige. Ein Stückchen blauer Himmel lugte hier und da nach dem blonden Kopf.
Die Vögel hüpften von einem Ast zum andern. Kamen und zwitscherten sich wichtig und geheimnisvoll ihre Neuigkeiten zu und verschwanden wieder. Andere Vögel, weit fort auf fernen Bäumen, riefen und lockten. Bienen und Fliegen summten. Bewegungslos hing eine Spinne an langem selbstgesponnenem Faden. Bewegungslos nur, so lange nichts in ihre Nähe kam. Wehe der Fliege oder Mücke, die sich in den Bannkreis des kleinen Strauchritters verirrte, sie war rettungslos verloren. —
' Eine ganze kleine Welt für sich," dachte Helen.
Zuweilen knackte irgendwo ein Ast und unterbrach die Stille.
^ I! ' 1 nn Sckxck'.?. der Eiche war rwll wur^aek Duste und wirkte eiuschläser..o. ‘
wurde müde. Sie dack'e -sicht gern und wenigsten gern dachte sie über uuanaenchme Dinge nach
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Aber was half es! Auch bei geschlossenen Augen kamen die unangenehmen Gedanken.. — . ü
i ,^ 0ren mm schon vergangen und trotz des
Vaters Verbot hatte sie Alfred oft gesehen. Aber er wurde ungedu.dig. Er liebte diese Heimlichkeiten nicht. Täglich drang er darauf, selbst mH dem Vater zu sprechen, und davor .urchtete sie sich. Denn bic Erfüllung ihrer Wünsche war
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, ..Schrecklich war das! Wie oft hatte sie den Vater um- j!i)iimmen versucht. Er schnitt ihr stets kurz das Wort ab
Tranen der Empörung traten ihr in die Augen und drängten sich unter den geschossenen Lidern hervor.
Daß man sie auch so sch'echt behandelte! Kein Mensch hatte sie mehr lieb. Auch die Mama nicht. Sonst würde sie viel besser für sie eingetreten sein.
Und nun gar der Papa! Immer war sie sein Liebling geweien und nun, da sie wirk ich einmal einen Herzen? Umnsch hatte, nun zeigte er sich so hart gegen sie.
^ Aber sie war es müde, sich noch länaer so rücksichtslos begaiide.n zu lassen! So würde sie eben A freds Frau wer- deii auch ohne die Einwilligung des Vaters.
Noch einmal wollte sie mit dem Papa sprechen, noch ein- mal ihn so recht von Herzen bitten und wenn er wieder so schroff war, dann —
.^ Entschlossen öffnete sie die Augen und wollte sich auf. richten, aber mit einem Schrei des Entsetzens fiel sie wieder znrlick. Eine dicke, grüne Raupe kam au eiueiu langen Leiden faden von oben und schien nicht übe! Lust zu haben, sich ans dem rosigen Gesicht niederzulassen.
Wie gebannt starrte Helen auf das Tier. Raupen! Huh! Raupen waren schreckliche Tiere.
Der ganze große Kummer war für den Augenblick ver- En. Nur erst aus dem Bereich dieses gräßlichen, grünen Tieres sein.
Behutsam" rückte sie zur Seite, um dmm rnsck, a„fzi,. 'pnngen iind davonzulaufen. — lFörtsetzung folgt.?
Krüauntmachnng.
Am 5. Januar 1918 ist eine Bekanntmachung Nr. Pa- 1600/11. 17. K. N. A., betteffend „Beschlaanabme von Papier zur Anfertigung geklebter Papiersäcke (Sackpapi'er)" erlasien worden.
Der Wortlaut der Bekanntmachung ist in den Amtsblättern und durch Anschlag veröffentlicht worden.
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