^dein. Zu einer Erörterung -er Frte-enssrage ist sie in keiner ^Weise befugt. Wenn man der Gesandtschaft andichtet, daß sie auch über Frieden verhandeln soll, so ist dies lediglich eine Er. findung, um die Stimmung der Entente zu heben. Die Türkei wird den Frieden nur enger Gemeinschaft mit ihren Verbündeten erörtern, mit denen sie ihre Geschicke vereinigt, und mit denen sie durch treues Bündnis und lange Waffenbrüderschaft sich verbunden hat.
Eine litauische Erklärung.
Loslosung vom russischen Reich.
Berlin, 3. Jan. (WB.) Ter oberste litauische Rational- rar in der Schwei;, der von sämtlichen titanischen Or- ganisationcn in^itauen selbst, in Rußland, in Amerika und in der Schweiz als oberste Vertretung des litauischen Volkes eingesetzt worden ist, faßte soeben folgenden Beschluß:
In der Erwägung
1. daß Litauen vom 13. bis 18. Jahrhundert unabhängig gewesen ist,
2. daß Litauen nach der geivaltsamen Einverleibung in Rußland nicht oufgebärt hat, seine Unabhängigkeit zu fordern. fe!Ut mit Waffengewalt in den Jahren 1830, 1863 und 1905,
3 . daß Litauen 120 Jahre lana durch das Zarentum schimpflich unterdrückt und mißhandelt worden ist und daß nach der Revolution die provisorische Regierung sechst seinen nationalen Ansprüchen keinerlei Rechnung getragen hat, obwohl sich Litauen der provisorischen Reaieruna unmittelbar nach ibrer Einsetzung angeschlossen hat CCFrflarimg vom Avril 1017),
4 . daß gegenwärtig der größere Teil Litauens von den Deutschen besetzt ist und daß ganz Rußland kraft der durch die letzten Ereignisse geßch-affenen neuen Lage sich in der Unmöglichkeit siebt, seine Rechte und Pf ich-
* ten gegenüber dem litauischen Vcckk wahrzunebmen und daß andererseits das litauische Volk trotz der ein Jahrhundert lang ertragenen Unterdrückung bis zum heutigen Tage nie aufgehört hat, den Verpflichtungen gegen den russischen Staat loyal nackzukommen, beschließt der oberste litauische Nationalrat ct f § Träger und Getreuer Wächter der höchsten Interessen des Landes:
1. Das litauische Volk betrachtet sich schon jetzt aller Bande gegen den russischen Staat ledig.
% Unter Anrufung der von den Mächten anerkannten Grundsätze, daß alle Völker über ihr Schicksal selbst zu bestimmen haben, hat das litauische Vo'k das Recht und die Pflicht, f ein Schicksa' selbst in die Hand zu nehmen und seine Unabhängigkeit zur Anerkennung durch die Mächte zu bringen.
Rußland.
Mn rumänischer Putsch.
Dem 4. russischen Heer, dessen ukrainische Truppen die Mrda und Tscherbatschew nicht anerkannt haben, werden weder Nahrungsmittel noch Vorräte geschickt. Tscherbatschew und die rumänischen Behörden in Jassy haben das dort gebildete revolutionäre Komitee gefangen genommen. Vo'ks- kommissar Trotzki machte darauf, wie schon kurz gemeldet, der rumänischen Gesandtschaft in Petersburg von den Vorfällen Mitteilung und fragte, welche Maßregeln die rumänische Negierung getroffen habe, um die verbrecherischen Elemente unter den rumänischen Offizieren und Bürokraten zu strafen, die es gewagt hätten, die Hand gegen die Revo'ution zu er- heben Weiter teilte Trotzki der rumänischen Gesandtschaft mit, daß er die Unterdrückung nicht länger dulden werde, und der Sowjet nicht zögern werde, die strengsten Maßregeln gegen die gegenrevolutionären Verschwörer in Rumänien und die Mitschuldigen Kaledins, Tscherbatschew' und die Rada zu treffen. Tie Antwort der rumänischen Gesandtschaft wurde von Trotzki für ungenügend erklärt. Die Antwort weist auf die Pflicht der Vertreter der Alliierten hin. freundschaftliche Beziehungen zwischen den alliierten Staaten zu fördern. Rumänien bedauere die Konf ifte unter den russischen Truppen sehr, er werde dies nicht zulassen.
