Ausgabe 
4.1.1918
 
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Grmre Gefahren.

Non ran ans der Gegenwart vor, M. Gontard ° Schuck.

8) v achdru^ ver o.en.

..Ach, Edward, ich bin ganz außer mir!" klagte Lady Isabel.Denke Dir, eben sagt mir Helen, daß sie sich heut niittag ver obt hat."

Fiir gewöhnlich ist das kein Unglücksfall. Es fragt sich nur mit wem."

Aber das ist es ja gerade. Denke Dir doch, mit die- sinn Herrn von der deutschen Botschaft, diesem Baron von Werkbeim!"

Sir Edward schwieg.

Unsicher blickte seine Frau ihn an. Sie hatte eine heftige Abwehr, einen scharfen Einspruch, sie hatte irgend etwas erwartet, unb nun schwieg er. War das ein gutes oder ein böses Zeichen?

tDu sagst gar nichts, Edward?" fragte sie nach einigen Minuten zögernd.

Es ist wohl das erstemal, in seinem Leben, daß ihm ctwms die Rede ver'ch'ägt," sagte seine Schwägerin spöttisch.

,.Dnrck>ans nickt, teure Augusta. Aber diese Mitteilung, die ihr mit so großem Ernst ausgenommen habt, läßt mich tnhl, sie ist für mich gar nicht der Erörterung wert. Helen ist E ein Kind und Kindern erfüllt man nicht alle törickten Wünsche. Es wäre Deine Ausgabe gewesen, Isabel, ihr das begreif ich zu machen."

Seine Frau hob lebhaft den Kopf.

Wenn Du Dich nur nicht irrst. Edward! Es war kein Kind, das zil mir sprach. Und dann, Edward ich sage se'ten etwas gegen das, was Du bestinunst, aber hier bandelt es sich nicht um Deine Angelegenheiten allein. Helen ist mein Kind iind sie soll nicht Unglück, ick werden, nur um ,tm was ball Du überhaupt gegen Herrn von Werkheim?"

. Gar nichts! Er hat sogar alles, was wir von un­serem ziikiinstiaen Schwiegersohn verlangen können. Aber er ift e« Deutscher, dieser Umstand beantwortet Demo Frage"

Aber, Edward, das ist fa Wahnsinn! Tu tust ja gerade, als ob Deutschland am Nordpol 'äcie."

In meinen Augen würde Deutschland nur gewinnen,

ipreck-en wir nicht mehr davon, Liebe. Und Pelen überlaß mir. Ich werde selbst mit ihr sprechen, und sie wird Ver­nunft annehmen."

Wenn sie Deinen Starrsinn geerbt hat, wird es mit dem Bernunstannebmen nicht so rasch gehen." warf Miß Hardinge ein.Uebrigens seid ihr selbst schuld an der ganzen Sache. Warum habt ihr den Verkehr solange ge- du det und warum ist Archibald immer mit diesen Deutschen zusammen?"

Das versiebst Tu nicht, Angnsta," entgegnete Sir Edward Douglas scharf.Du bist sehr klug, aber alles ver­stehst Du doch nicht. Archibalds Verkehr mit den deutschen Herren hat mit Helens sonderbaren Wünschen nicht das Nlindeste zu tun."

Helen betrat das Zimmer.

Sir Edward Dong'as stand mit dem Rücken an den Kamin gelebnt und sah ihr entgegen. Kein Scherzwort, wie er es sonst für seinen verzogenen Liebling hatte, kam über­feine Lippen.

Helen trat ans ihn zu. Sie trug ein weiches, weißes Kleid, im Gürtel hatte sie eine wunderschöne, baßrote Rose,, beftstigt. Ein zarter, feiertäglicher Hauch lag über der ganzen Erscheinung.

Wie eine Braut," dachte der Vater unwillkürlich und die Erkenntnis dämmerte in ihm ans, daß es ihm wohl schwer fallen würde, hart zu bleiben, wie er es mußte.

Pa?" sagte He'en fragend und trat ans ihn zu.Pa, ich muß Dir etwas sagen. Etwas ganz"

Sir Edward wehrte mit einer kurzen Handbewegung ab.

Laß das! Ich weiß, was Tu sagen willst. Ich bin nicht weiter neugierig."

Helen nmrs einen fragenden Blick auf die Mutter. Die nickte bekümmert. -Da warf sie den Kopf entschlossen in den Nacken und trat näher an den Vater heran. In ihren großen, dank "n Augen laa eine einzige stumme Bitte.

Papa, sieh mich nickt so böse an. Alter, lieber Papa. Du kannst ja Deiner Helen gar nicht ernstlich zürnen," schmeickelte sie.

Ich bin Tic nicht böse. Kind. Aber hier hört Kinderei und Spielerei auf. Du hast Dir jedenfalls nickt ganz klar gemacht, was Tn Deinen Eltern mit Deinen sonderbaren Wünschen znmutell."

Aber P-.ipa! Wie bist Du Mkt! Gibt cs einen bes­seren, gibt es einen vornehmeren Mann als Herrn von Werkheim?"

.Habe ich etwas gegen ihn gesagt? Ich nehme ihm nicht das Geringste von all seinen guten Eigenschaften. Aber cr ist ein Teutfckrer. und eine Tonglas heiratet keinen Deutschen."

Eine Douglas! Pah! Haben doch scbon Töckter aus dem könig ichen Hause nach Deutschland geheiratet!"

Das ist etwas ganz anderes^. Ta sind Staatsange-. leaenheften maßgebend. Uebrigens wenn Tu so gut unterrickstet bist, dann wirst Tu auch wissen, welckzes Glück diese könig ick)e Prinzessin drüben gefunden hat. Bleib Du hier 'm Lande. Die Söhne unserer ersten Familien werden sich glücklich schätzen, Helen Douglas als Gattin heimsühren zu dürfen."

Helen warf den Kops in der, Nacken. Ein zorniges Funkeln trat in ihre Augen.

Londoner Stutzer! Ich danke!"

Sie wandte sich kurz um und fckritt nach der Türe.

He'en!" rief der Vcker kurz,Du bleibst hier!"

Kampfbereit sah sie sich um. Furchtlos b'ickte sie dem Vater in die strengen Angen. Ab, sie fürchtete sich nickt! Sle war nickt so ängstlich wie die Mama, die dem Vater nie zu wiedersprechen wagte.

Papa?"

Was soll das? Eine solche Antwort gibt man mir nicht I Londoner Stutzer! Was weißt Du davon?"

Es ist doch so, Papa! Unsere ganzen simgen Herren können mir können mir jawohl, sie können mir ge­stohlen bleiben. Kein einziger kann mit A sred Weikheim in die Schranken treten. Ungezogen und flegelhaft sind sie alle. Niemals würde einer der deutschen Herren einer Dame fo gegcnübertreten. wie es unsere Herren tun. Ar- chiba'd nickt ausgenommen. Ich danke für sie!"

Das wird sich finden! Kinder haben ihren Eltern zu gehorchen!"

Aber ich bin kein Kind mehr! Und ich liebe Alfred Werlheim und ich habe ihm mein Wort gegeben."

Dein Wort gilt nickt! Und Herrn von Werkheim stand kein Recht zu, es anznnehmen, ehe er meine Ein­willigung hatte." (Fortsetzung folgt.?

vis glückliche Geburt eines kräftigen Jungen zeigen hocherfreut an

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Friedberg-Fauerbach, den 3. Januar 1918,

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