Ausgabe 
4.1.1918
 
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Nummer 3

Freitag, den 4. Januar 1918

11. Jahr gm g

Neue Tageszeitung

Die .,Nene E a, es»ei1»»ny" erscheint jeden WerUa-. Regelmäßige VeitaoenL er Dauer aus Letten".Pie Spinnltnde". Nein isprers - Bei den '^<üa»rtait:n oiecrclrai^rlicli '.Wt 2.40 hin u «ritt noch das Bestellgeld: ^e> de" v Zenten mona'lich 85 Pia. einschließlich Xraqcrlobn. Anzeigen : Gr.md eile 25 P>g., oiale 20 ^«g^ Anrergen von auswarrs oeroen durch Po rnachna n>e r iii'lhinnfOTT A-rieöbeta. Schriftleitnn, und 'Jerltt t nedb?o « dessen >. 'anaiertraqe 12. ve--nvreü'r 18. l,t> )ef* So it3 Jlc. UVi, lr cr , i.iurt a. I.

Gcneralscldmarfthall v. Ws?)rßch.

R«unänische Umtriebe. Jene ll-Zso1crso!ge.

Der deutsche GeneraMad meldet:-

W. T. K. Brakes Ha * »-quartier, den 3. Januar. Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz.

An verschiedenen Stellen der Front Artillerielampf. Nahe «'er Küste wurden bei gelungener Unternehmung Gefangene ein­gebracht. Französische Vorstöße in der Champagne, nördlich van Prosnes und nördlich non Le Mesnil scheiterten in unse­rem Feuer.

OestUcher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

An der Mazedonischen und italienischen Front ist die Luge unverändert.

Der Erste Ceneralquarticrnreister: Ludendorff.

Alrerrd erickt.

Berlin. 3. ?att , abends. (WTB. Aurtlich.) Von den Kriegs- Schauplätzen nichts Neues.

Der bulgarische Grneralstab !! -7- meldet:

Sofia, 31. Dez (MTV. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht.

Mazedonische Freut: Zwischen Wardar und Doi:an-See nahm das Arlilleriefeuer am Nachmittage zu. Cs dauerte bis Mitternacht an. Hierauf versuchte eine englische Abteilung »ich unseren Stellungen südlich des Wardar bei Sloijakovo zu nähern, uurde jedoch zurückgeworfen.

Pu' Kämpfe im Ifanctr.

Konstentincpel, 2. Jan. (WTB Nichtamtlich.) Meldung der Agentur Milli. Aus dem Pemen wird berichtet: Die bei Aden operierenden Truppen setzen ihre heldenhaften Unterneh­mungen an denen auch alle Oberhäupter der S ämme von Tais mit außerordentlicher Hingebung teilnehmen. kort. In der Provinz herrscht Sicherheit. Ein Versuch der Enaländer, Marinetruppen in Hodeida auszuschiffen, wurde zurückgeschla- gen. Seitdem geht die Küstrnschisfahrt ungehindert vor sich. D.e Treue des Pneu Pahta gegenüber dem Kalifat und die Be­deutung seiner Dienste verdienen jedes Lob. Asfr und die be­nachbarten Gegenden liegen außerhalb des auiwieglerischen Einflusses des aufständischen Scheriss Pdris. der Uber keine An­hänger mehr verfüge und in seiner Umgebung nicht gern ge­sehen sei.

Zeh'

Schösse versenkt.

B rlin, 2. Fan. (MTV. Amtlich.) Durch unsere U-Boote wurden im englischen Kanal und Atlantischen Ozean neuerdings vier Dampfer, drei Segler und drei Fifcherfahrzeuge versenkt, darunter ein bewaffneter tief beladener Dampfer, ferner der englische SchonerProba" mit Kohlen von Swansea nach Cherbourg, der portugiesische SchonerAportugeza" mit Salz­ladung nach Frankreich, sowie der portugiesische Fischdampser ,,Argos". Von den übrigen versenkten Dampfern hatte einer Stahlwaren von Swansea n.. , Cherbourg geladen. Ein ande. ,er Dampfer wurde aus einem gesicherten Geleilzuge heraus- «elchofsen.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Der österreichische Generalstab Ij meldet:

Wien, 3. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- laulbarl:

vestlicher Kriegsschauplatz.

Maffenstislstand.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Der Chef des Eeneralflabe».

G cn rr n \ fc!£ inorfrifo'- v. Mo?frfch.

Berlin, 2. Jan. (WTB.) DasMilitärwockenblait" meldet: Generaloberst v. W o y r s ch ist zum Generalfeldmars^all be­fördert worden.

Dailcr nnd Ncscksto'*.