Petersburg, 3. Jon. (WB.) Meldung der Peters- buraer Tel.-Agentur. Der Volkskommissar für die auswärtigen Angelegenheiten gibt folgende Mitteilung bekannt:
„Das Dorf Leowo und einige Dörfer in Vessarabiei sind durch Truppen besetzt und einige Revolutionäre erschos sen worden. Nach einer authentischen Mitteilung luden dü Rumänen durch einen rumänischen Oberst und einen rumL- nischen General alle Mitglieder des Ausschusses nach Fasst ein, wo ihnen völlige Sicherheit gewährleistet werden sollte Indessen wurde der ganze Ausschuß in Jassy festgenommer und alle Mitglieder vor die Behörde gebracht. Die rumänische Behörde versuchte alle zu erschießen, aber die Kosaken besannen sich eines Besseren und hinderten sie daran. Derartige verbrecherische Handlungen können nicht geduldet werben. Wir ersuchen den Herrn rumänischen Gesandten, uns heute noch mitzuterlen, welche Maßnahmen ergriffen worden sind, um die verbrecherischen Elemente, die rumänischen Offiziere und Beamte zu züchtigen, die die Hand gegen die ruf. lischen Revolntionäre erhoben haben. Wir hacken es für dringend g'boten. die rumänische Gesandtschaft ZU benach. richtigen, daß d'e russische Republik keinerlei Unterdrückung mehr dulden wird, nicht nur gegen russische Revolutionäre, sondern auch gegen rumänische Revolutionäre und So- Lmlisten. . Jeder rumänische Soldat, Arbeiter und Bauer findet die Unterstützung der Macht des russischen Sowjet .Mgen die Willkür der reaktionären rumänischen Büro- HraUker. Wir erachten es für nötig den rumänischen Behörden durch ihre Gesandschast mitzuteilen, daß die Macht der Sowjet auch vor den schwersten Maßnahmen gegen die
rumänischen Verschwörer und Gegenrevolutionäre, die Helfershecker der Kaledin, Tscherbatschew und der Rada nicht zurückschrecken wird."
Basel, 3. Jan. Nach einer Pariser Havasmeldung teilte dem „Ercelsior" eine hohe rumänische Persönlichkeit die russische Drohnote an die rumänische Negierung mit. Tie Persönlichkeit gab zu. daß zwischen den beiden Ländern ein gespanntes Verhältnis bestehe, da Rußland nicht mehr weiterkämpfen wolle, während Rumänien auf Seiten der Entente den Krieg fortsetzen möchte. Die Persönlichkeit fügte hinzu, daß unterrichtete Kreise der Ansicht seien, daß man den Ereignissen mit Vertrauen entgegensehen könne und den entschlossenen Geist des Königs in Betracht ziehen müsse, dessen Zuversicht sich auf die Tatsachen und aus die einge- ilbten Streitkräfte stütze. Die Marimalisten könnten wohl ihre Trobnoten vermehren, sie könnten dadurch aber die Ereignisse nicht aufhalten.
Rarva dem Gebiet Estlands angegliedert.
Stockholm, 3. Jan. (WB.) Das estnische Bureau in Stockholm teilt mit: Durch eine Verfügung der Petersburger Regierung ist Narva, Me frühere Hauptstadt Jnger- manlands. dem Gebiet Estlands angegliedert. Sofortige Maßnahmen zur Verwaltung und Z"ntra isation der bisher unzusammenhängenden Ortschaften von Narva, Jwangorod. Joachimsthal und Krönholm nebst ihrer Teilnahme an den Wahlen zur estnischen Nationalversammlung sind angeordnet Damit hat die estnische Grenze den Narovafluß überschritten.
