Einzelbild herunterladen

fc'ettrf die deutsche Nrichsregierung einen Frieden mit Rußland zustande bringt, der die Billigung der denrokrattschen Regierung Rutzlmrds findet. Demokratischer als diese zu sein und sie ge­radezu auszustacheln, sich gegen die von deutscher Seite ver­tretenen Notwendigkeiten bei der Regelung der Fremdvölker­frage aufzulehnen, das ist eine jener politischen Ungereimtheiten wie sie auf der ganzen Welt nur in deutschen Köpfen denkbar ist. Keine ernsthafte politische Partei des feindlichen Auslanoes würde unter ähnlichen Verhältnissen wenn es nämlich gilt, Angehörige der eigenen Nationalität von der Zugehörigkeit von einem fremden Starte zu lösen der eigenen Regierung Schwierigkeiten in der Erreichung dieses Zieles bereiten. Wenn sich an dieser Stimmungsmache auch ein Aufsatz des Herrn Stiimke in derBerliner Vörscu-Zeitung" beteiligt, so müssen wir demgegenüber mit aller Entschiedenheit betonen, daß ein solches Verhalten mit nationalliberaler Auftastung auch nicht das Geringste mehr zu tun hat. Die Nationalliberale Parier ist in der Meinung geschlossen, daß die nationale Pflicht und die nationalen Jnteresten es gebieten, die alten deutschen Sle- delungslande des Balkanlums von der russischen Abhängigtett freizumachen in einem geschichtlichen Augenblick, in dem uns die Waffenentscheidung die Macht in die Hand gab. ünd der Feind bereit ist. die gewünschte Freiheit zu geben. Wir kehren Ruß­land gegenüber wahrlich nicht unsere militärische Heberlegenhclt ols Sieger hervor. Ader diese Zurückhaltung bedingt anderer- flifg doch auch nicht, daß wir die deutschen Jnteresten vollends laeisgeben Die Führer der nattonalliberalen Partei, der daynr- gegangene Bastermann und bis in die jüngste Zeit fein Nach­folger Stresemann haben immer und immer wieder in Heber* Einstimmung mit allen amtlichen Parteilundgebungen die Be­freiung der baltischen Provinzen als ein deutsches Kriegsziel rationaler Selbstachtung bezeichnet. Wie könnten wir aus Kur­land abzcehen und Riga wieder verlassen. um dort die deutschen Bauern und Kauflente, die der Kultur des Baltenlandes seit Jahrhunderten das Gepräge gegeben, einem gewissen Schicksal ' im unruhigen russischen Staatskürpcr zu überlasten? Es er­scheint uns deshalb auch als eine nationale Pflicht der Selbst­verständlichkeit, mit allem Nachdruck die Politik der Regierung zu unterstützen, die auf eine sofortige klare Lösung der baltischen Frage abzielt, und an die deutsche Regierung gerade in diesem Augenblick der Entscheidung das dringende Verlangen zu stellen, daß sie in diesem Punkt« unnachgiebig bleibe und die Wünsche unserer deutschen Stammesbrüder erfüllt."

Verbot dcr Mitnahnf non pnffrtyortafriünt.

HeEn. 4. Jan. Zur Einschränkung des überflüssigen Ee- päckverkehrs auf den Eisenbahnen soll demnächst auch die Mit­nahme von Wintersportgeräten tn di« Eisenbahnwagen vvr- Loten werden. Es handelt sick hierbei um die Mitnahme von Rodelschlitten, Schneeschuhen usw. in die Züge, deren Beforve. rung als Handgepäck bisher bedingungsweise erlaubt war. Es wird aber nicht nur die Mitnahme von Wintersportgeräten als Handgepäck verboten werden, sondern Schlitten usw., die bisher auch als Expreßgut oder als Reisegepäck bei den Gepäckabfertt- gungen aufgegeben werden konnten, werden von der Annahme ausgeschlossen werden.

Diese Anordnung ist mit Freuden zu begrüßen. Wenn die Rodler und Rodlerinnen Bewegung brauchen, so finden sie m her Landwirtschaft oder in den Fabriken dazu reichlich Gelegen­heit und brauchen nicht den Reisenden, die - um wichtigerer Dinge willen fahren müsten, den Platz zu versperren.

Jugend nskl heutet

Ein junger Mensch' in Arbeitskleidung betrat dieser Tage den Laden eines ersten Zigarrengeschästs in Wiesbaden, ein Bürschchen zwischen 16 und 1? Jahren. Er frug nach Zigaretten und wählte sich solche für 40 Pfg. das Stück,' davon nahm er ' Zehn und zahlte mit einem Fünfmarkschein. Er erhielt einen Einmarkschein zurück; diesen rollte er zusammen» zündete ihn an der Gasflamme an und setzte damit eine der gekauften Zigaret- - ten in Brand? !

Wir wollen diesem grünen Verschwender seine große Jugend als mildernden Umstand zubilligen. jedoch erblicken wir in die- ! fem Einzelfalle etwas Allgemein-Gültiges', unsere Jugend hat . in ihren Ansprüchen das Maß so sehr verloren, daß sie den Lohn, > den Ertrag der Arbeit, nicht mehr zu würdigen und nicht mehr zusammenzuhalten weiß. Es muß unseres Erachtens unter allen Amständen von amtlicher Seite darauf hingearbeitet werden, daß jugendliche Arbeiter unter Spar-Zwang gestellt werden. Aus den Zeitungen sind täglich kraste Fälle von Verschwendungs­sucht zu ersehen, wohin aber soll das führen, wenn in späteren Zeiten nicht mehr so viel verdient wird als in der jetzigen Kriegs! infunktur. Mehr als je ist das Wort am Platze: Spare kn der Zeit, so hast Lu in der Rc.,

Der Nailerelocke letztes Geläut.

Am Sylvesterabend hat die große Kcriferglocke im Kölner Dom.Maria Gloriosa" genannt, zum letzten Male ihre dumpfe Stimme über dem heiligen Köln erschallen lassen. Voll tiefer Bewegung hat die Bürgerschaft die Klänge der größten Ktr- chenglocke Demschlands verfolgt, denn sie bedeuteten eine Ab- schiednahme für immer. Schon wenige Stunden später hat man mit der Zerstörung des 560 Zentner schweren Ungetüms begon­nen, dessen Metall nunmehr auch den Zwecken der Kriegswirr­schaft dienen soll. Line volle Stunde hindurch wurde die im südlichen der beiden Domtüre Hängende Glocke geläutet, die am Geburtstag ihres Stifters, Kaiser Wilhelm I., am 22. Mürz *877 zum ersten Male ihre eherne Stimme hatte erschallen lassen. Damals mußten 27 Läutcmänner sich nahezu eine halbe Stunde lang an den Seilen abmühen, bevor der 13 Zentner schwere Klöppel' überhaupt an den Glocke uraud anschlug. Spater erhielt sie ein elektrisches Läutewerk» mit dem sie bereits inner- halb 33 Sekunden zum Anschlag gebracht werden konnte. Be- lantlich ist die Kölner Kaiserglocke aus im Kriege 1870/71 er­beuteten französischen Kanonen in der Glockengießerei Franken- thal in der Pfalz gegossen worden. Sie krönte den Abschluß de« durch mehrere Jahrhundert hindurch in wechselvoller Ge*.

schichte vollendeten Dombau, mit dem Deutschland sich das schönste gotische Baudenkmal an den Ufern des deutschesten Stromes schuf. Von der Anwendung des ursprünglich vor­gesehenen autogenen Schneideverfahrens bei der Zerlegung der Riesenglocke hat man inzwischen abgesehen. Es war in Bor. schlag gebracht worden, weil sich die Abmontierung der Glocke in der gewöhnlichen Form als undurchführbar erwiesen. Sie soll jetzt gleich oben im Turm durch ein elektrisches Bohrverfahren zerstückelt werden. Hierbei wird der Glockenmantel durch elek­trisch betriebene Bohrer, die Loch an Loch in die Wandung htn- eintreiben, sodaß beliebig kleine Stücks abgetrennt werden können, zerkleinert. Di« elektrische Kraft, die zum Treiben der Bohrer in dem Glockenturm benötigt wird, ist in der elektrischen Läutewerkanlage im Glockenturm bereits vorhanden. Wie dieDerttsche Journalpost" dazu aus Köln erfährt, rechnet man in den Kreisen der dortigen Bürgerschaft damit, daß nach der siegreichen Beendigung des Weltkrieges der Enkel des kaiser­lichen Stifters, derMaria Gloriosa" dem Dome wieder eine Kaiscrglocke zuwenden wird.

Usm Felde

der' Ehre.

Butzbach. Gesrefter Freitag, jetzt beim Landsturm Vatl. XVIII/32, Bewachungskompagnie Friedberg, im ! Zivilberuf Bäckermeister in Butzbach, erhielt für tapferes j Verhalten vor dem Feinde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse, I das ihm von feiner früheren Kompagnie überreicht wurde. Herz lichen Gl ii ckw unsch!

?«$ d ee

X Durch die Bekanntmachung Nr. Pa. 1600/11. 17. K. N. A. vom 6. Januar 1918 ist die Beschlagnahme aller Mengen von Papier zur Verstellung geklebter Papiersäcke j (Sackpapier) an geordnet. Die Besch'agnahme umfaßt Ver- autzerungs- und Vercn'bertungsverbot. Vom 20. Januar 1918 ab darf die Veräußerung und Lieferung von Sack- Papier nur gegen einen Bezugsschein der Neichsfackstelle, Berlin, . erfolgen. Die Verarbeitung von beschlagnahmtem Sackpapiec zur Herstellung geklebter Papiersäcke von mehr als 3000 gern Sackflächcninhalt bleibt zu'ässig. Der genaue Wortlaut der Bekanntmachung ist in unserer Geschäftsstelle einzusehen.

Bad-Nauheim. Vielen Wünschen entsprechend veranstalten Mitglieder der Kurkapelle Donnerstag, den 10. Januar, abends 8^ Ahr, im Theatersaale des Kurhauses einen Kammermusik­abend. Das zur Aufführung kommende Divertimento Rr. 17 von Mozart und das Klavierquintett von Schubert sind Perlen der Kammermusikliteratur und in Bad-Nauheim unseres Wisiens noch nicht aufgeführt worden. Frau Baumeister-Jacobs, die gefeierte 1. Altistin der Darmstädter Hofoper, singt Lieder von Mozart und Schubert. Den Klavierpart im Forellenquintetl hat liebenswürdiger Weise Frau Kapellmeister Fanny Drumm übernommen Allen Freunden klassischer Musik stehen große Genüsse bevor und ist der Besuch des Konzerts nur zu empfehlen.

Aus Starkenburg.

Darmstadt. Neue umfangreiche Geheimschlächtereien wur­den dahier entdeckt und haben zur Verhaftung des etwa 60 Jahre alten, kür vermögend geltenden Landwirtes Ludwig Mit- teldorf, der in weiten Kreisen bekannt ist und als flotter Lebe­mann gilt, geführt. M. hat seit längerer Zeit heimliche An­käufe aller Art, hauptsächlich von Großvieh in Oberhesien aus­geführt, die Tiere heimlich schlachten lasten und meist zur Nacht­zeit das Fleisch iir Möbelwagen heimlich nach größeren Fabriken vertrieben, sowie Wirte in Frankfurt am Main versorgt. Nach, dem erst kürzlich der Ankauf und die Schlachtung von 6 Rindern fostgeltcllt wurde, konnte ai'.f erfolgte Anzeige der heimliche An­kauf von weiteren 12 Ochsen aus Oberhesten, die heimlich ge­schlachtet worden sind, ermittelt werden. Auch ein heimlich obgeschlachteles Schwein befindet sich darunter. Damit sind tue weiteren Verdachtsgrüude noch nicht abgeschlosten. und ist man eifrig an der Arbeit, hat aber inzwischen zur Vermeidung von Kolussionsgefahr die Festnahme des M. veranlaßt. Es wird ihm auch die Unterschlagung eines wertvollen Brillantringes zur Last gelegt, den er einem zum Heer eingezogeuen Fabrikan­ten angeblich im Scherz abnahm, aber verkaufte, obwohl der Ring einen Wert von 5000 Mark haben soll.

Darmstadt, 4. Jan. Ein Konflikt wegen der Freigabe des bei der Firma Merck dahier beschlagnahmten Fleisches ist an­scheinend zwischen den maßgebenden Behörden ausgebrochen. Während die Reichsfleischstelle noch vor den Feiertagen das Schweinefleisch freigegeben hat, ist auf Antrag der Verwertungs- kcmmission des Kriegsernährungsamtes erneut die Beschlag­nahme angecrdnet worden. Die hiesige Kriminalpolizei Hai nun die noch vorhairdenen 200 Zentner Fleisch in den Kühl- und Kelleräumen versiegelt, obwohl die Firma Merck sich auf das von dem Reichs fleisch amt erhaltene Telegramm, welches vre Freigabe verfügt hat, bezieht. Mau darf gespannt sein, wer den Sieg davonträgt.

Darmstadt. Einem bekannten Gaunertrick zum Opfer ge­fallen ist eine hiesige Frau, deren Mann zwar ein ganz schönes Einkommen hat, die es aber darauf abgesehen hat, die Beispiele der großen Lebensmittelwucherer nachzuahmen und sich auf Kosten ihrer Mitmenschen einen guten Verdienst zu verschaffen. Schon seit längerer Zeit treibt sie einen Lebensmittelschleich­handel, der anscheinend gute Erfolge bringt. Vor einiger Zeit wurde ihr nun durch einen jungen, ihr unbekannten Menschen ein halber Zentner guter Speck, ebensoviel Schinken, sowie 10 Liter Oel angeboten, die in einer Wirtschaft in der Sandstraße liegen sollten und gegen bar zu haben seien. Man wurde um die Summe von 700 Mark handelseinig, die Ware konnte sofort obgeholt werden und zahlte die Frau den Bettag gegen Quit­tung an den Burschen aus. worauf man sich gemeinsam auf den Weg begab. An dem Haus, wo die gekauften Sachen liegen sollten und wo auch ein Karren zum Rachhausesahren bereit stand, bat der Verkäufer di« Frau, einen Augenblick im Hofe «*.

warten, er bringe di« Sachen sofort. Als der Frau aber das Warten zu lange dauerte, begab sie sich in das Lokal, wo sie za ihrer Verblüffung hören mußte, daß der Bursche schon vor län­gerer Zeit die Wirtschaft durch den Ausgang auf der anderen Seite an der Riedeselstraße verlasten hatte.- Sie hat nun da, Nachsehen, obwohl man dem Schwindler auf der Spur ist.

PC. CriLferchanserr, 4.. Jan. In diesem Jahre blickt da» Ohlystift dahrer. eine Erziehungsanstalt für verwahrloste Km- der, auf ein 30jähriges Bestehen zurück. Das Stift ist ein Werk des Oberbürgermeisters der Residenzstadt Darmstadt. Albreyr Ohly. der von 1874- -1891 die Geschicke der Stadt leitete, und war die Errichtung dieser allen Konfessionen dienenden Er- ziehung-austalt für verlasiene und verwahrloste Kinder der Residenz Darmstadt die letzte Schöpfung des verdienten Man­nes. Um die Anstalt unterzubringen, wurde gerade vor 30 Iah- ren das sogen. Schlößchen dahrer mit seinem zwei Hektar umsap senden Gelände für 17 500 Mark gekauft. Das Schlößchen hatte von 1775 ab infolge einer Schenkung des Landgrafen Ludwig des IX. bis.1818 als Jnvalidenanstalt, mit der eine Erziehungs­anstalt für Jnvalidenkinder verbunden war. ähnlichen Zwecken gedient. 1888 wurde die Anstalt mit vier Zöglingen eröffnet. Im ersten Arbeitsjahr wurden bereits zu diesen aufgenommen 32 Knaben und 14 Mädchen, in den ersten zehn Jahren 274, da. von 202 Knaben und 72 Mädchen. Seitdem entwickelte sich das Ohlystrft weiter segensreich.

PC. Bikcnbach, 4. Jan. Der ftüher« langjährige hiesige Seelsorger, Pfarrer Göhrs, der in Darmstadt im Ruhestanve lebt, ist dort gestorben. Er war ein bekannter Förderer der In- ncren Mission und war Vorstandsmitglied des evangelischen Rettungshauses in Hühnlein.

Aus Hessen.Nassau.

PC. Wiesbaden, 8. Jan. In der heutigen Vollverfamm- lung der Landwirtschaftskammer stellte das Kammermitglied Landrat Duderstadt-Diez folgenden Antrag, der Annahme fand: Die Landwirtfchaftskammsr erklätt, daß eine noch schärfere Er- faffung der Milch im Kammerbezirk möglich und bei der augen­blicklichen Lage aus vaterländischen Rücksichten und in Anbe. tracht der Notwendigkeit, die Kinder- und Krankenernährung bis zum Kriegsende sicher zu stellen, geboten ist. Die Landwirt, schaftskawmer hält es deshalb für dringend erforderlich, daß nicht nur von den dazu berufenen Organen, sondern von jedem Landwirt selbst sogar bei eigener Einschränkung alles daran ge­fetzt wird, für das Heer, die Großstädte und Industrie-Mittel­punkte die größtmöglichste Menge an Butter und Milch zu lie­fern. Als geeignete Wege jur Erreichung des angestrebten Zie­les bezeichnet die Landwirtfchaftskammer fttengste Bestrafung des verbotenen Butter- und Milchhandels sowie rücksichtslos« Anwendung von Zwangsmaßnahmen im allgemeinen gegen­über Hebelwollenden, lückenlose Gestaltung der Sammele in r ich- ttrngen. Den durch die Reichsfettstelle herausgegebenen Richt­linien über den Zusammenschluß von Molkereien vom 3. Novvr. 1917 stimmte die Landwirtschaftskammer unter dem Vorbehalt zu, daß der Eigenart der kleinen bäuerlichen Besttzoerhältniff» des Regierungsbezirks Rechnung getragen wird.