Berlin, 3 Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Beim Jahreswechsel wurde vom Prasidelen des Reichstages. Exzellenz Dr. Kämpf, j an S. M. den Kaiser folgendes Telegramm gerichtet:

Eure Kaiserliche und Königliche Majestät bitte ich, beim j Jahreswechsel die ehrfurchtsvollsten nnd herzlichsten Glück­wünsche des Reichestages entgegennehmen zu wollen. Eure Majestät blicken mit dem deutschen Volke auf ein Jahr zurück, das den deutschen Mafien und denen seiner Verbündeten zu Wasser und zu Land und in den Lüften die ruhmreichsten Er­folge gebrockt hat, den nnwidersteh!ichen Offensivgeist unserer Heere und Flotte von neuem bewiesen und die Widerstandskraft des deutschen Volkes an d-cr Front und in der Heimat zum glän­zendsten Ausdruck gebracht hat. Das Samenkorn des Friedens, das Eure Majestät mit Eurer Majestät hohen Verbündeten am 12. 12. 1910 gelegt hat. ist aufgegangen. mit Eurer Majestät treten wir in das neue Jahr in der begründeten Hoffnung, daß das blutige Völkerringen sich feinem Ende nähert und dem er­sehnten Ziele eines Friedens entgegenbringen wird, ber unsere und, unserer Verbündeten unbehinderte Entwicklung aller gei­stigen und wirtschaftlichen Kräfte in der Welt gewährleisten möge. Des Allmächtigen Segen ruhe auf Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majestät, dem ganzen kaiserlichen und könig­lichen Hause und auf unserem geliebten Vaterlande.

Darauf ging folgende. Antwort ein:

Ich dank/ Ihnen herzlichst iür die freundlichen Wünsche, die Sie Mir im Namen des Reichstages beim Ausgang aus dem alten sieg- und rubmaekrcnten Jahre dargebracht haben. Den unerschütterlichen Willen, einen die Zukunft und Wohlfahrt des Reiches sicherstellenden Frieden zu erkämpfen, wird das deutsche Volk, das vertraue Ich zuversichtlich, auch im neuen Jahre an der Front und daheim zu Kaiser und Reich voll bestätigen, und mit Gottes Hilfe wird das schöne Werk gelingen, wird das er­sehnte Friedensziel in absehbarer Zeit erreicht werden

W i l h el m I. R.

. deutscher Friede beschieden sein wird. Also mit Gott getrost vorwärts! Allen Mitbürgern herzlichen Dank.

Feldmarschall von Hindenburg.

(FpIMp HwkrnnniM liir i>. ll'lM-ssörhch.

Amsterdam, 3. Jan. (WTB.) Die Londoner WochenschrEt ,.Truth^ widmet dem deutschen Oberbefehlshaber in Ostafrika folgende Worte der Anerkennung'v. Leltow-Borbeck hat sich als ein tüchtiger Truppenführer erwiesen, der mehr als drei Jahre gegen mächtige Streitkräfte unter Umständen kämpfte die bei einem weniger energischen Kommandanten lähmend gewirkt hätten. Was der deutsche Kaiser vor ein paar Monaten von ihm gesagt hat. nämlich daß die Welt niemals erwartet habe, was seine eiserne Kraft ermöglichte, ist wahr."

Aie Friedensverhaudlmiften.

Berlin, 3. Jan. Staatssekretär v. Kühlinann ist in dieser Nacht Zwischen 12 und 1 Uhr mit seiner Begleitung von Bahn­hof Friedrich'stroße wieder nach Brest-Litowsk abgereist. Mit dem gleichen Sonderzug haben sich die türkischen und bulgarischen Delegierten nach dem Orte der Friedensverhandlungen begeben.

Wien, 3. Jan. (WTB Nichtamtlich.) Der Minister des Aeußern, Graf Czernin, ist heute früh mit Begleitung zur Fort, sctzung der Konferenzen nach Brest-Litowsk abgereist.

Konstantinopel, 2. Jan. (WTB. Nichlamtlich.) Meldung der Agentur Milli. Der Großwesir Talaat Pascha ist gestern mit dem Balkcmzug abgereist. um sich als erster Delegierter der Tür­kei über Berlin nach Brest-Litowsk zu begeben, wo er an den Verhandlungen teilnehmen wird.

Wien, 2. Jan. (WTB.) Kaiser Karl empfing heute den Minister des Aeußern Grafen Czernin in besonderer Audienz. Der polnische Ministerpräsident Kucharzewsti ist heute nach Warschau abgereist.