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Ja ..Daily Mail" schreibt Lovat Fraser unter dem 17 Dezember — die Zeitungen aus Feindesland kommen natürlich nur auf Umwegen und daher verspätet in unsere Hände — über .Die Bedrohung im Westen": Das Trommelfeuer der feindlichen Presse, die von einer Bedrohung im Westen redet, ist ungewöhnlich. Es war bis auf deutscher Seite nicht Regel, militärische Pläne im voraus zu erzählen. Vielleicht wollen sie uns ängstlich machen: vielleicht sagen sie die Wahrheit und nehmen an. daß sie nicht geglaubt wird. Es ist unwahrscheinlich, daß sie sofort ongreifen werden. Ich für meine Person glaube, daß die gefährlichste Stelle Italien ist . .
In ..Morning Post" vom 10. Dezember findet sich das Urteil: „Die augenblickliche Lage ist furchtbar, aber noch nicht hoffnungslos . .
Im..Globe" vom 13. Dezember lesen wir: Wir wollen uns nicht verheimlichen, doß die deutsche Armee an der Westfront in diesem Winter den Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit erreicht hat. Wir werden während der kommenden Monate hart be. drängt werden. Während dis Deutschen ihre Kräfte an der Entscheidunysfront vereinigen, haben wir und die Franzosen viele Truppen auf Nebenkriegsschauplätze geschickt, wo sie keinen Deutschen antreffen werden. Somit ist die Kriegsaritmethik nicht für, sondern gegen uns . .."
Der Frontberichterstatter der „Morning Post" berichtet unter dem 17. Dezember von dem neuen Geist, der die deutschen Truppen an der Westfront beseele und an die Tage vom Anfang des Krieges erinnere. „Sie sprechen von einem nahen Frieden, der auf dem Schlachtfeld diktiert wird, und der nicht ein Frieden der diplomatischen Unterhandlungen sein soll. Die Truppen sind gut verpflegt usw. Gefangene Offiziere erklären, der Krieg werde an der Westfront entschieden, und zwar bald! Der Gedanke an den U-Bootkrieg sei etwas zurückgetreten: jeder Deutsche träume jetzt vvn dem entscheidenden Sieg auf Frankreichs Schlachtfeldern. . „
„Rouvelliste de Bordeaux" vom 19. Dezember meint: „Die Waffenstillstands Verhandlungen in Brest-Litowsk sind absichtlich in die Länge gezogen worden. Man mußte ja Zeit gewinnen, um gewisse Truppenverschiebungen vornehmen zu können. Jetzt sind sie ausgesührt. und cs hat nichts mehr auf sich, wenn sie nachträglich feierlich untersagt werden. Jeder gibt sich klare Rechenschaft über die gewaltigen militärischen Möglichkeiten, die sich künftighin den Generalen des Kaisers bieten. Wer könnte daran zweifeln, daß sie ausgenützt werden?" An anderer Stelle desselben Blattes findet sich der Satz: „Eine allgemeine Offensive zur Wiedererlangung der vom Feinde besetzten französischen Gebiete ist heute mehr als je zuvor gänzlich aus- geschloffen."
Roch deutlicher findet sich die Erkenntnis, daß die Verbündeten wieder in die Verteidigung gedrängt sind, im „Expreß de l'Quest" vom 18. Dezember, wo L. C de Eroidys sich unter niedlichen Schimpfereien gegen das verbündete Rußland wie folgt äußert: „Wir haben an unserer ganzen Front außerordentlich heftige Angriffe zu erwarten Der Feind gibt uns zu verstehen, daß er seine sämtlichen aus Rußland kommenden Truppen im Westen zusammenzteht. Wir werden uns nicht überraschen laffen und auch Engländer und Italiener werden wiffen, woran sie sind. Wir werden einem Angriff gegenüberstehen, für den der Feind seine ganze Kraft elnsetzen wird — alle seine Reserven, alles, was der russische Verrat freigegeben hat! Unter diesen Umständen bleibt uns nur eine Taktik — die Defensive! Wir dürfen lein einziges Bataillon mehr für abenteuerliche Angriffe opfern! Wir wußten, daß die Deutschen im Begriff waren, sich sehr weit hinter ihre seitherigen Linien zurückzuziehen, als Rußland sich dieser abscheulichen Bande übergab — die übrigens alle zil befriedigen scheint! Denn keinerlei Protest erhebt sich seitens der 120 Millionen Menschen, die zu allem bereit sind, außer dazu, ihre Ehre hochzuhallen! Weit entfernt, sich zurückzuziehen, be- reiten die Deutschen die Wiederaufnahme ihres Vormarsches vor. Wahrscheinlich wird Hindenburg seinen Hauptvorstoß Anfang Februar gegen die Yser oder doch zum mindesten gegen den Teil der Front ansetzen, der von Engländern gehalten wird. Wir werden noch ganz andere Dinge zu sehen bekommen als seither schon: eine ungeheure Anhäufung schwerer Artillerie z. V. zu der auch die russischen Geschütze beitragen werden, die zweifellos ln die Hände der Deutschen übergehen werden (!), Eine sehr ernste Stunde bat geschlagen . . . .* \
Don der mililiirilijini Uckttlegenhkit dcr Mtkliniiililk.
