Ausgabe 
5.1.1918
 
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Umrrmer 4

Kamstag. den 5. Januar 1918

11. Jahrgang

Dte .Zieiie Ta. esreituny" erichemt ieden Wertia'. Regetmahrge BeitapenSer Sauer aus Ljellen",Hie 5»pinnkt«be". Serngspreis: Lei den Postanitatten oiecteiralirlid) SKI 2.40 hin u rrttt noch Das Bestellgeld: ^ei ven Center, nwna'lich 85 Big. einschließlich Trägertodn. Anreigen: Grund.eile 2d Psg., totale 20 p?g^ Äu^ergen von auswuris werden durch Po.tnachnahmr r oln»p. orrTiiUimosort Friedbera. Schriftleiluna und Ueria , kieddsra iHeffenr. Hanauer trotze 12. -eern orechsr 18 . P- ti Hek-Lsaro Rr. 13>9. 4-nr Fraatfurt o. Jl.

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Die ruft scheu Uertreter blieben ans, der rnsstfche Aorsch'ag, in Stock'ra'm weiter zn verljaudel,», g'att

abgeleljut. 34000 Tonnen vcrlenlrt.

w. T. K. l^rsSes H.nrpLquarrirr, den Januar'.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Fast an der ganzen Front kam es zu lebhaften Kämpfen der beiderseitigen Artillerien. Klares Frostwetter begünstigte ihre Tätigkeit. Bei englischen Borstößen, die östlich von Pperu und nördlich vom La Baffee-Kanal scheiterten, sowie bei eigenen er­folgreichen Unternehmungen südöstlich von Moeuvres und in drr Lh-inioeg: c wurden Gesungene und einige Maschinen­gewehre eingebcacht.

Seit dem 1 . Januar verloren unsere Gegner im Luftkampf und durch Abschuß von der Erde 23 Flugzeuge und 2 Fessel­ballone. Oberleutnant L o e r z e r errang seinen 20 . Luftsieg.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

An der Mazedonischen und Italienischen Front keine beson­dere» Ereignisse.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorif.

A!>enh'erickt.

DerNn. 4. Jan., abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kriegs­schauplätzen nichts Neues.

Der österreichische Generalstab -- - meldet: ==j

Wien, 4. Jan. sWTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver­lautbart:

Oestlicher KrieZsschsuplatz.

Wafsenstillftand.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Keine Ereignisse von Bedeutung.

Der Chef dev Ceneralstabc».

[| Der bulgarische Grneralstab jl

meldet: ===s

Sofia, 2. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Generalstabs­bericht. #

Mazedonische Front: Westlich von Tobropolje kbkiaites Artilleriefeuer. Nordöstlich vom Doirans'-e mehrere Feuer­überfälle. Auf der übrigen Front mäßige Kampftätigkeit.

Dobrudschofront: Waffenruhe.

21000 Tann n v^r^enbl.

Berlin, 3. Jan. (WTB. Amtlich.) Im St. George- und tnr Bristo -Kanal wlirden durch unsere 11-Boote sieben Dampfer und ein Segler mit rund 24.000 Bruttoregister­tonnen verniastet. Unter oen beenden sich der

bewaffnete englische DampferCbarleston" mit einer Koh- lenladuna. vier schwer bewaffnete Damvfer. von denen zw.'i offenbar Munition als Ladung hatten, da sie nach einer auf­fallend schweren Detonation sofort sanken. Bon d?m eng­lischen DampferGharleston". der durch di? Artillerie des lt-Boches n'edera^kämpft wurde, wurde ein Geschütz erbeutet und zwei Leute seiner Geschützbedienung wurden gefangen genommen.

Der Ebef des Admiral st ab $ der Marine.

*

bitte amerikanische Bestätignno.