Ein D meebefebl fgrditvvimnt

Düsseldorf, 3. Jan. Ter Kronprinz hat am Januartag folgenden Armeebefehl erlassen:

Das Jahr 1917 gehört der Geschichte an lind mit ihm die Waffentaten unserer Armee. Zu gewaltigen ent­scheidenden Silagen batte sich das französische Heer an der AiZne und in. der Champagne vereint, ihre erdrückende ebermack>t an Menschen. Waffen und Munition sollte den Feinden den Sieg bringen. Vor eurer Treue und Tapfer­keit brach, der Ansturm blutig zusammen. Dadurch habt ihr die feindlichen Kräfte gebrochen und den deutschen Waffen in Rust and und Italien den Weg zum Siege aebahnt. Nur auf die eigene Kraft gestellt, habt ibr in den schweren Kämp­fen in der Champagne, bei Cambrai und auf dem blutge­tränkten Boden von Verdun dem stürmenden Heere den Rücken gedeckt. In treuer Kameradschaft habt auch ihr in Flandern nnd bei Cambrai für Dentsckckands Ehre gesochten. Stolz nnd voll dankerfülltem Herzen blicke ick heute auf euch als meine tapferen, bewährten Führer und meine' helden­haften Truppen. Mit blankem Schilde und scharfem Schwerte stehen wir an der Schnelle des neuen Kriegsjohres für unseren kaiserlichen Herrn bereit, zu schlagen und zu liegen.

Großes Hauptquartier, 1. Januar 1918.

Wilhelm, Kronprinz.

Ern denkt chev £vUbi\

Hannover 3. Jan. Auf eine zum Jahreswechsel vom Magi­strat an den Generalfeldmarschall von Hindenburg gerichtete Be­grüßungsdrahtung ist zu Händen des Stadldireltors Tramm fol­gende Antwort eingelaufen:

Euer Hochwohlgeboren und dem Magistrat der Residenz stadt Hannover tiefen Dank für gütiges Meingcdenken und herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel. Ich trete voll Zu­versicht in das neue Jahr mit dem festen Vertrauen, daß uns nach endgültigem Siege und nach Ueberwindung etwaiger Schmierigkeiten ein ehrenvoller, der schweren Opfer würdiger

Französtlche Delavftniste.

Die Presse der Linken in Frankreich beschwört die Regie» rnng Clemenceaus. die Beziehungen mit den Maxi^atisten wenigstens indirekt aufzunehmen, um nicht Rußland vollständig von Frankreich loszulösen und dieses jeden Einflusses auf die Friedensverhandlungen zu berauben. Der sozialistische Abge. ordnete Sembat äußert in derLanterne" die Ileberzeugung, daß das Jahr 1918, wenn es nickt den Frieden, so doch die Ent­scheidung über das Ergebnis des Weltkrieges brickgen werde. Denn diese Enischeidnng falle jetzt in Rußland. Wenn Deutsch­land ungestört seinen wirtschaftlichen Einfluß in Rußland or­ganisieren könne, so sichere es sich die Vorherrschaft über ganz Osteuropa und Asien für das ganze Jahrhundert, und selbst wenn es in der Folge des Krieges auf Elsaß-Lothringen ver­zichten sollte, so könnte ihm die Vorherrschaft im Osten nicht mehr genommen werden. Wenn Frankreich jetzt in dieser kri­tischen Periode des Krieges dre Arms kreuze, so verliere es seinen Einfluß auf die große Entscheidung des Krieges. Das sozialistischeJournal du Peuple" macht darauf aufmerksam, daß Elemenceau durch die Verweigerung der Pässe für die Ruß­landreise der französischen Sozialisten den Beweis geliefert habe daß er di? falsche Politik fortsetze. die Briand und Ribot begonnen hätten. Clemenceau fürchtet sich davor, den Eindruck zu erwecke«», als ob er Furcht habe. Der Feind wisse, wie man in Frlrnkreicki denke, ebnso gut wie man in Frankreich über das unterrichtet sei, was in Feindesland vorgehe. Alle Bölter feien bereit zu einem ehrenvollen Frieden, und es fei nicht ehrlich, wenn Clemenceau den Sozialisten die Reisepässe verweigere aus Furckt vor dem schleckten Eindruck, den ihre Bewilligung auf die Soldaie»! an der Front machen könnte.

frite ?ziidrr'r'ckensmjMe der sinke«.

Der Berliner Mitarbeiter derZürcher Post" hatte Gele­genheit. in Berlin den türkischen Minister des Aeußern Nefsimi Bey darüber zu befragen, ob die in letzter Zeit in den welsch­schweizerischen Blättern enthaltene Nackricht zutreffe, wonach die türkische Sondergesanotschast in der Schweiz, welche «nit eng­lischen Vertretern über Eesangeirenaustausch unterhandele, auch in Verhandlungen über die Frledensfroge eingetreten fei. Der Minister erklärte:

Diese auch mir bekannte Nachricht gehört zu den von der Entente geflissentlich verbreiteten Gerüchten, daß die Türkei geneigt sei, in Sonderfriedensvcrhandlungen mit den West­mächten zu treten. Tatsächlich hat die Gesandtschaft, welche sich ln die Schweiz begab, lediglich den Auftrag, mit englischen V- tretern Über die Frage des Eesangenenaustausches zu '