Nummer 5
Montag, den V. Januar 1918
11, Jahrgang
Neue Tageszeit
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deutsche Feststellung. — Kloyd Gemoe als Kriegsredner. — Anerkennung Finnlands
4M 000 Tonnen versenkt.
Der dentsche Generalltak ——— meldet: —- 1
W. T. K» Großes Aonplquartier. den 5. Zarrn»rr. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
An der flandrischen Front östlich von Ppern, in einzelnen Abschnitten zwischen Scarpe und Somme sowie in Gegend von Avocourt und St. Mihiel entwickelten sich zeitweilig lebhafte Feuerlämpfe. An dqr übrigen Front blieb die Arillerietätig- teit auf Störungsfeuer beschränkt. Oestlich von Bullecourt Hane eine gewaltsame Erkundung vollen Erfolg und brachte eine gröbere Anzahl gefangener Engländer ein.
Oestlicher Kriegsschauplatz
Nichts Neues.
* Mazedonische Front.
Keine besonderen Ereignisse.
Italienische Front.
Zwischen Brenta und de Montello Lebte das Artilleriefeuer vorübergehend auf.
Der Erste Generolquartiermeister: Ludendorff.
Abendbericht.
Berlin. 8. Jan., abends. (WTB. Amtlich.) Don den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
*
W. T. p. Gi sßes Aanzrtqnariier, den 6. Januar. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Die Feuertatigkeit blieb meist gering. Sie steigerte sich vorübergehend an verschiedenen Stellen der Front im Zusammenhang mit Erkundungsaefechten.
Französische Vorstöße in der Champagne wurden im Nahkampf abgewiesen. Bei Iuvincourt und nordöstlich von Avo- ccurt brachten eigene nach Feuervorbereitung durchgesührte Unternehmungen ebenso wie ein überraschender Einbruch in die feindlichen Linien westlich von Bezonvaux zahlreiche Gefangene und einige Maschinengewehre als Beute ein.
Im Walde von Ailly versuchten die Franzosen zweimal * vergeblich in unsere Gräben einzudringen.
Am 4. und 5. Januar wurden im Lustkampf und von der Erde aus 15 feindliche Flugzeuge und 4 Fesselballone abgeschossen. Oestlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Mazedonische Front.
Die Lage ist unverändert.
Italienische Front.
Beiderseits der Brenta, im Tombagebiet und am Montello zeitweilig Arlillcriekampf.
Der Erste Ceneralqnartiermeister: Ludendorff.
Abend Bericht.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Auf der Hochfläche von Asiago, im Gebiet des Monte Afo- lone, des Monte Tomba und des Montello entwickelten sich zeitweilig Artilleriekämpfe.
Der Chef des Grneralstabcs.
Sofia, 3. Jan. (WTB Nichtamtlich.) Gsneralstabsbericht.
Mazedonische Front' Westlich des Ochrida-Sees vertrieben unsere Erkundungsabtellungen feindliche vorgeschobene Einheiten: auf den Höhenstellungen im Cernabogen etwas lebhaftere Artillerietätigkeit. Nördlich des Tcrhinc^Sees für uns günstige Erkundungscp fechte. Nach einem Luftkampf schoß der deutsche Vizefeldwebel Eredig ein feindliches Flugzeug ab. das hinrer unseren Stellungen nordwestlich des Doiransees niederfiel. Zu ei englische Flieger wurden dabei zu Gefangenen gemacht.
Dobrudschafront: Waffenstillstand.
Das türkische Hauptquartier •====== meldet: ————
Konstantinopel. 5. Jan. (MTV. Nichtamtlich.) Amtliche Tagesberichte vom 4. und 5. Januar:
Palästinafront: Etwas lebhafteres Geschützfeuer gegen un- st-re Front zwischen der Küste und der Eisenbahn. Feindlick-e Patroi.'illeivorstöße gegen unsre Stellungen bei El Bire wurden abgewiesen. Die Luftangriffe des Gegners bei Afule waren erfolglos. Sonst keine Ereignisse von Bedeutung.
Palästinasront: Ein feindlicher Posten wurde von uns teils aufgehoben, teils niedergemacht. Sonst keine besonderen Ereignisse.
Kriegslage.