Nach der amerikanischen Zeitung ,.P"b!ic Leader" ist ous den Angaben des Leiters des eug'ischen Schiffabrtsamtes MacLay zu erwähnen, daß seit öenr 3. Februar in diesen elf Monaten der lsnterwassertätiak?it die Deutschen mehr a s fünf Millionen Tonnen englischen Schiffsraumes ver­senkt und nahezu eine Million Tonnen sr^stiawi feindlichen oder neutralen Handelsschiffsraumes. Tie Zeitung erklärt, haß diese Zahlen bewiesen, daß die Deutschen ihrer Prahlerei tn unangenehmer Weise nahegekommen seien, und fügt noch hinzu: Die Bedeutung dieser sct>auderhasten Tatsache sollte .'ich das amerikanisckre Volk vor Augen halten.

Tie Angaben MacLays bestätigen erfreulicherweise die Angaben des deutschen Admira'stabes und zeigen uns, daß rin guter Teil des versenkten internationalen, a's neu­tralen oder sonst als feindlich, angesehenen Schiffsraumes ebenfalls auf englische Rechnung zu setzen ist. Was sagt

Lloyd George zu diesen Angaben seines Ministerkollegeu?

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Berlin, 2 . Jan. Folgende Stelle aus der Rede des Vremienministers Lloyd George wird für diejenigen, welche im Zweifel waren, ob der Unterseebootkrieg eine erhebliche Schädigung der militärischen Bereitschaft unserer Feinde be­deute. und ihren Zweifel dadurch zu stützen suchten, daß sie auf die ungeheuren Mengen von Megsmitteln unserer Feinde an allen Fronten, z. B, auch aus die von uns den. Italienern abaenommenen. verwiesen, besonders beachtens­wert sein: ..Wie ich schon wiederholt gesagt habe und wie gestern im Unterhause aelagt wurde, ist der Kampf setzt überwiegend eine Frage d"s Frachtraums geworden. Nichts kann uns Magen und nichts kann für uns den Sieg ge­winnen das beißt, alles andere, was wir besitzen, wird ^iir uns wertlos, *ein. wenn wir nicht unsere Frachtranm'age Verbessern. Frachtraum bedeutet Kanonen ich meine Frachtrau in in der Schiffahrt: Frachtraum bedeutet Flug- zeuge, Munition Tanks und Truvpen. ob sie in Frankreich steten oder in: Osten, und alles ist jetzt eine Frcwe der Schiffe." An diese Worte, di" Mr. Llovd Georae am 21. 12. gesprochen bat. sei noch, die Frage aeknüst: Wieviel stärker wäre beute die Kriegsbereitschaft Englands und seiner Ver­bündeten. wenn nicht die Unterseeboote mittelbar oder nn° mittelbar Kriegsmittel aller Art vernichtet, deren Produktion durch die Verringerung der Rohstoffzufuhren verringert und deren Transport nach allen Fronten verlangsamt hätten? Die Worte des englischen Premierministers sind ein k'ares Eingeständnis der verbängni-vollen Bedeutung des Unter­seebootkrieges für die Operation unserer Feinde zu Lande.

Berlin. 4. Jan, (WTB. Nicktamtlich.) Vo», 20. Na- vencher 1017 bis 2 Januar 1018 haben die Engländer allein auf dem Schlachtfeld östli^ Eambrai 227 Ostiäe^e. 0600 Ge­fangene verloren. An Beute wurden ibnen wäbrend der Eaurbraikämpfe 172 Geschütze. 724 Maschinenaewebre imb 19 Minenwerfer abaenommen: außerdem eroberten die sieg­reichen deutschen Truppen die den Anfangserfolg der Eng­länder in kurzer Zeit in eine außeraewöbnlich blutige Nie­derlage verwandelten, 32 deutsche Geschütze zurück, die bei dem ersten englischen Einbruch in die Hände des Feindes gefallen w"ren. Von dw über 300 eingesetzten Tanks ver­loren die En^'änder 107. von denen 7.0 b'mter den deutschen Linien in unsere.^-and fielen, wäbrend 32 zwischen den eng- lifchen und deutschen Gräben zertrümmert und zerschossen liegengeblieben sind.

