Grane Gefahren.
Roman aus der Gegenwart von M. Goutard - Schuck.
9'achdruck verbo:en.
„Warmn nirät. Pa? Ich liebe ihn doch und er liebt mich. Und ich N'-?"de A'n heiraten!"
„Das wirst Tu nicht! Hörst Du! Das wirst Du nicht!"
Die Adern ans Douglas' Stirn schwollen an. Die sonst so ruhig und kühl blickenden Augen funkelten.
Diesen Mann, den noch nie jemand erregt gesehen, verlieh alle Sechstbeherrsch-ung. Mit harten Schritten trat er an die Toebter heran und griff.nach ihrer Hand.
"Das wirst Du nicht, Helen! Hörst Du? Du wirst ae- horchen oder —"
,£ocr, Papa?"
Funbtlcs stand sie vor ihm und sah ihm in die Augen. Da schleuderte er mit kurzem Ruck ihre Hand von sich und schritt zur Türe.
^ ..Tu wirst von mir hörent Bis dahin bitte ich mir aus, daß Du keine unbesonnenen Schritte unternimmst."
^hae ein°n Blick oder Gruß für die beiden Damen ver- "reß er das Zimmer und warf die Türe unsanft hinter sich ins Schloß.
Miß Hardinge lachte. „Das ist dom guten Edward gewiß zum ersten Ma'e geschehen, daß er die Segel streichen
muß. Me Achtung. Helen! Dn bist ein tapferes Mäd- chon."
„Ach. Unsinn, Tante Augusta. ich kann doch mit meinem Vater sprechen, wie es mir ums Herz ist. Wozu brauche ich da besonders tapfer zu sein!"
ich weiß nicht so recht. Wenn dieser Vater ge
rade Edward DouglaS heißt, ist e§ nicht so leicht. Sich' Deine Mutter an. die hat sich halb zu Tode geängstigt."
..Ach, Mama. Mama ist viel zu zart und ängstlich. Arme Mal" Nxmdte sie sich an die Mutter und streichelte sie zärtlich. „Hast Du Dich geängftigt? Beruhige Dich nur. es ist nicht so schlimm. Ter Papa gibt schon nach. Er tut nur erst so. Alle Väter machen das so!"
„Wenn Du Dich nur nicht täuschst. Kind! So erregt habe ich den Vater noch nie gesehen. Du solltest ihm den Willen tun!"
„Aber Ma! Das sagst Du mir? Ich soll Alfred aufgeben?" Das unbekümmerte, blühende Gesichtchen wurde p ötzlich ernst. „Verstehst Du mich denn auch nicht. Mama? Und Du warst doch erst gar nicht dagegen. Du sagtest doch selbst, daß Du Herrn von Werkheini sehr gerne hättest."
„Ja, ja. Kind, aber —"
„Aber nian ist ein Held wie immer und möchte am liebsten vor einem strengen Wort des Herrn Gemahl in ein Mausewch kriechen." Miß Hardinge ries es spöttisch.
„Laß mir die Mama in Ruhe. Tante Angusta. Me können nicht sein wie Du. Aber sei nur ruhig, Ma. Sei nur nicht ängstlich. Wenn Tu nur zu mir stehst, wollen wir den Papa schon kriegen. Du sollst sehen, es wird schon alles gut."
Sie schwieg und sah einen Augenblick grübelnd vor sich hin. „Wenn ich nur wüßte, was ich dem Fred sagen soll? Ich muß ihm doch Nachricht geben! Und wenn ich ihm von Pas Weigerung erzähle, wird er beleidigt sein!"
„Du bist ja sehr empfindlich für Deinen Herrn Zukünftigen. Er kann doch nicht erwarten, daß Sir Edward Dong as ibm seine Tochter mit einem Freudenschrei in die Arnie wirft." Miß Hardinge sagte es sehr spitz.
„Warum denn nicht, wenn es mich glücklich macht?"
Kekannimachuttg
2n der Zeit vom 1. Januar bis 15. ^nrunr 1918 wird ne'cn den Lieferungsab chnitt 16 der Siißstofflarien (biam und gegen den L,e erun sabstlmitt 1 der neu bezogenen Süßftofstarten (cel)} von den Sußstoff- abgabeiiellen Eüß'toff abgegeben. (Ls gelang ein Briefchen bezw. erne Schachtel auf den 'Abschnitt zur Ausgabe. Mit dem 15. - an. verliert der Abschnitt I" bezw. 1 seine Gültigkeit. Nach die'em Zeitpunkt nicht abgeruiene Sützstoff- Menaen dürfen von den Amabe- ftellen frei verkauft werden/ Fnedberg, den 2. Jan. 1918.
Der Bürgermeister 2. V.: Damm.
.. . "D^i solltest es Dir wirklich noch sehr überlegen mit dieser Heirat. Helen. Ich gönne zwar meinem lieben SaMiger diese Niederlage von Herzen und möchte schon, allein um ihn zu ärg^n, auf Deine Seite treten, aber es ist nur unmöglich! Es geht nicht! Eine Douglas — die einzige Tochter nieiner Schwester, die die Anwartschaft auf die
höchsten Würden hier im Lande hat, heiratet einen Deutschen!"
_.. .^ T ?Icn sröh'ich. Sie nahm die Rose aus ihrem Gürtel und hie t sie der Tante unter die spitze Nase „Duftet sie nicht prachtvoll. Tante Angusta? Ja? Nicht wahr? Na, siehst du. sie ist von ihm. Ein ganzer Korb voll kam vorhin. Glaubst Du nun, sie würde weniger schön duften, weil sie von ihm ist statt von einem Engländer? Ich glaube das Gegenteil. Und paß mal ans. Tante Angusta, wenn ich erst Alfreds Frau bin, wirst Tu oft genug unser Gast sein. Tn wirst Dich noch so mit Alfred befreunden, daß ich ganz eifersüchtig werde."
„Kind, Kind," mahnte die Mutter, „ich verstehe Dich nicht? Du nimmst das alles viel zu leicht."
„Aber Ma, warum soll ich es denn schwer nehmen, wenn es nicht nötig ist? Noch ist kein Grund zum Meinen!"
„Du kennst den Vater nicht!"
„£X doch, Ma. Ich kenne den Papa schon, aber ich fürchte ihn nicht. Warum auch? Er hat mich doch lieb, llnd ich hin der festen Ueberzeugnng, daß alles gut wird. Und wenn's nicht anders geht, dann — na, was meinst Du, was ich dann tue? Dann brenne ich durch!"
Lachend lief sie zur Türe, drehte sich noch einmal um, machte eine kleine anmutige Verbeugung und war dann verschwunden.
FovUewma solok.
Kekanntmachnng.
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Franlsurt (Main), den 4. Januar 1918.
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