Berlin, 6. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) An der Westfront hielt auch am 5. Januar die rege Erkundungstätigkeit und der lebhafte Feuerbetrieb an. Englische Erkundungspatrouillen mußten nordöstlich Poelcapelle und östlich Zandvoorde nach blutigen Verlusten über das Trichterfeld in ihre Gräben zurllck- flüchten. Oestlich Reims und in der Gegend nördlich Prunay scheiterten französische Erkundungsvorstöße. In der Champagne versuchten die Franzosen nach mehrstündiger starker Feuervor- bcreitung an zwei Stellen in unsere Stellung westlich des Kanonenberges einzudringen. Unsere Grabenbesatzung ließ sie hier bis dicht an unsere Linien hcrankommen und warf sie sodann w schneidigem Gegenstoß zurück. Ebensowenig Erfolg hatten französische Absichten in den Argcnnen und zwischen Maas und Mosel. Unsere Erkundungsabtellungen erfiillten an mehreren Stellen der Front voll ihren Auftrag. Nordöstlich Avocourt brachen unsere Sturmtrups am Morgen des 5. Januar überraschend nach kurzem Artillerie- und Minenfeuer in die feindlichen Gräben und brachten trotz starker Gegenwehr 37.Gefangene und 2 Maschinengewehre zurück.
Berlin» 6. Jan., abends. (WTB. Amtlich.) Erhöhte Ee- fechtstätigkeit an der flandrischen Front, südlich von der Scarpe und auf dem Westufer der Mosel.
Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neuess.
Der österreichische Generalstab ===== meldet: ====== J
3Eteit, 5. Jan (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- lautbart:
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Waffenstillstand.
Italienischer Kriegsschauplatz.
4M 000 Tonnen ve senkt.
Berlin, 5. Jan. (WB. Amtlich.) Kühnes Draufgehen unserer U-Boote bei stärkster feind Ücker Gegenwehr hat unseren Feinden wiederum den Verlust von 22 000 Brutto- registertonnen eingetragen. Drei große Dampfer fielen den Torpedos im Aermelkanal zum Opfer. Eines der Schisse war ein tief beladener ostwärts steuernder großer Tankdampfer; er sank binnen 40 Sekunden. Von den übrigen Schiffen konnte einer als der bewaffnete englische Dampfer „Polwarth" (3146 Tonnen) festgestellt werden. Das Schiff war mit wertvoller Eisenerz- und Phosphor-Ladung nach England bestimmt.
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Die Gefechtstätigkeit blieb auf zeitweiliges Artilleriefeuer beschränkt.
* p t, Der Chef des Ceneralstabc».
* -
ffiicn, 6. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird oer- jautbart:
Oestlicher KriegrsH-«p*,tz. - jf /
Waffenstillstand. /> - ^ > 1
Berlin, 4. Fan. (WB. AmtllchF Im östlichen Aermel- kanal sind von unseren U-Booten kürzlich 21 000 Bruttoregistertonnen vernicklet worden. Sämtliche Schiffe waren schwer beladen und bewaffnet und fuhren bis auf einen unter starker Sicherung. Ein tief beladener, belvafsneter großer Tankdampfer, der Kurs auf Cherbourg hatte, wurde ans inem starken, durch viele Fischdampser und schnelle U- Bootszerstörer gesicherten Geleitzng hewusgeschossen.
! An dem Erfolg, der unter erschwerenden Verhältnissen errungen und darum umso bemerkenswerter ist war in erster Linie ein kleines U-Boot beteiligt, dos unter der ichn ewigen Führung seines Kommandanten, Oberleutnant ^J r Stemdorff. im Dezember vorigen Jahres durch chnelle Arbeit in zwei Unternehmungen insgesamt 22 500 Brmwregistertonnen vernichtet hat.