Gin in

Eine Erklärung des Grafen Bertling im Hauptausfchuß.

Berlin, 4. Jan. (MTV. Nichtamtlich.) Der Hauptausschuß des Reichstages trat heute vormittag 10 Uhr zu einer neuen Beratung zusammen.

Als erster sprach Abgeordneter Graf Westarp über die Friedensverhandlungcrr in Vrest-Litowsk.

Im Anschluß an seine Ausführungen ergriff Reichskanzler Dr. 0) r n f v o n H e r 1 li n g das Wort zu folgenden Erklärun­gen: Der Herr Vorredner hatte die Güte, an das zu erinnern, was ich gestern am Schluffe meiner kurzen einleitenden Worte sagte, daß, was gestern galt, vielleicht heute nicht mehr gellen würde, und daß wir immer mit der Möglichkeit von Zwischen­fällen zu rechnen hätten. Ein solcher Zwischenfall scheint einge- treten zu sein Schon früher hatte wiederholt während der Ver­handlungen die russische Regierung den Wunsch aussprechen las­sen, daß die Verhandlungen von Brcst-Litowsk verlegt und an einem neutralen Orte, etwa in Stockholm, fortgesetzt werden möchten. Jetzt ist dieser Vorschlag ausdrücklich gemacht morden. Die russische Regierung schlägt die Verlegung der Verhandlungen von Vrcst-Litomsk nach Stockholm vor. Ganz abgesehen davon, daß wir nicht in der Lage sind, uns von den Russen vorschreiden zu lassen, wo wir die Verhandlungen meiterführcn sollen, darf ich daraus Hinweisen, daß die Verlegung nach Stockholm zu au­ßerordentlich großen Schwierigkeiten führen würde. Ich will nur die Schwierigkeit anfllhreu, daß die direkte Verbindung, die dle verhandelnden Delegierten mit ihren Hauptstädten Berlin.

Wien, Sofia, Konstantinopel und Petersburg haben muffen die direlten Verbindungen, die in Vrest-Litowsk angelegt wor­den find, funktionierten gut in Stockholm auf die größten Schwierigkeiten stoßen würde. Schon dieser eine Punkt führt dazu, daß wir nicht darauf eingehen können. Dazu kommt daß die Machenschaften der Entente, Mißtrauen zu säen zwischen der russischen Regierung, ihren Vertretern und uns dort neuen Boden gewinnen würden. Ich habe daher den Staatssekretär von Kühlmann beauftragt, diesen Vorschlag abzulehnen. iVravo.) Inzwischen sind tn Vrest-Litowsk die Vertreter der Ukraine eingetroffen, und zwar nicht nur als Sachverständige» sondern mit Vollmachten zur Verhandlung ausgestattet. Mir werden ganz ruhig mit den Vertretern der Ukraine weiter ver­handeln. Ich füge noch hinzu, daß von Petersburg mitgeteilt worden ist, die russische Regierung könne auf Punkt 1 und 2 un­serer Vorschläge nicht eingehen Diese beiden Punkte beziehen sich auf die Modalitäten der Räumung der Gebiete und die Vornahme von Volksabstimmungen. In der russischen Preffe wird uns insinuiert, daß in diesem Punkte 1 und 2 ausgedrückt sei, wie wir uns in illoyaler Weise unserer Zusage, betreffend das Selbstbestimmungsrccht der Völker, entziehen wollen. Ich muh diese Insinuation zurückweisen. Punkt 1 und 2 find ledig­lich durch praktische Erwägungen bestimmt. Wir können davon nicht abgehen. Ich glaube, meine Herren, wir können getro;? abwarten, wie dieser Zwischenfall weiter verlausen wird. Wir stützen »ns auf unsere Machtstellung, auf unsere loyale Gesin­nung und auf unser gutes Recht. (Lebhaftes Bravo.) 9

Der Ausschuß vertagte sich nach diesen Erklärungen, um den Fraktionen Gelegenheit 3 » bieten, zunächst unter sich über die Situation zu beraten.