PC. Wiesbaden, 3. Jan. Derfliegende" Händler Wilhelm Block aus Nordhausen, der hier 17 Pfund Butter durch Hau­sieren abgcfetzt und für das Pfund 15 Mark verlangt und erhal­ten hatte, wurde von dem Schöffengericht wegen unerlaubten Handelns und Hochstpreisüberfchrettung in eine Geldstrafe von 500 Mark genommen.

PC. Wiesbaden, 3. Jan. Die Königliche Regierung hat jede der ihr unterstellten Schulen des Bezirks angewiesen, durch die Schüler eine Sammlung von Knochen vorzunehmen. Jeder Schulleiter hat bis zum 1. Februar d. I. dem zuständigen Kreisfchulinfpektor bezw. der Schuldeputation zu Frankfurt am Main und Wiesbaden anzuzeigen, daß und in welcher Weife dt, Sammlung eingeleitet ist und durchgeftihrt wird und ob Män­gel bei der Einrichtung zu beseitigen sind. Ferner ist bis zum 20. Mai zu berichten, in welchem Umfange und mit welchem Er­folge die Schulen des Regierungsbezirks sich an der Knochen­sammlung beteiligt haben.

Kelsterbach am Main. Die Einbrüche tn den Vurger- ksieistereien nehmen auch im neuen Jahre in der näheren und weiteren Entfernung Darmstadts ihren ungestörten Fortgang. Mit gleicher Dreistigkeit, wie seither in Dieburg Eberstadt. Ar- Heilgen. Griesheim, Egelsbach ufw. wurde in der verflossenen Nacht auch in der Bürgermeisterei Kelsterbach im Rathaus etn- gebrochen, das auch das Büro des Gemeinderechners beherbergt. Nach Erbrechen der Fensterscheiben und Türen drangen die Diebe in die Zimmer ein und erbrachen alleVehälter, wie Tische, Schränke, um daraus die vorhandenen mehrere hundert Mark bares Geld sowie über 100 Rersebrotmarken zu stehlen. Kom­munalverbandsmarken ließen sie unberührt. Man konnte bl, Einbrecher bisher nicht ermitteln.

PC. Aus dem Rheingau, 3. Jan. Naturbutter gelangte ln Eltville seit sehr langer Zeit gestern wieder einmal in dem städtischen Lager zur Ausgabe. Diese Begünstigung verdanke» die Bewohner Eltvilles Spitzbuben, die die für die Stadt be­stimmte Margarin« in ihrer ganzen Menge gestohlen hatten. Die Staatsanwaltschaft fahndet eifrig nach den Dieben. Di, Eltviller sind voll des Lobes über die Margarinespitzbuben.

PC. Weilburg, 4 . Jan. Der hiesige Magisttat laßt infolg« mangelhafter Zufuhren von Kohlen zerkleinertes Buchenscheit­holz zentnerweise in Wagenladungen von fünf, zehn und fünf­zehn Zentern den hiesigen Familien auf Anttag anfahren. Er berechnet für den Zentner frei Haus 3,10 Mark, ab Lager 2.80 Mark. Die minderbemittelten Krieger und sonstigen Familie» erhalten das Holz ab Lager den Zentner für 2,50 Mark. Sol- billige geworden.

Voraussage: Vorerst ttüb und regnerisch, mttd, später ze^t,

weise aufllarend. _____J

Verantwortlich für de» politischen und lokalen Teil: Lttck H i r s ch e l. Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Heyner. Friedberg. Druck und Verlag derNeum Tig^eitunA^ A- G.. Friedberg u ^

tze für Brennholz sind bis jetzt noch mrgends bekanntz

Frankfurter Wetterbericht,

ff-