In den „Vasler Nachrichten" vom 28. 12. 17 verteidigt sich der bekannte Militärkritiker Oberst Egli gegen eine Kritik seiner Berichte, die in der deutschfeindlichen „Gazette de Lausanne- unter der Chiffre PH. S. erschien:
Oberst Egli schreibt: Es ist mir allerdings die Bemerkung gemacht worden, daß ich feit meiner Reise nach Belgien noch viel zuversichtlicher schreibe, als ich das schon früher getan habe. Das ist richtig, denn dort bei den deutschen Truppen in Flandern, die seit Monaten in ungleichem Kampfe standen, habe ich die ganze Aenderung der Gesamtlage, wie sie durch die Ereigniffe in Rußland und Italien entstanden ist. in ihrem vollen Umfange erfaßen können. Wenn die Verbandsmächte bisher mit ihrer gewaltigen Ueberlegenheit im Westen nicht mehr erreicht haben, wie muß sich da ihre Lage gestalten, wenn nun gewaltige Kräfte der Mittelmächte frei werden und in Frankreich und Flandern erngreifen können? Ucbrigens habe ich nie ein Hehl daraus gemacht, daß ich die Ansicht habe, daß trotz der Ueber- macht der Verbandsmöchte die Mittelmächte und ihre Verbündeten siegen werden. Mit dieser Anschauung bin ich in den Krieg getreten, denn ich habe seit langen Jahren die Entwicklung der Armeen genau verfolgt und viel von ihnen gesehen. Meine Meinung hat sich in den Kriegsiahren. trotz allen Verschiebungen in der Lage und tn den Verhältnissen, nicht geändert: bei jedem Besuch an einer Front hat sie sich nur bestärkt
DurRede Mchon's
schreiben die „Zürcher Neusten Nachrichten":
An der Preffe des Vierbundes wird es sein, sich mit dem Inhalt der Rede des Herrn Pichon in den Details auseinanderzusetzen und die grenzenlosen Einseitigkeiten, Unterschiebungen und Unrichtigkeiten — man könnte diese auch anders nennen — in ihr klarzulegen. Es wird ein Leichtes sein. Für die Neutralen ist es schon längst undankbar geworden, sich mit den Situationsreden der Entenleminister in Rücksicht auf ihre Offenheit, ihren Wahrheitsgehalt und ihre gute Treue zu beschäftigen. Sie gleichen der mvtischen Schlange. Haut man einen der Köpfe ab. wächst sofort ein anderer nach, gewöhnlich noch häßlicher als der erste. Dagegen intereffiert die Neutralen, was der französische Außenminister über die Kriegsziele der Entente und die Kriegsdauer sagte. Das geht auch an ihr Fleisch, nachgerade bis auf die Knochen.
Für die letztere hatte Herr Pichon die Formel: Krieg bis zum Sieg. Er verhehlt sich aber selber nicht, daß diese Aufgabe schwerer ist als je zuvor. Seine Rede klingt nach dieser Seite ganz anders als seiner Zeit die Reden von Vivianl, von Vriand und Ribot und ganz anders als die Reden Poincares, als „der Präsident noch reden durfte", in welchen es immer wieder hieß, fett 1915 wohl ein paar dutzendmal: „Die Stunde des Sieges, die Stunde des Triumphes ist nahe." Er spricht von den furchtbaren Verlusten Frankreichs und von der gewaltigen Verbesse- rung der militärischen Lage der Mittelmächte durch einen eventuellen Sonderfrieden mit Rußland. Aber wie sein Kollege Balfour in London hängt auch er all sein Hoffen nun an amerikanische Nägel. Gewiß ist deren Tragkraft nicht zu verachten. Ob aber Frankreich und ob Italien noch so lange auf den Füßen bleiben, bis ihr Schicksa! bei der transozeanischen Hilfe einigermaßen geborgen werden kann? Herr Pichon und sein Chef Clemenceau sicher nicht, denn sie wird wahrscheinlich schon die kommende deutsche Offensive weglegen. Aber selbst wenn Amerika noch frühzeitig, genug stark auf dem Platze wäre, würde dann die Entent» der Mittelmächte wirklich Herr werden, nachdem er für diese nur mehr eine einzige entscheidende Front gibt. wäh. rend sie bisher an deren drei sich siegreich zu wehren und vorzu- fchrekten wußten.
Diese eine Tatsache hätte Herrn Pichon die Erwägung nahe legen können, daß jene französischen Deputierten doch die beffe-, ren Freunde Frankreichs seien, welche eine Revision der Kriegs«^ Ziele der Entente forderten. Er hat diese rundweg abgclehnt. Dann aber doch die Ausflucht gebraucht: zuerst „siegen", ehe man hiervon redet. Später schränkte Herr Pichon diese Definierung dahin ein, daß man den Krieg als „gewonnen" betrachte, „wenn das deutsche Volks Uns durch feine Vertreter sagen wird, daß es bereit ist, einen Frieden anzunehmen, der auf der Gerechtigkeit und der Wiedergutmachung des angerichteten Schadens beruht." Wenn es erst nach Verwirklichung dieser beiden Definitionen wieder „Friede auf Erden" werden sollte, dann hätten wir auch noch 1919 Krieg. Denn bis das „Siegen" für die Entente sich erfüllte, kann das Korn noch zwei- und dreimal reifen, und bis das deutsche Volk sich zu einem derart schmählichen Friedensgang, wie ihm denselben Herr Pichon zumutek, versteht, noch viermal. Nach diesem soll es durch Negierung und Parlament sich bereit erklären, nicht etwa zu einem Frieden „Hand zu bieten", nein den Frieden „anzunehmen", den die Entente zu diktieren ihm geruht, freilich auf der Grundlage der „Gerechtigkeit", aber einer Gerechtigkeit, deren zehn Gebote Me 1 Entente festsetzt. Dabet soll es eine Rechnung von einigen 69 oder 70. vielleicht auch 80 Milliarden bezahlen, Elsaß-Lothrin--, gen, Posen und wahrscheinlich Danzig herauogeben und soll sein- treuen Verbündeten den Naubplänen ihrer Feinde auslicferns Was Herr Pichon mit jener Friedensumschreibung dem deut-, schen Volke zumutet, ist nackte „Friedensbitte eines Besiegten auf Gnade und Ungnade", mit der Aussicht auf wirtschaftlichen und politischen Ruin als — Gnade. Herr Pichon scheint uns mit dieser Formel weniger das Schicksal Deutschlands als jenes für sein eigenes Land herausgefordert zu haben, bis zu welchem Maße^, mag er aus der harten Drohung herauslsfen, die der sonst so frredensweiche sozialdemokratische Berliner „Vorwärts" gestern an Frankreich richtete.
Wir hatten vorgestern geschrieben, mit der Einladung, die zu Weihnachten aus Brest-Litowsk an die Entente erging, fei aufs neue eine ungeheure Verantwortungauf deren Lenker gefallen. Schon am Abend dss gleichen Tages hatte sich die un. geheure Verantwortung durch Pichons Rede verwandelt in eins — ungeheure Schuld. j.
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