Vrest-Litowsk, 4. Jan. Der Vorsitzende de: russischen Dele­gation hat am 3. Januar aus Petersburg an die Vevollmachtig- ien der Vierbundmächte in Vrest-Litowsk eine Depesche gerich^ tot. in der er unter Bernfung auf den Beschluß der Regierung der russischen Republik verschlägt, die Verhandlungen im neu­tralen Auslände fortzusetzen. In Erwiderung hierauf haben die Delegationen der Vierbund-mächle an Herrn Joffe am 4. d. M. telegraphiert, daß sie jede Verlegung des Verhandlungsortes abiehnen, da bindend vereinbart worden fei. die Verhandlungen am 5 Januar in Vrest-Litowsk wieder aufzunehmen

* '*

Die Ukrainer in Vrest-Litowsk.

Vrest-Litowsk, 3. Jan (WTB. Nichtamtlich.) Am 1. Jan. ist in Vrest-Litowsk die Jriedensdelegation der ukrainisa;en Volksrepublik, zusammengesetzt aus folgenden vier Bevollmäch­tigten, eingetroffcn: M. F. Lewitsky, N. M. Ljubinsky, M. N. Polosow, A. 9t. Sewrjuk. Alle vier Delegierten sind Mitglie­der der ukrainischen Zcntralrada (des ukrainischen Parlaments) und der allrussischen konstituierenden Versammlung (in Petro­grad). Die Delegierten der Ukraine haben alle Vollmachten der ukrainischen Vollsregierung zur Führung der Friedens­verhandlungen.

Im Gespräch mit unserem Korrespondenten haben die Be­vollmächtigten erklärt, daß nach der Note des Eeneralsekre- tariats (Regierung der Ukraine) die ukrainische Republik jetzt den Weg selbständiger internationaler Beziehungen einschlage. Tie Bevollmächtigten der Ukraine bemerkten, daß sie bedauer­licherweise gezwungen seien, die Tatsache zu konstatieren, daß die deutsche Preffe bezüglich der wahren Sachlage in der ukrai­nischen Republik sehr schlecht orientiert sei. So sei zum Beispiel die deutsche Gesellschaft durch unrichtige und teilweise geradezu phantastische Nachrichten über die gegenseitigen Beziehungen Zwischen der Ukraine und Frankreich» sowie England verwirrr worden Die Ukraine hätte zur Zeit der Kriegserklärung keinen Staatskörper gebildet und hätte weder direkt, noch indirekt an der Entfachung des Weltkrieges Anteil gehabt. Jetzt, nachdem das Volk der Ukraine einen festen Staat geschaffen habe, wünsche es den schleunigen Abschluß eines demokratischen Friedens, und es werde schwerlich jemanden gelingen, es von diesem Wege av- zutringen. Die Ukrainer, die sich immer so heiß um die Selbst­ständigkeit der Form ihres Staatswesens bemühten, wüßten, daß erst vom Augenblick des Abschluffes eines demokratischen Friedens ab. der die ökonomisck)en und staatlichen Jntereffen der Ukraine sichern werde, eine neue Lebens-Aera für die ukrai­nische Volksrepublik beginne, eine Aera des Aufblühens der dts dahin unterdrückten und unausgenutzten Lebenskräfte des von den Fesseln der Sklaverei befreiten Volkes. Die Delegierren der Ukraine hoffen, daß sie bei den Friedensverhandlungen fo- ludarisch mit den Vertretern des Voiles der Dolkskommiffare würden Vorgehen können. In den nächsten Tagen wird das Eintreffen der übrigen Mitglieder der DelegiilUm darunter auch des Vorsitzenden.