Der Chef des Admiral st abr der Marine»
, *«!•«/4-San. (WB.)' Der Verlust dieses Tankbanip.
fers trifft die Entente umso schwerer, als der deutsche Bericht fcH Mitte vergangenen Monats bereits vier ähnliche Ver- senknngs fälle melden konnte. Die Frage der Oeleinfnhr, die zur Versorgung der auf Oelfeuerung angewiesenen feindlichen Kriegsflotten große Bedeutung hat. gestaltet sich für den Verband immer kritischer. Vor kurzeni trat in Washinq- ton ein Ausschuß englischer und amerikanischer Fachleute zusammen, um über die Oelverteilung zu beraten. Die U-Bootabwehr, zu der besonders Motorschiffe herangezogen werden müssen, hat durch Erweiterung des Sperrgebietes und Dadurch vermehrten Oelverbrauch die englische Einfuhr vor ^ neue Schwierigkeiten gestellt. Eine der neuesten Wirkungen äußert sich in dem Verbot des Kraftwagenfahrens für Privatleute in England. Zur Beschlvichtignng der erregten Bevölkerung funkt Poldhn die Nachricht in dis Welt, daß in England ein Oelbrnnnen entdeckt worden sei, der jährlich 150 000 Gallonen liefern könne. Was Poldhn verschweigt ist, daß England einen jährlichen Bedarf von 600 Millionen Gallonen hat, daß also 180 000 Gallonen leine ^ Abhängigkeit von der überseeischen Zufuhr aus Amerika und Asien nicht neimenswert zu mildern in der Lage sind.
„Ein Königreich für ein Schiss."
Haag, 5. Jan. Unter dem Titel „Ein Königreich für ein Schiff" meldet die amerikanische „Evening Mail" am 23. November, daß der Mangel an Schiffsraum die Schiffsvreise unerhört in die. Höhe treibe. Ein fünf Jahre altes Segelschiff. das ursprünglich 30 000 Dollars kostete, wurde für 50 000 Dollars verchartert. \u ■ 0 Quintals Fische nach
dem Mittelmeer zu transportieren. Die Versickerung des Schiffes betrüg. 25 Prozent, die der Fracht 15 Prozent. Trotz . ller Unkosten konnte aber der Eigentümer noch einen Gewinn von 5000 Dollars bei dieser Fahrt machen.
Ein deutsches Schiss out Roten Meer.
Bern, 6. Jan. Von besonderer Seite erfährt das „Bern. Tagbl." aus Athen, daß deutsche Seeleute auf einem ans einem ostafrikanischen Hafen entführten Schiffe am Südans- gange des Noten Meeres kreuzen, weshalb in Aegypten du» Jndienfahrer Vorsichtsbefehle erhielten.
Die Friedettsvcrhaudlnn-i-en.
Im Hanptausschuffe gab der Untcrstaatssekretär Freiherr von dem Bussche folgende Erklärung ab:
Der Herr Reichskanzler hat gestern die Insinuation der rust sischen Presse zurückgewiesen, daß wir uns in illoyaler Weife unserer Zusage betr. das Selbstbestimmungsrecht der Völker ent« ziehen wollten. Im Anschluß an diese Erklärung stelle ich im ausdrücklichen Austrage des Herrn Reichskanzlers das folgcnvv fest: „Der Standpunkt des Herrn Reichskanzlers zu dem Selbst» bestimmungsrecht der Völker bleibt unverändert, aber dieser Standpunkt darf keine Deutung finden, dre lediglich von den Interessen der Entente eingegeben ist. Die in der neutralen Presse veröffentlichte Darstellung, als ob die russischen Delegier» len den deutschen Vorschlag vom 28. Dezember als undiskutierbar abgelehnt hätten, ist tatsächlich unrichtig. Die russischen Delegierten haben zwar Bedenken gegen die von uns vorgeschlagene Formulierung erhoben, sich indeß ausdrücklich damit ein- verstanden erklärt, daß über diese Formulierung in einer Kommission weiter beraten werden sollte, um eine Verständigung herbeizuführen. Zwischen unseren und den russischen Delegierten war vereinbart worden, daß die Fortsetzung der Verhandlungen auch über die strittig verbleibenden Punkte am 5. Januar tit Brest-Litcwsk erfolgen sollte. Unsere Verbündeten haben untev diesen Umständen mit uns einstimmig den Vorschlag der Rüster nach Veränderung des Verhairdlungsortes abgelehnt. Inzwp schen ist uns von Vrest-Litowsk folgendes Telegramm zu- gegangen:
Am 1. Januar 10 Uhr abends ist hier das in Uebersetzung folgende Hughes-Telegramm aus Petersburg eknaetrofserr:


